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Posts by Nikolaus Kowall

Der ganze Thread im Blog-Format: kowall.at/2026/04/20/d...

ENDE

23 hours ago 14 0 2 0
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Industrie bedeutet Güterproduktion. Und weil Europa bei der Industrie stärker ist als die USA und bei Dienstleistungen stärker als China, ist die Europäische Union immer noch die größte Handelsmacht der Welt. /17

23 hours ago 18 4 1 0

Ja, die Produktivität ist im Süden und Osten nicht so hoch wie im Norden und Westen der EU. Darum ist der Abstand der EU gegenüber den USA bei der Industriebeschäftigung höher als bei der industriellen Wertschöpfung. So oder so gemessen ist die industrielle Kapazität der EU deutlich höher. /16

23 hours ago 6 0 1 0
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Die Stundenproduktivität liegt in einigen europäischen Volkswirtschaften unter den USA. Frankreich liegt schon recht nahe, Deutschland & Österreich gleichauf und Dänemark sogar darüber. Tatsächlich haben nicht nur Osteuropäer, sondern auch viele andere (🇩🇪🇦🇹🇩🇰🇸🇪) seit 1995 ggü. den USA aufgeholt. /15

23 hours ago 7 0 1 0

Die härteste Währung für Produktivität ist das BIP pro Arbeitsstunde. Dafür ist egal wie groß deine Bevölkerung ist, es ist egal ob du 2 Wochen Urlaub hast oder 5. Entscheidend ist wie viel Wertschöpfung die Volkswirtschaft in einer Arbeitsstunde erwirtschaftet. /14

23 hours ago 6 0 1 0

Der Abstand der EU zu den USA ist bei der industriellen Wertschöpfung deutlich geringer als bei der industriellen Beschäftigung – ein Indiz dafür, dass die US-Wirtschaft im Allgemeinen, und die Industrie im Speziellen, produktiver ist. Aber wie groß ist der Abstand? /13

23 hours ago 7 0 1 0
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Die industrielle Wertschöpfung der EU liegt immer noch um 37% höher als die der USA. Jene von Europa (inkl. 🇬🇧🇨🇭🇳🇴🇮🇸) sogar um die Hälfte höher. Die Europäische Union ist also eine deutlich größere Industriemacht als die Vereinigten Staaten. /12

23 hours ago 9 0 1 0

Dieser Vergleich ist eindrücklich, aber unzureichend aussagekräftig. Eine sehr produktive Industrie stellt z.B. gleich viele Wechselrichter höherer Qualität mit WENIGER Beschäftigten her. Werfen wir daher einen Blick auf die Wertschöpfung, also den tatsächlichen Output der Industriebeschäftigten /11

23 hours ago 8 0 1 0
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Denn wer produziert die Güter? Das ist die Industrie. Offenbar hat die EU andere industrielle Kapazitäten als die USA. Ein kleiner Blick auf die Beschäftigungszahlen zeigt die Unterschiede überdeutlich: Die EU hat doppelt so viele Industriebeschäftige. /10

23 hours ago 8 0 1 0

Und Chinas Exportüberschuss ist nochmals deutlich größer als jener der EU (siehe Chart oben). Diese Entwicklungen stehen in direktem Zusammen mit der Deindustriealisierung der USA seit den 1990ern – das einzige Thema der MAGA-Rechten, das eine reale Grundlage hat. /9

23 hours ago 8 0 1 0
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Die EU hingegen exportiert, wie die USA, mehr Dienstleistungen als sie importiert. Aber obwohl die EU von eingeführten Energieträgern (=Güterimport) viel abhängiger ist als die USA, führt sie auch mehr Güter aus als sie einführt und hat somit einen doppelten Überschuss im Außenhandel. /8

23 hours ago 8 0 1 0

Der Überschuss bei den Dienstleistungen und das Defizit bei den Gütern ergeben für die USA im Saldo ein Defizit im gesamten Außenhandel von fast 1.000 Milliarden US-Dollar – das entspricht der Wirtschaftskraft von Polen. /7

23 hours ago 8 0 1 0

Und bei Gütern sieht sie Sache anders aus als bei Dienstleistungen. Die USA produzieren viel weniger davon als sie konsumieren. Die Lücke müssen sie aus dem Ausland einführen. Und diese (von Industriegütern dominierte) Lücke ist mit 1.300 Milliarden USD gigantisch. /6

23 hours ago 8 0 1 0

Wieso kommt Trump dann dauernd mit Zöllen um die Ecke? Wieso will er Exporte durch einen billigen Dollar anschieben und wieso glaubt er, dass alle Welt die USA ausnehmen? Weil, anders als in der Gesamtwirtschaft, im Außenhandel Güter dominieren (rund ¾ des Welthandels sind Güter). /5

23 hours ago 8 0 1 0

Richten wir dazu den Blick zuerst in die USA. Das Land ist stark bei Dienstleistungen (Finanz, Tech, Kultur, IT etc.), sodass es hier um 300 Milliarden USD mehr exportiert als importiert. Schon lange sind in modernen Volkswirtschaften Dienstleistungen wirtschaftlich bedeutsamer als Güter. /4

23 hours ago 9 0 1 0

Aber nur weil Europa nicht die Nr. 1 ist, ist es immer noch ein erheblicher Faktor in der Weltwirtschaft. Wir sehen, je nach Definition, sogar vor den USA. Wie ist das möglich, wenn der Kontinent angeblich überbürokratisiert und bei allen relevanten Technologien abgehängt ist? /3

23 hours ago 11 0 1 0
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Ja, die EU ist NICHT, wie oftmals von EU-Offiziellen dargestellt, der größte Binnenmarkt der Welt. Ein Vergleich der Wirtschaftsleistung zeigt: Das Bruttoinlandsprodukt liegt knapp hinter den USA auf Platz 3, auch gemeinsam mit 🇬🇧🇨🇭🇳🇴🇮🇸 liegt Europa immer noch auf Platz 2 hinter China. /2

23 hours ago 10 0 1 0
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Wer glaubt Europa sei wirtschaftlich abgehängt, wird nach diesem Thread eine Erkenntnis gewinnen: Wie krass die Realität und die Wahrnehmung der Realität auseinandergehen können. 🇪🇺🔥🔥🔥🇪🇺 /1

23 hours ago 33 5 1 2
Screenshot Vertrauen in Institutionen

Screenshot Vertrauen in Institutionen

"In Deutschland vertrauen nur noch 31 % der Seher" ARD und ZDF berichtet die Sonntagskrone heute auf Seite 2 als Beleg, dafür dass "[d]er Staatsfunk in der Krise [steckt] – und zwar in ganz Europa."

Was dort nicht steht: ARD&ZDF sind auf Platz 4 von 16. Am letzten Platz mit 9%? "Private Medien".

1 day ago 250 71 11 6

Ein möglichst großes Zelt bauen wenn man es mit den Rechten aufnimmt. Das wird noch wegweisend für Österreich 👇

4 days ago 28 8 1 0

Für alle begeisterten Demokrat:innen von konservativ bis links ist klar, dass die entscheidende Wasserscheide unserer Zeit die Demokratie ist. Und bevor das von Washington bis Istanbul, von Buenos Aires bis zum freien Kiew nicht vollkommen unstrittig ist, müssen wir hier primär zusammenhalten. 9/9

5 days ago 50 5 1 0

Es ist auch schwierig, wenn man aus einer altlinken Brille auf die Welt blickt und überall nur kapitalistische Oligarchie sieht, ohne Graustufen. Diese Sichtweise missachtet nicht nur den Erfolg des europäischen Wohlfahrtsstaates, sondern übersieht, wie in den 1930ern, die eigentliche Gefahr. 8/9

5 days ago 32 3 1 0

Das ist natürlich schwierig, wenn man so weit rechts steht, dass man mit autokratischem Gedankengut zwar sympathisiert, sich habituell jedoch vom rechten Straßenmob abheben möchte. Aber man kann nur auf einer Seite des Rubikons stehen, alle dazwischen werden vom Fluss davongerissen. 7/9

5 days ago 21 1 1 0

So lange die Demokratie gefährdet ist, müssen Demokrat:innen konsequent zusammenstehen. Besiegen Sozialisten die Autokraten wie kürzlich in Marseille, dann ist das auch für Konservative eine frohe Botschaft. Besiegen Konservative Autokraten, wie in Ungarn, dann dürfen sich auch Linke freuen. 6/9

5 days ago 36 4 1 0
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Die wichtigste politische Wasserscheide ist heute nicht Mitte links vs. Mitte rechts, sondern Demokratie vs. Autokratie. Ich streite mich gerne mit Konservativen über Erbschaftssteuer, Mietendeckel, Gesamtschule etc. aber bitte in einer Gesellschaft, in der ich dafür nicht eingesperrt werde. 5/9

5 days ago 36 6 2 1

Das alles NICHT zu tun, bedeutet bereits, dass man zum demokratischen Spektrum gehört. Bei Magyar ist also die Absenz von Orbans Hass schon bemerkenswert. In seiner Siegesrede sagte er, jeder kann mit demjenigen zusammenleben, den er liebt. Seine Anhänger:innen skandierten „Europa, Europa“. 4/9

5 days ago 22 1 1 0

Wer Rechtsstaat & Gewaltenteilung abbaut, Medienhäuser an Oligarchen vercheckt, Diktatoren hofiert, die EU als wichtigstes globales Bollwerk der Demokratie von innen zersetzt und mit Hetzte gegen Roma und LGTBQ permanenten Alarmzustand fabriziert, ist ein Demokratievernichter von rechts außen. 3/9

5 days ago 19 1 1 0

Peter Magyar, so ließt man von NZZ bis FB, käme doch aus Orbáns politischem Stall, verfolge dessen Migrationspolitik, sei gesellschaftlich ebenso rechts, skeptisch gegenüber der Ukraine, wäre überhaupt für die EU ein schwieriger Partner und wie groß ist der Unterschied zu Orbán denn wirklich? 2/9

5 days ago 15 1 1 0

Zwei Gruppen tun sich schwer den politischen Wechsel in Ungarn als Epochenbruch anzuerkennen. Erstens, Ultra-Konservative die mit Rechts-Außen sympathisieren, das Personal aber zu schmuddelig finden. Zweitens Alt-Linke, die Autokratie von Demokratie nicht unterscheiden wollen 🔥 🔥 🔥 1/9

5 days ago 50 11 2 0

wirklich vorbildlich journalistisch umgesetzt. Gratulation an die Redaktion der @kleinezeitung.at
Look!

1 week ago 30 4 1 1