Keine Rede mehr von den erkrankten Kindern, die bis heute ohne Hilfe und ohne Ausbildung zuhause liegen und vergessen sind.
Keine Rede von den Kindern, die Eltern oder GroĂźeltern oder Geschwister mit schweren Erkrankungen haben oder sie gar an den Tod verloren haben.
Opfer sollen verschwinden!
Posts by Thomas Heichele
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Was ist Wissenschaftstheorie?
Ein Mini-Ăśberblick - und 10 Buchempfehlungen!
Die Wissenschaftstheorie untersucht die Funktionsweise, Zielsetzungen, Methoden, Erklärungsansprüche, Beurteilungskriterien, Leistungen und Grenzen der Wissenschaft(en).
Wissenschaftstheorie ist ein Teilgebiet
Eine gute Einführung in die Quantenmechanik, die auch die wissenschaftshistorischen und philosophischen Aspekte nicht zu kurz kommen lässt, ist Passon, Oliver (2025): Quantenmechanik. Physik für Lehramtsstudierende, Band 5. Berlin, Boston: De Gruyter, das deutschsprachige Standardwerk für die Philosophie der Quantenphysik ist Friebe, Cord et al. (2018): Philosophie der Quantenphysik: Zentrale Begriffe, Probleme, Positionen. 2. Aufl. Berlin, Heidelberg: Spektrum. Einen prägnanten Zugang zum Messproblem liefert Kuhlmann, Meinard (2023): Das Messproblem der Quantentheorie und die Vielfalt der Interpretationen. In: Fink, H. / Kuhlmann, M. (Hg.): Unbestimmt und relativ? Das Weltbild der modernen Physik. Berlin: Springer, S. 65-91 NB: Ein sehr interessanter Aufsatz, der am Anfang der Popularisierung der Viele-Welten-Theorie durch DeWitt steht, ist DeWitt, Bryce S. (1970): Quantum mechanics and reality. In: physicstoday. Vol. 23, Nr. 9, S. 30-35.
Das Ringen um die korrekte Interpretation (bzw. teilweise Erweiterung / Modifizierung) der Quantenmechanik hält bis heute an. Alle vorgeschlagenen Lösungsversuch des Messproblems haben mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen.
den 1970ern und 1980ern durch die Arbeiten zur Dekohärenz, wobei sich der Begründer des Dekohärenzkonzepts, Heinz-Dieter Zeh (1932-2018), explizit von der Viele-Welten-Interpretation inspirieren ließ.
Gleichwohl:
Zeit kaum beachtet – das änderte sich erst in den 1970ern, als insbesondere Bryce DeWitt (1923-2004) für die Popularisierung dieses Ansatzes sorgte. Er prägte in diesem Zusammenhang auch den Ausdruck „many-worlds-interpretation“.
Einen Auftrieb erhielt die Viele-Welten-Interpretation in
jeder „Parallel-Beobachter“ das Ergebnis seiner Welt wahrnimmt.
Everett selbst sprach jedoch nicht von „vielen Welten“ (sondern „Zweigen“ bzw. „branches“) bzw. nicht von einer „Viele-Welten-Interpretation“: Er benutzte den Ausdruck „relative state formulation“. Everetts Arbeit blieb lange
Es wird der Viele-Welten-Interpretation nach nicht ein (!) Ergebnis realisiert, sondern jedes der möglichen Ergebnisse. Damit gibt es stets eine „Aufspaltung“ in „parallele Welten“ – und uns erscheint nur deshalb ein definites Ergebnis vorzuliegen, weil sich auch die Beobachter „aufspalten“ und
negiert (wie z.B. bei De-Broglie-Bohm) noch die 2. Aussage (wodurch es nicht, wie bei den Kollapstheorien, zu einem Kollaps der Wellenfunktion kommt), sondern hier wird die 3. Aussage negiert: Messungen liefern keine (global) eindeutigen bzw. bestimmten Ergebnisse!
Das heiĂźt:
muss falsch sein!
* Maudlin, T. (1995): Three measurement problems. Topoi 14, 7-15.
Die Viele-Welten-Interpretation der Quantenmechanik geht auf eine Arbeit von Hugh Everett III (1930-1982) aus dem Jahr 1957 zurĂĽck und ist auch als Everett-Interpretation bekannt. Weder wird die 1. Aussage
1. Die Wellenfunktion liefert die vollständige Beschreibung des Systemzustands.
2. Die Wellenfunktion entwickelt sich gemäß der Schrödingergleichung.
3. Messungen liefern eindeutige Ergebnisse.
Diese drei augenscheinlich plausiblen Aussagen sind logisch miteinander unvereinbar - (mind.) eine
Funfact zur Viele-Welten-Interpretation der Quantenmechanik
Rahmeninformation:
Im Hintergrund steht das berĂĽhmte Messproblem, das nach einer Arbeit* von Tim Maudlin (* 1958) oft als Maudlin-Trilemma bezeichnet wird. Es lautet in dessen Gestalt:
ALT-Text von Gemini: Eine Ganzkörperaufnahme in Sepia-Tönen, die den jungen William James während einer Expedition in Brasilien (1865) zeigt. Der Mann steht in einer lässigen Pose mit einer Hand in der Hosentasche. Er trägt eine dunkle Jacke über einer Weste mit sichtbarer Uhrenkette, ein weißes Hemd mit dunkler Schleife, eine helle, weit geschnittene Hose und dunkle Schuhe. Sein Outfit wird durch einen markanten Hut und eine kleine, dunkle, runde Brille ergänzt. Rechts im Bild steht ein mit Stoff drapierter Tisch, auf dem ein einzelnes Buch liegt. Die Fotografie weist altersbedingte Flecken und Verfärbungen auf.
Debatten der Philosophie des Geistes beispielsweise wird auf ihn u.a. deshalb regelmäßig Bezug genommen, weil er das Konzept von einem „stream of consciousness“ popularisierte.
NB: William James 1865 in Brasilien
Captain Picard ĂĽber Philosophie
Ein weiser Mann ...
(TNG, 2.17)
Funfact: Willam James (1842-1910) war neben seinem Freund Charles Sanders Peirce (1839-1914) Mitbegründer des philosophischen Pragmatismus – und auch Begründer der wissenschaftlichen Psychologie in den USA.
In den gegenwärtigen
Figure 4: Validation of differential expressed protein by PCA. The PCA plot shows the separation of three groups. The ellipses provide a visual sense of how much variability exists within each group and how much overlap (similarity) or separation (difference) there is between the groups. Less overlap suggests a more distinct separation between the groups, while more overlap suggests similarity. Arrows indicate the weightage of peptides relevant to proteins such as PCSK9, GAPDH, DPP4, CPB2, and CST3 contributing to the separation of the groups along the principal components (PC1 & PC2). In the PCA plot, 1= Peptide intensity by DIA-MS; and 2= intact proteins by ELISA assay. The gray ellipse indicates the 95% confidence region of the data distribution in PC1-PC2 space.
SARS-CoV-2 hinterlässt selbst nach einem milden Verlauf der akuten Infektion anhaltende molekulare Spuren im Körper. „Genesene“ Personen bleiben molekular unterscheidbar von nie Infizierten.
Diese Veränderungen bestehen mindestens 3 Monate nach der Infektion fort.
Die Daten dieser neuen Studie …
Von Zeit zu Zeit bietet es sich an, @rv-enigma.bsky.social fĂĽr seinen unermĂĽdlichen Einsatz fĂĽr die Evaluierung der Corona-Lage zu danken: Dort, wo so viele (u.a. staatliche) Institutionen versagen, ist seine Arbeit Gold wert.
Danke!
Foto-Collage: Links oben und links unten jeweils groß Fotos von zwei Buchseiten, rechts oben Foto des Buchs „Mathematische Grundlagen der Quantenmechanik“ von Robert Denk, rechts unten Foto des Buchs „Mathematik der Quantenmechanik“ von Hans Jürgen Korsch.
Ich weiß nicht, ob ich jemals mein Skript „Mathematik der Quantenmechanik für Philosophiestudierende“, an dem ich nun zum Wochenende wieder sitze, fertigstelle.
Zeitlos: Das Elend der bildungsfernen Schwurbler, die „Quantenphysik“ zur Legitimation für Mumpitz wie „Energieheilung“ etc. heranziehen.
der Vierdimensionalismus ist auch unter dem Namen Perdurantismus bekannt.
einer Identität durch die Zeit hindurch: Ein Objekt a hat zu den Zeitpunkten t1 und t2 unterschiedliche zeitliche Teile und die Identität bezieht sich auf das vierdimensionale Ganze als Summe aller zeitlichen Abschnitte.
Der Dreidimensionalismus ist auch unter dem Namen Endurantismus bekannt,
wonach konkrete Objekte ihre Identität nur mit Blick auf die gesamte Zeit ihrer Existenz haben.
Das bedeutet, dass Objekte nicht nur räumliche Teile haben, sondern auch zeitliche: Sie sind eine Art “Raum-Zeit-Würmer”. Hier gibt es keine diachrone Identität im Sinne
Existenz vollständig präsent sind. Es gibt demnach eine diachrone Identität von Objekten: Ein Objekt a kann zum Zeitpunkt t1 dasselbe „vollständige“ Objekt wie zum Zeitpunkt t2 sein.
Der Vierdimensionalismus ist die Position in der Philosophie bzw. konkret in der Metaphysik,
Metaphysik
3D vs. 4D
Der Dreidimensionalismus ist die Position in der Philosophie bzw. speziell in der Metaphysik, wonach konkrete Objekte zu jedem Zeitpunkt ihrer Existenz “vollständig vorhanden” sind.
Das bedeutet, dass Objekte “durch die Zeit hindurch” existieren und zu jedem Zeitpunkt ihrer
Ein sehr guter Text:
Zum wissenschaftstheoretischen Status der Medizin:
bsky.app/profile/thom...
Zu Paradigmen in der Medizin:
bsky.app/profile/thom...
war nach negativer Konnotation zu Beginn Anfang des 20. Jh. als neutraler Ausdruck weit verbreitet.
2. Nein, „Evidenzbasierte Medizin“ ist nicht das Gleiche wie wissenschaftsorientierte / wissenschaftliche Medizin (aka „Schulmedizin“).
Ein Reminder:
„Schulmedizin“ und „Evidenzbasierte Medizin“
1. Nein, „Schulmedizin“ ist kein genuiner „Begriff der Nazi-Zeit“, auch wenn es dort eine abwertende Bedeutung gab. Er geht auf das Mittelalter zurück, ist als deutscher Ausdruck Kind des 19. Jh. und
Beitrag von mir auf Threads. Text: "Ich bin oft mit Jan van Aken einer Meinung, oft auch nicht. Unabhängig davon ist er in meinen Augen einer der redlichsten und fernab von parteipolitischen Präferenzen fähigsten Politiker, die wir haben. Sein Rückzug von der Parteispitze wird nicht nur für Die Linke sehr schmerzhaft sein – aber Gesundheit geht immer vor. Alles Gute!"
Threads erlaubt ein paar Zeichen mehr, die manche Nuancierungen erlauben ...
Ich bin oft mit @janvanaken.dielinkebt.de einer Meinung, oft auch nicht. Unabhängig davon ist er in meinen Augen einer der redlichsten und fähigsten Politiker, die wir haben.
Sein Rückzug von der Parteispitze wird für die Linke sehr schmerzhaft sein – aber Gesundheit geht immer vor.
Alles Gute!
Posterausschnitt. Text: Wissenschaftlicher Mitarbeiter Dr. Thomas Heichele Das „wissenschaftliche Weltbild“ im Lichte philosophischer Redlichkeit Mein gegenwärtiger Fokus liegt auf der Analyse von Kriterien zur Konstituierung rationaler Weltbilder sowie auf dem Aufweis der in diesem Zusammenhang unhintergehbaren Rolle der Philosophie. Einen Schwerpunkt bildet die Untersuchung (sogenannter) „wissenschaftlicher Weltbilder“, deren notwendigerweise vorhandene nicht-wissenschaftliche (sondern philosophische) Komponenten von ihren Proponentinnen und Proponenten häufig verschwiegen oder schlicht nicht gesehen werden – und die, sofern reflektiert, oftmals von philosophisch äußerst fragwürdiger Natur sind. Besondere Kritik erfahren dabei verschiedene Reduktionismen, die in diesem Kontext vorwiegend in materialistischer, physikalistischer oder naturalistischer Gestalt auftreten. Neben erkenntnistheoretischen, wissenschaftstheoretischen und metaphysischen Überlegungen finden bei diesem Unterfangen auch technikphilosophische Zugänge aufgrund ihrer intensiven und multidimensionalen Auseinandersetzung mit der Instrumentalität von Mitteleinsätzen Verwendung. Das Projekt ist gleichermaßen destruktiv wie konstruktiv. Der destruktive Aspekt besteht in der begründeten Zurückweisung intellektuell unredlicher Marginalisierungen der Philosophie sowie ungerechtfertigter Überhöhungen der Wissenschaft, der konstruktive Aspekt in der Ausarbeitung vor der Vernunft rechtfertigbarer epistemischer Weltzugänge, die auch die Unvermeidbarkeit echter Entscheidungen anerkennen. Dabei gilt es, eine fruchtbare Synthese aus Philosophie und Wissenschaft herzustellen, die auf der einen Seite unhaltbare szientistische Geltungsansprüche offenlegt und damit auch Wissenschaft vor einem Missbrauch schützt, auf der anderen Seite die philosophisch flankierte herausgehobene Erkenntnisfunktion der Wissenschaft in vielen Bereichen des menschlichen Lebens betont.
Heute war Forschungstag an der Uni – und natürlich waren auch wir mit einem Poster vertreten!
Dank Dir weiĂź ich nun, wer Konrad Koch ist!