War die liberale Nachkriegsordnung nur eine historische Ausnahme? Otmar Tibes zeigt, wie Globalisierung, Finanzialisierung und wachsende Ungleichheit ihre Grundlagen erodieren. Die „Monster“ unserer Zeit erscheinen dabei nicht als Ausreißer, sondern als Rückkehr alter Machtpolitik.
Posts by Otmar Tibes
Vielleicht ist es an der Zeit, den Liberalismus nicht gegen Hegel zu verteidigen, sondern mit ihm. Einen Freund wie Hegel könnte der Liberalismus jedenfalls gut gebrauchen: politischeoekonomie.com/die-offene-g...
»›Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen‹, lautete Helmut Schmidts berühmter Satz. Für die gegenwärtige Lage der SPD gilt das Gegenteil: Wer keine Visionen mehr hat, braucht auch keinen Arzt – denn er liegt bereits auf dem Sterbebett«, schreibt @otmartibes.bsky.social.
Das Problem der SPD liegt tiefer, als die hundertste Beschwörung der »arbeitenden Mitte« und ein neues Grundsatzprogramm reichen können. Will sie überleben, muss sie die Sozialdemokratie neu erfinden – und das braucht länger als bis zur nächsten Wahl.
Mit Spinoza, Hegel und Marx habe ich einmal aufgeschrieben, warum die postliberale Liberalismuskritik von Patrick Deneen ganz grundsätzlich nicht überzeugen kann. In other words: die These vom Ende des Liberalismis ist so gut wie sicher falsch.
politischeoekonomie.com/warum-die-th...
Was ist, wenn »Alternativlosigkeit« heute mehr als bloß Rhetorik und Ideologie ist, sondern ein Strukturmerkmal? Nicht nur politischer Fortschritt ist dann kaum mehr möglich - es entsteht ein Vakuum, das von destruktiven »Monstern« gefüllt wird, schreibe ich: politischeoekonomie.com/rueckkehr-de...
Im 1. Teil von Aufstieg des Eigentums zeigt @dpz.bsky.social, wie die Verknüpfung von Eigentum mit dem Naturrecht als subjektivem Recht im 13. & 14. Jahrhundert eine begriffliche Sprengkraft entwickelte, die weit über ihren ursprünglichen Kontext hinauswirkte. politischeoekonomie.com/naturrecht-u...
Die selbst ernannten Retter der Meinungsfreiheit hassen vor allem eins: Meinungsfreiheit.
Die US-amerikanische Militäraktion gegen Venezuela hat die Erosion der liberalen Weltordnung beschleunigt. Europa sieht ohnmächtig dabei zu:
politischeoekonomie.com/das-meneteke...
Habe vor einigen Tagen noch etwas zur SPD geschrieben:
»Die Rede von Chancengerechtigkeit ersetzte die Diskussion materieller Ungleichheit. Der Arbeiter wurde zum Erwerbstätigen, der Sozialstaat zum Dienstleister, und die Bürger wurden zu Kunden staatlicher Leistungen.«
jacobin.de/artikel/spd-...
Der Aufschrei über Bärbel Bas’ Kampfansage an die Arbeitgeber hat gezeigt: Die klassisch sozialdemokratische Sprache hat einen schweren Stand – und vereinzelte kämpferische Worte werden nicht ausreichen, um zu alter Überzeugungskraft zurückzukehren.
Verschärfen die Bedingungen des ökonom. Konkurrenzkampfs sich immer mehr, breitet sich eine entsprechende Mentalität aus: Survival of the fittest. Allein die Gesellschaft hält das nicht aus, Atomisierung zerreist sie von innen. Mit Menschenwürde oder Solidarität ist dann auch nichts mehr…
Für @jacobinmagazin.bsky.social habe ich einen Rezensionsessay für »Gebrochene Versprechen« von Fritz Bartel verfasst. Könnt ihr hier lesen: jacobin.de/artikel/frit...
Linke, Grüne und SPD = neue Einheitspartei. 🥲Diesmal aber als freiwilliger Zusammenschluss. 🤝🏻
Der Zeitraum 1950-1973 ist sehr großzügig aber der Zeitraum 1920-1980 nicht?! — Es gibt schon Gründe, warum der Autor insbesondere die Nachkriegsjahrzehnte in beiden System miteinander vergleicht. Kleiner Tipp: Kalter Krieg.
Dachte ich zunächst auch, ist anhand des starken Wachstums in den ersten Nachkriegsjahrzehnten dann aber doch gut nachvollzoehbar:
Eine spannende neue Facette in der Geschichte des #Neoliberalismus
Der Historiker Fritz Bartel bricht mit dem gängigen Narrativ über das Ende des Kalten Krieges: Der Kapitalismus triumphierte, weil er sein Wohlstandsversprechen an die Bevölkerung brechen konnte – der Sozialismus zerbrach daran.
Monate anhielt, bis sie brutal beendet wurde. 2/3
bedeutend weniger historische Beispiele. Das einzig mir bekannte Beispiel, das hier erwähnenswert ist, war Chile in den Jahren von Salvador Allende. Bekanntlich ist dieser Aufbruch nach wenigen Jahren brutal beendet worden. Und in noch direkterer demokratischer Form die Pariser Kommune, die nur 2 …
Wo ich allerdings unterscheiden würde: Sozialismus ist mit Staatssozialismus nicht gleichzusetzen. Der Einparteienstaat war die Ausprägung einer autoritären Form von Sozialismus. Sozialismus wiederum muss aber nicht autoritär sein, er kann auch demokratisch sein. Dafür gibt es aber weniger 1/2
Die offizielle Ideologie des Staatssozialismus wurde im Staatssozialismus nicht in die Tat umgesetzt? Steile These…
CC: @hhedition.bsky.social
Für @jacobinmagazin.bsky.social habe ich einen Rezensionsessay für »Gebrochene Versprechen« von Fritz Bartel verfasst. Könnt ihr hier lesen: jacobin.de/artikel/frit...
Wir brauchen mehr Radikalität! @schieritz.bsky.social (@zeit.de) glaubt, nur eine gemäßigte #Politik löse die Probleme unserer Gegenwart. Wer Radikaleres fordert, bediene bloß die Sensationslust. Das ist politische #Realitätsverweigerung, meinen @oliverbweber.bsky.social und @otmartibes.bsky.social:
»Die liberale Demokratie hat den Menschen Wohlstand und ein gutes Leben versprochen. Seit zwanzig Jahren scheint sie aber hauptsächlich damit befasst zu sein, zu erklären, warum wir den Gürtel enger schnallen müssen.«
Sie beschreiben Extremismus, keine Radikalität.
Zusammen mit Oliver Weber @oliverbweber.bsky.social habe ich eine Replik auf Mark Schiertz @schieritz.bsky.social verfasst. Die Mitte muss sich radikalisieren, sonst hat sie gegen den starken Extremismus keine Chance. Könnt ihr bei @jacobinmagazin.bsky.social lesen: jacobin.de/artikel/mark...
Steht im Artikel.