Das Theatralische des Faschismus, das Posen-hafte von Anführern und Agitatoren hat darin ihre Ursache: Sie können jede Meinung einnehmen, die gerade beim Publikum den größten Erfolg ver-spricht, solange sie diese mit der faschistischen Emotionalität zu verweben vermögen. Sie sind da-her, mehr noch als normale Politiker, Schauspieler des Politischen. Sie können problemlos heute dies, morgen das Gegenteil sagen, und grinsen dabei noch höhnisch ob ihrer altväterlichen Gegner, für 1 die innere Konsistenz wichtiger ist als für sie. Des-wegen auch die Dichte der exzentrischen Show-männer im faschistischen Führungspersonal von Geschichte und Gegenwart. Noch der verbreitete Irrtum, die Faschisten zu unterschätzen, mag darin seine Ursache haben, da man ihnen ansieht, dass sie das, was sie sagen, ja oft nicht ernst nehmen und selbst wissen, dass es haarsträubender Unsinn ist. Aber das ist ein gefährlicher Fehler, denn die Bösartigkeit ist echt, nur die Opfer sind austausch-bar, je nachdem, wer gerade am besten passt. Man muss sie ernst, aber nicht wörtlich nehmen.
Und was macht man, wenn man so klug schreiben kann?
Richtig: man geht ins Theater und holt sich Fürsprecher der Faschisten auf die Bühne.
#misik