Befähigung und Beteiligung bleiben auf der Strecke. Dabei wäre die positive Gestaltung (DSA, Digital Fairness Act) der wirksamere Weg: altersangemessene Gestaltung von Plattformen statt Totalverbote. Sonst wird Jugendschutz zur Eltern- und Politikerberuhigung auf Kosten jugendlicher Teilhabe. (6/6)
Posts by Stephan Dreyer
KI-Probleme haben den falschen Fokus: Wir müssen schauen auf Beziehungen, Chatbots als Autoritäten, AI-Slop als epistemisches Rauschen. Und auf KI-basierte Altersschätzung als unsichtbare Kontrolle. Grundfrage ist: Beobachtungsinfrastruktur oder Gerüst kommunikativer Selbstbestimmung? (5/6)
Age Checks werden zum regulatorischen Schweizer Taschenmesser. Doch Effektivität, Privatheit und Niedrigschwelligkeit lassen sich nicht gleichzeitig maximieren. Altersprüfung ist eine Infrastrukturentscheidung mit „function creep“ – potenziell eine Diskriminierungstechnologie für viele. (4/6)
Verbote fungieren als politisches Beruhigungsplacebo. Sie ersetzen strukturierte Medienbildung, Personal, langfristige Befähigung. Paradox: Während in digitale Bildungshardware investiert wird, gilt der Ausschluss als bewahrpädagogische Innovation. Das ist Governance ohne Betriebskonzept. (3/6)
Jugendschutz 2026 folgt einer Sehnsucht nach Einfachheit: dem großen Stopp-Knopf. „Verbote“, „Altersgrenzen“, „Age Checks“ versprechen schnelle Beruhigung in einer Lage von Überforderung, Ambivalenz und widersprüchlicher Evidenz. Differenzierung wird dabei zunehmend als Schwäche ausgelegt. (2/6)
Irgendwie fühlt es sich anders an, wie wir derzeit über den Schutz, die Befähigung und die Teilhabe von Kindern (ohne deren Stimme) diskutieren. Ich habe versucht, mein (ganz subjektives!) Gefühl in einer Glosse für Mediendiskurs aufzuschreiben. mediendiskurs.online/beitrag/die-... Die Thesen: (1/6)
Alterskontrollen als Allheilmittel? Technikfolgenabschätzung warnt vor Diskriminierung und „Fallout“: Falsch-Positive und Umgehungen sind systemisch. Wir stehen an einer Weggabelung: Vollzug der bestehenden Normen stärken (s. DSA-Beanstandung von TikTok) oder verbieten und neue Risiken schaffen?
Der DSA setzt dagegen auf Pflicht zur altersangemessenen Gestaltung von Online-Plattformen statt Ausschluss. Ein EU-weites Verbot würde diesen Ansatz unterlaufen: Plattformen müssten Vorsorge für Minderjährige nicht mehr vorhalten oder verbessern. Paradox: Das schwächt am Ende den Jugendschutz.
EU-rechtlich stehen nationale gesetzliche Verbote auf tönernen Füßen: Vollharmonisierung und damit Anwendungsvorrang durch den DSA, Herkunftslandsprinzip als Grenze nationaler Vorgaben und das Grundproblem Verhältnismäßigkeit. Ein Gesetz in DE könnte beschlossen werden, aber unanwendbar sein.
Die Forschung zeigt Korrelationen (z.B. schönheitsbezogene Nutzung - negatives Körperbild), aber keine eindeutigen Kausalitäten. Vorsorge ist dann grundsätzlich legitim, pauschale Verbote sind es rechtlich und empirisch aber nicht automatisch.
Interview bei @netzpolitik.org zu Social Media Bans
netzpolitik.org/2026/austral...
Problematisch ist nicht nur die Wirksamkeit – sondern die Entkopplung der politischen Debatte von Forschungslage und geltendem Recht (1/5)
🚫Frankreichs Nationalversammlung hat am 26. Januar ein Verbot von Social Media für unter 15-Jährige auf den Weg gebracht. Stephan Dreyer (@s3r.bsky.social) hält den französischen Ansatz für schwierig.
Hier geht’s zu seinem Statement für das @sciencemediacenter.de:
leibniz-hbi.de/hbi-news/akt...
Saniertes Gebäude in der Warburgstraße in Hamburg
Umzug! Das @bredowinstitut.bsky.social ist heute in das neue Institutsgebäude eingezogen. Alles so schön hier 😍
Die von einem 15- und einer 16-Jährigen eingereichte Klage gegen den Social Media Ban in Australien stützt sich auf die Unverhältnismäßigkeit eines generellen altersabhängigen Verbots, mit spezifischen Verweisen auf die kinderrechtlichen Gewährleistungen der Kinderrechtskonvention. urlr.me/F6wWvR
Rather than asking if people see social media as good or bad, perhaps we should study how agency, self-control, literacy, etc. support well-being…and what behaviors people who feel in control actually engage in when they use social media (without letting platforms off the hook…)
🛑 Social Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren? Aus juristischer Perspektive trifft das auf eine Reihe von rechtlichen und faktischen Hürden, erläutert Dr. Stephan Dreyer @s3r.bsky.social in unserem Blog.
➡️ leibniz-hbi.de/die-huerden-...
Das Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut ist jetzt auch auf Bluesky! Passend zum Jubiläum 🥳
Für unseren Kompetenzbereich "Aufwachsen in digitalen Medienumgebungen" suche ich ab Juni 2025 eine studentische Unterstützung im Bereich Jugendmedienschutz. Gerne bewerben oder weiterleiten. leibniz-hbi.de/hbi-news/ste...
The misunderstanding here is that AI won't be able to further/extend knowledge, but will be restricted to the status quo of the trained data. If you want to pursue the search for knowledge and truth (and use it to train AIs) you necessarily need curious scientists. That's how humanity survived 🤷
Our team at the Leibniz-Institut has two 100% vacancies! Deadline is 23.03.2025!
@dgpuk-meth.bsky.social
leibniz-hbi.de/hbi-news/ste...
leibniz-hbi.de/hbi-news/ste...
🙋
Modelled in clay: Influencers on smartphones, doing influencer things
Last week I've been invited to present the findings of our study on labeling obligations for edited/retouched photos in Berlin. Does research see a necessity for such an obligation, what would be the impact of such a label, and how could regulatory approaches look like? Insights soon. #photoshoplaw
Current surges in new (academic) Bluesky users and followers give me hope that there might be microblogging networks in the future where we connect, discuss and create insights in productive ways...
Ein schöner Beitrag von @sebmeineck.bsky.social bei @netzpolitik.org zur Problematik der Unterscheidung von Erotik und Pornographie, und was die unsichere Situation für Creator*innen bedeutet. Ich durfte Expertise beisteuern. Das ist auch ein Ruf nach mehr Orientierung durch die Aufsichtsstellen.
🫶 Danke für den differenzierten und super erklärenden Beitrag!
I am hiring a Post-Doc researcher for 12 months on a project on Political Incivility on social media with @gba and Sara Bentivegna. Deadline 4 December. Please share! See pp. 20-22 progetti.unicatt.it/progetti-ate...
Within the context of the SIKID research project we published an interdisciplinary analysis whether and how Article 28 #DSA can be seen as a systematic tool to introduce digital children's rights to platform due diligence. https://doi.org/10.5281/zenodo.10156939 #platformgovernance #childrensrights
Screenshot of the online version of the article
Neuerscheinung: Ein Open-Access-Artikel im neuen Special Issue der "Publizistik" zu Forschungsinfrastrukturen erläutert Konzept, Aufgaben und Aufbau des “Social Media Observatory” (SMO) : link.springer.com/article/10.1... (1/7)
Article 10 ECHR – Freedom of expression Everyone has the right to freedom of expression. This right shall include freedom to hold opinions and to receive and impart information and ideas without interference by public authority and regardless of frontiers. This article shall not prevent States from requiring the licensing of broadcasting, television or cinema enterprises.
"We need age assurance for children online." Still surprised about how little policymakers talk about how that means we will need age assurance for everyone. You, me, everybody, to inform ourselves from publicly accessible sources. We really need a debate how that is compatible with Art. 10 ECHR.