Ja, das ist schon spannend. Es waren wohl auch recht große Truppenteile. Wobei ein interessantes Detail auch ist, dass der Kreuzzug ohne großes Blutvergießen ablief. Friedrich hat sich den Zugang zu Jerusalem auf diplomatischem Weg mit al-Kamil ausgemacht.
Posts by Lennart Busse
Bilder:
1) Wikimedia, Giovanni Villani, Sultan al-Kamil übergibt Friedrich II. die Stadt Jerusalem, 14. Jahrhundert.
2) Wikimedia, Julius Schnorr von Caroelsfeld, Angriff der sarazenischen Schiffe, 1822-–27.
5) Meisterdrucke, Kaiser Friedrich II. krönt sich 1229 zum König von Jerusalem. 7/7
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Weiterführend:
Eberhart Horst, Der Sultan von Lucera. Friedrich II. und der Islam, Freiburg/Basel/Wien, 1997. 6/7
Das Bild zeigt, wie sich Kaiser Friedrich II. zum König von Jerusalem krönt. Er steht auf einem Podest mit einem goldenen Zelt, eine Menge aus Kreuzrittern jubelt ihm zu. Im Hintergrund ist die Stadtsilhouette von Jerusalem dargestellt.
An seinen Hof beruft er bevorzugt muslimische Gelehrte und Handwerker. Die Muslime werden zu Friedrichs treuesten Soldaten. Soldaten aus Lucera begleiten ihn sogar bei seinem Kreuzzug gegen den kurdischen Sultan al-Kamil. 5/7
Für dieses Recht erhebt Friedrich von den Gläubigen eine Sondersteuer. Dieselben Gesetze gelten in muslimischen Reichen für die christliche Bevölkerung. Das ist kein Zufall: Friedrich spricht seit seiner Kindheit arabisch und hebräisch. 4/7
Friedrich lässt den Aufstand brutal niederschlagen. Er zwingt die Muslim:innen, nach Lucera auf das italienische Festland umzusiedeln. Doch er stellt sie auch unter seinen Schutz. Der Islam darf in Lucera nun frei ausgeübt werden. 3/7
Das Gemälde zeigt links mehrere mittelalterliche muslimische Kämpfer, die mit Schildern, Speeren und Bögen bewaffnet sind. Sie sind im Kampf mit einem europäischen Ritter in voller Rüstung. Über ihnen sind Segel dargestellt.
Im Mittelalter gehört Sizilien jahrhundertelang zu islamischen Reichen. Auch nach der Eroberung der Insel durch christliche Herrscher leben dort weiterhin viele Muslime. Anfang des 13. Jahrhunderts rebellieren sie gegen Kaiser Friedrich II. – damals der König von Sizilien. 2/7
Das mittelalterliche Gemälde zeigt Sultan al-Kamil im Gespräch mit Friedrich II., die beide berühren sich an den Händen. Hinter Friedrich steht ein Ritter, hinter al-Kmail zwei muslimische Kämpfer. Ganz rechts ist die Stadtmauer von Jerusalem mit dem Felsendom dargestellt.
13. Jahrhundert, Lucera in Süditalien: Unter Friedrich II. können Nicht-Christen ihre Religion weitgehend frei ausüben. Der römisch-deutsche Kaiser schaut sich diese Religionsfreiheit bei muslimischen Herrschern ab. Er begeistert sich seit seiner Kindheit für den Islam. 1/7
Bilder:
1) Nationaal Archief, Marcel Antonisse, Doe wat festival in Deventer, 1984.
2) Nationaal Archief, Rob Croes, Punks in Amsterdam, 1983.
4) Besetzungsarchiv, Jugendzentrum Gaga.
6) Wikimedia, Smartpatrol, Hjertesvikt A/S.
8) Wikimedia, Axel Hindemith, Chaostage, 1984. 10/10
Weiterführend:
Herbert Grabner, Die Punks in der Wiener Gassergasse. Eine soziologische Feldstudie aus dem Jahr 1983/1984, Wien 2025. 9/10
Das Bild zeigt einen jungen Punk auf einem Bahnsteig von hinten. Seine Jacke ist mit Fetzen geflickt. Auf die Jacke sind Wörter und Bandnamen gemalt, unter anderem "Hass" und "Nosferatu". Im Hintergrund sieht man leicht verschwommen eine Spezialeinheit der Polizei. Sie tragen Sturmhelme, Knüppel und Schutzschilder.
Kurz darauf lässt die Stadt das Gebäude abreißen. M. kann zeitweise bei einer Verwandten einziehen. Vielen der anderen Jugendlichen bringt das Ende des Gagas aber die Obdachlosigkeit.
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Die Punks werfen mit Ziegelsteinen und brennenden Gegenständen auf die Polizisten. Die antworten mit heftigen Prügeln. Sie nehmen über 60 Menschen fest, unter ihnen auch M. 7/10
Das Bild zeigt die Punkband Hjertesvikt A/S. Im Vordergrund sieht man den Sänger, der in ein Mikrofon schreit. Außerdem sieht man den Rücken des Gitarristen, der gemeinsam mit einem anderen Bandmitglied ins Mikrofon singt. Beide tragen Lederjacken.
Doch 8 Monate später kommen zwei Polizisten wegen einer Lärmbeschwerde ins Jugendzentrum. Die Jugendlichen besprühen die Beamten mit Farbe. Daraufhin lässt die Stadt das Gebäude stürmen. 6/10
M. fühlt sich bei ihnen sofort willkommen – und zieht wenige Wochen später ein. Sie sagt später über diese Zeit: „I hab des erste Mal in meinem Leben a zhaus gehabt.“ 5/10
Das Bild zeigt das Jugendzentrum "Gaga" in Wien-Margareten. Das Altbaugebäude sieht heruntergekommen aus, das Gelände ist von einer Mauer umgeben. Darauf sind zahlreiche Graffitis zu sehen.
Im Winter 1982 kommt M. für das Konzert eines befreundeten Musikers das erste Mal ins Gaga. Im Keller des ehemaligen Industriegebäudes leben etwa 80 jugendliche Punks, die ansonsten keine Bleibe haben. 4/10
Die Wienerin M. wächst bei ihren Großeltern auf, weil ihre Mutter Prostituierte ist. Doch statt Liebe bekommt sie vom Großvater nur Prügel. Bei jedem Streit droht er ihr mit dem Rausschmiss. 3/10
Eine Gruppe von fünf jugendlichen Punks. Sie sitzen auf Kiesboden, um sie herum sieht man die Beine von stehenden Menschen.
Heute hat fast die Hälfte der Jugendlichen in Österreich Angst vor der Zukunft. In den 1980ern steht Punk für Protest und ein Leben ohne Leistungsdruck. Viele Jugendliche schließen sich der Subkultur an. 2/10
Das Bild zeigt eine Menschenmenge bei einem Festival, bestehend aus Punks. Ganz vorne stehen zwei Frauen. Eine von ihnen hat einen auffälligen "Irokesenschnitt".
1982, Wien-Margareten: Die 16-jährige M. flüchtet vor ihrem gewalttätigen Großvater ins Gaga genannte autonome Jugendzentrum in der Gassergasse. Bei den Punks findet sie ein Zuhause – bis 8 Monate später die Polizei anrückt. 1/10
Bilder:
1) Pressebild, Kleinwüchsige Menschen in der "Liliputaner-Stadt".
2) Bartko & Reher, Ansichtskarte „Liliputaner“-Spezialitäten-Truppe Zeynard, vor 1945.
4) Pressebild, Brigida Saars Mutter im Wohnwagen.
7) Wikimedia, Mamasuew, Eingang des Holiday Park Haßloch, 2017 (CC BY-SA 4.0). 8/8
Das Bild zeigt den Eingangsbereich des Freizeitparks Plopsaland. Er ist mit Brunnen und Triumphbogen ausgestattet, im Hintergrund sieht man einige Menschen.
Brigida Saar versucht mehrfach, einen langfristigen Job außerhalb des Parks zu finden. Doch endgültig entkommt sie dem Park erst, als die „Liliputaner-Stadt“ 1996 schließt.
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Aber auch im Rest des Parks werden sie ständig fotografiert und bedrängt. Die Schneiders suchen die Angestellten für ihre „Liliputaner-Stadt“ in ganz Europa zusammen. Einen Parkschlüssel bekommen sie nicht. Die „Attraktionen“ müssen auch nach Dienstschluss im Park bleiben. 6/8
Ansonsten arbeiten die beiden im Miniatur-Souvenirladen der „Stadt“. Später sagt Brigida Saar über diese Zeit: „Die haben uns begutachtet wie Vieh.“ Andere kleinwüchsige Angestellte sollen als Clowns bei Bühnenshows die Parkbesucher:innen amüsieren. 5/8
Das Bild zeigt Brigida Saars Mutter Marianne in ihrem Wohnwagen. Eine Gruppe von Menschen beobachtet sie durch eine Glasscheibe.
Brigida Saar und ihre Mutter leben dort über 20 Jahre lang in einem Wohnwagen. Die Parkbesucher:innen können ihnen durch eine Glasscheibe beim Leben und Schlafen zusehen. Sie müssen zu festen Zeiten vor Publikum essen – direkt nach der Delfinshow. 4/8
Mit 16 schließt sie sich deshalb dem Zirkus an. Doch an dem gibt es auch schon damals viel Kritik. Und das Geschäft läuft schlecht. Daher machen die Schneiders 1971 einen Freizeitpark auf. 3/8
Das Bild zeigt eine Gruppe von 8 kleinwüchsigen Menschen in Kostümen. Über ihnen steht: „Liliputaner“-Spezialitäten-Truppe Zeynard".
Eine von ihnen ist Brigida Saar. Ihre ebenfalls kleinwüchsige Mutter arbeitet seit Jahren beim „Liliputaner-Circus“ der Familie Schneider. Eigentlich möchte Brigida Saar Buchhändlerin werden. Doch weil sie nur 1,20 m groß ist, gibt ihr niemand einen Job. 2/8
Das Bild zeigt vier kleinwüchsige Menschen in der "Lilliputaner-Stadt" von hinten. Sie sind umringt von Menschen, die sie anstarren. Eine Frau fotografiert sie.
Heute ist das Plopsaland in Haßloch einer der größten Freizeitparks in Deutschland. Bis in die 1990er-Jahre hat er 15 kleinwüchsige Menschen als eine seiner Attraktionen ausgestellt. Auch nach Feierabend müssen sie in der „Liliputaner-Stadt“ bleiben. 1/8
Super, dass es interessant für dich war :)
Meinst du vielleicht Bridgerton? Könnte daran liegen, dass Fans von Kostümdramen vermutlich sozialliberaler sind als das doch teils recht männliche und konservative Publikum von historischen ARPGs.
3) Wikimedia, Kanō Sōshū, Oda Nobunaga, 1583.
4) Nagahama Castle Historical Museum, Schlacht von Nagashino, 18. Jahrhundert. 6/6
Weiterführend:
John G. Russell, Excluded Presence. Shoguns, Minstrels, Bodyguards, and Japan's Encounters with the Black Other, ZINBUN 40 2007, 15–51.
Bilder:
1) Wikimedia, Schwarzer Sumo Wrestler (vermutlich Yasuke), circa 1605.
2) Wikimedia, Jesuit mit japanischem Adeligen, circa 1600. 5/6