Am Rand
Seit Langem ist von der prekären Situation der literarischen Übersetzer die Rede. Mit dem Eindringen der Künstlichen Intelligenz in ihren Markt hat sich die Lage verschärft. Wir haben zehn Übersetzerinnen und Übersetzer gefragt, welche Gefahren sie in der KI sehen, was man tun sollte, was sich ändern muss.
Die Veränderung der Arbeitswelt durch Künstliche Intelligenz zeigt Effekte, die zwischen ergriffenem Staunen, Befremden und Panik changieren. Modernisierungsenthusiastische Manager erkennen eher die Chancen, während die Belegschaft den Trend meist so passiv hinnimmt wie den neuen Küchenchef in der Kantine. Oftmals ist Mitarbeitern gar nicht klar, dass und in welcher Form sie längst KI verwenden.
So richtig der Einwand des Deutschen Ethikrats war, der Ausdruck "künstliche Intelligenz" sei missverständlich, weil die Maschine keine kognitive Leistung erbringe, so folgenlos war diese Form der Sprachkritik: Der Begriff ist in der Welt und geht nicht mehr weg. Der Empfehlung des Ethikrats, das Ding fallweise "Software zur Entscheidungsunterstützung" zu nennen, wird jedenfalls niemand freiwillig folgen. KI ist als akzeptierter Modernisierungsschritt in unser Leben eingedrungen. Manche Bereiche befinden sich deshalb in heller Aufregung, allen voran Schulen und Universitäten. Über die üblichen Gefahren hinaus warnen sie vor dem Verlust menschlicher Fertigkeiten und dem Ende einer textgestützten, allein von Menschen geschaffenen Kulturpraxis. Andererseits, so die Befürworter, schafft die KI auch ein großes Feld ungeahnter Forschungsmöglichkeiten und neuer Jobs.
Literarische Übersetzer sitzen an der Quelle, nämlich am Ursprung der Sprache selbst. Sprache ist für sie tatsächlich alles, als Theorie und als Praxis, als historisches gewachsenes Schichtwerk wie als dynamischer Prozess. Als drei deutschsprachige Übersetzerverbände im Februar 2024 einen gemeinsamen Brief an die Europäische Union veröffentlichten, um vor Gefahren und Risiken der ungeregelten KI-Verwendun…
“Mit dem Eindringen der #KI in ihren Markt hat sich die prekäre Lage der Übersetzer:innen verschärft. Wir haben zehn Übersetzer:innen gefragt, welche Gefahren sie sehen und was sich ändern muss.”
Paul Ingenday in der FAZ vom 22.07.2025 #Übersetzung
www.faz.net/aktuell/feui...