Auch hier mussten Angebote schließen - gerade im ländlichen Raum. Ähnlich ist die Situation jetzt bei „Demokratie leben!“
Posts by Ferda Ataman, Antidiskriminierungsbeauftragte
Mich erinnert das an das abrupte Ende des erfolgreichen Bundesprogramms respekt*land, das in ganz Deutschland Beratungsangebote gegen Diskriminierung ermöglicht hat.
Seit Anfang des Jahres wird es nicht mehr weiterfinanziert.
Gerade jetzt darf nicht der Eindruck entstehen, dass die Bundesregierung das Engagement Tausender Menschen für Demokratie und gegen Diskriminierung nicht wertschätzt oder als wirkungslos darstellt.
Das Familienministerium will das Förderprogramm „Demokratie leben!" neu ausrichten. Seit 2014 werden über das Programm zahlreiche Initiativen, Vereine und Engagierte gefördert, die sich für eine vielfaltige und demokratische Gesellschaft einsetzen. Der Umbau könnte das Aus für 200 Projekte bedeuten.
Wichtig ist: Es darf keine halbgare Reform geben. Das erwartet auch eine große Mehrheit der Bevölkerung. Rund 80 Prozent halten den Schutz vor Diskriminierung für eine wichtige politische Aufgabe. Mehr dazu:
Ich werde mir die Vorschläge der Bundesregierung genau anschauen und darauf hinwirken, dass die Reform am Ende auch das leistet, was die EU-Vorgaben verlangen: Eine echte Verbesserung für Betroffene. 3/4
Die Reform des AGG sollte Menschen in Deutschland endlich besser vor Diskriminierung schützen. Außerdem muss die Bundesregierung EU-Recht umsetzen, wenn sie kostspielige Vertragsverletzungsverfahren vermeiden will. 2/4
Deutschland hat eines der schwächsten Antidiskriminierungsgesetze in Europa. Seit 2006 wurde es nicht reformiert. Nun haben das Justizministerium und das Familienministerium einen Gesetzentwurf veröffentlicht, der punktuelle Änderungen des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) vorsieht. 1/4
Wer Angehörige pflegt oder Kinder betreut, wird am Arbeitsplatz oft benachteiligt.
@beauftragte.bsky.social spricht in der aktuellen Folge von NEU DENKEN mit Maja Göpel darüber, warum Fürsorgeverantwortung ein neues Schutzmerkmal im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz werden sollte.
Warum wird der Schutz von Individuen vor Diskriminierung heute als „Wokeismus“ diffamiert?
In der aktuellen Folge geht es darum, wie der Freiheitsbegriff als Deckmantel genutzt wird, um Menschen systematisch auszuschließen.
🎙️ Neugierig geworden? Dann hört Euch die ganze Folge mit @beyond-ideology.bsky.social und @beauftragte.bsky.social an – überall da, wo es Podcasts gibt.
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Mehr als jede dritte Person teilt offen rassistische Einstellungen. Der neue NaDiRa Monitoringbericht untersucht die Verbreitung von rassistischen Einstellungen in Deutschland.
Zitat: Es gibt verschiedene menschliche ,Rassen’. 36 % der Befragten stimmen der Falschannahme zu – das ist mehr als jede Dritte Person. Die Vorstellung, dass es verschiedene menschliche ,Rassen’ gibt, gilt als eindeutig wissenschaftlich widerlegt: Es gibt keine biologische Grundlage für eine solche Unterteilung. Das Konzept diente historisch dazu, Ausbeutung und Entrechtung zu rechtfertigen.
Der neue NaDiRa-Monitoringbericht 2026 ist erschienen. Er zeigt:
Rassistische Einstellungen sind in Deutschland weiterhin weit verbreitet. 36 % der Befragten stimmen der Falschannahme zu, es gebe verschiedene menschliche „Rassen“.
Zu den Ergebnissen ➡️ www.rassismusmonitor.de/publikatione...
Bild mit süßem Gebäck. Darunter steht „Eid Mubarak“.
Millionen Menschen feiern nach vier Wochen des Fastens das Ende des Ramadan. Wir wünschen allen Muslim*innen und ihren Familien ein gesegnetes Ramadanfest! Eid Mubarak! Cejna Remazanê bimbarek be! Bajram šerif mubarek olsun! Urime festa e bajramit!
Ramazan Bayraminiz kutlu olsun! عيد الفطر
Kirchen zählen zu den größten Arbeitgebenden in Deutschland.
Der Schutz der Mitarbeitenden vor Diskriminierung muss für alle Beschäftigen gleich sein. Ausnahmeregelungen, die Diskriminierungen möglich machen, sind nicht nachvollziehbar - gerade dort, wo es nicht um die Kernaufgaben der Kirche geht.
Wer regelmäßig diskriminiert wird, ist laut Studie mit doppelt so hoher Wahrscheinlichkeit einsam, wütend, ängstlich und traut sich weniger zu. Depressionen, körperliche Schmerzen, ernste gesundheitliche Probleme können die Folge sein.
Diskriminierung macht was mit Menschen. Sie verlieren das Vertrauen in Institutionen und den Rechtsstaat. Ich würde mir wünschen, dass der Gesetzgeber Menschen besser unterstützt, damit klar wird: Diskriminierung bleibt nicht folgenlos. In der Tagesschau habe ich über die Studie gesprochen:
Das Ausmaß an Diskriminierung ist eine Belastungsprobe für unser Land. Eine Gesellschaft, in der sich neun Millionen Menschen als Bürgerinnen und Bürger zweiter Klasse fühlten, ist instabil und anfällig.
Grafik: Reaktionen auf Diskriminierung Dargestellt ist ein Säulendiagramm, das zeigt, wie Menschen in Fall einer Diskriminierung reagiert haben. 30 % der Befragten gaben an, die Person oder die Stelle persönlich darauf angesprochen zu haben. 10% haben sich eigenständig Informationen zu rechtlichen Möglichkeiten gesucht. 6 % haben eine rechtliche Beratung genutzt. 8% haben eine offizielle Beschwerde eingereicht. 3 % haben rechtliche Schritte eingeleitet. 56 % haben nichts unternommen. 5 % haben „sonstiges“ angegeben.
Die Studie zeigt, dass die wenigsten sich wehren, wenn sie Diskriminierung erleben. Die Mehrheit der Betroffenen (56 %) unternimmt nichts. Nur jede*r 10. holt sich Hilfe. D.h., die allermeisten Fälle von Diskriminierung bleiben ohne Folgen. 4/5
Frauen, trans- und inter-geschlechtliche und nicht-binäre Personen, Menschen mit Behinderungen o. chronisch Erkrankte erleben überdurchschnittlich oft Diskriminierung. Auch arme Menschen oder Personen, die Angehörige pflegen o. Kinder betreuen, sind besonders gefährdet, diskriminiert zu werden. 3/5
Dargestellt ist ein Säulendiagramm, das zeigt aus welchen Gründen Menschen diskriminiert wurden. 42 % gaben an, aufgrund ihrer Herkunft bzw. aus rassistischen Motiven diskriminiert worden zu sein, 24 % aufgrund ihres Geschlechts oder ihrer Geschlechtsidentität. 18 % gaben als Grund ihre Religion bzw. Weltanschauung an, 17 % Das Lebensalter, 14 % eine Behinderung und / oder chronische Krankheit, 6 % ihre sexuelle Orientierung und 21 % ihre sozioökonomischen Status. Das ist der einzige Bereich, der nicht vom AGG geschützt ist.
Es gibt deutliche Unterschiede zwischen verschiedenen Gruppen. Menschen mit Migrationsgeschichte berichten deutlich häufiger von Diskriminierung als Menschen ohne. Besonders Muslime und Menschen, die von rassistischen Zuschreibungen betroffen sind, berichten von Diskriminierungserfahrungen. 2/5
Grafik: Diskriminierungserfahrung innerhalb von 12 Monaten Auf der Grafik ist ein Tortendiagramm in grau abgebildet. In rot ragt ein Stück heraus, auf dem 13 %* stehen. Das entspricht dem Anteil der Menschen, die innerhalb der abgefragten 12 Monate Diskriminierung erlebt haben. Unter der Grafik steht: *Das entspricht 9 Millionen Menschen in Deutschland. Unten links steht in kleiner Schrift: Erhebungseitraum 2022-2023, Quelle SOEP, eigene Berechnungen
Mehr als 13 % der Menschen in Deutschland haben binnen 12 Monaten Diskriminierung erlebt. Umgerechnet, sind das 9 Mio. Menschen. Das zeigen Daten der Hauptbefragung des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP), die größte repräsentative Langzeitstudie, die die Lebensbedingungen in Deutschland untersucht.1/5
Mehr als 35.000 Menschen haben bei unserer großen Umfrage zu Diskriminierung in Deutschland mitgemacht! Wir sagen von ❤️ DANKE!
Drei Monate konnte man bei unserer großen Umfrage zu Diskriminierung in Deutschland teilnehmen. Und ihr habt geliefert! Mehr als 35.000 Menschen haben mitgemacht und von ihren Erfahrungen berichtet. Wir bedanken uns von Herzen für eure Teilnahme. Die Ergebnisse gibt es 2027.
Der Internationale Frauentag ist so wichtig wie eh und je. Aber es stimmt schon: Eigentlich sollte jeder Tag ein Frauentag sein. 😉 5/5
Die Gewalt gegen Frauen nimmt von Jahr zu Jahr zu – von Sexualstraftaten über häusliche Gewalt bis hin zu digitalen Angriffen. Auch in Deutschland. Fast jeden Tag wird hier eine Frau getötet. 4/5
Weltweit sind Frauenrechte zunehmend bedroht. Frauenthemen und Gleichberechtigung stehen unter Beschuss und die mühsam erkämpften Rechte bröckeln. 3/5
Frauen verdienen in Deutschland im Durchschnitt immer noch 16 % weniger Gehalt als Männer, sie leisten 45 % mehr Care-Arbeit und sind häufiger von Altersarmut bedroht. Im Bundestag sind so wenig Frauen vertreten, wie lange nicht mehr. 2/5
Ein ausgestreckter Arm, der einen Blumenstrauß hält. Als Überschrift steht: GLEICHE RECHTE STATT BLUMEN (oder gern auch beides). Daneben steht: 8. März #Internationaler Frauentag
Am 8. März ist Internationaler Frauentag. Warum wir das noch feiern, wenn Frauen in Deutschland doch längst gleichberechtigt sind? In der Theorie und laut Grundgesetz sind Frauen zwar gleichberechtigt, doch die Realität sieht leider anders aus. 1/5
Ferda Ataman steht mit 4 weiteren Frauen (von links nach rechts: Christiane Benner, Yasmin Fahimj, Mareike Wulf, Katja Mast) vor dem Brandenburger Tor und hält eine Rede.
Auch bei der Fotoaktion des DGB habe ich deutlich gemacht: Unser Ziel muss sein, dass jeder Tag ein ‚Equal Pay Day‘ ist und alle Menschen nach Verantwortung und Kompetenz bezahlt werden, statt nach Verhandlungsgeschick und Geschlecht. Frauen für gleiche Arbeit schlechter zu bezahlen, ist falsch.
Seit es die Antidiskriminierungsstelle des Bundes gibt, beklagen Frauen, dass sie schlechter verdienen als ihre männlichen Kollegen - bei gleicher Qualifikation und Arbeit. Und wenn ein Mann jeden Monat 1000 € mehr verdient als man selbst, fühlt man sich - mit Verlaub - veräppelt und diskriminiert.“