Die Raser- und Poser-Szene am Brandenburger Tor war schon im 19. Jahrhundert ein Problem.
(Im Bild Prinz Friedrich Carl von Preußen, ca. 1820)
Posts by bert hoppe
Nehmt das, Ihr Berlin-Basher! 😎
Passenderweise redet er die AfD schön, bei der es sich um eine normale Partei handele, die man doch einfach mal an die Macht lassen solle. Die Verwendung der Metapher der Berliner Mauer ist auch… sehr speziell.
Die NZZ kündigt ihr aktuelles Interview mit Alt-68er Rüdiger Safranski mit den Worten an, er traue sich (!) „unbequeme Wahrheiten“ auszusprechen. Das Wort „Wahrheit“ sollte man hier auf Russisch als „Pravda“ aussprechen. Seine NS-Relativierung ist haarsträubend.
www.nzz.ch/feuilleton/r...
Infografik zur Grundwasserbildung: Regen fällt auf den Waldboden und versickert im Untergrund. Text erklärt, dass Grundwasser durch einsickerndes Niederschlagswasser entsteht.
🌳🌧️ Unter #Buchenwald bildet sich mehr #Grundwasser, als unter #Kiefernwald. Das zeigen Wissenschaftler*innen des Thünen-Instituts für #Waldökosysteme. Die Erkenntnis ist wichtig für die #Trinkwasserversorgung und den #Waldumbau in Deutschland.
t1p.de/Wissenssnack...
Habe ich bislang nicht so intensiv nach geforscht, weil ich eigentlich nur über Kyjiw schreiben wollte. Bei ihr weiß ich nicht mal, ob sie das Jahr 1944 überlebt hat.
Bei Milczewski und Gruzdova weiß ich mehr, weil ihre Personal/Strafakten in die 1950er Jahre reichen.
Richtung Westen gehen, zunächst in ein Auffanglager in Litzmannstadt (Lodz), wo sie 1944 (wieder)eingebürgert wurde, dann zurück in ihre Heimatstadt Berlin.
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sie 1935 aufgeben hatte, zunächst abgelehnt. Dem Kommandeur der Sicherheitspolizei Kiew persönlich, Erich Ehrlinger, stieß v.a. negativ aus, dass sie noch 1933 einen Juden geheiratet habe. Als die Deutschen sich im Herbst 1943 aus Kyjiw zurückzogen, durfte Magdalena Sauer jedoch mit nach in
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den das NKVD 1936 zu fünf Jahren Lager verurteilt hatte, der 1940 an Deutschland ausgeliefert worden und 1941 als Abwehroffizier nach Kyjiw zurückgekehrt war.
Trotz ihrer Stelle im Generalkommissariat wurde der Antrag von Magdalena Sauer, ihr die deutsche Staatsbürgerschaft zurückzugeben, die
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tätig. In Vernehmungen berichtete Gruzdova später (als sie selbst wieder als Kollaborations-Verdächtige galt) über ihre Gespräche mit Magdalena Sauer. Im gleichen Haus lebte auch Anton Milczewski, ein in der Ukraine geborener Mühleningenieur polnischer Herkunft mit deutscher Staatsbürgerschaft,
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unweit der Universität Kyjiw erhalten. Dort lernte sie Maria Gruzdova kennen, die dort als Hausverwalterin arbeitete und über die ich einen eigenen Thread geschrieben habe. Die Witwe eines Opfers des antiukrainischen Terrors war nun selbst für den NKVD als Agentin im sowjetischen Untergrund
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Sein Schicksal im Krieg bleibt noch ungeklärt, das von Magdalena Sauer lässt sich dagegen in groben Zügen nachzeichnen. Sie arbeitete von 1942 als Sekretärin im Generalkommissariat Kiew (also der Besatzungsverwaltung) und hat wohl über diese Stelle auch ein Zimmer im Haus Kuznechna-Straße 4/6
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Da er sicher war, dass die Ausweisung "für mich einem Selbstmord gleichgekommen wäre", unterzeichnete er (auch) diese Verpflichtung. Einige Monate später wurde er dennoch verhaftet, im Unterschied zu den anderen Beschuldigten jedoch schließlich entlassen und durfte auf seine Stelle zurückkehren.
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die sowjetische Geheimpolizei hat Alexander Soskin zur Zusammenarbeit gezwungen. In seiner Aussage von 1938 schildert er, wie er 1937 verpflichtet wurde, mögliche antisowjetische Äußerungen seiner Kollegen im Medizininstitut festzuhalten. Andernfalls werde man ihn nach Deutschland ausweisen.
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und der Konsulatssekretär Hermann Baun (gebürtig aus Odesa) hatte schon im Ersten Weltkrieg im deutschen Heer als Nachrichtenoffizier gedient. Baun war im Zweiten Weltkrieg als Abwehroffizier tätig, nach dem Krieg in der Organisation Gehlen.
Was man aber als gesichert annehmen kann: Zumindest
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verhaftet. Es ist aber nicht völlig unplausibel - zumindest, was das deutsche Konsulat angeht. Denn dort verschwamm die Grenze zwischen diplomatischen und nachrichtendienstlicher Tätigkeit tatsächlich zuweilen. Der Konsul zitierte in seinen Berichten selbst von Informanten in hohen Positionen,
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die Arbeit der Militärärzte.
Keine dieser "Anwerbungen" lässt sich belegen, vermutlich sind sie ihm vom Vernehmungsoffizier des NKVD in den Mund gelegt worden. Schließlich hatte man ihn ja gemeinsam mit fünf weiteren deutschen und jüdischen Ärzten als Angehörigen einer Spionageorganisation
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sein werde. In Kyjiw jedoch sei er 1936 von einem Mitarbeiter des deutschen Konsulats kontaktiert worden, der ihn ebenfalls zur Arbeit als Informant zwingen wollte. Er sollte nun über die Arbeit im Medizininstitut (wo er durch seinen Verwandten eine Stelle erhalten hatte) berichten, v.a. über
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Ausreise habe ihn die estnische Sicherheitspolizei vorgeladen. Man werde ihm nicht gestatten, Estland zu verlassen, wenn er sich nicht bereit erkläre, über sein Leben in der Sowjetunion zu berichten. Auch diese Verpflichtung habe er unterzeichnet in der Annahme, dass er in Kyjiw außer Reichweite
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Arbeit als Spitzel unterzeichnet und sich dann gleich nach Estland abgesetzt, wo noch seine Mutter lebte. Magdalena Sauer kam bald nach, und gemeinsam bemühten sie sich um die Emigration in die Sowjetunion, wo in Kyjiw ein Verwandter als Professor am Medizininstitut arbeitete. Kurz vor der
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in seiner Funktion als "Privatdetektiv" auf mutmaßliche englische und französische Spione ansetzen wollte, dann von der Gestapo. Jemand hatte ihn denunziert, er nehme Abtreibungen vor (was der Fall war), woraufhin ihn die Polizei verhaftete und der Gestapo übergab. Er habe die Verpflichtung zur
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bergauf, weil Alexander Soskin in der Turmstraße eine Praxis für Privatpatienten eröffnen durfte. Sie konnten sich sogar ein kleines Auto kaufen. Doch dann, so erklärte er jedenfalls 1938, sei er immer wieder bedrängt worden, als Spitzel tätig zu werden. Zunächst von einem Bekannten, der ihn
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gewesen war, und ein Angehöriger der Exilorganisation der KPD (den Alexander aus Gründen der Konspiration einmal für eine Auslandsreise zu einem Bahnhof außerhalb Berlins fuhr; dieser wurde später als Gestapo-Spitzel enttarnt).
Wirtschaftlich ging es für das Ehepaar zwischenzeitlich etwas
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KPD-Funktionären in Kontakt. Von den fünf Kommunisten, die sie 1938 dem NKVD nennt, konnte ich zumindest zwei identifizieren. Es waren keine Prominenten, deren Namen sie aus der Zeitung haben konnte, sondern ein Nachbar aus Moabit, der tatsächlich (wie von Magdalena behauptet) 1933 kurz im KZ
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Als Jude durfte er keine Kassenpatienten mehr behandeln. Es begonnen zwei unruhige Jahre. Der nach eigener Aussage gegenüber dem NKVD ursprünglich unpolitische Alexander begann sich in der Zeit seiner Arbeitslosigkeit dem Kommunismus zuzuwenden. Auch über den Vater von Magdalena kamen sie mit
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Alexander Soskin war in Estland geboren worden und hatte in Berlin Medizin studiert, wo er dann auch als Arzt zu arbeiten begann. Anfang 1933 war er als Leiter der Gynäkologie am Krankenhaus Luckenwalde angestellt, ausgerechnet am 20. April 1933 heiraten sie. Kurz danach wurde er entlassen.
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Doch manche Angaben lassen sich durch andere Unterlagen bestätigen, neben dem Antrag auf Annullierung der Ehe sind die Unterlagen der Volksdeutschen Mittelstelle Kiew und der Einwandererzentralstelle Litzmannstadt, die über die Rückeinbürgerung von Magdalena zu entscheiden hatten.
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Natürlich müssen ihre Aussagen gegenüber der sowjetischen Geheimpolizei mit Vorsicht behandelt werden. Deren Mitarbeiter haben den Verhafteten häufig Dinge in den Mund gelegt - v.a. dann, wenn sie ihnen (wie nun Alexander) unterstellten, Angehörige einer deutschen Spionageorganisation zu sein.
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