"für die demokratie müssen wir jeden tag kämpfen, damit wir sie bewahren können."
(hédi fried in: "fragen, die mir zum holocaust gestellt werden")
#studyingthepast
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"ein mann, damals junger jurastudent, erzählte, wie seine beiden guten freunde und kommilitonen, die anfänglich hitler völlig ablehnend gegenüber gestanden hätten, sich langsam verändert hätten. der eine habe seine kehrtwende damit begründet, dass keine der anderen parteien eine lösung für die schlechte politische und wirtschaftliche lage zu bieten habe und es an der zeit sei, etwas neues auszuprobieren. der andere sei zunehmend von der stetig steigenden anzahl an parteimitgliedern beeinflusst worden und habe schließlich gedacht, dass die mehrheit sich nicht täuschen kann."
warum leute hitler wählten - zitat aus "fragen, die mir zum holocaust gestellt werden" von hédi fried
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cover des buchs "fragen, die mir zum holocaust gestellt werden" von der auschwitz-überlebenden hédi fried. erschienen im dumont verlag
"eine der lehren aus dem holocaust lautet: gewöhne dich nie an ungerechtigkeiten."
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"es hat sich herausgestellt,dass es ja gar nicht IHRE ideale waren,dass sie nur solange von demokratie,sozialismus,freiheit der gedankenäußerung,friedensliebe,weltbürgertum oder europäertum redeten,als dies mode war und ihren geschäften nützlich"
tagebuch anna haag, 6.1.1941
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"aber das eine kann ich doch tun: mir selber treu bleiben und dem,was ich dank meiner unverbogenen vernunft und meinem gesunden instinkt als gut und recht und menschenwürdig erkannt habe."
anna haag, tagebuch 29.09.1940
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cover des buches "denken ist heute überhaupt nicht mehr mode. tagebuch 1940 bis 1945" von anna haag, erschienen im reclam verlag. auf dem cover sind fotos von anna haag am schreibtisch und von einer menschenmenge beim hitlergruß abgebildet.
"nicht die gelegentliche und zu allen zeiten als begleiterscheinung des normalen lebens auftretende niedertracht ist es,die mich im innersten aufwühlt,sondern die tatsache,dass bei uns zu lande gegenwärtig die niedertracht zum prinzip erhoben ist."
anna haag,19.05.1940 #studyingthepast
ein stapel aus 7 büchern liegt auf einem holztisch, der schnitt ist der kamera zugewandt, so dass die buchtitel nicht zu sehen sind. im hintergrund ranken zimmerpflanzen.
#studyingthepast geht weiter, auch wenn ich zur zeit echt langsam bin. ich lese an, sortiere aus, hole neue bücher hinzu. der fundus an romanen und zeitzeugnissen aus den 1930ern ist riesengroß, selbst wenn 1 nur in den büchereiregalen stöbert
ich will weitermachen mit #studyingthepast , doch ich kann mich nicht konzentrieren.ich kann kaum schreiben. daher ist es hier grad stiller, als ich sein möchte. aber es wird weitergehen
“ich sah ein, - endlich wieder sah ich etwas ein -, daß sich selbst verlieren nichts anderes bedeuten würde als dem gegner glauben.”
#studyingthepast
“habe ich dieses andere leben überhaupt gelebt? von heut aus ist es gar nicht zu verstehen; vielleicht ist von hier aus und von heut aus überhaupt nichts zu verstehen; man steckt zu sehr mittendrin und hat angst, und man sieht andere, die auch angst haben" #studyingthepast
“ich wußte, wie es weiter gehen würde, solche erkenntnisse liegen für den ernstfall stets parat; doch ich wollte alles bis ins letzte hören und vergleichen. und ich wunderte mich, daß ich nicht tiefer erschrocken war. oder hatte ich doch noch nicht den letzten sinn verstanden?” #studyingthepast
“mein vater fragte trocken: ‘haben sie einmal sein programm gelesen, kennen sie die ziele der nationalsozialisten?’
‘ich lese kein programm’, erwiderte maria. ‘auch nicht im konzert; ich höre nur die melodie.’”
“wie lange noch, fragten wir uns täglich, wie lange?” #studyingthepast
"damals spürte ich, wie ich, ohne die einzelheiten zu begreifen, den glauben an die sicherheiten des lebens verlor.
wir hatten durch die umschichtung aller werte stillschweigend neue begriffe erlernt, es gab nichts mehr, was sich als dauerhaft erwies.”
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nachfolgend zitate aus "gast in der heimat", erstveröffentlichung 1935, neuausgabe 2021 aviva verlag
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der bildausschnitt zeigt das buch "gast in der heimat" von victoria wolff, erschienen im aviva-verlag, auf einem holztisch liegend. am rand ragen die blätter einer zimmerpflanze auf die tischplatte. das buchcover ist ein rotgefärbtes foto von reisegepäck.
“gast in der heimat” von victoria wolff wird mir noch eine ganze weile im kopf bleiben - ein gut gebauter roman mit so vielen parallelen zwischen den beobachtungen/gefühlen der romanfigur und den meinen heute. #studyingthepast
verharmlosen? resignieren? auswandern? widerstand leisten? mitlaufen?
es geht darum, aus der vergangenheit zu lernen - wie bezeichnend, dass eben diese vergangenheit von der afd als unwichtig diffamiert wird. #studyingthepast
es geht hier ausdrücklich nicht um einen vergleich der folgen. die schoah ist nicht zu vergleichen. es geht mir um das erstarken faschistischer strukturen, wie menschen sie kommen sehen, wie sie sich verhalten, welchen umgang sie damit wählen. #studyingthepast
seit monaten muss ich immer wieder an beschreibungen und entwicklungen in romanen denken, die der zeit, in der ich jetzt lebe, so sehr ähneln. romanen, die vor beinahe hundert jahren geschrieben wurden. #studyingthepast
hier gehts ums schreiben (prosa und essayistisches), bücher lesen und mein momentanes rezensionsprojekt #studyingthepast