"Liebe. Ein Aufruf" ist ein schönes kurzes und stilistisch ansprechendes Buch. Daniel Schreiber versteht es, komplexe Gedanken in eine klare und oft poetische Sprache zu übersetzen, wodurch sich das Werk angenehm und zügig lesen lässt. Es hat mir insbesondere an den Stellen gefallen, an denen er sich mit der Philosophie der Liebe auseinandersetzt. Diese Abschnitte entfalten eine echte argumentative Tiefe und machen Lust auf Mehr! Der letzte Teil des Buches überzeugt aber leider deutlich weniger. Zum Beispiel wird die Idee eines „ethischen Kapitalismus“ (Markus Gabriel) vertreten. Verkannt wird dabei, dass Kapitalismus aber stets auf Wachstum, Konkurrenz und Ressourcenverbrauch basiert und niemals eine gutes Leben für alle ermöglichen wird. Auch die politische Argumentation bleibt unzureichend. Die Verteidigung der liberalen Demokratie gegen den Faschismus greift meiner Meinung zu kurz. Gerade in seiner neoliberalen Form trägt der Liberalismus selbst dazu bei, soziale Ungleichheit und ökonomische Unsicherheit zu verschärfen. Diese Entwicklungen begünstigen autoritäre Tendenzen – ein Zusammenhang, den das Buch weitgehend ausblendet.
1) "Liebe. Ein Aufruf" ist ein schönes kurzes und stilistisch ansprechendes Buch. Daniel Schreiber versteht es, komplexe Gedanken in eine klare und oft poetische Sprache zu übersetzen, wodurch sich das Werk angenehm und zügig lesen lässt.
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