Arbeiter-Zeitung, 11. April 1947: "Der Nazibürgermeister von Eisenstadt. - Der Bierdepotleiter der Liesinger Brauerei, Rudolf Brünner, gehörte zu den ganz alten Nazi. Er war schon seit 1930 bei der NSDAP. Nach der Okkupation Österreichs wurde er als „alter Kämpfer" anerkannt, zum Kreishauptamtsleiter und in der Folge zum Bürgermeister von Eisenstadt gemacht. Als solcher war er auch Chef der Schutzpolizei der Stadt. Von dieser stolzen Höhe schleuderte ihn der Nazizusammenbruch. Vor dem Volksgerichtssenat des Oberlandesgerichtsrates Dr. Schröfl stand er unter der Anklage, daß er seine Machtbefugnisse als Nazigemeindefunktionär zu willkürlichen Gewaltakten und Terrormaßnahmen ausnützte und sich in zahlreichen Fällen Miß-handlungen, Quälereien und Drohungen zuschulden kommen ließ. Inländer und Ausländer hatten in gleicher Weise unter seinem Terror zu leiden. Nach einer mehrstündigen Verhandlung wurde Brünner schuldig erkannt und zu vier Jahren schweren Kerkers verurteit. Übrigens wird er sich, wie Staatsanwalt Dr. Fanta im Verlauf der Verhandlung ankündigte, noch gesondert wegen mißbräuchlicher Bereicherung nach dem Kriegsverbrechergesetz zu verantworten haben."
"Der Nazibürgermeister von Eisenstadt". Heute vor 79 Jahren berichtet die Arbeiter-Zeitung (11. April 1947) über den Volksgerichtsprozess gegen Rudolf Brünner.
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