Ausschnitt aus Akte "Vorgeschichte der Tat. Die Endlösung der Jugendfrage..." (sic!)
#Recherchetagebuch
Offizielle Urteilsschrift eines deutschen Gerichts, 1967.
[Q: Bundesarchiv]
🤦
Ausschnitt aus Akte "Vorgeschichte der Tat. Die Endlösung der Jugendfrage..." (sic!)
#Recherchetagebuch
Offizielle Urteilsschrift eines deutschen Gerichts, 1967.
[Q: Bundesarchiv]
🤦
#Recherchetagebuch
Beim "Stochern im Nebel" ist die Veröffentlichung d. Kartei wirklich hilfreich.
Überlebende von NS-Verbrechen erinnern sich häufig nur vage an Namen von Täter*innen - so wie an "Kinnemann", einen der schlimmsten Mörder bei der #HASAG, über den man kaum etwas weiß. Hier ist er nun.
#Recherchetagebuch
Lese in der #HASAG -Werkzeitschrift v. Januar 1941 (!) einen Text über Polen. Beschreibung d. Insass*innen des Warschauer Ghettos als "Abschaum der Menschheit ... dreckig und schmierig". Und die Ankündigung, dass das "Problem" bald "gelöst werden wird."
Sprache geht Taten voraus.
#Recherchetagebuch
Dieser wichtige Hinweis half mir, in den vergangenen Tagen relativ unkompliziert Angaben zu einer Reihe von Akteuren mit Verbindung zur #HASAG zu finden. Dabei gab es auch neue Fotos, z.B. zu ihm hier.
➡️ hasagpuzzle.hypotheses.org/1726 1/x
Dokument, Auszug: "SS-Oberführer Frhr.v.Schade im Stabe RFSS, SS-Gericht. München, den 26. Februar 1936 Bericht über meine Tätigkeit gelegentlich der Kommandierung zu den 4. Olympischen Winterspielen 1936 in Garmisch-Partenkirchen. Am Tage des kameradschaftlichen Zusammenseins des Führerkorps, gemäss Einladung des Stellvertreters des Führers in München, forderte der Stellvertreter des Führers durch Vermittlung des Pg. Wulffen von der RFSS einen hohen Führer im Dienstgrad eines Oberführers an zur Betreuung bezw. zur Regelung der Besetzung der Ehrentribünen bei den Olympischen Winterspielen. RFSS sprach die Kommandierung schriftlich aus. Offizielle Liste der Ehrengäste füge ich bei. Von vorneherein stand fest, dass die Aufgabe ausserordentlich delikat und schwierig war, da nach dem Olympischen Protokoll der Präsident des Olympischen Komitees Graf Baillet-Latour Hausherrenrechte genoss und dass nicht wie sonst Partei oder Staat Veranstalter der Spiele waren. Die von der Weltsportpresse besonders gewürdigte Tatsache, dass nämlich die Führer von Partei und Staat keine gesonderten Plätze einnahmen, sondern sich als Privatpersonen betrachteten, erschwerte auf der anderen Seite meine Aufgabe ungemein. Der in den Zeitungen veröffentlichte Aufruf des Stellvertreters des Führers vor Beginn der Spiele, wonach nur Besitzer von rechtmässigen Karten Plätze einnehmen durften war daher besonders notwendig. Leider wurde er nur in geringem Masse beachtet."
SS-Stammrollenauszug mit Foto von von Schade, im Hintergrund: "Hugo Schneider Aktiengesellschaft, Werk Meuselwitz"
#Recherchetagebuch #Olympia
Bei den Winterspielen in Garmisch-Partenkirchen 1936 regelte SS-Oberführer Hermann Freiherr von Schade die Besetzung der Ehrentribünen.
1939 wurde er Betriebsführer der #HASAG in #Meuselwitz und leitete die Belieferung der Waffen-SS mit HASAG-Munition ein.
[Q: BArch]
Buch „Leipziger Pitaval“
Textauszug: voll die plätze hatten. Doch sie der dalitarmissionen, die reservierte Plätze hatten. Doch sie würden wiederkommen. Sie wußten: Der Prozeß, an dem sie teilnehmen wollten, würde lange, sehr lange dauern. Die Erste Strafkammer des Landgerichts Leipzig hatte ursprünglich im Plenarsaal des ehemaligen Reichsgerichts verhandeln wollen, war aber dann in Erwartung eines großen Zu. schauerstroms in den weit größeren Saal der Baumwollspinnere ausgewichen. Auf dem provisorisch aufgebauten Podium hatte Amtsgerichtsrat Hölzer, der den Vorsitz führte, die beisitzend Richter und die Schöffen Platz genommen. Die Anklage vert Sachsens Generalstaatsanwalt Dr. Rolf Helm. Auf der Anklagebank saßen 21 Männer und eine Frau, ehe lige Direktoren, Meister, Schichtführer und Wachmänner Hasag. Die Anklageschrift, 170 Seiten zählend, warf ihnen , brechen gegen die Menschlichkeit nach Direktive 38 in V Refehl 201 der SMA« vor, begangen 1940 bis 19
#Recherchetagebuch
ostdeutsche True Crime
Seite aus Adressbuch, darauf Werbung und der Hinweis: "Weist überall alte oder unvollständige Adreßbücher zurück! Sie schädigen Euch!"
#Recherchetagebuch
Kleiner Reminder.
(Q: SLUB)
Anzeige bei ebay: "GG Paketkarte HASAG Panzerfaust Frauenlager Altenburg KZ Ravensbrück Konskie '43", Preis: 499,99 Euro
#Recherchetagebuch
Neulich waren Versteigerungen von Relikten des #Holocaust Thema. Jetzt stolpere ich über das hier.
In dieser Anzeige soll wohl der Preis durch Schlagwörter wie "KZ" & " #Ravensbrück" nach oben geschoben werden - obwohl der hist. Zusammenhang in dem Fall zivile #Zwangsarbeit ist.
#Recherchetagebuch
Gerade lerne ich, von wem dieser Persilschein für einen ehem. SS-Mann bei der #HASAG stammt - Oberstleutnant Paul Soika. Der hatte Erfahrung mit Lügenmärchen: Im Nürnberger Prozess sagte er aus, er habe für Albert Speer 1945 Giftgas [!] besorgen sollen, um Hitler zu beseitigen.
"Er stand dem Wesen der SS-Organisation innerlich und äußerlich fern und benutzte seine nominelle und ihm „ehrenhalber“ ohne sein persönliches Zutun zugefallene Ehrung in der SS und damit seinen letzten Dienstgrad als Obersturmführer, um betriebliche Dinge gegen die Parteiorgane zu ordnen und darüber hinaus ohne Ansehen der Person sich für von der Partei und ihren Organen politisch Verfolgte einzusetzen. Diese letztere uneigennützige Handlungsweise des Herrn Bretschneider verdient im Sinne des Säuberungsgesetzes besonders hervorgehoben zu werden."
Der daily Persilschein im #Recherchetagebuch:
"...benutzte seine nominelle und ihm „ehrenhalber“ ohne sein persönliches Zutun zugefallene Ehrung in der SS und damit seinen letzten Dienstgrad als Obersturmführer, um [...] sich für von der Partei und ihren Organen politisch Verfolgte einzusetzen." 🤡
Dokument mit der Einstufung als "Kategorie V", "unbedenklich", 2.2.1948. [Q: Landesarchiv NRW]
Schreiben der Israelitischen Religionsgemeinde Leipzig an J+dische Gemeinde Düsseldorf mit Bitte um Überstellung des Beschuldigten nach Leipzig, 3.2.1948. [Q: Hauptstaatsarchiv Dresden]
Begründung der Einstellung des Verfahrens 1968 (Auszug) - kein "hinreichender Verdacht eines noch nicht der Strafverfolgungsverjährung unterliegenden Verbrechens". [Q: Bundesarchiv]
#Recherchetagebuch
Immer wieder bemerkenswerte Parallelitäten: Am 2.2.1948 wird ein ehem. #HASAG- Meister als "entlastet" entnazifiziert. Nur einen Tag später bittet die jüdische Gemeinde #Leipzig um Strafverfolgung - ohne Erfolg.
1968 wird ein erneutes Verfahren u.a. wegen Verjährung eingestellt.
Artikel "Unser Staat läßt nicht mit sich spaßen. Urteile des Sondergerichts wegen kommunistischer Umtriebe"
#Recherchetagebuch
Der "Freiheitskampf" berichtet am 22.10.1935 über ein Sondergerichts-Verfahren gegen 21 Bewohner*innen des "sogenannten Barnecker Viertels in [ #Leipzig-] #Leutzsch, einen Ortsteil also, der von jeher als Brutstätte kommunistischer Umtriebe bekannt war."
[Q: SLUB Dresden]
Stimmung der deutschen Bevolkerung in Bezug aut den Ein- satz der ausländischen Arbeitskräfte Eine Anzahl deutscher Volksgenossen ist noch gegen den Einsatz der ausländischen Arbeitskräfte eingestellt. Sie kennen entweder noch nicht die Gründe für den Einsatz dieser Kräfte oder haben noch nicht begriffen, dass der Einsatz dez ausländischen Arbeitskräfte für das Deutsche Reich eine Notwendigkeit ist.
Diese Feststellungen, die die Bevölkerung fast täglich an einer Anzahl Ausländer machen kann, werden nun oft verallgemeinert. Sie werden von einzelnen Volksgenossen, insbesondere Frauen, so ausgelegt, als wenn durch den Einsatz der Ausländer dem deutschen Volke eine besondere Gefahr in Bezug auf den Bestand und die Sicherheit und auch in bevölkerungspolitischer insicht drohe. Wenn auch diese Volksgenossen in der Minderheit sind, so kann durch Weitergabe von beobachteten Füllen mit der Zeit doch eine gewisse Unsichterheit in der Bevölkerung entstehen.
Um die abfällige Einstellung eines Teils der Volksgenossen gegenüber den Auslliniereinsatz zu indern, dürften folgende Maßnahmen notwendig sein: 1. Ausnahmsloses Verbot des Wohnens von ausländischen Arbeits. Kräften in Privatquartieren. Unterbringung nur in Wohn-lagern. Nach den neuen Weisungen dürfen eneu hereinkon-mende Ausländer nur noch lagermässig untergebracht werden;
2. Laufende betriebliche und - falls notwendig- polizeiliche Kontzolle der Lagerinsassen; Begrenzung des Ausganges, dafür erhöhte Freizeigestaltung durch den Betrieb. 3. Erziehung der ausländischen Arbeitskräfte zum Sich-einfügen in deutsche Verhältnisse. 4. Erhöhte Aufklärung der deutschen Volksgenossen über die Notwendigkelt des Ausländereinsatzes durch Partei und Presse
#Recherchetagebuch
1943 bemängelt der SD in #Leipzig, dass die deutsche Bevölkerung Vorbehalte gegen den Einsatz ausländischer Zwangsarbeiter*innen habe, weil sie diese als Gefahr ansehe. Als Lösung wird vorgeschlagen: noch mehr Repression gegen die Zwangsarbeitenden.
[Q: Staatsarchiv Dresden]
Schwarz-Weiß-Foto: Gruppe von ca. 30 Frauen, in der Mitte zwei uniformierte Männer.
#Recherchetagebuch
Je kleiner der Mann, desto größer die Mütze. Hier in der Mitte: Der stellvertretende Betriebsobmann der #HASAG im Kreise der "Werkfrauengruppe", 1941.
[Quelle: Werkzeitschrift "Unsere Hasag"]
Gemütlicher Abend Wir kredenzen Ihnen eine kostenlose Maibowle, zu der Sie selbstverständlich mit Ihren Damen herzlich eingeladen sind. (Logo) Verband der Heimatvertriebenen Wirtschaft Am Montag, dem 19. Mai 1969, um 20 Uhr, im Casino und in den Clubräumen des Hauses der ostdeutschen Heimat, Berlin 61, Stresemannstraße 90 (Europahaus) Vortrag des Herrn Reichard, Geschäftsführer des Deutschen Arbeitgeberverbandes, über: „Fragen der Kündigung von Arbeitnehmern“ Wir möchten auf die Bedeutung dieses Vortrages hinweisen und bitten um zahlreichen Besuch. Gustav Wilde 1. Vorsitzender
#Recherchetagebuch
🚩 Jedes Element dieser Einladung eine Red Flag 🚩
(Q: Bundesarchiv)
Dokument: An den Herrn Oberbürgermeister der Reichsmeseestadt Leipzig Steuerant Steuerhebestelle Dresdner Str. 43 Str./ Bez. 25.8.42 0 36/46 Zimmer 21 - Ho ./Be. den 31.8.1942 Anbei übersende ich Ihnen die Steuerkarten für die auf meiner Montage-baustelle I.G.-Parbenindustrie Auschwitz,Kreis Mỳlowitz beschäftigten Gefolgschaftsmitglieder Bruno Pausch geb. am 22. 7. 1890 Leonhard Oettl geo. am 26.10. 1900 zum Eintragen des Steuerbegünstigten Freibetrages rückwirkend ab 8.6.42. Die Dauer der Montage wird zirka ein Jahr betragen. Ich hoffe Ihnen mit diesen Angaben gedient zu haben und verweise hierbes auf mein Schreiben vom 20.8.42. Heil Hitler! Eisenbau Reinhold Patzschke
#Recherchetagebuch
Ein ganz normales Schreiben an das Leipziger Steueramt. Vermutlich werden auch diese zwei im Sommer 1942 aus #Leipzig zur „Montagebaustelle IG-Farbenindustrie #Auschwitz“ abgeordneten Arbeiter nichts gesehen und mitbekommen haben... [Q: SStAL]
Archivunterlagen, darunter ein Foto von Marinus van der Lubbe und ein Bierdeckel
#Recherchetagebuch
Heutiger Pro-Tipp aus dem Staatsarchiv: Passt auf Eure Bierdeckel auf, Genoss*innen!
Screenshiot von Google Street View - Menschen und eine Touri-Kleinbahn.
#Recherchetagebuch
Bin gerade auf der Suche nach einem historischen Ort mit Bezug zur #HASAG per Street-View im #Lwiw von vor 10 Jahren unterwegs - und es macht mich heute sehr traurig. 🇺🇦
#Recherchetagebuch
"Gerade auf wirtschaftlichem Gebiet hätten alle Anstrengungen darauf gerichtet sein müssen, in schnellem Wechsel totale Kräfteanspannung mit Maßnahmen der Lockerung wirksam zu verbinden."
–Deutsche Historiker, wie sie 1988 noch versuchen, den Zweiten Weltkrieg zu gewinnen.
Gegenüberstellung einer aktuellen Aufnahme mit historischen Fotos vom Marktplatz in Waldenburg. (Quelle hist. Fotos: USHMM)
#Recherchetagebuch / Gute Foto-Gelegenheit: Der gestrige Vortrag in #Waldenburg zur Befreiung der KZ-Häftlinge der #HASAG im April 1945 fand quasi am historischen Schauplatz statt. Zitat aus einer Nachricht nach Hause: "Ich habe in der Quelle geparkt." (Auto nicht im Bild).
Ausschnitt aus Dokument: "W Pesach 1944 roku obchodzilisny uroczyscie rocznice powstania w getcie Warszawskim. Wsrod nocy odprawil kantor Mandelbaum nabozenstwo zalobne za dusze poleglych i zuarlych." (Quelle: Yad Vashem, O.3/1695)
#Recherchetagebuch #HASAGExkursion / vor 80 Jahren: Der Überlebende Szlomo Kurz berichtet, dass an #Pessach 1944 die jüdischen #Zwangsarbeit|er*innen im Lager der #HASAG in Skarzysko-Kamienna den 1. Jahrestag des Aufstands im #WarschauerGhetto mit einem Gottesdienst feierten. [Q: Yad Vashem]
Skulptur mit Zahnrad in der Hand an einer Fassade.
Gebäude in Leipzig-Connewitz.
Auszug aus historischen Dokument (Kriegstagebuch des Rüstungskommandos Radom, 16./17.8.1944): "Verhandlungen des Abteilungsleiters mit Gen.Dir. Budin (Hasag) in Tschenstochau bezüglich Überführung von Maschinen und Menschen aus den Werken Kamienna und Kielce. Infanteriemunitionsfertigung soll in den Werken Warthewerk, Apparatebau und in dem von der Luftwaffe geräumten Werk Reinhardt in erhöhtem Maße aufgenommen werden." (Quelle: NARA)
#Recherchetagebuch: Auch die Maschinenfabrik G.E. Reinhardt aus #Leipzig-#Connewitz produzierte während des 2. WK in #Tschenstochau. Im Sommer 1944 verlegte die #HASAG ihr Werk aus #Kielce in deren Räume. Am ehemaligen Hauptsitz steht noch heute eine Skulptur mit Zahnrad für ihre Produkte.
Ausschnitt aus historischem Dokument: "Ich wohnte damals in unmittelbarer Nähe des Werkseingangs, wo sich auch die Dienstgebäude des Werkschutzes befanden. ... [geschwärzt] welche damals 3 1/4 Jahr alt war, spielte ab und zu in der Nähe des Werkseinganges mit anderen Kindern. Es kann in den Nachmittagsstunden gewesen sein, als [geschwärzt] ganz entsetzt in unsere Wohnung kam und mir mitteilte, dass sie eben gesehen habe wie der mir bekannte [geschwärzt] einen jüdischen Häftling geschlagen und mit dem Stiefel ins Gesicht getreten hätte. [geschwärzt] befand sich in Begleitung eines anderen deutschen Mädels, namens [geschwärzt] deren Vater als Einkaufschef im gleichen Werk beschäftigt war und die ungefähr 16-18 Jahre alt war. [...]" Quelle: Bundesarchiv/MfS
#Recherchetagebuch - "The Zone Of Interest" bei der HASAG: Im Werk "Warta" in Tschenstochau wohnten Familien von Arbeitern & Angehörigen des Werkschutzes, der die jüdischen Zwangsarbeiter*innen bewachte, unmittelbar neben Fabrik und Lager. Eine Frau berichtete später: [Q: BArch/MfS]