<Die technisch-industrielle Zivilisation überstrapaziert in der zunehmenden Undurchsichtigkeit und Abstraktheit ihres organisatorischen Gefüges nicht allein die Fassungskraft des Normalmenschen, sondern nicht weniger die der Manager auf den Kommandohöhen der modernen Machtapparate in Politik und Wirtschaft.> Ich denke, Sie sind nicht weit von der Wahrheit, wenn Sie unsere Welt beschreiben als ein nur locker geordnetes Informationschaos aus Denkstoff, das offen und unabgeschlossen sich in schneller Veränderung befindet, dabei überbelichtet und nur durch Schlaf aus den Augen zu bringen ist. Der einzelne hat keinerlei geringste Chance der wirklichen, d. h. aktiven Reaktion auf diese Veränderungen, er weiß aber, daß irgendwelche Folgen morgen bei ihm zur Tür hereinkommen können. Das Ganze wäre eine Hölle und nicht zu ertragen, wenn man nicht immer wieder im nächsten Umkreis seiner physischen Reichweite von 80 cm die Wirklichkeit anträfe, unbezweifelbar Erfahrenes, Auge in Auge gesagtes Wort. Wenn man nicht an die göttliche Lenkung dieser täglichen Ereignismassen glauben kann, ist einem auch noch die große und so menschliche Entlastung genommen, die in allen früheren Jahrhunderten darin lag, daß es doch eine Reaktion auf das Ganze der Erfahrung gab, wenn man sich an den personalen Weltgrund wendete.
Gehlen 1961 hellsichtig (wie so oft). "Das Ganze [des Informatioschaos'] wäre eine Hölle und nicht zu ertragen, wenn man nicht immer wieder im nächsten Umkreis seiner physischen Reichweite von 80 cm die Wirklichkeit anträfe, unbezweifelbar Erfahrenes, Auge in Auge […]
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