Ich bin in Kyjiw, und mir wird bang. Ich meine damit nicht nur die Angst vor den Explosionen nachts, die Wände erzittern lassen, die den Menschen alles nehmen, ihr Leben, das ihrer Liebsten. Oder die Sorge um die vielen Freunde, die schon Medikamente gegen Depressionen nehmen und in kalten, dunklen Wohnungen sitzen, die um ihre Alten fürchten oder um ihre Babys. In diesen Tagen, in denen das sonst so hartnäckige Kyjiw in Teilen kollabiert, wächst in mir die Furcht, dass die Worte, die wir aus der Ukraine in den Westen schicken, verhallen: Europa. Muss. Aufwachen. Neue Sanktionen verhängen. Taurus liefern. 1.000-mal gesagt und geschrieben.
In der morgigen @diezeit.bsky.social findet sich auf der Seite 1 ein Leitartikel meiner Kollegin @oliviakortas.bsky.social , die in Kyjiw lebt, der so wahr ist und beklemmend und bestürzend, dass ich ihn jeder und jedem ans Herz legen möchte. Hier der erste Absatz: