Graichen: Man muss das Gesamte sehen. Das Netzpaket richtet sich gegen neue Windparks und große Solaranlagen, sie sollen bis auf wenige Ausnahmen nicht mehr ans Netz angeschlossen werden können. Die Reform des EEG zielt auf Solardachanlagen, die nicht mehr gefördert werden sollen. Und die Eckpunkte zum Gebäudeenergiegesetz zielen gegen die Wärmepumpe. Das alles ergibt ein Gesamtbild: Frau Reiche macht eine Politik zugunsten der Gaslobby, und gegen die Erneuerbaren und die Elektrifizierung.
... Die Frage ist: Lassen wir uns ausliefern oder setzen wir jetzt den Kontrapunkt? Schaffen wir es, eine Bürgerbewegung gegen die Öl- und Gaslobby zu gründen? Das ist die Aufgabe, die jetzt ansteht. Ich würde sagen, die Chancen stehen nicht schlecht. taz: Woran machen Sie das fest? Graichen: An dem einhelligen Aufschrei gegen die Änderungen am Gebäudeenergiegesetz. Der geht ja vom Institut der deutschen Wirtschaft und dem Bundesverband der Deutschen Industrie bis zum Heizungsbauer in Oberbayern und einmal quer durch die gesamte Umweltszene. Außer der Gaslobby will niemand diesen Rollback. Und obendrauf kommt, dass neue Solaranlagen nicht mehr gefördert werden sollen. Ich werbe dafür, aus einer Opferhaltung herauszu kommen. Statt zu sagen, schwarz-rot macht jetzt alles kaputt, sollten wir zu einer Haltung kommen: Erstens verhindern wir diesen Rollback, zweitens machen wir die Energiewende selbst.
taz: Welches Fazit ziehen Sie nach fast einem Jahr Schwarz-Rot?
#Graichen: Es ist deutlich schlimmer gekommen als erwartet.
😭 Noch schlimmer als befürchtet, wohlgemerkt.
🔗 taz.de/Ex-Politiker...
taz: Was hätte die Ampel besser machen können?
Graichen: ... Strom billiger .. machen.