Ken Kesey ist eine Ikone der amerikanischen Gegenkultur. Mit dreißigjähriger Verspätung liegt nun endlich sein letzter Roman »Seemannslied« vor, der vulgäre Gesellschaftssatire, packende Endzeiterzählung und mahnende Climate Fiction verbindet. Milena Adams hat ihn spektakulär ins Deutsche gebracht.
Posts by Intellectures
Die 1981 in Teheran geborene Fotojournalistin und Künstlerin Newsha Tavakolian hat sich in ihr Archiv begeben. Aus den vor Jahrzehnten entstandenen, unvollkommenen Aufnahmen schält sie das Porträt ihrer Generation heraus, die trotz aller Schmerzen und Verluste nicht aufhört, von der Freiheit zu träu
Die Gegenwartsliteratur zeigt, wie Frauen von Erwartungsdruck, Ausbeutungsfantasien und sexualisierter Gewalt über den Wahnsinn hinaus getrieben werden. Literatur über weibliche Lebenswelten ist vielfältig und lesenswert. Wer sie betritt, begibt sich nicht selten in eine gefährliche Zone.
Konstantin Richter hat für seine Analyse »Dreihundert Männer« die eigene Biografie mit dem Aufstieg und Fall der Deutschland AG verwoben. Mit wirtschaftspolitischer Expertise und erzählerischem Drive führt er durch zwei Jahrhunderte deutscher Industriegeschichte.
Der Bildband des in Berlin lebenden Fotografen Benyamin Reich führt vom ultraorthodoxen Judentum in Jerusalam zum selbstbestimmten Leben in Berlin. Seine Aufnahmen sind ebenso geheimnisvoll wie entlarvend.
#Merz will mehr als 700.000 Menschen nach #Syrien zurückschicken. Das ist wahlweise irrsinnig, ahnungslos, oder einfach nur menschenverachtend. Ansonsten fehlen uns die Worte, um die #Remigrationspläne des deutschen Bundeskanzlers angemessen zu beschreiben. www.tagesschau.de/inland/innen...
1985 nimmt sich eine junge Pianistin in Neubrandenburg das Leben. Wenige Jahre zuvor hat sie noch internationale Preise gewonnen. Helene Bukowski nähert sich dieser Frau als guter Geist in Kreisen an, um dem Geheimnis dieses viel zu kurzen Lebens auf die Spur zu kommen.
Der Debütroman des Lyrikers und Rassismusexperten Ozan Zakariya Keskinkiliç ist ein rhythmisches Gebet, gewidmet einer längst vergangenen Liebe. Der Held dieses Romans folgt seinem täglichen Begehren und sucht sich selbst zwischen Datingprofilen und Erinnerungen an seine Kindheit.
Katerina Poladjan legt in ihrem mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichneten Roman »Goldstrand« mal eben ein Jahrhundert auf die Couch, um zu fragen, was ein Leben und was Europa ist. Vom ersten Moment an zieht dieser in filmischen Szenen erzählte Roman in seinen Bann.
Die Berliner Schriftstellerin Katerina Poladjan hat den Preis der Leipziger Buchmesse für den besten literarischen Titel gewonnen. Das Buch »Balkan-Odyssee. 1933–1941. Auf der Flucht vor Hitler durch Südosteuropa« der Münchener Historikerin Marie-Janine Calic wurde als bestes Sachbuch ausgezeichnet.
Der in Berlin lebende Israeli Tomer Gardi legt mit »Liefern« einen vibrierenden Gegenwartsroman vor. Er erzählt von Menschen, die gleichermaßen im Zentrum unserer Dienstleistungsgesellschaft und am unteren Ende der kapitalistischen Nahrungskette stehen.
Der magische Realismus scheint in Zeiten des Hyperrealismus in der deutschsprachigen Literatur ins Hintertreffen zu geraten. Die realistische Autofiktion dominiert hierzulande die Buchlisten. In der internationalen Literatur wird hingegen weiterhin gern auf fantastische Elemente zurückgegriffen.
Ganz normale Frauen
Die in Österreich aufgewachsene Comiczeichnerin UIIi Lust stellt In Ihrer preisgekrönten Comic-Erzählung »Die Frau als Mensch« die Geschichte der Eiszeitmenschen in ein neues, magisches Licht. Nachdem der erste Band mit dem Deutschen Sachbuchpreis ausgezeichnet wurde, ist der…
Die Nominierungen für den Preis der Leipziger Buchmesse sind da. In den drei Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung sind jeweils fünf Titel nominiert. Nominiert sind Autor:innen wie Anja Kampmann, Katerina Poladjan, Norbert Gstrein, Ines Geipel und Ulli Lust.
Steffen Mau bezeichnete Ostdeutschland als Labor der Demokratie. Angesichts der in 2026 anstehenden Wahlen lohnt es sich, auf das gesellschaftliche Klima zu schauen. Der Sammelband »Extremwetterlagen« betreibt offene Feldforschung, der Essay »Mentalitäten« wagt die Zuspitzung in einem Begriff.
Die 76. Berlinale geht heute mit dem Publikumstag zu Ende, mit Ilker Çatak hat seit 22 Jahren erstmals wieder ein Filmemacher aus Deutschland den Goldenen Bären gewonnen. Begleitet wurde das Festival von einer politischen Kontroverse, bei der das Wesentliche aus dem Blick geriet. Ein Kommentar.
Das gesellschaftspolitische Porträt »Gelbe Briefe« von Ilker Çatak ist der beste Film der Berlinale 2026. Dies entschied die Jury um den deutschen Filmemacher Wim Wenders. Sandra Hüller erhielt ihren zweiten Silbernen Bären als beste Hauptdarstellerin.
Berlinale 2026: Viele Familienangelegenheiten
Auch in der zweiten Hälfte der Berliner Filmfestspiele zeigt der Wettbewerb vorwiegend Filme, die den Mikrokosmos Familie erkunden. Das deutschsprachige Kino hat einen guten Eindruck in einer nur durchschnittlichen Konkurrenz hinterlassen.
Die amerikanische Filmemacherin Anna Fitch war 24 Jahre alt, als sie die fast fünfzig Jahre ältere Yo kennenlernte. In ihrer berührenden Dokumentation erzählt sie mit allen Mitteln der (Film-)Kunst von ihrer tiefen Freundschaft und Yos faszinierendem Leben.
Während außerhalb der Kinosäle auf der Berlinale rege über die politische Leisetreterei der Festivalleitung in Sachen Gaza diskutiert wird, laufen im Programm einige Filme mit Bezug zum Nahostkonflikt. Es lohnt sich, diese unabhängig von der Debatte zu beleuchten.
Der Blues-Musiker Al Cook ist der letzte Mieter in seinem Wiener Wohnhaus. Nun muss er raus und sich von all dem verabschieden, was sein Leben ausgemacht hat. Tizza Covi und Rainer Frimmel ist mit ihrem melancholischen Porträt eines Mannes aus dem letzten Jahrhundert ein Coup gelungen.
Mit Humor und einem Videospiel knackt der neunjährige Cris das erkaltete Herz der allein lebenden Olga. Der mexikanische Schwarz-Weiß-Film »Moscas« von Fernando Eimbcke erzählt die Geschichte einer unwahrscheinlichen Begegnung.
Zwei Silberne Bären hat sie schon gewonnen. Nun konkurriert Angela Schanelec mit »Meine Frau weint« erneut um eine der begehrten Trophäen. Darin erzählt sie von der unerträglichen Gleichzeitigkeit der Welt und der Schwierigkeit, dafür Worte zu finden.
Juliette Binoche und Tom Courtenay brillieren in Lance Hammers Demenz-Drama »Queen at Sea«. Der Film folgt der Tochter und dem Ehemann der demenzkranken Leslie, die sich über den verantwortungsvollen Umgang mit der Krankheit streiten.
Der australische Filmemacher Warwick Thornton präsentiert im Wettbewerb seinen Outback-Western »Wolfram«. Er erzählt darin von der Gewalt der weißen Kolonialisten und dem Überlebenskampf der Aborigines.
Zur Halbzeit der 76. Berliner Filmfestspiele dominiert das übergreifende Thema Familie. Die bislang gezeigten deutschsprachigen Beiträge haben einen überzeugenden Eindruck hinterlassen, ein Favorit lässt sich in dem bislang soliden, aber an Höhepunkten armen Wettbewerb noch nicht ausmachen.
Der Anglist Manfred Pfister ermöglicht mit seinem Prachtband »Englische Renaissance« etwas selten gewordenes: einen Raum zum Selberdenken. Auf 480 verspielt gesetzten Seiten führt er facettenreich die Auf- und Umbrüche dieser epistemischen Epoche vor Augen.
Berlinale 2026: Rose
Das Ende des dreißigjährigen Krieges bildet den Hintergrund von Markus Schleinzers historisches Gender-Drama »Rose«. Sandra Hüller spielt darin eine Frau, die sich nach dem Krieg als Mann ausgibt und in einem deutschen Dorf niederlässt. Eine queere historische Geschichte…