Advertisement · 728 × 90
#
Hashtag
#Hedemann
Advertisement · 728 × 90
Foto zeigt Anne Wolf, sie ist Designerin und Coach. Vor 20 Jahren gründete die 46-Jährige in Berlin das Brautmode-Label ANNE WOLF. Als Bridal Coach hilft sie Bräuten durch die aufwühlende Zeit vor der Hochzeit. Sie hat vor 15 Jahren geheiratet (Bild oben) und lebt und arbeitet seit 2022 mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern auf Mallorca. 

Foto: Philipp Kuhn/oho

Foto zeigt Anne Wolf, sie ist Designerin und Coach. Vor 20 Jahren gründete die 46-Jährige in Berlin das Brautmode-Label ANNE WOLF. Als Bridal Coach hilft sie Bräuten durch die aufwühlende Zeit vor der Hochzeit. Sie hat vor 15 Jahren geheiratet (Bild oben) und lebt und arbeitet seit 2022 mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern auf Mallorca. Foto: Philipp Kuhn/oho

Bild vom Cover des Buches „Wer heiratet, muss nicht zu allem JA sagen“

Buchbeschreibung

Von Brautkleid bis Gästeliste, von Ehevertrag bis Steuervorteil – ehrliche Antworten für moderne Bräute: Die Brautmoden-Designerin Anne Wolf und die Expertin für Frauenfinanzen Magdalena Sporkmann haben sich zusammengetan. Ihr Ratgeber weist den Weg zur Traumhochzeit und in eine selbstbestimmte Ehe.

Magdalena Sporkamann und Anne Wolf, Wer heiratet muss nicht zu allem Ja sagen, Penguin Verlag, 2025, 18 Euro.

Bild vom Cover des Buches „Wer heiratet, muss nicht zu allem JA sagen“ Buchbeschreibung Von Brautkleid bis Gästeliste, von Ehevertrag bis Steuervorteil – ehrliche Antworten für moderne Bräute: Die Brautmoden-Designerin Anne Wolf und die Expertin für Frauenfinanzen Magdalena Sporkmann haben sich zusammengetan. Ihr Ratgeber weist den Weg zur Traumhochzeit und in eine selbstbestimmte Ehe. Magdalena Sporkamann und Anne Wolf, Wer heiratet muss nicht zu allem Ja sagen, Penguin Verlag, 2025, 18 Euro.

Bild zeigt einen Artikel aus der Tageszeitung „Die Rheinpfalz“. Der Inhalt beginnt ab hier: 

Foto über dem Artikel zeigt Brautpaar, das sich küsst. Fotografiert von Stephanie Leisten/oho

Artikeltext Teil 1 ab hier:
Das Kleid und die gute Ehe

Anne Wolf designt und schneidert seit über 20 Jahren Brautkleider und berät Bräute. Jetzt hat sie mit einer Expertin für Frauen-Finanzen das Buch „Wer heiratet, muss nicht zu allem Ja sagen“ geschrieben. Im Interview spricht sie über Tränen bei der Brautkleid-Anprobe, und wie man mit anstrengenden Schwiegereltern umgeht. Von Philipp Hedemann
Frau Wolf, wie wichtig ist das richtige Kleid bei der Hochzeit?
Für die meisten Frauen ist es sehr wichtig. Sie freuen sich darauf, in einem tollen Kleid zu heiraten, zugleich setzt es sie aber auch unter Druck, das perfekte Kleid zu finden. Manche Frauen denken, dass sie vor Glück in Tränen ausbrechen müssen, wenn sie das richtige Kleid anprobieren. Das kann passieren, muss aber natürlich nicht.

Wen soll die Braut zur Kleider-Auswahl mitnehmen?
Nur Menschen, deren Meinung sie auch aushält. Die meisten Bräute wollen ihre Männer am Tag der Hochzeit mit ihrem Kleid überraschen, aber manche bringen ihre zukünftigen Männer auch schon zur Anprobe mit. Das ist immer sehr harmonisch, da der Mann in die oft stressige Vorbereitung, die oft größtenteils an den Frauen hängen bleibt, eingebunden ist. Aber natürlich kann die Braut auch ganz alleine kommen.

In der Werbung für Brautkleider – auch in Ihrer – haben die Bräute immer eine perfekte Figur. Setzt das Frauen nicht wahnsinnig unter Druck?
Natürlich setzt die Werbung Bräute unter Druck, das ist ja nicht nur im Bereich Hochzeiten der Fall. Zumal fast alle Fotos nachbearbeitet sind. Die Models und Bräute sehen ja nicht in echt alle so perfekt aus. Werbung, Filme und Social Media prägen das Bild, das wir von Bräuten haben. Ich muss gestehen: Ich bin Teil dieses Systems, zumal ich als Designerin bei der Fernsehshow „Zwischen Tüll und Tränen“ mitmache. Bezogen aufs Körperbild und Frauentyp ist die Sendung schon recht divers aufgestellt. Ich versuche dort zu zeigen, dass keine Braut sich gängigen Idealen beugen muss. Zu mir kommen deshalb auch viele Bräute, die kein Prinzessinnenkleid suchen. Ich bin offen für alle Wünsche. Wenn eine Frau mit Totenkopf auf ihrem Kleid heiraten möchte – bitteschön. Wenn jemand Bock hat, in Grün zu heiraten, dann schneidere ich ein grünes Kleid.

Sie nehmen meist einige Monate vor der geplanten Hochzeit erstmals Maß. Viele Bräute sagen Ihnen dann, dass sie bis zur Hochzeit noch abnehmen wollen. Wie gehen Sie damit um?
Ich setze natürlich keine Frau unter Druck, abzunehmen. Aber ich frage schon, ob sie bis zur Hochzeit noch schwanger werden oder abnehmen wollen. Wenn wir davon ausgehen, dass die Maße sich noch ändern könnten, machen wir die finale Anprobe möglichst kurz vor der Hochzeit.

Wie viel geben Bräute für ihr Kleid aus?
Das ist eine Frage des Budgets und der Priorität. Manche Frauen heiraten in einem 19,95 Euro-Kleid von H&M – und sind damit total happy. Die günstigsten Hochzeitskleider von der Stange gibt es ab 700 Euro, nach oben gibt es kein Limit. Für meine handgefertigten und maßgeschneiderten Unikate geben die Bräute meist zwischen 2500 und 5000 Euro aus.

Sie sind nicht nur Hochzeitsmoden-Designerin, sondern auch Braut-Coach. Was macht ein Braut-Coach genau?
Coaches unterstützen Menschen, Lösungen für Probleme zu finden, die sie gerade nicht alleine sehen können. Ich mache das mit Bräuten. Ich fertige seit 20 Jahren Maßkleider an. Weil die Bräute mehrfach zu Anproben kommen, verbringe ich viel Zeit mit ihnen. Dabei habe ich immer wieder gemerkt, dass es ihnen nicht nur um die Anproben, sondern auch die Zeit geht, die sie mitten im Hochzeitsvorbereitungsstress haben, über sich und die bevorstehende Hochzeit zu sprechen. Ich kann gut zuhören und konnte ihnen aus meiner eigenen Erfahrung und aus der Erfahrung all „meiner“ Bräute viele Tipps geben.

Bild zeigt einen Artikel aus der Tageszeitung „Die Rheinpfalz“. Der Inhalt beginnt ab hier: Foto über dem Artikel zeigt Brautpaar, das sich küsst. Fotografiert von Stephanie Leisten/oho Artikeltext Teil 1 ab hier: Das Kleid und die gute Ehe Anne Wolf designt und schneidert seit über 20 Jahren Brautkleider und berät Bräute. Jetzt hat sie mit einer Expertin für Frauen-Finanzen das Buch „Wer heiratet, muss nicht zu allem Ja sagen“ geschrieben. Im Interview spricht sie über Tränen bei der Brautkleid-Anprobe, und wie man mit anstrengenden Schwiegereltern umgeht. Von Philipp Hedemann Frau Wolf, wie wichtig ist das richtige Kleid bei der Hochzeit? Für die meisten Frauen ist es sehr wichtig. Sie freuen sich darauf, in einem tollen Kleid zu heiraten, zugleich setzt es sie aber auch unter Druck, das perfekte Kleid zu finden. Manche Frauen denken, dass sie vor Glück in Tränen ausbrechen müssen, wenn sie das richtige Kleid anprobieren. Das kann passieren, muss aber natürlich nicht. Wen soll die Braut zur Kleider-Auswahl mitnehmen? Nur Menschen, deren Meinung sie auch aushält. Die meisten Bräute wollen ihre Männer am Tag der Hochzeit mit ihrem Kleid überraschen, aber manche bringen ihre zukünftigen Männer auch schon zur Anprobe mit. Das ist immer sehr harmonisch, da der Mann in die oft stressige Vorbereitung, die oft größtenteils an den Frauen hängen bleibt, eingebunden ist. Aber natürlich kann die Braut auch ganz alleine kommen. In der Werbung für Brautkleider – auch in Ihrer – haben die Bräute immer eine perfekte Figur. Setzt das Frauen nicht wahnsinnig unter Druck? Natürlich setzt die Werbung Bräute unter Druck, das ist ja nicht nur im Bereich Hochzeiten der Fall. Zumal fast alle Fotos nachbearbeitet sind. Die Models und Bräute sehen ja nicht in echt alle so perfekt aus. Werbung, Filme und Social Media prägen das Bild, das wir von Bräuten haben. Ich muss gestehen: Ich bin Teil dieses Systems, zumal ich als Designerin bei der Fernsehshow „Zwischen Tüll und Tränen“ mitmache. Bezogen aufs Körperbild und Frauentyp ist die Sendung schon recht divers aufgestellt. Ich versuche dort zu zeigen, dass keine Braut sich gängigen Idealen beugen muss. Zu mir kommen deshalb auch viele Bräute, die kein Prinzessinnenkleid suchen. Ich bin offen für alle Wünsche. Wenn eine Frau mit Totenkopf auf ihrem Kleid heiraten möchte – bitteschön. Wenn jemand Bock hat, in Grün zu heiraten, dann schneidere ich ein grünes Kleid. Sie nehmen meist einige Monate vor der geplanten Hochzeit erstmals Maß. Viele Bräute sagen Ihnen dann, dass sie bis zur Hochzeit noch abnehmen wollen. Wie gehen Sie damit um? Ich setze natürlich keine Frau unter Druck, abzunehmen. Aber ich frage schon, ob sie bis zur Hochzeit noch schwanger werden oder abnehmen wollen. Wenn wir davon ausgehen, dass die Maße sich noch ändern könnten, machen wir die finale Anprobe möglichst kurz vor der Hochzeit. Wie viel geben Bräute für ihr Kleid aus? Das ist eine Frage des Budgets und der Priorität. Manche Frauen heiraten in einem 19,95 Euro-Kleid von H&M – und sind damit total happy. Die günstigsten Hochzeitskleider von der Stange gibt es ab 700 Euro, nach oben gibt es kein Limit. Für meine handgefertigten und maßgeschneiderten Unikate geben die Bräute meist zwischen 2500 und 5000 Euro aus. Sie sind nicht nur Hochzeitsmoden-Designerin, sondern auch Braut-Coach. Was macht ein Braut-Coach genau? Coaches unterstützen Menschen, Lösungen für Probleme zu finden, die sie gerade nicht alleine sehen können. Ich mache das mit Bräuten. Ich fertige seit 20 Jahren Maßkleider an. Weil die Bräute mehrfach zu Anproben kommen, verbringe ich viel Zeit mit ihnen. Dabei habe ich immer wieder gemerkt, dass es ihnen nicht nur um die Anproben, sondern auch die Zeit geht, die sie mitten im Hochzeitsvorbereitungsstress haben, über sich und die bevorstehende Hochzeit zu sprechen. Ich kann gut zuhören und konnte ihnen aus meiner eigenen Erfahrung und aus der Erfahrung all „meiner“ Bräute viele Tipps geben.

Artikeltext Teil 2 ab hier:

Findet die Braut diese Tipps nicht auch im Internet?
Wie man entspannt und selbstbestimmt heiratet, steht nicht im Internet. Da hilft dir auch ChatGPT nicht weiter. Viele Bräute denken deshalb: Da muss ich jetzt ganz alleine durch und sind darum vor und während ihrer Hochzeit wahnsinnig gestresst. Das muss nicht sein. Darum habe ich eine Coaching-Ausbildung gemacht und Tools und Methoden erlernt, mit denen ich Bräuten noch besser helfen kann.

Die Hochzeit soll der schönste Tag des Lebens sein. Wie schafft man es, eine Traumhochzeit zu feiern und nicht ein Hochzeits-Trauma zu erleiden?
Indem man sich vom Druck, dass die Hochzeit der schönste Tag des Lebens werden muss und den Erwartungen von Familie und Freunden freimacht und so heiratet, wie man es selbst möchte. Ohne sich zu verstellen. Es ist doch großartig, wenn du einen Menschen gefunden hast, mit dem du eine Familie gründen oder dein Leben verbringen willst und das feiern möchtest. Da hat niemand das Recht zu sagen, wie du das machen sollst. Wenn du in Jogginghose heiraten willst, heiratest du in Jogginghose.

Konflikte gibt es immer wieder bei der Frage: Wen laden wir ein? Was raten Sie Ihren Bräuten?
Ich sage ihnen: Lade nur diejenigen ein, mit denen du wirklich feiern möchtest. Ich kann aber auch gut verstehen, dass es für viele Paare sehr herausfordernd ist, Tante X und Onkel Y nicht einzuladen, weil es hier nicht um Organisation, sondern um Beziehungen geht. Ich hatte Bräute, die während der Corona-Pandemie geheiratet haben. Einige von ihnen waren froh, dass sie aufgrund der Schutzmaßnahmen die Hälfte der Gäste wieder ausladen mussten – oder besser gesagt: durften.

Diese Corona-Einschränkungen gibt es zum Glück nicht mehr.
Richtig. Jetzt müssen die Paare wieder selbst Grenzen ziehen und diese kommunizieren. Dazu müssen sie zunächst rausfinden, was sie selbst möchten. Wenn man beispielsweise mit jedem Gast in Ruhe sprechen möchte, lädt man maximal 20 Leute ein. Wenn man weiß, was man will, ist es leichter zu sagen: „So stellen wir uns unsere Hochzeit vor, und darum bist du nicht eingeladen.“

Wie geht man damit um, wenn Eltern oder Schwiegereltern ganz andere Vorstellungen von der geplanten Hochzeit haben?
Wenn man sich dafür entschieden hat, sie dennoch einzuladen, halte ich es für sinnvoll, sie begrenzt in die Vorbereitungen einzubinden, statt sie auszuschließen. Wenn man ihnen die Verantwortung für einen Teilbereich überträgt, der einem selbst nicht so wichtig ist – zum Beispiel die Blumendekoration – senkt man so das Risiko, dass sie sich überall einmischen. Eltern und Schwiegereltern haben oft starke Vorstellungen, weil Hochzeit für ihre Generation eine große symbolische Bedeutung hat. Wichtig ist, dass man als Paar zuerst die eigenen Prioritäten erkennt und diese klar kommuniziert. Das Einbinden der Eltern kann sinnvoll sein, aber nicht aus Pflichtgefühl, sondern nur dort, wo es sich stimmig anfühlt und wirklich entlastet. Unterstützung ist hilfreich, Einmischung nicht, diesen Unterschied darf man freundlich, aber deutlich setzen.

Darf man die Kinder von Hochzeitsgästen explizit ausladen, weil man eine Erwachsenenparty feiern möchte?
Natürlich darf man das, aber man sollte sich darüber im Klaren sein, dass es zu Konflikten führen kann und dass einige Gäste dann vielleicht nicht kommen können oder wollen. Paare, die dafür ein Budget haben, können das Problem dadurch lösen, dass sie eine Kinderbetreuung organisieren, sodass die Erwachsenen unbeschwert und unter sich feiern können.

Für wen macht man sich eigentlich so viel Mühe? Für sich selbst, für die Gäste oder für Instagram?
Im Idealfall spiegelt eine Hochzeit dich und deine Beziehung wider und der Aufwand hat sich für dich und deine Gäste gelohnt. Wenn jemand sein ganzes Leben auf Instagram postet, habe ich jedoch volles Verständnis dafür, dass die Hochzeit auch auf Instagram geil aussehen soll.

In Deutschland gibt es immer mehr Hochzeitsplaner. Woran liegt das? Früher hat man doch auch ohne Wedding-Planner geheiratet!
Der Trend zum Wedding-Planner kam vor ungefähr zehn Jahren aus Amerika verstärkt nach Deutschland. Zu Beginn war es allerdings noch etwas verpönt, damals wurden Wedding-Planner oft etwas verschämt als Freundin oder Freund ausgegeben. Das hat sich geändert. Weil bei vielen Paaren die Ansprüche an ihre eigene Hochzeit gestiegen sind, ist es nicht mehr tabuisiert, einen Wedding-Planner zu engagieren. Letztlich ist ein Wedding Planner nichts anderes als ein Eventmanager. Wer keine Zeit oder Lust hat, seine Hochzeit zu planen und das entsprechende Budget hat, kann es outsourcen, um im Vorfeld der Hochzeit nicht gestresst zu sein und um am Hochzeitstag abschalten und genießen zu können.

Kann man trotz einer misslungenen Hochzeitsparty eine gute Ehe führen? Oder ist das gleich ein schlechtes Omen?
Natürlich! Ich bin nicht abergläubisch. Viele sage ja auch, es bringe Unglück, wenn der Bräutigam das Kleid vor der Hochzeit nicht sehen darf. Das ist Quatsch. Mein Mann hat mein Kleid vor dem Hochzeitstag gesehen und wir führen seit 15 Jahren eine super Ehe. Aber leider gilt auch: Eine gelungene Hochzeitsfeier ist keine Garantie für eine gelingende Ehe.

Artikeltext Teil 2 ab hier: Findet die Braut diese Tipps nicht auch im Internet? Wie man entspannt und selbstbestimmt heiratet, steht nicht im Internet. Da hilft dir auch ChatGPT nicht weiter. Viele Bräute denken deshalb: Da muss ich jetzt ganz alleine durch und sind darum vor und während ihrer Hochzeit wahnsinnig gestresst. Das muss nicht sein. Darum habe ich eine Coaching-Ausbildung gemacht und Tools und Methoden erlernt, mit denen ich Bräuten noch besser helfen kann. Die Hochzeit soll der schönste Tag des Lebens sein. Wie schafft man es, eine Traumhochzeit zu feiern und nicht ein Hochzeits-Trauma zu erleiden? Indem man sich vom Druck, dass die Hochzeit der schönste Tag des Lebens werden muss und den Erwartungen von Familie und Freunden freimacht und so heiratet, wie man es selbst möchte. Ohne sich zu verstellen. Es ist doch großartig, wenn du einen Menschen gefunden hast, mit dem du eine Familie gründen oder dein Leben verbringen willst und das feiern möchtest. Da hat niemand das Recht zu sagen, wie du das machen sollst. Wenn du in Jogginghose heiraten willst, heiratest du in Jogginghose. Konflikte gibt es immer wieder bei der Frage: Wen laden wir ein? Was raten Sie Ihren Bräuten? Ich sage ihnen: Lade nur diejenigen ein, mit denen du wirklich feiern möchtest. Ich kann aber auch gut verstehen, dass es für viele Paare sehr herausfordernd ist, Tante X und Onkel Y nicht einzuladen, weil es hier nicht um Organisation, sondern um Beziehungen geht. Ich hatte Bräute, die während der Corona-Pandemie geheiratet haben. Einige von ihnen waren froh, dass sie aufgrund der Schutzmaßnahmen die Hälfte der Gäste wieder ausladen mussten – oder besser gesagt: durften. Diese Corona-Einschränkungen gibt es zum Glück nicht mehr. Richtig. Jetzt müssen die Paare wieder selbst Grenzen ziehen und diese kommunizieren. Dazu müssen sie zunächst rausfinden, was sie selbst möchten. Wenn man beispielsweise mit jedem Gast in Ruhe sprechen möchte, lädt man maximal 20 Leute ein. Wenn man weiß, was man will, ist es leichter zu sagen: „So stellen wir uns unsere Hochzeit vor, und darum bist du nicht eingeladen.“ Wie geht man damit um, wenn Eltern oder Schwiegereltern ganz andere Vorstellungen von der geplanten Hochzeit haben? Wenn man sich dafür entschieden hat, sie dennoch einzuladen, halte ich es für sinnvoll, sie begrenzt in die Vorbereitungen einzubinden, statt sie auszuschließen. Wenn man ihnen die Verantwortung für einen Teilbereich überträgt, der einem selbst nicht so wichtig ist – zum Beispiel die Blumendekoration – senkt man so das Risiko, dass sie sich überall einmischen. Eltern und Schwiegereltern haben oft starke Vorstellungen, weil Hochzeit für ihre Generation eine große symbolische Bedeutung hat. Wichtig ist, dass man als Paar zuerst die eigenen Prioritäten erkennt und diese klar kommuniziert. Das Einbinden der Eltern kann sinnvoll sein, aber nicht aus Pflichtgefühl, sondern nur dort, wo es sich stimmig anfühlt und wirklich entlastet. Unterstützung ist hilfreich, Einmischung nicht, diesen Unterschied darf man freundlich, aber deutlich setzen. Darf man die Kinder von Hochzeitsgästen explizit ausladen, weil man eine Erwachsenenparty feiern möchte? Natürlich darf man das, aber man sollte sich darüber im Klaren sein, dass es zu Konflikten führen kann und dass einige Gäste dann vielleicht nicht kommen können oder wollen. Paare, die dafür ein Budget haben, können das Problem dadurch lösen, dass sie eine Kinderbetreuung organisieren, sodass die Erwachsenen unbeschwert und unter sich feiern können. Für wen macht man sich eigentlich so viel Mühe? Für sich selbst, für die Gäste oder für Instagram? Im Idealfall spiegelt eine Hochzeit dich und deine Beziehung wider und der Aufwand hat sich für dich und deine Gäste gelohnt. Wenn jemand sein ganzes Leben auf Instagram postet, habe ich jedoch volles Verständnis dafür, dass die Hochzeit auch auf Instagram geil aussehen soll. In Deutschland gibt es immer mehr Hochzeitsplaner. Woran liegt das? Früher hat man doch auch ohne Wedding-Planner geheiratet! Der Trend zum Wedding-Planner kam vor ungefähr zehn Jahren aus Amerika verstärkt nach Deutschland. Zu Beginn war es allerdings noch etwas verpönt, damals wurden Wedding-Planner oft etwas verschämt als Freundin oder Freund ausgegeben. Das hat sich geändert. Weil bei vielen Paaren die Ansprüche an ihre eigene Hochzeit gestiegen sind, ist es nicht mehr tabuisiert, einen Wedding-Planner zu engagieren. Letztlich ist ein Wedding Planner nichts anderes als ein Eventmanager. Wer keine Zeit oder Lust hat, seine Hochzeit zu planen und das entsprechende Budget hat, kann es outsourcen, um im Vorfeld der Hochzeit nicht gestresst zu sein und um am Hochzeitstag abschalten und genießen zu können. Kann man trotz einer misslungenen Hochzeitsparty eine gute Ehe führen? Oder ist das gleich ein schlechtes Omen? Natürlich! Ich bin nicht abergläubisch. Viele sage ja auch, es bringe Unglück, wenn der Bräutigam das Kleid vor der Hochzeit nicht sehen darf. Das ist Quatsch. Mein Mann hat mein Kleid vor dem Hochzeitstag gesehen und wir führen seit 15 Jahren eine super Ehe. Aber leider gilt auch: Eine gelungene Hochzeitsfeier ist keine Garantie für eine gelingende Ehe.

#Brautkleid: wichtig
#Ehe: noch wichtiger

Anne Wolf sagt: Heiraten heißt nicht, zu allem Ja zu sagen – weder beim Kleid noch bei Schwiegereltern oder Gästeliste.

Ob 19,95 € von H&M oder Maßanfertigung: Hauptsache, ihr stresst euch nicht!

© Die #Rheinpfalz, Von Philipp #Hedemann

#Hochzeit

1 0 0 0