"LGBTQ-Lobby", "Groomer", "Trans-Agenda": Queere Menschen, vor allem trans Personen, sind momentan eines der zentralen Feindbilder im globalen rechten Kulturkampf. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner weigert sich, zum Christopher Street Day die Regenbogenflagge vor dem Bundestagsgebäude zu hissen, Abgeordnete werden dazu angehalten, queere Symbole aus ihren Büros zu entfernen. Neonazis bedrohen Christopher Street Days. In ganz Europa schränken Regierungen die Rechte von queeren Menschen ein. In den USA unter Donald Trump ist die Auslöschung der Existenz queerer Menschen inzwischen politisches Programm. Auch digitale Räume beugen sich der autoritären Wende: Gerade die Plattform X ist unter dem zunehmend in Verschwörungsdenken und Faschismus abdriftenden Milliardär Elon Musk zu einem fruchtbaren Nährboden für unter anderem queerfeindliche Propaganda geworden.
Der Hass gegen queere Menschen ist auch immer wieder eine Karriereplattform: Bücher gegen "Wokeness" garantieren einen Platz auf der Bestsellerliste, antifeministische Influencerinnen können ein Millionenpublikum für sich beanspruchen, und Politikerinnen, Comedians oder Autorinnen, die wegen Transfeindlichkeit Kritik erfahren haben, inszenieren sich nun als Opfer einer aus dem Ruder gelaufenen "Cancel Culture" und der "linksgrünen, woken Meinungsdiktatur", die unliebsame Kritikerinnen sofort zum Schweigen bringen würde.
Die Narrative sind jedoch nicht neu: Der Hass auf queere Menschen ist inhärenter Bestandteil patriarchaler und faschistischer Ideologie und dient, ähnlich wie Antifeminismus, regelmäßig als Türöffner in die radikale und extreme Rechte. Dies ist darin verwurzelt, dass Queerfeindlichkeit und Antisemitismus historisch eng miteinander verwoben sind.
Sei es der "sexualisierte Antisemitismus" im frühen 20. Jahrhundert, der den "verweichlichten Juden" als Antipoden zum faschistischen deutschen Mann etablierte, die "Lavender Scare" in den USA der 1950er Jahre oder das Geraune vom "Kulturmarxismus" als Ursache für den "Verfall" des Westens – immer wieder sind es jüdisch konnotierte Kräfte, die für queere Lebensidentitäten verantwortlich gemacht werden.
In diesem Vortrag wird die Publizistin und Bildungsreferentin Veronika Kracher anhand einer historischen Analyse, aktueller Beispiele und einer sozialpsychologischen Einordnung herausarbeiten, wieso struktureller Antisemitismus Queerfeindlichkeit inhärent ist – und wieso der Kampf gerade gegen Transfeindlichkeit eines der wichtigsten feministischen Anliegen unserer Zeit sein sollte.
Wir freuen uns riesig, Veronika Kracher bei uns im Café Brazil begrüßen zu dürfen! 💜 Sie wird aufzeigen, wie Queerfeindlichkeit und Antisemitismus zusammenhängen
Alle Details und Hintergrundinfos findet ihr im vollständigen Ankündigungstext in den Bildern. (2/2)
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