Ich lese auf orf.at, die "Erwartungen an die TV-Ansprache von US-Präsident Donald Trump am Mittwoch [...] waren groß."
Meine nicht. Einfach, weil man jeden Bericht zu einer Trump-Rede mit "NOTORISCHER LÜGNER PRAHLT HERUM" betiteln könnte.
Posts by Wilfried Gschwandtner
Freue mich ehrlich gesagt über die tolle und v. a. richtige Ansage von @ihs.ac.at-Direktor Holger Bonin zu den Arbeitgeber-Sozialbeiträgen im heutigen Kurier.
Hin und wieder betätige ich mich als Karikaturist. Etwa, wenn ich ökonomische Papers zu den Folgen der Automatisierung auf die Lohnquote lesen darf, und sich mein genereller Eindruck von VWL als theoretischer Wissenschaft verfestigt. Titel des Bildes: "Am falschen Dampfer"
Nicht-zynische Infos zu Armut findet man besser hier:
www.statistik.at/fileadmin/pa...
Schon ein verpasster Standard kann Armut bedeuten. Vielleicht sollten Herr Schellhorn und Co mit jenen 10% der hier lebenden Menschen sprechen, die abgenutzte Möbel nicht ersetzen können? Ich stell mir das ja nicht so prickelnd vor, wenn man zittern muss, ob die Waschmaschine eingeht...
Als Kriterium für "tatsächliche Armut" wurde erhebliche finanzielle Deprivation gewählt. Wenigstens wurde angegeben, was das heißt: sich sieben von 13 Mindeststandards nicht leisten zu können. Wer einen Blick auf diese Standards wirft, erkennt, dass so nur der Gipfel von Armut sichtbar wird.
Stellen Sie sich vor, Sie sind arm und man spricht Ihnen das Recht ab, so zu empfinden! Genau das macht die Agenda Austria: Sie erklärt uns, dass drei Viertel aller sich arm fühlenden Menschen eh nicht arm wären.
Ganz wichtiges Thema! Aber v.a. auf bessere Weiterbildungschancen als Lösung zu setzen reicht nicht.
Wenn bspw. das Reinigungspersonal nicht mal 1/60tel des Vorstands verdient, ist das nicht okay. Diese Schere gehört geschlossen! Jede Vollzeittätigkeit verdient einen Lohn, von dem man leben kann!
Finde ja, dass bessere Bildungsmöglichkeiten allein nicht ausreichen, um "Working Poors" zu unterstützen. Denn irgendwer wird immer die "Drecksarbeit" machen!
Insofern muss sich bei den Löhnen am unteren Ende der Einkommensskala was tun. #schereschließen
www.ots.at/presseaussen...
Das heißt im Umkehrschluss: 63% des heimischen BIP werden durch die Nachfrage aus dem Inland verdient. Und diese Nachfrage wird von den auf der Titelseite geforderten niedrigen Lohnabschlüssen ganz sicher nicht profitieren. (5/5)
Näherungsweise kann man sich damit behelfen, die Exporte zum Gesamtangebot (=BIP + Importe) ins Verhältnis zu setzen. Letztere beliefen sich 2024 auf 262,8 Mrd. €, die derart geschätzte "echte" Exportquote beträgt demnach rund 37%. (4/5)
Um den Exportanteil an der heimischen Wertschöpfung (=BIP) zu bestimmen, müssen diese "importierten Exporte" von den Gesamtexporten abgezogen werden.
Das ist ohne Input-Output-Statistiken schwierig bis unmachbar, führt aber zu einer niedrigeren "echten" Exportquote. (3/5)
Wer für 2024 das Volumen der Exporte (276,6 Mrd. €) durch das österreichische BIP (484,2 Mrd. €) dividiert, erhält ein Ergebnis von 57%. ABER: Im Gesamtwert der Exporte "verstecken" sich viele Güter und Vorleistungen, die zuvor importiert wurden. (2/5)
Heute war auf der Titelseite der "Presse" zu lesen: "Das heimische Bruttoinlandsprodukt wird zu fast 60 Prozent durch Exporte von Gütern und Dienstleistungen ins Ausland verdient."
Das ist falsch und spielt die Bedeutung der Inlandsnachfrage auf fahrlässige Weise herunter.
Ein🧶. (1/n)
Verwendete Quellen: www.bmf.gv.at/dam/jcr:106f..., www.momentum-institut.at/wp-content/u..., www.momentum-institut.at/publikation/... (8/8)
Not-so-best-of Nr. 3: Die KöSt-Senkung auf 23% bleibt unangetastet. Von den gestiegenen ausgeschütteten Unternehmensgewinnen gehen geschätzt 86% an die reichsten 10% der Haushalte. Bleibt also die Frage, warum diese zweifellos sehr starken Schultern nicht mehr tragen. (7/8)
Not-so-best-of Nr. 2: Die Familienbeihilfe schrumpft die nächsten Jahre mit der Inflation. Niemand sollte sich darüber hinwegtäuschen, dass das vor allem ärmere Familien, die überproportional von diesen Transfers abhängen, hart treffen wird. (6/8)
Not-so-best-of Nr. 1: Kürzungen im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit von jährlich 40 Mio. Euro (ab 2026) stehen an. Höchstwahrscheinlich werden die – zu einer Zeit, in der sich die USA ihren sozialen Verpflichtungen fast gänzlich entziehen – Menschen im globalen Süden verdammt wehtun. (5/8)
Best-of Nr. 3: Österreich stellt sich dem Defizitverfahren. Mag komisch wirken, wenn ich darin etwas Positives erblicke. Aber die Alternative wäre gewesen, auf Biegen und Brechen das Defizit unter 3% des BIP zu drücken. Was einen massiven Konjunktureinbruch zur Folge gehabt hätte! (4/8)
Best-of Nr. 2: Banken und Energiekonzerne müssen ihre Gewinne mit dem Finanzminister teilen (ein bisschen zumindest). Dies bringt für die kommenden beiden Jahre in Summe Mehreinnahmen von gut einer Milliarde Euro. (3/8)
Best-of Nr. 1: Die Aktion 55Plus wird älteren Arbeitslosen ermöglichen, wieder in Beschäftigung zu kommen. Der Unterhaltsgarantiefonds wird Alleinerzieher:innen in Notlage helfen. Zwei Beispiele dafür, dass auf Menschen in besonders prekären Situationen nicht komplett vergessen wurde. (2/8)
Die letzten Wochen habe ich mich beruflich sehr viel mit dem Budget und den Sanierungsmaßnahmen beschäftigt. Insofern war Markus Marterbauers #Budgetrede der dramaturgische Höhepunkt meiner Woche! Hier mein subjektives „Best-of“ und „Not-so-best-of“ der besprochenen Maßnahmen: (1/8)
Not-so-best-of Nr. 2: Die Familienbeihilfe schrumpft die nächsten Jahre mit der Inflation. Niemand sollte sich darüber hinwegtäuschen, dass das vor allem ärmere Familien, die überproportional von diesen Transfers abhängen, hart treffen wird. (6/8)
Not-so-best-of Nr. 1: Kürzungen im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit von jährlich 40 Mio. Euro (ab 2026) stehen an. Höchstwahrscheinlich werden diese – zu einer Zeit, in der sich die USA ihren sozialen Verpflichtungen fast gänzlich entziehen – Menschen im globalen Süden verdammt wehtun. (5/8)
Best-of Nr. 3: Österreich stellt sich dem Defizitverfahren. Mag komisch wirken, wenn ich darin etwas Positives erblicke. Aber die Alternative wäre gewesen, auf Biegen und Brechen das Defizit unter 3% des BIP zu drücken. Was einen massiven Konjunktureinbruch zur Folge gehabt hätte! (4/8)
Best-of Nr. 2: Banken und Energiekonzerne müssen ihre Gewinne mit dem Finanzminister teilen (ein bisschen zumindest). Dies bringt für die kommenden beiden Jahre Mehreinnahmen von gut einer Milliarde Euro. (3/8)
Best-of Nr. 1: Die Aktion 55Plus wird älteren Arbeitslosen ermöglichen, wieder in Beschäftigung zu kommen. Der Unterhaltsgarantiefonds wird Alleinerzieher:innen in Notlage helfen. Zwei Beispiele dafür, dass auf Menschen in besonders prekären Situationen nicht komplett vergessen wurde. (2/8)