der solche Aussagen von iranischen Führungsfiguren nicht ernst und für voll nimmt? Oder liegt es in irgendeiner Weise daran, dass es Israel ist, gegen das diese Drohungen gerichtet sind? (Kombinationen dieser Faktoren scheinen möglich)
Posts by Nikolaus Wildner
Liegen diese Normalisierung und Indifferenz an einer sprachlichen/kulturellen Barriere zwischen „unserer“ und der iranischen Welt? Liegt es an einem latenten westlichen Überlegenheitsgefühl bzw. -komplex,
seit den ersten Aussagen Khomeneis über die Vernichtung Israels nach der Revolution 1979, normalisiert zu sein scheinen, auch wenn sie seither immer wieder erneuert und bekräftigt worden sind.
Erstaunlich finde ich hingegen, dass Aussagen von Seiten der iranischen Staatsführung in Richtung Israel über die Auslöschung einer gesamten Nation im österreichischen/europäischen/westlichen Diskurs seit Jahrzehnten,
auch wenn diese Aussage und ihre Anwendung ein ähnliches rhetorisch-politisches Muster wie bisherige „Entgleisungen“ Trumps erkennen lassen. Darin kann ich der Kolumne Ingrid Brodnigs im Standard zu Trumps Aussage nur beipflichten.
Donald Trumps Aussage in Richtung des Iran über den möglichen „Tod einer gesamten Zivilisation“ stellt einen unfassbaren Tabubruch dar, den man nicht in die durchaus große Schublade „Verbale Entgleisungen Trumps“ ablegen und normalisieren darf,
Sehr gerne! Ich danke Ihnen.
Vielen Dank! Sehr gerne.
Der Name, auf den der erste pakistanische Pass ausgestellt worden ist: Muhammad Asad.
Dieser Punkt ist Pakistan so wichtig, dass pakistanische Reisepässe mit dem Zusatz versehen sind, dass sie für alle Länder der Welt - ausgenommen Israel - gültig sind, was nicht einer gewissen Ironie entbehrt, weil die Existenz Israels damit in jedem pakistanischen Pass schriftlich vermerkt ist.
Den jüdischen Staat betrachtet das offizielle Pakistan, trotz gewisser Parallelen, jedoch nicht als Inspiration oder Modell, sondern als Hindernis auf dem Weg zur angestrebten islamischen Restauration, was auch in der verweigerten Anerkennung Israels durch Pakistan seinen Ausdruck findet.
gefolgt von der durchaus selbstkritischen Frage: „Wenn Gott einen Juden dazu bringen kann für Pakistan zu arbeiten, warum schaffen wir Muslime dann nicht, dass es funktioniert?“
Die Filmemacher erzählen den pakistanischen Malern, dass Muhammad Asad ursprünglich ein österreichischer Jude war, was für gewisse Irritationen sorgt, die umgehend durch eine theologische Erklärung aufgelöst werden,
des deutschen Regisseurs Georg Misch:
youtu.be/YSh25GvCZ-I?...
In einer Szene des Films in Lahore bestellt ein ortsansässiger Verehrer Muhammad Asads ein Großportrait, das Asad abbilden soll.
nachdem seine Hoffnung auf eine islamische Renaissance, der er sein langes Leben gewidmet hat, in vielerlei Hinsicht enttäuscht worden war.
Einen Narrativ (von vielen möglichen) über Muhammad Asads Leben und Weg entwirft der Film „A Road to Mecca“ (2008)
Seinen Lebensabend hat Muhammad Asad in Andalusien verbracht, wo er auch begraben liegt, an einer Passage zwischen seiner europäischen und seiner islamischen Welt - und an einem Ort der Blüte islamischer Zivilisation in der Vergangenheit,
der ihn dazu motivierte, sich an der Formulierung der „intellektuellen Voraussetzungen“ für einen islamischen Staat zu beteiligen.
Muhammad Asad war später unter anderem Botschafter Pakistans bei den Vereinten Nationen, aber die Wege Asads und Pakistans sollten sich später trennen.
nachdem er als junger Mann zum Islam übergetreten war.
Nach mehreren Jahren im späteren Saudi-Arabien ging Muhammad Asad nach Britisch-Indien, wo er den muslimischen Dichter/Philosophen/Politiker Muhammad Iqbal kennenlernte,
aber zumindest war ein österreichischer Jude namens Leopold Weiss „one of the co-founders of Pakistan“ und der erste Staatsbürger des neugegründeten Staates der indischen Muslime.
Leopold Weiss aus Lemberg hieß damals aber nicht mehr Leopold Weiss, sondern Muhammad Asad (Muhammad „der Löwe“),
auch wenn Herzl 1897 in seinem Tagebuch über den ersten Zionistischen Kongress in Basel vermerkt hatte: „In Basel habe ich den Judenstaat gegründet.“
Na gut, vielleicht ist es auch eine moderate Übertreibung zu sagen, dass Pakistan von einem österreichischen Juden gegründet worden ist,
und - beide wurden von österreichischen Juden gegründet.
Na gut, dass Pakistan und Israel von österreichischen Juden gegründet worden sind, trifft vielleicht nicht ganz zu, jedenfalls nicht im Fall Israels, wenn man bedenkt, dass Theodor Herzl bereits 44 Jahre vor Israels Gründung gestorben ist,
- im Rahmen einer post-britisch-imperialen Zweistaatenlösung (die im Fall Israels nur eine Seite akzeptiert hat); beide stellen Versuche dar, einen Nationalstaat für eine Bevölkerung zu etablieren, die auch durch eine religiöse Identität miteinander verbunden ist;
hat einer weiteren Öffentlichkeit, zumindest kurz, einen Einblick in die in Pakistan weitverbreitete anti-israelische bzw. auch antisemitische Grundstimmung gewährt.
Dabei haben Pakistan und Israel viele Gemeinsamkeiten:
Beide sind fast zur selben Zeit (1947; 1948) entstanden -
Der mittlerweile gelöschte Tweet des pakistanischen Verteidigungsministers Khawaja Asif, in dem dieser Israel als „Fluch für die Menschheit“ und als „Krebsgeschwür“ bezeichnet und erklärt hat, dass er dafür bete, dass Israels Gründer „in der Hölle brennen“, 👇🧵
wird vermutlich über seinen Fortbestand entscheiden. Regimen in der Endphase gelingt das für gewöhnlich nicht, oder jedenfalls nicht rechtzeitig. Wir werden vielleicht bald sehen, ob das iranische Regime in seiner Endphase angekommen ist.
Viel eher scheint es, zumindest heute Früh, dass die iranischen Verhandlungsstrategien nicht mehr die Ergebnisse erzielen, die man sich dort von ihnen in der Vergangenheit gewohnt war. Ob das Regime der Islamischen Republik jetzt imstande ist schnell umzudenken,
in der viele (gewichtige) Stimmen die iranische Position groß und die US-amerikanische klein geschrieben haben, so wie in einer völlig übertriebenen Schlagzeile der New York Times vor einigen Tagen.
Die Iraner könnten sich, erneut, verpokert haben, nachdem sie ihre eigene Verhandlungsposition möglicherweise (weit) überschätzt haben. Dabei könnte auch die globale Berichterstattung im Vorfeld der Verhandlungen eine Rolle gespielt haben,
Und dazu kommt noch, dass in Europa vor 87-81 Jahren zwei Drittel der jüdischen Bevölkerung physisch vernichtet worden sind, was man zumindest in Israel nicht vergisst.
vermutlich auch, weil ja die selben Europäer in der Frage des Ukrainekriegs keineswegs ein unumstößliches Primat der Diplomatie zur „Konfliktlösung“ vertreten.