Immer wieder vergibt
die Öl- und Gasindustrie lukrative Aufträge für Studien an
universitäre Fakultäten oder diesen beigeordneten Institute.
Besonders erfolgreich praktizierten das die Nord-Stream-
Lobbyisten, der wichtigsten Pipeline für russische Gasimporte:
Im September 2017, gut fünf Jahre vor Putins Angriffskrieg auf
die Ukraine und den Diskussionen um explodierende Preise
und einen kalten Winter, schaffte es eine beeindruckende Zahl
in die Schlagzeilen: Mit dem Bau der Pipeline Nord Stream 2
würden die EU-Länder ganze 25 Milliarden Euro sparen. Die
Zahl stammte aus einer Studie84 der gemeinnützigen Gesell-
schaft ewi Energy Research & Scenarios ( ewi ER&S ) aus Köln,
die bis 2018 an das Energiewirtschaftliche Institut ( EWI ) an
der Universität zu Köln angedockt war, bevor beide wieder in
einer Gesellschaft vereint wurden.85 Dank der Pipeline, so der
Tenor, könne auch Deutschland mit bis zu 40 Prozent gerin-
geren Kosten für Gas rechnen. Selbst erklärte Gegner des Pro-
jektes, wie beispielsweise Frankreich, würden profitieren, hieß
es dort. Eine insgesamt beeindruckende Prognose.
Katherina Reiche macht ernst mit dem Rollback der Energiewende: Ausgerechnet das EWI aus Köln soll die Energiewende monitoren und planen. Ein Institut, das fossilen Konzernen nahe steht - und dessen Ableger auch für Nordstream tätig war
Text aus "Die Milliardenlobby" mit @susannegoetze.bsky.social