und ein kleiner reminder, dass das nur zahlen aus dem hellfeld sind. das dunkelfeld ist enorm groß in diesem bereich, wir sehen nur einen bruchteil. fast jede mandantin, die ich familienrechtlich vertreten habe, hat sexualisierte gewalt erfahren. kaum eine hat anzeige erstattet.
Posts by asha hedayati
wer ehrlich geschlechtsspezifische gewalt verhindern will, kann sich nicht nur einmal im jahr empört über steigende zahlen zeigen und den rest des jahres damit verbringen, strukturen zu schaffen, die geschlechtsspezifische gewalt immer weiter begünstigen. 5
wenn gleichzeitig sozialpolitik verschärft wird, wenn armut zunimmt, wenn es keinen bezahlbaren wohnraum mehr gibt, wenn das hilfesystem chronisch unterfinanziert ist,dann sind das keine „anderen themen“, sondern genau die bedingungen, unter denen es schwieriger wird,sich aus der gewalt zu lösen. 4/
das ist kein zufall, es ist genau der ort, an dem machtverhältnisse besonders schwer zu verlassen sind, weil emotionale bindung, finanzielle abhängigkeit und soziale isolierung sich gegenseitig verstärken. 3/
wenn kriminalstatistiken einen anstieg von sexualdelikten im sozialen nahraum zeigen (nur das hellfeld!),dann ist das ein ziemlich klarer hinweis darauf,wo diese gewalt passiert: in beziehungen, familien, im direkten umfeld, also genau da, wo nähe und abhängigkeit zusammenfallen. 2/
wenn wir über einen anstieg von sexualisierter gewalt reden, müssen wir auch über soziale abhängigkeiten, armut und fehlende schutzstrukturen reden, weil sich genau dort entscheidet, wie viel spielraum menschen überhaupt haben, sich zu schützen oder gewaltbeziehungen zu verlassen. 1/
wenn gewalt immer wieder über herkunft gerahmt wird,verschiebt sich der blick weg von verhältnissen hin zu zuschreibungen,genau dadurch wird verhindert,dass über die eigentlichen ursachen gesprochen wird.deshalb ist das nicht nur eine stilfrage von überschriften, sondern politische verantwortung. 6/
und dann steht da ein text der am ende viel differenzierter ist, aber er kommt zu spät. das, was hängen bleibt, ist nicht die einordnung, es ist die setzung. das ist kein detailfehler, sondern ein machtfaktor in der öffentlichen wahrnehmung von gewalt. 5/
das ist kein ausrutscher:es ist anschlussfähig an politische debatten,an rassistische narrative,an eine öffentlichkeit die sich nur zu gern einredet,dass das problem nicht in ihren eigenen strukturen liegt. immer wieder wird derselbe reflex bedient, gewalt über "die anderen" erklärbar zu machen. 4/
und was hier gesetzt wird, ist keine neutrale perspektive sondern eine priorität: herkunft. nicht die tatsache, dass die meisten taten im sozialen nahraum passieren, nicht die strukturelle dimension von gewalt, nicht das eklatante versagen beim schutz von betroffenen: herkunft. 3/
selbst wenn der text abwägt,hat der titel seine wirkung längst entfaltet,weil er genau das reproduziert,was er angeblich einordnen will. in einer medienlogik,in der überschriften geteilt&im vorbeiscrollen konsumiert werden,ist der titel nicht der einstieg in die debatte. er *ist* die debatte.2/
weil mich das nicht nur ärgert,sondern weil es teil des problems ist: dieser titel tut so als würde er eine debatte öffnen, aber er sie hat längst entschieden, weil er festlegt, worüber gesprochen werden soll, noch bevor irgendein argument überhaupt gelesen wurde. 1/
www.spiegel.de/panorama/kri...
"manche vorschläge widersprechen offen der un-behindertenrechtskonvention und der un-kinderrechtskonvention"
let that sink in.
stella❤️
wenn entscheidungsträger*innen in kauf nehmen, dass kinder vernachlässigt werden, auf das allernötigste verzichten müssen, leiden, teilweise sogar hungern, wenn mehr als jedes 5. kind in dtld arm ist, obwohl der staat alle möglichkeiten hätte, das zu ändern, dann ist das eine still wirkende gewalt.
wenn entscheidungsträger*innen eines der reichsten länder der welt, alleinerziehenden, die zu 42% von armut betroffen sind, jetzt auch noch den unterhaltsvorschuss kürzen,dann nehmen sie damit bewusst in kauf, dass immer mehr kinder verarmen. 1/
www.der-paritaetische.de/alle-meldung...
Politisch wird mit Blick auf Gleichstellung aktuell sehr abstrakt über Dinge wie die Mitversicherung von Ehegatt*innen gesprochen,
aber niemand redet über den Elefanten im Raum: Männer müssen ihre Erwerbs- und Care-Muster verändern, damit Frauen finanziell eigenständig sein können.
❤️❤️❤️
„Wie verändern wir die gesellschaftlichen Strukturen, die Gewalt ermöglichen, normalisieren und verschleiern? Wie schaffen wir eine Kultur, in der Machtmissbrauch, Belästigung und Bedrohung nicht weiter bestehen, weder offline noch online?“ – @frauasha.bsky.social verfassungsblog.de/anatomie-ein...
Die aktuelle Debatte ist wichtig, um über Schutzlücken nachzudenken, Rechtsklarheit zu schaffen und Signale zu setzen. Die eigentliche Frage aber lautet: Wie verändern wir die gesellschaftlichen Strukturen, die Gewalt ermöglichen, normalisieren und verschleiern?
verfassungsblog.de/anatomie-ein...
und trotzdem: jede stimme, die laut wird, jede sichtbarkeit, jede kritische analyse, jede demo zählt. sie erschüttert die verhältnisse, auch wenn es langsam geht. sie macht sichtbar, was verborgen bleibt. das allein ist schon ein hoffnungsvoller akt der veränderung.
die sache ist: merz weiß das. vielleicht sogar besser, als wir denken,aber sein rassismus erfüllt eine funktion:indem er dieses gesamtgesellschaftliche thema an den rand drängt, muss er für keine echten veränderungen sorgen.und vor allem kann er damit weiter die machtverhältnisse stabilisieren. 2/
wieviel energie&zeit wir verlieren,nur um in debatten zu erklären&zu rechtfertigen, dass christians&martins genauso gewalt ausüben,dass gewalt strukturell ist, durch alle sozialen schichten&milieus geht. diese endlosschleifen erschöpfen uns, während die macht weiter ungestört ihre kreise zieht. 1/
ich glaube, wir sollten nicht aus dem blick verlieren, dass es nicht erst um eine reaktion auf gewalt gehen sollte (durch strafrechtliche normen), sondern um das schaffen einer gesellschaft, in der es gar nicht erst zur gewalt kommt.
warum werden betroffene beschämt und allein gelassen? warum glauben täter, anspruch auf die körper anderer zu haben? digitale gewalt ist nur die fortsetzung von analoger gewalt – die mechanismen und ursachen sind die gleichen. 2/
straflücken zu schließen bekämpft nur symptome, nicht die ursachen. es ist die bequeme politische lösung. unbequem wäre es, endlich zu hinterfragen: wie wird gewaltvolle männlichkeit normalisiert? wie erzeugen gesellschaftliche strukturen ungleichheit und abhängigkeit? 1/
Fast immer wenn ich etwas zum Thema Feminismus poste bekomme ich Replys, in denen Männer mich bitten, ihnen gute Quellen zum Thema zu empfehlen. Mit Verlaub: Das bekommt ihr schon selbst hin, wenn ihr eine Suchmaschine bedienen könnt. Es gibt spezialisierte NGOs, Bücher, Studien… Nur Mut!
Aus aktuellem Anlass hier nochmal der Hinweis auf ein sehr informatives Gespräch zum Thema Gewalt gegen Frauen in der Partnerschaft mit der Expertin, Autorin & Anwältin @frauasha.bsky.social - Würde mir wünschen, dass mehr Männer das hören:
Die Lust daran und das vermeintliche Recht dazu, Frauen zu erniedrigen ist tief im herrschenden Männlichkeitsbild verankert. Wer sexualisierte Gewalt abschaffen will, darf über problematische Männlichkeit nicht schweigen.
Vier Bücher, die du, als Mann, jetzt bestellen und lesen kannst, falls dir die Worte fehlen:
- Stille Gewalt ( @frauasha.bsky.social )
- Gegen Frauenhass ( @clemm.bsky.social )
- und wegen angeblichem Fetisch: Porno ( @maditaoeming.bsky.social)
- Sei kein Mann (JJ Bola)
Und dann handeln.