Stadtmorgen. Der Tag hat den sonnengelben Pulli an und schlürft Zuversicht aus der altvertrauten Kaffeetasse mit der Macke vom Küchenboden der Wohnung von vor zwanzig Jahren. In der nahen Gärtnerei tuscheln Tische voller Blumen aufgeregt und fragen sich, was werden wird.
Posts by Pengoblin
Das kenne ich sehr sehr gut - same here! 🙂
Gut gelungene feminine Erzählung im Dunstkreis der Artus-Mythologie, die einige ihrer (ohnehin über die Jahrhunderte sehr zusammengewürfelten) Elemente elegant neu interpretiert.
Meistens verschenke ich nur Selbstgewürdigtes, außer es ist ein expliziter Wunsch z.B. des Patenkindes.
Sehr gern. Ich habe dann, wenn ich allein bin, meinen Hörbuchknopf im Ohr, entweder beim Spazierengehen oder beim Gartenwerkeln, zuweilen auch beim Einkaufen oder auf dem Weg zu einem Termin.
Großaufnahme einer kleinen lila Fliederdolde, bei der gerade die ersten kleinen Blüten sich geöffnet haben; die meisten sind noch im Werden.
Was ein Garten schön vermittelt: das Prinzip Hoffnung.
Stadtsonntag. Der Tag hat Croissants & Regenduft gespätstückt. Frisch gescheitelte Tagespläne streben entspannt dem Vergessenwerden im Lesesessel zu. Vom Balkonstuhl baumelt ein Regentropfen. Eine Wolke freut sich auf ihren Auftritt in der Sportschau. In der Ferne grillt gut riechbar ein Trotzdem.
Stadtmittag. Das Viertel ist Grün zwischen Grau unter Blau. Vielfarbige Kästen schlängeln umeinander, schnelle kleine Schatten huschen über den Spielplatz. Für einen kleinen Hund ist ein kleiner gelber Ball gerade das einzig Wichtige - man könnte neidisch sein auf solche Einfachheit.
Stadtvormittag. Myriaden menschlicher Lebenslinien fügen sich zu dicken Seilen auf den Gehwegen, bilden ein Netz aus Straßenquerungen, verknoten sich in Gesprächen, Zusammenstößen, auch Umarmungen und noch kaum spürbaren hauchzarten Banden. Die Vorgartenkatzen gehen dazwischen eigene einsame Wege.
Aber ja. Zuweilen weil's eine Neuübersetzung oder ergänzte Ausgabe war, eine hochwertigere Edition oder einfach ein angenehmerer Druck. Bin als Buchmehrfachleser da sehr anfällig...
Moin.
Noch nie - stabil seit 2010 bei Twitter.
Zwei Bände des Carcosa-Verlages, jeweils mit einheitlicher Farbe und einer schwarzweißen Grafik, die jeweils zwei Elemente des Romans grafisch miteinander verknüpft
Ich mag es, wenn das Design den Inhalt würdigt und mit ihm korrespondiert. Ich mag auch ein einheitliches Reihendesign.
Gestern gleich angesehen - ein angenehm anspruchsvoller, etwas rätselhafter und sehr stimmungsvoller Film (ein wenig, als hätte Edgar Allan Poe Regie bei einer Verfilmung des Zauberbergs geführt). Sehr lohnend!
Steinfigur - Ein trollartiges Gesicht mit großer Nase, großem Grinsemund und Haaren an einer Backsteinmauer, daneben ein blühendes Mauergewächs
Weiße Steinfigur - ein leicht verwittertes Katzengesicht, umrahmt von einem Kranz, der an eine Richterperücke erinnert
Steinernes Reliefbild eines muskulösen Mannes, der über die Schulter nach hinten schaut, von wo ihm eine Figur mit Kapuze und Totenschädel entgegenblickt
Ein freundlich dreinblickendes weißes Steingesicht unterhalb eines Mauersimses, halb überwuchert von einer Efeuranke
Wandgesichter.
[alles Schnappschüsse aus Venedig]
Stadtmorgen. Noch ist die Straße grau und unentschieden. Sie schlürft zunächst ein paar Gassigeher, dann eine kleine Schülergruppe. Etwas Farbe kommt in sie hinein, ein Lachen, zwei Rufe. Sie schluckt ein erstes Auto, bekommt Appetit, gähnt und beginnt kioskjalousienknirschend das Taggewimmel.
Musik, ja. Ich hab noch den Rockpalast nachts vom Fernseher aufgenommen und mich geärgert, wenn wieder mal der Radiomoderator in den Lieblingssong reinquasselte.
Stadtregenmorgen. Lustlos vergießt sich der Nachferienverkehr durch die nassen Straßenkanäle, fließt ab in Tiefgaragen oder verströmt sich auf Blechparkplatzlachen. Hunde treideln Regenschirme von Schnüffelpost zu Schnüffelpost. Wiedereingesetzte Balkonblumen erinnern sich tropfennickend.
Goldbraun gemustertes Hardcoverbändchen. Auf einem Bett aus Herbstblättern liegt ein runder hölzerner Schild, darauf ein Speer mit metallener Spitze
In der wüsten Wildnis wächst ein Mädchen heran.
Nicola Griffith, Speer (2022)
#buchbeginn
Noisy outlaws, unfriendly blobs, ans some other things that aren't as scary, maybe, depending on how you feel about lost lands, stray cellphones, creatures from the sky, parents who disappear in Peru, a man named Lars Farf, and one other story we couldn't quite finish, so maybe you could help us out. Buchrücken in Rot eines englischen Jugendbuches
Da biete ich den Titel einer englischen Anthologie (siehe Bild); ansonsten fällt mir noch George Perecs "Was für ein kleines Moped mit verchromter Lenkstange steht dort im Hof?" ein.
Umschreiben weniger, aber kürzen: auf Band No. 3 der Gormenghast-Trilogie hätte ich ebenso verzichten können wie auf die letzten 5min des "Postman".
Vitrinenbild vom Exponat des Eulenpapageis oder Kakapos, "the world's largest, fattest and least able to fly parrot" (Douglas Adams)
Gestern im Senckenbergmuseum mal wieder meinen Lieblingsvogel besucht.
Yepp - Detlef Bierstedt und David Nathan. 🙂
... einer der besten Romane, die ich in den letzten Jahren lesen durfte, sehr weiblich, sehr geradlinig, tolle SF, geerdet, philosophisch, frei.
Nicht umsonst hat jahrelang das Borges-Zitat "Das Paradies habe ich mir immer als eine Art Bibliothek vorgestellt." neben meinem Hauseingang gehangen. 🙂
Spiralförmig angeordnete Linien, in denen Titel und Autorenname stehen, umschließen das Profil einer afrikanischen jungen Frau.
Was für eine Story wollen Sie denn hören?
Nnedi Okorafor, Tod der Autorin (2025)
#buchbeginn
Ich habe mir über die Jahrzehnte hinweg selbst liebevoll meine Bibliothek mit Waschgelegenheit aufgebaut, insofern gehe ich sehr selten in öffentliche Bibliotheken...
Stadtmorgen. Die Straße, noch im Ferienmodus, krümelt nur hier und da ein Auto auf den Asphalt. Unter zaghaftem Grün eilen T-Shirts unter Daunenjacken einher und warten auf den Mittag. Ein neuer Turnschuh begegnet seinem ersten Hundehaufen. Eine Sonnenbrille wird hervorgeholt, eine Mütze vergessen.
Mein persönliches Highlight im März war dann wohl Edard Brooke-Hitchings' "The Madman's Gallery", ein spannender und zudem sehr schön gestalteter Streifzug durch die Absurditäten der gestalterischen Kunst aus Jahrhunderten.
Sehr häufig. Wobei ich mittlerweile strenger bin, nicht nur aus Platzgründen, sondern weil auch ein schön gestaltetes Buch bei dann vernachlässigbarem Inhalt ein sehr schales Gefühl hinterlässt.
... zumal der Inhalt sich wirklich lohnt (ich habe dieses Buch ebenso wie die anderen vier deutschen Romane Okorafors sehr gemocht).