Geflüchtete warten im Ärmelkanal auf ein Boot. Dazu der Text: Den Weg zurück ins offene Meer fand er nicht, den Weg in die Herzen der Deutschen schon. Eine Nation litt mit „Timmy“, dem Wal. Zur gleichen Zeit trieben etwa 80 Menschen zwischen Libyen und der italienischen Insel Lampedusa im Mittelmeer.
Doch erst mehr als 24 Stunden später, am Dienstag, kam die italienische Küstenwache den Menschen zur Hilfe. Da waren 19 der Insassen tot, offenbar erfroren, fünf waren in kritischem Zustand.
Einen Tag später, am Mittwoch, starben 20 Migrant:innen bei einem Bootsunglück vor der Küste von Bodrum in der Türkei. Am Sonntag waren mindestens 40 Menschen elf Meilen vor der Küste von Sfax in Tunesien ertrunken.
Schlagzeilen macht das alles nicht mehr. Mindestens 910 Tote Flüchtlinge und Migrant:innen gab es bisher in diesem Jahr im Mittelmeer, dazu mindestens 120 auf dem Weg von Westafrika zu den Kanaren und mindestens vier im Ärmelkanal. Im Januar waren es 459 Tote, so viele wie noch nie in einem Januar, seit 2014 begonnen wurde, offiziell zu zählen.
Das Massensterben von Migranten auf See ging auch diese Woche weiter. Doch für unsere Mitmenschen dort gibt es keinen Liveticker und kein Mitleid.