Am gestrigen Donnerstag, dem 52. Jahrestag des Terroranschlags auf die israelische Mannschaft bei den Olympischen Spielen in München 1972, wurde in der Nähe des Generalkonsulats des Staates Israel sowie des NS-Dokumentationszentrums ein Mann mit einem Gewehr gesichtet. Beim Versuch der Polizei, ihn zu stellen, eröffnete er das Feuer und wurde in der darauffolgenden Schießerei getötet. Über Verletzungen weiterer Personen gibt es keine Berichte. Die ermittelnden Behörden gehen, nicht zuletzt angesichts
der Wahl des Datums, von einem Anschlagsplan gegen das Konsulat. Dieser Deutung zufolge hätte der mutmaßliche Attentäter nicht gewusst, dass das Konsulat aufgrund des Gedenkens an die Opfer des Anschlags von 1972 geschlossen war. Bereits in der Vergangenheit wurde in seiner österreichischen Heimat gegen ihn wegen Terrorverdacht ermittelt. Wir sind den Behörden für ihr schnelles und konsequentes Eingreifen dankbar und hoffen auf eine umfassende Aufklärung dieser Ereignisse. Sollte sich der Verdacht erhärten,
dass das Generalkonsulat das Ziel des Anschlagsversuchs war, würde sich dieser in die Kontinuität des antisemitischen Terror gegen Israelis wie gegen nichtisraelische Jüdinnen:Juden einreihen, daneben aber auch in die aktuelle Gefährdung jüdischer und israelischer Einrichtungen und Einzelpersonen durch Gewalt und Terror. Befeuert wird diese durch Terrorapologie und -verherrlichung, Postfaktizität, Geschichtsrevisionismus und antisemitische Verschwörungsmythen in antiisraelischen Debatten – und darüber hinaus, schließlich
bildet Antisemitismus den Kitt zwischen breitgefächerten menschenverachtenden Ideologien. Es ist wichtig, dass die Sicherheitsbehörden weiterhin wachsam bleiben. Gleichzeitig appellieren wir an die gesamte Gesellschaft, ihrer Verantwortung bei der Bekämpfung von Antisemitismus bewusst zu werden und diese Aufgabe auch jenseits staatlichen Handelns anzugehen.
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