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Nathalie Lemel (26. August 1827 – 8. Mai 1921) <div class="entry-intro"> <p>Sie sah in der Pariser Commune ein Modell für eine neue freiheitlich-sozialistische GesellschaftSeit November 2024 erscheint in der Graswurzelrevolution eine Artikelserie von Gisela Notz über unbekannte und bekannte Anarchistinnen. In GWR 493 stellte sie uns Zenzl Mühsam vor, in der GWR 494 im Dezember 2024 Margarethe Hardegger. Diesmal erzählt die feministische Historikerin und Sozialwissenschaftlerin die Geschichte der Anarchistin und Pariser Communardin Nathalie Lemel. (GWR-Red.)</p> </div> <p></p> <p>Bevor Nathalie Lemel 1871 auf den Barrikaden der Pariser Commune stand, war sie bereits eine radikale Anarchistin und Feministin. Sie war aktives Mitglied der Pariser Frauenclubs, hatte zwei Genossenschaften gegründet, drei Kinder bekommen, sich an großen Streiks beteiligt, war namhafte Gewerkschaftsfunktionärin geworden und der Internationalen Arbeiterassoziation beigetreten. Nach der Niederschlagung der Pariser Commune wurde sie mit Louise Michel (1830–1905) <a name="ref1"></a><a class="footnoteReferer" href="https://www.graswurzel.net/gwr/2024/12/nathalie-lemel-26-august-1827-8-mai-1921/#fn1">(1)</a>, Henry Rochefort (1831–1913) und anderen Kommunard*innen nach Neukaledonien im Pazifik deportiert. Im Zuge der Generalamnestie für die Revolutionär*innen kehrte sie 1879 nach Frankreich zurück und führte ihre politische Arbeit weiter.</p> <p></p> <p></p> <p><strong>Kindheit, Jugendjahre und erste politische Arbeit</strong></p> <p></p> <p></p> <p>Nathalie Duval wurde am 26. August 1827 in Brest (Finistère) in der Bretagne geboren. Ihre Eltern betrieben dort ein Café. Im Alter von zwölf Jahren verließ sie die Schule, um als Buchbinderin Geld zu verdienen. 1845 heiratete sie Jérôme Lemel, ebenfalls ein Buchbinder. Mit ihm bekam sie drei Kinder. Nachdem die gemeinsam geführte Buchbinderei in Quimper in der Bretagne 1861 bankrottgegangen war, begaben sich beide auf die Suche nach einer neuen Existenzgrundlage. Durch den Ortswechsel nach Paris hofften sie, nicht nur eine bezahlte Arbeit zu finden, sondern sich auch politisch engagieren zu können. Nathalie verkaufte Bücher und begann, sich gewerkschaftlich zu engagieren. Durch dieses Engagement lernte sie die Not der Arbeiter*innen kennen. Die Erkenntnis, dass sich die Verhältnisse ändern müssten, führte dazu, dass sie in den 1860er Jahren zur aktiven revolutionären Sozialistin wurde. Während der Streiks der Mitglieder der Buchbindergewerkschaft 1864 verstärkte sie ihre Aktivitäten. Sie trat 1865 der Pariser Sektion der Internationalen Arbeiterassoziation (IAA), auch bekannt als Erste Internationale, bei. Als ein erneuter Streik der Pariser Buchbindergewerkschaft ausgerufen wurde, engagierte sie sich als Mitglied im Streikkomitee, wurde zur Gewerkschaftsdelegierten und zur Vertrauensperson gewählt und war bald eine führende Person der Pariser Sektion der IAA. Ihr Hauptanliegen war es, gleiche Rechte und gleichen Lohn für gleiche Arbeit für Frauen und Männer durchzusetzen. Sie ging in die Werkstätten, um die Arbeitenden, die längst nicht alle lesen und schreiben konnten, zu schulen und ihnen aus Gewerkschaftszeitungen vorzulesen.</p> <p></p> <p></p> <p></p> <p><strong>Kämpferin der Pariser Commune</strong></p> <p></p> <p></p> <p>Die Trennung vom Vater ihrer Kinder schadete ihrem Ruf, denn Scheidungen waren verpönt, besonders wenn sie von Frauen ausgingen. Zudem hatten die Ordnungshüter die militante Kämpferin, die nun auch noch ohne männlichen Schutz war, schon lange im Visier. Nathalie jedoch nutzte die so erlangte Freiheit, um ihr politisches Engagement zu intensivieren. Gemeinsam mit einigen anarchistischen Buchbinder*innen und IAA-Genoss*innen gründete sie 1867 die Konsum-Genossenschaft „La Ménagère“ („Die Hausfrau“). Die Gründung wurde ein voller Erfolg, weil vor allem die Genossinnen den Vorteil, preiswerte Lebensmittel einzukaufen, für sich nutzten. 1868 folgte die Restaurant-Genossenschaft „La Marmite“ („Der Topf“), die gutes und preiswertes Essen für Arbeiterfamilien anbot und in einem Versammlungsraum politische Veranstaltungen durchführte, um Arbeitergenossenschaften zu vernetzen und für die Internationale zu werben. Nathalie Lemel war darum bemüht, der Genossenschaftsbewegung ein politisch-sozialistisches Profil zu geben. Mit ihrer anti-bourgeoisen Grundhaltung wurde sie zur wichtigen Stütze der Pariser Commune.</p> <p></p> <p></p> <p>Die Zeit war reif, denn es rumorte schon lange in Frankreich, besonders in Paris. Die Versprechungen der großen Französischen Revolution – Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit – waren nicht umgesetzt. Von Schwesterlichkeit war ohnehin keine Rede. Das Proletariat hatte seit Langem für die Republik gekämpft. Aber die soziale Lage besserte sich nicht. Zuletzt führte der Deutsch-Französische Krieg von 1870/71 zur Niederlage Frankreichs. Unter der Belagerung der Deutschen ging es den Pariser*innen nach dem Krieg schlecht. Die Situation in Paris wurde immer bedrohlicher. Der Ruf nach einer Commune in Anlehnung an die Revolution von 1789/99 wurde unter den republikanisch, sozialistisch und anarchistisch Gesinnten immer lauter.<br/>Am 17. März 1871 wollten Regierungstruppen Paris entwaffnen. Aber die Soldaten verweigerten den Befehl, auf die Bürger*innen zu schießen. Als am 18. März 1871, nachdem die Regierung nach Versailles geflohen war, der Aufstand der Pariser Commune begann, war Nathalie Lemel bereits überzeugte Anarchistin und engagierte sich sofort in der Commune. Sie sah in ihr ein Modell für eine neue sozialistische Gesellschaft. Sie hielt Reden, vor allem um Frauen zu aktivieren, die bald eine wichtige Rolle beim Communeaufstand spielten und mit einem eigenen Appell an die Öffentlichkeit traten.</p> <blockquote> <p style="text-align: right;"><strong><em>Als der Aufstand der Pariser Commune begann, war Nathalie Lemel bereits überzeugte Anarchistin und engagierte sich sofort in der Commune. Sie sah in ihr ein Modell für eine neue sozialistische Gesellschaft.</em></strong></p> </blockquote> <p>Bereits während der Belagerung wurde das 1.800 Mitglieder zählende „Comité des Femmes“ als Zusammenschluss der politisch interessierten Frauen gegründet, dem auch Nathalie angehörte. Nachdem es zu Differenzen gekommen war und die russische Sozialistin Elisabeth Dmitrieff eine eigene Organisation gegründet hatte, die „Union des Femmes pour la défense de Paris et les soins aux blessés“, die überwiegend aus Arbeiterinnen bestand, beteiligte sich auch Nathalie an dieser Gruppe, die zur größten und einflussreichsten Frauengruppe zur Zeit der Pariser Commune wurde.<br/>Die Commune hatte sich anspruchsvolle Ziele gesetzt, die sie in Dekreten festhielt und zügig mit deren Umsetzung begann. Es waren politische, soziale, bildungspolitische und ökonomische Maßnahmen, wie die Abschaffung des stehenden Heeres, unentgeltliche Schulbildung, Kürzung der Beamtengehälter zu einem durchschnittlichen Arbeiterlohn, Übergabe der von den Besitzern verlassenen Fabriken an Arbeitergenossenschaften, gleiche Rechte und Löhne für beide Geschlechter, Trennung von Staat und Kirche, Konfiszierung von Kirchengütern, Einführung fairer Mieten.<br/>Mögliche und nötige Maßnahmen wurden zuerst in den Clubs und Kommissionen der Stadtbezirke, in den Genossenschaften und Gewerkschaften diskutiert und dann in der Commune beschlossen. Die neue Stadtverwaltung setzte sich zum großen Teil aus Arbeitern und kleinen Angestellten zusammen. Strenge Vorschriften gab es zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung. Um das Eindringen von Spitzeln aus Versailles zu unterbinden und um Trunksucht und Prostitution, die als sittenwidrig galt, einzudämmen, wurde eine nächtliche Ausgangssperre angeordnet. Nathalie Lemel organisierte während dieser umtriebigen Zeit Revolutionsküchen, brachte Essenskörbe zu den Soldaten, wurde Mitglied des Zentralkomitees der Union des femmes, verfasste Aufrufe an die Frauen zur Unterstützung der Commune, versorgte mit ihren Mitstreiterinnen Verwundete und kämpfte selbst auf den Barrikaden gegen die Polizei.<br/>Als die Kommunard*innen Paris übernahmen, ging die Macht in die Hände von Gemeinderäten über. In der demokratisch gewählten Selbstverwaltung waren 92 Abgeordnete unterschiedlicher politischer Optionen vertreten (Sozialisten, liberale Bürgerliche, Anarchisten). Frauen hatten keine Positionen inne, sie hatten kein Wahlrecht. Die Gemeindevertretung blieb nur zehn Wochen im Amt.</p> <p></p> <p></p> <p><strong>Gefangenschaft und Verbannung</strong></p> <p></p> <p></p> <p>Nur 72 Tage konnte sich die Pariser Commune halten. Nach der Unterzeichnung des Friedensvertrages zwischen der Versailler Regierung und dem Deutschen Kaiserreich am 10. Mai 1871 in Frankfurt am Main war der Weg für die Armee der Versailler frei, Paris zu erobern. Am 21. Mai 1871 begann die Besetzung der Stadt durch Versailler Regierungstruppen. Während dieser Zeit kämpfte Nathalie Lemel auf den Barrikaden in der Nähe des Place Blanche in der Rue Jean-Baptiste-Pigalle und versorgte Verletzte. Die französische Regierung ließ die Commune durch ihr Militär grausam zerschlagen. So begann die als „Blutwoche“ (21. bis 28. Mai 1871) in die Geschichte eingegangene letzte Phase der Pariser Commune. 582 Barrikaden wurden errichtet, einige durch Frauen, standhalten konnten sie alle nicht. Etwa 30.000 Menschen wurden umgebracht, rücksichtslos und ohne Gnade: Barrika-
denkämpfer*innen, Ärzt*innen, Sanitäter*innen, Zivilist*innen, die sich zufällig auf der Straße befanden, oder Unbeteiligte, die mit Kommunard*innen verwechselt wurden. Wer nicht umgebracht wurde, wurde eingekerkert. Die Anklagepunkte und Urteile wurden selbst aus Sicht der Bourgeoisie angezweifelt. 9.000 Menschen wurden zu Gefängnis oder Verbannung verurteilt. In den Gefangenenkolonien starben zahleiche Kämpfer*innen. Die Gerichtsakten der Prozesse im Anschluss an die Commune weisen geringere Zahlen aus: 270 Menschen wurden offiziell hingerichtet, darunter acht Frauen. Unter den 410 zur Zwangsarbeit Verurteilten waren 29 Frauen, unter den 7.496 Deportierten 36 Frauen, darunter Nathalie Lemel und Louise Michel.<br/>Beide wurden nach langen Prozessen zu Zwangsarbeit verurteilt und nach Neukaledonien nordöstlich von Australien im Pazifik verbannt. Einem Gnadengesuch, das Freunde bei den Behörden für Nathalie Lemel gestellt hatten, verweigerte sie sich. Sie wurde an Bord des Schiffes „La Virginie“ gebracht. Dort traf sie auf die Kommunard*innen Henri Rochefort und auf Louise Michel. Gemeinsam mit Louise Michel trat sie für eine Verbesserung der Haftbedingungen und für die Gleichbehandlung der Geschlechter ein. Sie kamen fünf Tage nach den Männern am 14. Dezember 1873 auf der Halbinsel Ducos an, wo sie sich dieselbe Gefängniszelle teilten.</p> <p></p> <p></p> <p><strong>Rückkehr nach Frankreich, Weiterarbeit und tragisches Ende</strong></p> <p></p> <p></p> <p>Im Zuge der Generalamnestie für die Revolutionär*innen kehrte Nathalie Lemel 1879 nach Frankreich zurück und arbeitete bei der Zeitung L’Intransigeant, die Henri Rochefort herausgab. Mit dieser Arbeit setzte sie ihren Kampf für die Rechte der Frauen fort. Als Rochefort seine revolutionäre Haltung aufgab und sich dem Boulangismus zuwandte, der mit seinem Populismus als Wegbereiter der Neuen Rechten in Frankeich galt, kündigte sie ihre Stelle und lehnte auch eine von ihm bezahlte kleine Rente ab. Im Alter lebte Nathalie in sehr bescheidenen Verhältnissen. Gänzlich erblindet starb die letzte Überlebende der Commune am 8. Mai 1921 in einem Hospiz in Ivry-sur-Seine im Val-de-Marne.</p> <p></p> <div class="footnotes"> <small> </small><p><a name="fn1"></a><a class="footnoteBacklink" href="https://www.graswurzel.net/gwr/2024/12/nathalie-lemel-26-august-1827-8-mai-1921/#ref1">(1)</a> Siehe Artikel zu Louise Michel in dieser Graswurzelrevolution.</p> </div> <div class="footnotes"> <small> </small><p>Literatur:<br/>Hella Hertzfeldt: Nathalie Lemel (1827-1921), in: Gisela Notz (Hrsg.): Wegbereiterinnen XX. Kalender 2022, Kalenderblatt Mai, AG SPAK Bücher, Neu-Ulm.<br/>Hella Hertzfeldt /Gisela Notz: Die Frauen in der Pariser Kommune, in: Lunapark21 H.53/2021. S. 70-72.<br/>Gisela Notz: Nathalie Lemel (1827-1921), in: Thomas Friedrich (Hrsg.): Handbuch Anarchismus, Springer, Wiesbaden, im Druck.</p> </div> <p class="entry-tags"> </p>

Nathalie Lemel (26. August 1827 – 8. Mai 1921)
aus #gwr495 #graswurzelrevolution
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„Neue“ Militärdienstpflicht und Kriegsdienstverweigerung – graswurzelrevolution Ich verwende den Begriff Militärdienstpflicht, denn er ist neutral, im Gegensatz zu „Wehrpflicht“, obwohl es eigentlich Kriegsdienstpflicht heißen müsste. Wenn

Die BTW 2024 verheißt auch aus antimilitaristischer Sicht nichts Gutes. Mit einem Bundeskanzler Friedrich Merz und CDU CSU droht ein weiterer Rechtsruck und die verstärkte Remilitarisierung der Gesellschaft.
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Unwucht in der Endlagersuche <p>Am 4. November 2024 saß ich wie viele andere gespannt am Rechner, denn im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Betrifft: Standortauswahl“ legte die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) ihren Arbeitsstand auf dem Weg zur Auswahl von Standortregionen für Endlagerung hochradioaktiver Abfälle dar. Die BGE schreibt dazu: „Das Ziel der BGE ist es, mit der Veröffentlichung am 4. November sowohl die schrittweise räumliche Einengung als auch die zugrundeliegende systematische Vorgehensweise für die (Fach-) Öffentlichkeit erfahrbar und nachvollziehbar zu machen.“ <a name="ref1"></a><a class="footnoteReferer" href="https://www.graswurzel.net/gwr/2024/12/unwucht-in-der-endlagersuche/#fn1">(1)</a><br/> Die BGE hatte in einem ersten Schritt bei der Vorlage ihres „Zwischenberichts“ 2020 über 50 Prozent der Landesfläche und 90 Teilgebiete als „potentiell geeignet“ ausgewiesen und dabei den Zankapfel Gorleben wissenschaftsbasiert aussortiert. Das war ein großer Erfolg der Anti-Atom-Bewegung – mit einem schalen Nachgeschmack. Die Fakten und Argumente, die zum Ausschluss des Salzstocks von der weiteren Endlagersuche führten, lagen bereits 1983 auf dem Tisch. Der Salzstock hatte Wasserkontakt – ein No-Go wenn es um den „sicheren Einschluss“ von Radionukliden gegenüber der Biosphäre für Jahrtausende geht.<br/> Fast zwei Mrd. Euro wurden buchstäblich in den Sand gesetzt, das Bergwerk sollte inzwischen eigentlich längst schon zurückgebaut werden. Sollte. Der Rückbau geriet im Sommer ins Stocken und das eröffnete den Raum für vielerlei Spekulationen. Die weitgehendste ist die, das Bergwerk bis zu den Bundestagswahlen im Februar 2025 offenzuhalten. Jeden Sonntag wird in Gorleben also weiter demonstriert, das Bergwerksgelände umrundet, bis das aufgehaldete Salz wieder unter Tage verbracht wurde. Obendrauf kommt, dass auch das Wendland von vier Tongebieten berührt ist, die bei der Endlagersuche als potentiell geeignet angesehen werden.</p> <p>Der Blick zurück:</p> <p>Die Standortsuche wurde nach dem letzten Castortransport nach Gorleben 2011 neu gestartet. Damals hatten sich Peter Altmeier (CDU), Sigmar Gabriel (SPD) und Jürgen Trittin (Grüne) – alle waren einmal Bundesumweltminister und mit der Causa Gorleben vertraut – zu „Küchengesprächen“ bei Altmeier in Berlin getroffen. <a name="ref2"></a><a class="footnoteReferer" href="https://www.graswurzel.net/gwr/2024/12/unwucht-in-der-endlagersuche/#fn2">(2)</a> So, wie bisher, hatte Altmeier zuvor bei einer öffentlichen Veranstaltung in Lüchow angemerkt, könne es nicht mehr weitergehen. Gemeint war, dass einmal im Jahr in der dunklen Jahreszeit ein Castor-Transport gegen den wachsenden, beharrlichen Widerstand von der Polizei bis zum Zielort Gorleben durchgeprügelt wurde und sich die Politik dabei fein heraushielt. Die Idee des Trios war, eine vergleichende Standortsuche neu zu starten (mit dem angezählten Salzstock Gorleben im Huckepack) und diese parteienübergreifend zu beschließen, also streitfrei zu stellen. Das Ergebnis war das Standortauswahlgesetz (StandAG), das 2013 verabschiedet und nach Beratungen durch eine Endlagerkommission 2017 noch einmal novelliert wurde.<br/> Für ein tiefengeologisches Atommülllager kommen fortan Ton, Salzformationen und Kristallin in Frage: der bestmögliche Standort soll identifiziert werden.<br/> Ende 2027 verspricht die BGE, im nächsten Verfahrensschritt eine weitaus geringere Zahl von Regionen auszuweisen, die anschließend obertägig erkundet werden sollen – der neue Chef des BASE, Christian Kühn, sieht acht <a name="ref2"></a><a class="footnoteReferer" href="https://www.graswurzel.net/gwr/2024/12/unwucht-in-der-endlagersuche/#fn2">(2)</a>. Wer nun gedacht hatte, am 4. November würde der Vorhang gehoben, der wurde gleich wieder enttäuscht, er wurde nur ein wenig gelüftet. Die neue Karte sieht überwiegend grau aus: das sind die Gebiete, die bisher noch nicht untersucht wurden, gelb bzw. orange koloriert wurden die Ecken der Republik, die aus Sicht der BGE nicht weiter im Rennen sind. Immerhin verringert sich der Untersuchungsradius um knapp 20 Prozent.<br/> Endgültig zustimmen muss am Ende jedes Auswahlschrittes das Bundesparlament per Gesetz. Hier sehen wir das große Einfallstor für Parteieninteressen und Länderegoismen, die der BGE einen Strich durch das wissenschaftsbasierte Verfahren machen können. Die Rollen sind so verteilt: BGE als bundeseigene Firma fungiert bei der Standortsuche als „Operateur“, die Aufsicht hat eine dem Bundesumweltministerium unterstellte Behörde, das Bundesamt für die Sicherheit kerntechnischer Entsorgung (BASE) – und hier beginnt die erste große Unwucht, die Aufsichtsbehörde ist zugleich zuständig für die Partizipation, die Öffentlichkeitsbeteiligung.<br/> Die Rechte der interessierten Öffentlichkeit sind dünn. Das StandAG sah in dieser ersten Phase eine „Fachkonferenz Teilgebiete“ zur Beratung des BGE- Zwischenberichts vor. Die 90 identifizierten Teilgebiete waren lediglich auf der Basis von Fachliteratur und Bücherwissen ausgewiesen worden, eine „Karte der Illusionen“ nannte Ex-Graswurzelrevolution-Redakteur Jochen Stay von der überregionalen Anti-Atom-Organisation „.ausgestrahlt“ einst den BGE-Zwischenbericht <a name="ref3"></a><a class="footnoteReferer" href="https://www.graswurzel.net/gwr/2024/12/unwucht-in-der-endlagersuche/#fn3">(3)</a>. Teilnehmende an der Fachkonferenz waren interessierte Bürger:innen, Vertreter:innen kommunaler Gremien jener Teilgebiete, Wissenschaftler:innen, die aus persönlichem und politischem Interesse mitwirkten, und Umweltverbände. Inzwischen hat eine zusätzliche Gruppe, die „junge Generation“, ebenfalls Platz genommen an den Beratungstischen. Gewählt werden sie jeweils im Rahmen der Endlagerforen.</p> <blockquote> <p style="text-align: right;"><em><strong>Besonders besorgniserregend: Viele dieser Standorte weisen nach jahrzehntelanger Nutzung erhebliche Sicherheitsdefizite auf.</strong></em></p> </blockquote> <p>Die Ergebnisse dieser Fachkonferenz muss die BGE bei ihren Arbeitsschritten laut StandAG immerhin „berücksichtigen“, doch für die aktuelle, spannendere Phase, in der nun von 90 Teilgebieten der Suchfokus auf möglicherweise acht Standortregionen heruntergebrochen wird, sieht das Gesetz keinerlei formelle Beteiligung vor. Diese Partizipationslücke ist die zweite große Unwucht. Jährlich wird zwar noch eingeladen zu einem „Endlagerforum“, die Debattenbeiträge sind zum Teil recht informativ und aufschlussreich, eine Beteiligung aber im Sinne von Mitsprache, Mitentscheidung ist das nicht. Ein zivilgesellschaftlich zusammengesetztes Planungsteam kämpft zwar zäh um die Programmpunkte der Veranstaltungen, Regie aber führt das BASE.<br/> Viele Aktivist:innen haben sich deshalb zurückgezogen und tauschen sich lieber zweimal im Jahr im Rahmen der „Atommüllkonferenz“ aus. Das Atommülldilemma beschreibt vor allem der gerade erschienene Atommüllreport „Bericht Atommüll – Eine Bestandsaufnahme für die Bundesrepublik Deutschland“. Er verzeichnet über 216 Atomanlagen an 71 Standorten – darunter 84 aktuell in Betrieb befindliche sowie 56 stillgelegte oder bereits im Rückbau befindliche Anlagen. Besonders besorgniserregend: Viele dieser Standorte weisen nach jahrzehntelanger Nutzung erhebliche Sicherheitsdefizite auf.</p> <p>Nur noch von der Seitenlinie aus verfolgen der BUND und wir, die BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg, den Fortgang der Endlagersuche und insbesondere, was zum Umgang mit den schwach- und mittelradioaktiven Abfällen gesagt wird. Ein aktuelles Beispiel ist der Umgang mit dem Schacht KONRAD. Das ehemalige Erzbergwerk soll als Endlager für schwach- und mittelaktive Abfälle klar gemacht werden. Niemand aber würde heute, nach den Erfahrungen mit der Umrüstung von ehemaligen Bergwerken zu Atommülldeponien, noch auf die Idee einer Nachnutzung kommen. Die BGE hält am Schacht KONRAD fest, auch wenn der Planfeststellungsbeschluss nun beklagt wird, die Havarie der beiden Lagerstätten Morsleben und Asse II müssten die Warnleuchten blinken lassen.<br/> Hinzu kommt das Ressourcenungleichgewicht, das BASE stellte weder der Fachkonferenz Teilgebiete noch dem Folgeformat ein Budget für wissenschaftliche Expertise bereit, selbst um die Abrechnung von Fahrtkosten musste anfänglich gerungen werden.<br/> Diese Unwucht ist Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen. Dörte Themann, Rosaria Di Nucci und Achim Brunnengräber beschreiben dieses Manko unter dem Titel „Alles falsch gemacht? Machtasymmetrien in der Öffentlichkeitsbeteiligung bei der Standortsuche für ein Endlager“. <a name="ref4"></a><a class="footnoteReferer" href="https://www.graswurzel.net/gwr/2024/12/unwucht-in-der-endlagersuche/#fn4">(4)</a><br/> Dass die Zivilgesellschaft ansatzweise überhaupt eine Rolle spielt, ist neben der vergleichenden, wissenschaftsbasierten Suche das eigentlich Neue im Suchverfahren. Deren Umsetzung setzt allerdings die Erkenntnis voraus, dass ein dauerhafter Einschluss radioaktiver Abfälle in einem tiefengeologischen Lager nicht gegen die Zivilgesellschaft durchsetzbar ist. Der Seite des Operateurs und des BASE geht es um die Akzeptanz, mindestens um die Toleranz. Der Seite der Initiativen und (potentiell) Betroffenen geht es um Einmischung, Mitsprache, Augenhöhe und einklagbare Rechte.</p> <p>Umso wichtiger ist es, dass wir uns weiter einmischen, Beschlüsse und Ergebnisse hinterfragen, zumal alle Zeitpläne über den Haufen geworfen wurden. Ursprünglich sollte 2031 ein Endlagerstandort identifiziert sein, doch das rutscht wahrscheinlich weg, vielleicht bis ins Jahr 2070. Mit der Folge, dass die Zwischenlager mit den hochradioaktiven Abfällen mindestens bis zum Jahr 2100 betrieben werden müssen. Für derart lange Zeiträume waren die Behälter und die oberirdischen Anlagen – also die Sicherheit der Behälter und die Sicherung der Anlagen – nicht ausgelegt. Hier öffnet sich ein weiteres Feld, in dem wir Player sind und Beteiligungsrechte einfordern.</p> <figure aria-describedby="caption-attachment-32169" class="wp-caption alignnone" id="attachment_32169" style="width: 1000px"><img alt="Atommüllkarte" class="lazy lazy-hidden size-full wp-image-32169" data-lazy-type="image" data-src="https://www.graswurzel.net/gwr/wp-content/uploads/2024/12/atommuellkarte.jpg" data-srcset="https://www.graswurzel.net/gwr/wp-content/uploads/2024/12/atommuellkarte.jpg 1000w, https://www.graswurzel.net/gwr/wp-content/uploads/2024/12/atommuellkarte-300x225.jpg 300w, https://www.graswurzel.net/gwr/wp-content/uploads/2024/12/atommuellkarte-768x576.jpg 768w, https://www.graswurzel.net/gwr/wp-content/uploads/2024/12/atommuellkarte-600x450.jpg 600w" decoding="async" height="750" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" src="https://www.graswurzel.net/gwr/wp-content/plugins/a3-lazy-load/assets/images/lazy_placeholder.gif" srcset="" width="1000"/><noscript><img alt="Atommüllkarte" class="size-full wp-image-32169" decoding="async" height="750" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" src="https://www.graswurzel.net/gwr/wp-content/uploads/2024/12/atommuellkarte.jpg" srcset="https://www.graswurzel.net/gwr/wp-content/uploads/2024/12/atommuellkarte.jpg 1000w, https://www.graswurzel.net/gwr/wp-content/uploads/2024/12/atommuellkarte-300x225.jpg 300w, https://www.graswurzel.net/gwr/wp-content/uploads/2024/12/atommuellkarte-768x576.jpg 768w, https://www.graswurzel.net/gwr/wp-content/uploads/2024/12/atommuellkarte-600x450.jpg 600w" width="1000"/></noscript><figcaption class="wp-caption-text" id="caption-attachment-32169">Bildquelle: https://www.bi-luechow-dannenberg.de/</figcaption></figure> <p>Verkümmert die Erkenntnis, dass es ohne Mitwirkung der Zivilgesellschaft nicht geht, zu einem bloßen Lippenbekenntnis, und das ist gerade in den Behörden weit verbreitet, wird aus der Geschichte nicht wirklich gelernt.<br/> Dass der Zivilgesellschaft eine Mitwirkung im Suchverfahren zugeschrieben wird, hat eine lange Vorgeschichte, sie reicht in die Nachkriegszeit Westdeutschlands zurück.<br/> „Protest ist ein Indikator gesellschaftlicher Krisen“, schreibt der Bewegungsforscher Philipp Gassert. Er indizierte gesellschaftliche Krisen und Kommunikationsdefizite. <a name="ref5"></a><a class="footnoteReferer" href="https://www.graswurzel.net/gwr/2024/12/unwucht-in-der-endlagersuche/#fn5">(5)</a> Doch viele Beteiligte, die im Rahmen der Fachkonferenz Teilgebiete in die Atommülldebatte neu eingestiegen sind, kennen diese historische Dimension, die gewachsenen Hintergründe nicht! Es gibt zwar eine Fülle an „Bewegungsliteratur“, das Lernen aus der Anti-Atom-Geschichte findet dort seinen Niederschlag, aber auch andere Großkonflikte haben ihre Spuren hinterlassen, wie die Auseinandersetzung um die Frankfurter Start-Bahn-West oder den Bahnhof Stuttgart 21.<br/> Der Rolle des außerparlamentarischen Protests in der Nachkriegsgeschichte widmete die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) 2019 infolgedessen einen Kongress unter dem Titel „Auf die Straße!“. <a name="ref6"></a><a class="footnoteReferer" href="https://www.graswurzel.net/gwr/2024/12/unwucht-in-der-endlagersuche/#fn6">(6)</a> Vierzig Jahre nach dem legendären Gorleben-Treck nach Hannover kamen 2020 die Dokumentation und Forschungsergebnisse zur Causa Gorleben hinzu, die den Fokus auf die Impulse richteten, die – nicht nur! – der Gorleben-Widerstand für ein zivilgesellschaftliches Engagement und die Stärkung der (Basis-) Demokratie gab. <a name="ref7"></a><a class="footnoteReferer" href="https://www.graswurzel.net/gwr/2024/12/unwucht-in-der-endlagersuche/#fn7">(7)</a><br/> Ein Markstein der Demokratieentwicklung war die sogenannte „Brokdorf-Entscheidung“ des Bundesverfassungsgerichts. Ende der 1970er Jahre gab es heftige, teils militante Demos gegen die Errichtung des AKW Brokdorf. Anlässlich einer weiteren Großdemo wurde 1981 ein Demonstrationsverbot erlassen, Klagen gegen das Verbot wurden durch alle Instanzen geführt. Das BVerfG sah in seinem Grundsatzurteil zur Meinungs- und Demonstrationsfreiheit die Notwendigkeit, die zivilgesellschaftlichen Impulse zu stärken, eben nicht als bloßes, durchschaubares Mittel einer Akzeptanzbeschaffung, sondern als notwendiges Gegengewicht und Korrektiv zu staatlichen Entscheidungen und zum Behördenhandeln. In der „Brokdorf-Entscheidung“ des BVerfG vom 14. Mai 1985 ist zu lesen: „In einer Gesellschaft, in welcher der direkte Zugang zu den Medien und die Chance, sich zu äußern, auf wenige beschränkt ist, verbleibt dem Einzelnen neben seiner organisierten Mitwirkung in Parteien und Verbänden im Allgemeinen nur eine kollektive Einflussnahme durch Inanspruchnahme der Versammlungsfreiheit für Demonstrationen. Namentlich in Demokratien mit parlamentarischem Repräsentativsystem und geringen plebiszitären Mitwirkungsrechten hat die Versammlungsfreiheit die Bedeutung eines grundlegenden und unentbehrlichen Funktionselementes. Demonstrativer Protest kann insbesondere notwendig werden, wenn Repräsentativorgane mögliche Missstände und Fehlentwicklungen nicht oder nicht rechtzeitig erkennen oder aus Rücksichtnahme auf andere Interessen hinnehmen.” <a name="ref8"></a><a class="footnoteReferer" href="https://www.graswurzel.net/gwr/2024/12/unwucht-in-der-endlagersuche/#fn8">(8)</a><br/> Ein weiteres, aktuelleres Beispiel für den Wert zivilgesellschaftlichen Engagements ist der Beschluss des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts vom 24. März 2021. Das BVG stellt klar, dass die Regelungen des Klimaschutzgesetzes vom 12. Dezember 2019 über die nationalen Klimaschutzziele und die bis zum Jahr 2030 zulässigen Jahresemissionsmengen insofern mit Grundrechten unvereinbar sind, als hinreichende Maßgaben für die weitere Emissionsreduktion ab dem Jahr 2031 fehlen. Der Beschluss des BVG spiegelt die gewachsene Bedeutung und Wirkmächtigkeit außerparlamentarischer Bewegungen. <a name="ref9"></a><a class="footnoteReferer" href="https://www.graswurzel.net/gwr/2024/12/unwucht-in-der-endlagersuche/#fn9">(9)</a><br/> Luisa Neubauer von Fridays for Future sagt dazu: „Zwei Jahre lang wurden all die 100.000 Jugendlichen, die für mehr Klimaschutz auf die Straße gehen, belächelt, angefeindet, uns wurde gesagt, wir sollen das den Profis überlassen. Und jetzt bestätigt das Bundesverfassungsgericht: Nein, wir haben Recht. Klimaschutz ist nicht nice to have, sondern ein Grundrecht, die Freiheitsrechte der jungen Generation sind jetzt schon gefährdet, weil die Politik nicht entschlossen genug handelt, und dass sich das ändern muss. Was für ein Riesen-Erfolg!” <a name="ref10"></a><a class="footnoteReferer" href="https://www.graswurzel.net/gwr/2024/12/unwucht-in-der-endlagersuche/#fn10">(10)</a><br/> Um letztlich erfolgreich zu sein, sei es im Kampf gegen die Klimakatastrophe oder in der Auseinandersetzung um die Atomkraft und deren dreckige Hinterlassenschaften, bräuchte es viele Brückenbauer:innen zwischen den Bewegungen, die eines eint: das Wissen um die Notwendigkeit außerparlamentarischen Protests.</p> <div class="footnotes"> <small> </small><p><a name="fn1"></a><a class="footnoteBacklink" href="https://www.graswurzel.net/gwr/2024/12/unwucht-in-der-endlagersuche/#ref1">(1)</a> https://www.bge.de/de/aktuelles/veranstaltungen/veranstaltung/event/betrifft-standortauswahl-arbeitsstaende/<br/> <a name="fn2"></a><a class="footnoteBacklink" href="https://www.graswurzel.net/gwr/2024/12/unwucht-in-der-endlagersuche/#ref2">(2)</a> https://www.deutschlandfunk.de/endlagerfrage-als-kuechengespraech.862.de.html?dram:article_id=215999<br/> <a name="fn3"></a><a class="footnoteBacklink" href="https://www.graswurzel.net/gwr/2024/12/unwucht-in-der-endlagersuche/#ref3">(3)</a> https://www.braunschweiger-zeitung.de/niedersachsen/salzgitter/article405798300/bundesamts-chef-bald-bis-zu-acht-moegliche-endlager-standorte.html<br/> <a name="fn4"></a><a class="footnoteBacklink" href="https://www.graswurzel.net/gwr/2024/12/unwucht-in-der-endlagersuche/#ref4">(4)</a> Jochen Stay: Das große Nebelwerfen. In: ausgestrahlt-Magazin. Nov/Dez 2020/Jan 2021, Ausgabe 49, S. 6-8<br/> <a name="fn5"></a><a class="footnoteBacklink" href="https://www.graswurzel.net/gwr/2024/12/unwucht-in-der-endlagersuche/#ref5">(5)</a> Dörte Themann, Rosaria Di Nucci, Achim Brunnengräber: Alles falsch gemacht? Machtasymmetrien in der Öffentlichkeitsbeteiligung bei der Standortsuche für ein Endlager. In: Forschungsjournal soziale Bewegungen 34. Jg. Heft 1/2021<br/> <a name="fn6"></a><a class="footnoteBacklink" href="https://www.graswurzel.net/gwr/2024/12/unwucht-in-der-endlagersuche/#ref6">(6)</a> Philipp Gassert, Bewegte Gesellschaft, Stuttgart 2018, S.15<br/> <a name="fn7"></a><a class="footnoteBacklink" href="https://www.graswurzel.net/gwr/2024/12/unwucht-in-der-endlagersuche/#ref7">(7)</a> https://www.bpb.de/veranstaltungen/dokumentation/298248/tagungsbericht-auf-die-strasse-politischer-protest-in-deutschland<br/> <a name="fn8"></a><a class="footnoteBacklink" href="https://www.graswurzel.net/gwr/2024/12/unwucht-in-der-endlagersuche/#ref8">(8)</a> Detlef Schmiechen-Ackermann, Jenny Hagedorn, Christan Hellwig, Karolin Quambusch, Wienke Stegmann, Der Gorleben-Treck 1979. Anti-Atom-Protest als soziale Bewegung und demokratischer Lernprozess. Göttingen 2020<br/> <a name="fn9"></a><a class="footnoteBacklink" href="https://www.graswurzel.net/gwr/2024/12/unwucht-in-der-endlagersuche/#ref9">(9)</a> https://www.servat.unibe.ch/dfr/bv069315.html<br/> <a name="fn10"></a><a class="footnoteBacklink" href="https://www.graswurzel.net/gwr/2024/12/unwucht-in-der-endlagersuche/#ref10">(10)</a> https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2021/bvg21-031.html<br/> <a name="fn11"></a><a class="footnoteBacklink" href="https://www.graswurzel.net/gwr/2024/12/unwucht-in-der-endlagersuche/#ref11">(11)</a> https://www.greenpeace.de/themen/klimakrise/bombenschlag</p> </div> <div class="footnotes"> <small> </small><p>Wolfgang Ehmke ist Sprecher der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg. Zuletzt erschien sein Essay „Das Wunder von Gorleben. Der Beitrag des Wendlands zur Energiewende“ im Köhring-Verlag Lüchow. In seinem Buch geht es um die Bewegungsgeschichte, aber auch um Zufälle, Unglücks- und Glücksfälle, die zu den Erfolgen der Anti-Atom-Bewegung geführt haben. Die dritte aktualisierte Auflage liegt jetzt vor und kann direkt im BI-Büro unter buero@bi-luechow-dannenberg.de bestellt werden.</p> <div class="footnotes"> <div class="footnotes"> <p><small><strong>Dies ist ein Beitrag aus der aktuellen Ausgabe der Graswurzelrevolution. Schnupperabos zum Kennenlernen gibt es <em><a href="https://www.graswurzel.net/gwr/2023/10/2020/08/2020/08/service/schnupperabo/">hier.</a></em></strong></small></p> <h6><small><strong>Wir freuen uns auch über Spenden auf unser <a href="https://www.graswurzel.net/gwr/spenden/">Spendenkonto</a>.</strong></small></h6> </div> </div> </div> <p class="entry-tags"> <a class="badge badge-default" href="https://www.graswurzel.net/gwr/tag/leitartikel/"><span class="oi oi-tag"></span> Leitartikel</a> </p>

Unwucht in der Endlagersuche

Erfolg der Anti-Atom-Bewegung – mit schalem Nachgeschmack

www.graswurzel.net/gwr/2024/12/unwucht-in-d...

#gwr495 #graswurzelrevolution #GWR #atommüll #antiatom #atomkraft #atomkraftneindanke #gorleben

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Original post on dju.social

Die BTW 2024 verheißt auch aus antimilitaristischer Sicht nichts Gutes. Mit einem Bundeskanzler Friedrich Merz und CDU CSU droht ein weiterer Rechtsruck und die verstärkte Remilitarisierung der Gesellschaft.
#gwr495 #graswurzelrevolution #kriegdienstverweigerung […]

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Hoffnung in hoffnungslosen Zeiten? <div class="entry-intro"> <p>Der irisch-mexikanische Politikwissenschaftler John Holloway (* 1947) lehrt seit 1993 an der Benemérita Universidad Autónoma de Puebla (BUAP) in Puebla/Mexiko. In seinen Büchern greift er u. a. auf unorthodox-neomarxistische und anarchistische Theorieansätze zurück und entwickelt sie weiter <a name="ref1"></a><a class="footnoteReferer" href="https://www.graswurzel.net/gwr/2024/12/hoffnung-in-hoffnungslosen-zeiten/#fn1">(1)</a>. Großen Einfluss auf ihn hat die zapatistische Bewegung in Mexiko, deren Ablehnung der staatlichen Macht und ihr Verständnis von Theorie, das sich in dem Satz „Fragend schreiten wir voran“ zusammenfassen lässt. Am 8. November 2024 stellte er sein neues Buch „Hope in Hopeless Times“ im Centro Indígena de Capacitación Integral – Universidad de la Tierra (CIDECI-Unitierra) in San Cristóbal de las Casas vor. Das CIDECI-Unitierra ist ein alternatives Bildungszentrum, das darauf ausgerichtet ist, indigene Gemeinschaften zu unterstützen und zu stärken, mit einem besonderen Fokus auf die Förderung von Autonomie und Selbstbestimmung. Die Veranstaltung beinhaltete eine lebhafte Diskussion zwischen Holloway, dem Publikum und einem Panel, zu dem Rocío Martínez, Jérôme Baschet und Juan López gehörten (GWR-Red.).</p> </div> <p><strong>Graswurzelrevolution (GWR): John, könntest du kurz erklären, worum es in deinem neuen Buch geht und warum es dir wichtig war, es im CIDECI in San Cristóbal de las Casas vorzustellen?</strong></p> <p><strong>John Holloway:</strong> Das Buch ist das dritte in einer Reihe, die versucht, über die Bedeutung von Revolution heute nachzudenken – und darüber, ob es überhaupt noch möglich ist, von Revolution zu sprechen. Das erste Buch, „Die Welt verändern, ohne die Macht zu übernehmen“, erschien 2002 und argumentierte, dass der zentrale Grund für das Scheitern der Revolutionen des 20. Jahrhunderts darin lag, dass sie sich auf den Staat und die Machtübernahme konzentrierten. Es ist dringender denn je, den Kapitalismus zu brechen, aber das kann nicht über den Staat geschehen. Die offensichtliche Frage ist dann: „Ja, aber wie?“<br/> Im zweiten Buch, „Kapitalismus aufbrechen“, schlug ich vor, Revolution durch die Schaffung von Rissen in der kapitalistischen Herrschaft zu denken – durch das Erkennen, Schaffen, Erweitern, Multiplizieren und Zusammenführen von Rissen. Diese Risse sind Räume oder Momente, in denen wir Nein zur Logik des Geldes sagen und gesellschaftliche Verhältnisse auf einer anderen Grundlage schaffen. Solche Risse gibt es überall – große (wie die Zapatistas oder Rojava) und kleine (alle Arten von Widerständen, Kooperationsprojekten und Versuchen, andere Lebensweisen zu schaffen). Diese Risse sind immer widersprüchlich, weil wir in einer Welt leben, die vom Kapital geformt ist. Aber sie sind allesamt Vorstöße in Richtung einer anderen Welt – sie sind Widerstände und Rebellionen.<br/> Dieses dritte Buch, „Hoffnung in hoffnungslosen Zeiten“, ist die „Enkelin“ von „Verändern“ und die „Tochter“ des „Risses“. Es entstand in einem düstereren Kontext, in dem revolutionäre Hoffnung schwieriger geworden ist. Die „Hoffnung“ schlägt einen etwas anderen Weg ein. Statt sich nur auf unsere Kämpfe zu konzentrieren, fragt sie, ob es möglich ist, in unseren Kämpfen eine wachsende Schwäche oder Fragilität des Kapitals zu erkennen.<br/> Geld ist der Feind der Hoffnung, Geld ist der Feind des Lebens selbst. Hoffnung zeigt, dass unsere Widerstände-und-Rebellionen – auch wenn es nicht so scheint – das Geld in eine zunehmend fiktive Existenz drängen, nämlich durch die Ausweitung der Verschuldung. Wir haben das Kapital in eine Situation großer Fragilität gebracht, was sowohl beängstigend als auch hoffnungsvoll für uns ist.<br/> Warum war die Präsentation im CIDECI so wichtig für mich? Weil das CIDECI eng mit den Zapatistas und anderen wichtigen Kämpfen verbunden ist.</p> <p><strong>GWR: In deinem Vortrag im CIDECI und in deinem Buch beziehst du dich auf europäische Philosophen wie Ernst Bloch (Das Prinzip Hoffnung) und die Frankfurter Schule. Siehst du Herausforderungen oder Stärken darin, diese europäischen Ontologie auf den globalen Süden anzuwenden, insbesondere im Kontext des zapatistischen Aufstands?</strong></p> <p><strong>John Holloway:</strong> Ich glaube nicht, dass wir die Welt in Form von territorialen Abgrenzungen betrachten sollten. Die kapitalistische Welt ist eine Welt des Klassenkampfes, eine Welt, in der die Herrschaft des Geldes, die Herrschaft des Kapitals uns täglich angreift und uns in den Untergang zu treiben droht. Die Zukunft der Menschheit hängt davon ab, ob wir in der Lage sind, die Organisation der Gesellschaft auf der Grundlage des Warentausches zu brechen und etwas anderes zu schaffen. Es ist ein globaler Kampf, wie die Zapatistas immer wieder betont haben. Menschen wie Ernst Bloch waren in diesem Kampf wichtige Inspirationen.</p> <p><strong>Wenn ich dich richtig verstanden habe, hast du dich entschieden gegen Identitätspolitik ausgesprochen und plädierst stattdessen für eine Politik, die das Geld und die Tauschlogik des Kapitalismus infrage stellt. Ist das korrekt? Und wie verhält sich das zu indigenen Identitäten sowie dem Wissen und den Praktiken der Maya, die im Zentrum der zapatistischen Bewegung stehen und vielen in den letzten Jahren Hoffnung gegeben haben?</strong></p> <p><strong>John Holloway:</strong> Identität schließt uns ein, definiert uns. Wir sind Indigene, Deutsche, Frauen, Trans, Anarchist*innen oder was auch immer. Jede Identitätserklärung setzt ein Etikett auf uns – oder auf andere. Wir sperren uns in ein Bild ein. Widerstand-Rebellion-Revolution überschreitet und durchbricht Labels und drängt in-gegen-und-jenseits des Identitären. Die Zapatistas waren von Anfang an sehr anti-identitär. Sie sagen: „Wir sind Indigene, stolz auf unser Erbe, und mehr als das: Unser Kampf gilt der gesamten Menschheit. Unser Kampf ist für das Leben gegen das Geld, das heißt, für das Leben gegen den Tod.“</p> <blockquote> <p style="text-align: right;"><em><strong>Es ist dringender denn je, den Kapitalismus zu brechen, aber das kann nicht über den Staat geschehen. Die offensichtliche Frage ist dann: „Ja, aber wie?“</strong></em></p> </blockquote> <p>Jede Politik, die innerhalb einer Identität verbleibt, ohne überzufließen <a name="ref2"></a><a class="footnoteReferer" href="https://www.graswurzel.net/gwr/2024/12/hoffnung-in-hoffnungslosen-zeiten/#fn2">(2)</a>, trägt zur Reproduktion kapitalistischer Unterdrückung bei. Der Aufstieg der Rechten ist nichts anderes als die Identifikation mit Wut, das Etikettieren von „anderen“ als Feinde.</p> <p><strong>Wie hängt der Kampf gegen den Kapitalismus mit dem Kampf für etwas Neues zusammen? Oft scheint der Fokus auf dem Widerstand gegen etwas zu liegen, anstatt für etwas zu kämpfen. Welche Rolle spielt eine positive Vision oder Utopie in deinem Buch und für dich persönlich?</strong></p> <p><strong>John Holloway</strong>: Der Kapitalismus ist eine spezifische Form sozialer Kohäsion, die Menschen im Wesentlichen durch den Austausch von Waren und Geld zusammenbringt. Er bringt die Menschen auf eine Art und Weise zusammen, die uns buchstäblich zerstört. Den Kapitalismus zu überwinden bedeutet zwangsläufig, andere Formen des sozialen Miteinanders und andere Formen der Verbindung menschlicher Aktivitäten zu entwickeln. Während der Kapitalismus eine totalisierende Gesellschaft ist, die alle Aktivitäten einer einzigen Logik unterwirft (der Logik von Arbeit-Geld-Profit-Kapital), wollen wir eine Welt schaffen, die nicht auf die gleiche Weise totalisiert, die keine einheitliche Logik aufzwingt, sondern Selbstbestimmung auf vielen Ebenen erlaubt. Eine Welt vieler Welten, wie die Zapatistas sagen.</p> <p><strong>Für viele sind Hoffnung und Utopie Begriffe, die mit der Zukunft verbunden sind. Wie beziehen sie sich auf die Vergangenheit, und warum ist diese Verbindung wichtig?</strong></p> <p><strong>John Holloway</strong>: Hoffnung ist eine Bewegung in-gegen-und-jenseits-von. Wir bewegen uns vom Dasein in der Welt zum Drängen gegen-und-jenseits-von. Das ist Geschichte, das ist Klassenkampf, das ist, woher wir kommen, und wohin wir gehen. Das ist unser kreativer Reichtum. Utopie ist kein fester Ort, den wir erreichen können; sie ist ein Überfließen, ein Drängen in-gegen-und-jenseits-von. Das Kapital versucht, uns einzuschränken – durch die Gewalt des Geldes, der physischen Gewalt, der Bildung –, aber wir drängen weiter, überfließen Grenzen.</p> <p><strong>Als jemand, der in der Klima-
gerechtigkeitsbewegung aktiv ist, scheint mir im Moment etwas zu fehlen. Vor fünf Jahren fühlte ich mich anders. Ich finde mich zunehmend bei Konzepten wie sozialer Revolution und dem zapatistischen Spruch „Wir müssen langsam gehen, denn wir haben einen weiten Weg vor uns“ wieder. Doch im Kampf gegen die Klimakrise haben wir nicht viel Zeit. Wie, denkst du, beeinflusst die Hoffnung unsere Theorien des Wandels?</strong></p> <p><strong>John Holloway</strong>: Vielleicht fehlt ein Überfließen, ein weiterführendes Drängen. „Klimagerechtigkeitsbewegung“ ist ein schrecklicher Name, oder? Es geht nicht um Gerechtigkeit, und es geht nicht nur um fossile Brennstoffe. Es geht darum, eine Form der gesellschaftlichen Organisation zu brechen, die die Umweltgrundlagen der menschlichen Existenz zerstört. Natürlich geht es um soziale Revolution. Das Problem ist, dass „soziale Revolution“ allein zu abstrakt klingt. Alle Kämpfe sind konkrete Kämpfe, Kämpfe um konkrete Themen – und das muss so sein. Aber wir brauchen die Fähigkeit, darüber hinauszugehen. Wir müssen sagen: „Wir müssen den Tagebau bei Lützerath stoppen (zum Beispiel), aber wir müssen weitergehen. Wir müssen aufhören, fossile Brennstoffe zu nutzen, aber wir müssen weitergehen. Wir müssen eine Entwicklung stoppen, die auf der Jagd nach Profit basiert. Wir müssen den Kapitalismus brechen und andere Beziehungsweisen schaffen.“<br/> Ich denke an eine „P.S.-Politik“. Wir müssen die lokale Biodiversität schützen, das Aussterben so vieler Lebensformen verhindern – und P.S.: Das bedeutet, dass wir die Beziehung zwischen Menschen und anderen Lebensformen ändern müssen – und P.S.: Das bedeutet, dass wir die Organisation der menschlichen Gesellschaft ändern müssen – und P. S.: Das bedeutet, dass wir den Kapitalismus abschaffen und eine kommunisierende Gesellschaft schaffen müssen. Dieses „P.S.“ ist ein „Und außerdem“, ein Überfließen. Wie viele Menschen, die den ersten Teil des Satzes akzeptieren („Wir müssen die lokale Biodiversität schützen“), werden mit dem letzten Teil übereinstimmen („Wir müssen den Kapitalismus abschaffen und eine kommunisierende Gesellschaft schaffen“)? Wir wissen es nicht: vielleicht sehr wenige, vielleicht sehr viele. Es ist ein Überfließen, das wir artikulieren müssen – nicht, indem wir mit der Schlussfolgerung beginnen („Wir brauchen eine soziale Revolution“), und nicht, indem wir diejenigen, die am Anfang stehen („Biodiversität schützen“), als Reformist:innen abtun.<br/> Zur Spannung zwischen dem zapatistischen „Wir gehen langsam, denn wir haben einen weiten Weg vor uns“ und der Dringlichkeit, den Kapitalismus zu zerstören, bevor er uns zerstört, weiß ich keine Antwort. Es ist eine schwierige Frage. Im Englischen gibt es das Sprichwort: „More haste, less speed“ (Eile mit Weile). Vielleicht ist das die Antwort.</p> <p><strong>Möchtest du noch etwas hinzufügen? Und wird das Buch auch auf Deutsch erscheinen?</strong></p> <p><strong>John Holloway:</strong> Ja, das Buch wird 2025 im Mandelbaum Verlag in Wien veröffentlicht. Es wird bereits von meinem Freund Lars Stubbe übersetzt, sodass es bestimmt besser wird als das englische Original.</p> <p>Danke für das Interview und auch für die Hilfe bei der Übersetzung an Lars.</p> <div class="footnotes"> <small> </small><p><a name="fn1"></a><a class="footnoteBacklink" href="https://www.graswurzel.net/gwr/2024/12/hoffnung-in-hoffnungslosen-zeiten/#ref1">(1)</a> Siehe dazu auch die John Holloway-Interviews und Artikel in der GWR: https://www.graswurzel.net/gwr/?s=John+Holloway<br/> <a name="fn2"></a><a class="footnoteBacklink" href="https://www.graswurzel.net/gwr/2024/12/hoffnung-in-hoffnungslosen-zeiten/#ref2">(2)</a> Anmerkung Lars Stubbe: Overflowing, das Überfließen, steht in Holloways Interpretation für die Verkörperung der Hegelschen ”reinen Unruhe des Lebens”, nämlich, dass das Leben nicht in kapitalistische oder andere Formen der Unterdrückung eingehegt werden kann, und ihm deswegen die Hoffnung auf eine Befreiung innewohnt.</p> </div> <div class="footnotes"> <small> <div class="footnotes"> <p><small><strong>Dies ist ein Beitrag aus der aktuellen Ausgabe der Graswurzelrevolution. Schnupperabos zum Kennenlernen gibt es <em><a href="https://www.graswurzel.net/gwr/2023/10/2020/08/2020/08/service/schnupperabo/">hier.</a></em></strong></small></p> <h6><small><strong>Wir freuen uns auch über Spenden auf unser <a href="https://www.graswurzel.net/gwr/spenden/">Spendenkonto</a>.</strong></small></h6> </div> </small> </div> <p class="entry-tags"> </p>

Aus GWR von Januar 25

www.graswurzel.net/gwr/2024/12/hoffnung-in-...

Hoffnung in hoffnungslose Zeiten
Interview mit John Holloway

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Graue Wölfe <div class="entry-intro"> <p>In der Türkei etabliert sich seit Jahrzehnten als Verbündeter der AKP-Regierung eine rechtsextreme Bewegung, die auch in Deutschland Verbreitung findet: die Grauen Wölfe.</p> </div> <p>Von Fußballstadien bis zu Moscheegemeinden, von Fanmeilen bis zu politischen Versammlungen – die extrem rechte „Ülkücü“-Bewegung zeigt ihre Präsenz auf vielfältige Weise. Ihr Einfluss reicht von der MHP (Partei der Nationalistischen Bewegung), einer neo-faschistischen Massenpartei in der Türkei, bis hin zu neuen rechtsextremen Gruppierungen wie der BBP (Große Einheitspartei), der İYİ- (Gute Partei) und der Zafer-Partei (Partei des Sieges), die ihre ideologischen Wurzeln bis nach Deutschland tragen. Was bedeutet das in der Auseinandersetzung mit den verschiedenen Formen des Rechtsextremismus in der Postmigrationsgesellschaft Deutschland? Ein Blick auf Strukturen, Ideologien und Strategien dieser Bewegung, die hierzulande immer mehr öffentlich auftreten.</p> <p>Historische und aktuelle Wurzeln<br/> des türkischen Rechtsextremismus</p> <p>Die MHP entstand in den 1960er Jahren aus ihrer Vorgängerpartei, der Republikanischen Nationalen Bauernpartei (CKMP – Cumhuriyetçi Köylü Millet Partisi), und wurde zur faschistischen Massen- und Aktionspartei. Nach dem Militärputsch vom 27. Mai 1960, bei dem die national-konservative Regierung der Demokratischen Partei (DP) unter Adnan Menderes gestürzt wurde, gewann der Offizier Alparslan Türkeş innerhalb der politischen Szene an Bedeutung. Türkeş, der für seine turanistischen Ideen bekannt war, trat 1964 der CKMP bei und setzte 1969 deren Umbenennung in MHP durch.<br/> Die Partei änderte ihre Fahne zu drei auf den Rücken gekehrten Halbmondsymbolen auf rotem Hintergrund, was die nationale und islamische Symbolik betonte. In den 1960er und 1970er Jahren radikalisierte sich die Bewegung stark. Türkeş formulierte eine Strategie der „drei Stufen“: Eroberung der Straßen, des Staates und des Parlaments. Unter dem Namen „Graue Wölfe“ wurden paramilitärische Jugendgruppen aufgebaut, die zahlreiche gewaltsame Anschläge auf sozialistische, kurdische, alevitische und andere progressive Gruppen verübten, darunter Pogrome in Kahramanmaraş (1978), Çorum (1980), Sivas (1993) und Gazi/Istanbul (1995).<br/> Die MHP erzielte in den 1970er Jahren parlamentarische Erfolge und war Teil von Koalitionsregierungen der „Nationalistischen Front“. Nach dem Militärputsch von 1980, der alle Parteien verbot, reorganisierte sich die MHP unter dem Namen Partei der Nationalistischen Arbeit (MÇP) und nahm 1992 ihren ursprünglichen Namen wieder an. 1993 spaltete sich die Große Einheitspartei (BBP) von der MHP ab. Die BBP, eine extrem nationalistische und islamisch orientierte Partei, wird für Anschläge wie die Ermordung Hrant Dinks (2007) und christlicher Geistlicher verantwortlich gemacht. Ihr langjähriger Führer, Muhsin Yazıcıoğlu, verstarb 2009 bei einem mysteriösen Hubschrauberabsturz.<br/> Die Kurdenfrage und der Konflikt mit der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) verschärften in den 1990er Jahren die nationalistische Wende in der türkischen Politik, was der MHP unter ihrem neuen Vorsitzenden Devlet Bahçeli eine Schlüsselrolle einbrachte. Unter Bahçelis Führung moderierte die Partei ihr Auftreten, was ihr breitere Wählerunterstützung brachte. Seit 2015 ist sie ein enger Verbündeter der AKP-Regierung unter Recep Tayyip Erdoğan.<br/> Die „Gute Partei“ (İYİ) entstand 2017 aus einer Abspaltung von der MHP. Gegründet von Meral Akşener, vertritt sie konservativ-nationalistische Positionen. 2021 spaltete sich wiederum die Partei des Sieges (Zafer Partisi) unter Führung von Ümit Özdağ von der İYİ ab. Özdağ ist bekannt für seine nationalistische Rhetorik, insbesondere gegen Geflüchtete. Nach den Kommunalwahlen 2024, bei denen die İYİ Partei deutliche Verluste hinnehmen musste, trat Akşener am 27. April 2024 nach einem außerordentlichen Parteitag als Vorsitzende zurück.</p> <p><strong>Ideologische Ziele des türkischen Rechtsextremismus</strong></p> <p>Das ideologische Ziel der „Ülkücü“-Bewegung ist die großmachtpolitische Vorstellung des Turanismus, die auf die Einheit aller Turkvölker im Staat Turan innerhalb der Grenzen des ehemaligen Osmanischen Reichs abzielt. Dieses Vorhaben geht mit einem radikalen und übersteigerten Rechtsnationalismus einher, der das sogenannte Türkentum als politisch, territorial, kulturell und völkisch überlegen darstellt. Daraus resultiert die Abwertung und Bekämpfung ethnisch-religiöser Minoritäten wie Armenier:in-nen, Kurd:innen, Alevit:innen, Ezid:innen, Assyrer:innen, Jü-dinnen und Juden sowie politischer Gegnerinnen wie Linke, Gewerkschafter:innen und So-zialist:innen.<br/> Auch wenn innerhalb der Grauen Wölfe aus taktischen Gründen eine offene rassistische Position ausgeblendet oder häufig geleugnet wird, bildet der Rassismus einen zentralen Pfeiler der MHP-Ideologie. Er richtet sich vor allem gegen ethnisch-religiöse Minoritäten im Lande. Nihal Atsız, ein Vordenker der Grauen Wölfe, hat die wichtigsten Elemente des Turkismus vor mehr als 60 Jahren wie folgt formuliert: „Ein Türke glaubt an die Überlegenheit der türkischen Rasse, schätzt deren nationale Vergangenheit und ist bereit, sich für die Ideale des Türkentums zu opfern, besonders gegen Moskau [also die damalige, kommunistische Sowjetunion], den erbitterten Feind.“<br/> Nicht zuletzt zeigt sich der Rassismus von MHP und Grauen Wölfen auch in der kurdenfeindlichen Positionierung, etwa der drohenden Aussage von Alparslan Türkeş: „Wenn ihr Kurden weiterhin eure primitive Sprache sprecht (…), werdet ihr von den Türken auf die gleiche Weise ausgerottet, wie man schon Georgier, die Armenier und die Griechen [auf türkischem Boden] bis auf die Wurzeln ausgerottet hat.“</p> <blockquote> <p style="text-align: right;"><em><strong>Die Zusammenarbeit zwischen AKP und MHP führte zu neuen, extrem rechten Netzwerken und Narrativen, die sich nicht nur gegen Minderheiten, sondern auch gegen den Einfluss pluralistischer Werte richten</strong></em></p> </blockquote> <p>Der Antisemitismus spielt ebenso eine zentrale Rolle in der Ülkücü-Bewegung. Die Verbreitung von Verschwörungsfantasien und antisemitischer Propaganda dient dazu, neue Zielgruppen anzusprechen. Die enge Verbindung von türkischem Nationalismus und Islam wird dabei gezielt genutzt, um eine nationalistische türkische Identität zu propagieren, die häufig antisemitische Inhalte beinhaltet. Im Zuge des Konflikts zwischen Palästina und Israel kommt es bundesweit zu antisemitischen Mobilisierungen im Umfeld der Grauen Wölfe. Auf Demonstrationen werden Parolen wie „Scheiß-Juden“ skandiert und entsprechende Fahnen mit dem Symbol des heulenden Wolfs getragen. Antisemitische Verschwörungstheorien gehören in diesem Sinne fest zum ideologischen Fundament der Ülkücü-Bewegung, die politische Gegner oft als „heimliche Juden“ diffamiert.<br/> Ein Vergleich der extrem rechten Bewegungen in Deutschland und der Türkei offenbart zahlreiche Ähnlichkeiten und Parallelen. Während sich die Feindbilder und Ausprägungen teilweise unterscheiden, bleibt die ideologische Grundausrichtung ähnlich. Dies zeigt sich beispielsweise in übersteigertem Nationalismus, der Abwertung und Aggression gegenüber Minderheiten, Antisemitismus, der Betonung angeblich naturgegebener Ungleichheit von Menschen (Sozialdarwinismus), kulturellem und rassistischem Nationalismus, autoritärem Denken, Heroisierung des Führerkults, der Akzeptanz von Hass und Gewalt sowie Verschwörungsfantasien. Diese Elemente bilden zentrale Schnittmengen der deutschen und türkischen extrem rechten Bewegungen.</p> <p><strong>Symbiose zwischen Nationalismus und Islamismus</strong></p> <p>Im Verlauf der Geschichte der MHP wurde der Islam je nach Phase unterschiedlich gewichtet. Zwar steht der „idealistische“ türkische Nationalismus im Zentrum ihrer Ideologie, doch nimmt der Islam eine bedeutende Rolle ein. Seine Bezugnahme diente und dient als ideologischer Gegenpol zu säkularen, liberalen und pluralistischen Konzepten wie Minderheitenrechten und Gleichstellung. Die MHP hat entscheidend dazu beigetragen, die von nationalistischen und konservativ-islamischen Kreisen (Aydınlar Ocağı – Heim der Intellektuellen) entwickelte „Türkisch-Islamische Synthese“ zu einem zentralen Element des türkischen Rechtsnationalismus zu machen.<br/> Kern dieser Synthese ist die Idee einer untrennbaren Verbindung zwischen türkisch-nationalen und islamischen Elementen in der türkischen Geschichte. Gleichzeitig nutzt die MHP die Betonung des Islam, um größere islamisch geprägte Bevölkerungsgruppen zu erreichen und für sich zu gewinnen. Dieses Prinzip gilt jedoch nicht nur für die MHP, sondern prägt auch andere konservativ-nationalistische Parteien und islamische Bewegungen in der Türkei.<br/> Besonders sichtbar wird diese Symbiose zwischen türkischem Nationalismus und Islamismus in der aktuellen Koalition zwischen AKP und MHP. Während die AKP zunehmend eine stark nationalistische Rhetorik verfolgt, tritt die MHP verstärkt mit islamistischen Positionen auf. Dieses Bündnis verdeutlicht, wie sich die Narrative beider Parteien gegenseitig durchdringen und verstärken.</p> <p><strong>Gründung und Wirken des türkischen Rechtsextremismus in Deutschland</strong></p> <p>Die Entstehung der MHP und ihrer Strukturen in Deutschland ist eng mit den frühen 1970er Jahren verknüpft, als erste Vereine und Publikationen mit rassistisch-nationalistischen Inhalten in der Bundesrepublik auftauchten. Bereits 1969 hielt die MHP ihren ersten „kleinen Parteitag“ in Deutschland ab und gründete den Europarat der MHP, der die Basis für ihre transnationale Ausbreitung legte. Trotz eines türkischen Verbots von Parteiorganisationen im Ausland 1977 blieb die MHP hier aktiv und gründete Vereine wie „Türk Ocağı“ oder „Ülkücü Derneği“, die als Anlaufstellen für ihre Ideologie dienten.<br/> 1978 erfolgte mit der Gründung der „Türkischen Föderation“ (ADÜTDF) der institutionelle Ausbau ihrer Strukturen. Zeitgleich wurde Gewalt zu einem wesentlichen Mittel der politischen Auseinandersetzung. Besonders in den 1970er und 1980er Jahren verübten Anhänger der „Grauen Wölfe“ zahlreiche Gewalttaten gegen politische Gegnerinnen und Minderheiten, darunter Mordanschläge und Übergriffe. Der DGB warnte 1976 vor der Bedrohung durch Schlägertrupps der MHP für die Integration türkischer Arbeitnehmerinnen. Auch Verstrickungen in internationale Terrorakte wie das Papstattentat 1981 lenkten die Aufmerksamkeit auf die MHP.<br/> Nach dem Militärputsch in der Türkei 1980 verlagerte die MHP ihre Aktivitäten zunehmend auf neue Strukturen wie Sportvereine, Cafés, Moscheen und vermeintliche Freundschaftsvereine. In den späten 1980er Jahren führte die Abspaltung islamisch-nationalistischer Kräfte unter Musa Serdar Çelebi zur Gründung der ATIB (Union der türkisch-islamischen Kulturvereine), die sich stärker islamistisch orientierte. Die 1990er Jahre waren von einer erneuten Radikalisierung geprägt, insbesondere in Konflikten mit Kurdinnen, Armenierinnen und Ale-vit*innen.<br/> Mit dem politischen Aufstieg der AKP und ihrer späteren Koalition mit der MHP gewann die Mobilisierung ultranationalistischer Bewegungen auch in Deutschland an Dynamik. Die Zusammenarbeit zwischen AKP und MHP führte zu neuen, extrem rechten Netzwerken und Narrativen, die sich nicht nur gegen Minderheiten, sondern auch gegen den Einfluss pluralistischer Werte richten. In den 2000er Jahren entstanden in diesem Umfeld neue Gruppierungen, wie rockerähnliche „Turkos MC“ oder „Turan e. V.“, die eine neue Radikalisierungsform innerhalb der ultranationalistischen Szene repräsentieren.<br/> In den letzten zwei Jahrzehnten sind in Deutschland zahlreiche Organisationen und Vereine entstanden, die im Umfeld der „Ülkücü“-Bewegung agieren. Gleichzeitig haben sich in den 1990er und 2000er Jahren diverse türkische Lobbyorganisationen entwickelt, die in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen aktiv sind. Während „Graue Wölfe“ Kampagnen und Aktivitäten organisieren, mobilisieren dem Erdoğan-Regime nahestehende Organisationen, wie UID und DITIB, zu Massendemonstrationen zu türkischen Innenpolitikthemen.<br/> Die Gründung türkischzentrierter Parteien, wie der DAVA („Demokratische Allianz für Vielfalt und Aufbruch“), zeigt eine neue Verbindung zwischen türkisch-islamischen und extrem rechten Bewegungen. DAVA tritt als Sammelbecken für religiöse, konservativ-nationalistische und extrem rechte Türkeistämmige auf. Bei den Europawahlen 2024 erzielte die Partei in Hochburgen wie Duisburg-Marxloh zwar hohe Stimmenanteile, konnte jedoch nicht erfolgreich werden.<br/> Der Einfluss extrem rechter türkischer Verbände zeigt sich auch in der Existenz von über 300 Vereinen in Deutschland. Diese agieren als Selbsthilfeorganisationen, Moscheegemeinden, Kultur- oder Jugendvereine und prägen das soziale Leben vieler Menschen mit Türkeibezug. Besonders junge Menschen, die Diskriminierungserfahrungen gemacht haben, arbeitslos sind oder nach Identität suchen, finden in diesen Strukturen häufig einen Anziehungspunkt.</p> <p><strong>Symbolische Verbotsdebatte um die „Ülkücü“-Bewegung</strong></p> <p>Im November 2020 verabschiedete der Bundestag einen parteiübergreifenden Antrag mit dem Titel „Nationalismus und Rassismus die Stirn bieten – Einfluss der Ülkücü-Bewegung zurückdrängen“. Dieser betont die Notwendigkeit, extrem rechte und menschenverachtende Tendenzen, insbesondere die militanten Aktivitäten der „Ülkücü“-Bewegung in Deutschland, zu bekämpfen. Ein zentrales Element des Antrags war die Überprüfung eines möglichen Vereinsverbots für Organisationen wie die ATK/ADÜTDF, ATIB und den ATB.<br/> Die Forderung nach einem Verbot der „Grauen Wölfe“ ist nicht neu: Bereits in den 1980er Jahren erhoben Gewerkschaften und antifaschistische Gruppen entsprechende Forderungen. In jüngerer Zeit griffen Jugendorganisationen wie die Jusos dieses Anliegen wieder auf. Im europäischen Kontext hat die französische Regierung die Grauen Wölfe offiziell verboten und Österreich hat die Symbole der Grauen Wölfe verboten.<br/> Einen öffentlich-politischen Höhepunkt erreichte die Verbotsdebatte während der Fußball-EM 2024, als der türkische Spieler Merih Demiral mit dem Wolfsgruß im Spiel Türkei gegen Österreich für Empörung sorgte. Der Vorfall verdeutlicht, wie politische Symbole rechtsextremistischer Gruppen Spannungen und Provokationen auslösen. Trotz des Bundestagsantrags und der verstärkten Diskussion wurde bislang kein Verbot dieser Bewegung in Deutschland umgesetzt, und selbst die Symbolik der Bewegung bleibt weiterhin erlaubt.<br/> Die Debatte hat somit bisher überwiegend symbolischen Charakter und zeigt wenig konkrete 
Auswirkungen und Handlungsmöglichkeiten. Wichtiger ist eine konsequente Auseinandersetzung mit den strukturellen Verflechtungen zwischen türkisch-nationalistischen Lobbystrukturen und rassistischen Kontinuitäten hierzulande, sowie die Förderung von Partizipations- und Anerkennungspolitik, um den Einfluss türkisch-nationalistischer sowie rechtsextremer Netzwerke konsequent zurückzudrängen.</p> <div class="footnotes"> <small> </small><p>Kemal Bozay ist promovierter Politik-, Erziehungs- und Sozialwissenschaftler. Als Professor lehrt er Soziale Arbeit an der IU Internationale Hochschule in Köln und Düsseldorf. Mit Fikret Aslan ist er Autor u. a. des bei Unrast erschienenen Standardwerks „Graue Wölfe heulen wieder: Türkische Faschisten und ihre Vernetzung in Deutschland“.</p> <div class="footnotes"> <p><small><strong>Dies ist ein Beitrag aus der aktuellen Ausgabe der Graswurzelrevolution. Schnupperabos zum Kennenlernen gibt es <em><a href="https://www.graswurzel.net/gwr/2023/10/2020/08/2020/08/service/schnupperabo/">hier.</a></em></strong></small></p> <h6><small><strong>Wir freuen uns auch über Spenden auf unser <a href="https://www.graswurzel.net/gwr/spenden/">Spendenkonto</a>.</strong></small></h6> </div> </div> <p class="entry-tags"> </p>

Aus der GWR von Janaur 25

https://www.graswurzel.net/gwr/2024/12/graue-woelfe/

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Überschrift "Kriegs- und Zwangsdiente? Ohne uns! und Abdustingfoto mit werbung der Bundeswehr "voll im einsatz" und zusatz "verrecken" und einen Totenkopf statt Kopf eines Soldaten

Überschrift "Kriegs- und Zwangsdiente? Ohne uns! und Abdustingfoto mit werbung der Bundeswehr "voll im einsatz" und zusatz "verrecken" und einen Totenkopf statt Kopf eines Soldaten

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Graue Wölfe
Der türkische Rechtsextremismus und seine Netzwerke in Deutschland

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