Leo Scheppner (12) besucht die 7. Klasse der Werkrealschule in Burladingen. Sein Schulbuch widert ihn an Foto: Andreas Rosar Von: HAGEN STEGMÜLLER 29.12.2021 - 10:37 Uhr Stuttgart - Leo Scheppner ist erst zwölf Jahre alt. Doch das Buch, das seine Deutschlehrerin jetzt zur Pflichtlektüre bestimmt hat, nimmt auf Kinder keine Rücksicht. Die 205 Seiten sind voll mit vulgärer Sprache, Hass und Gewalt. Mit Ausdrücken, die Eltern ihren Kindern immer verbieten. Allein deshalb ist Leo verwirrt und sagt: „Ich will das Schulbuch der Schande nicht lesen!" Der Roman „Keiner zwischen uns" von Autorin Carolin Hristev (41) konfrontiert Schüler mit Rassismus, Homosexualität und Vielfalt, soll sie für gesellschaftliche Entwicklungen sensibilisieren. https://archive.is/2023.01.17-205610/https://www.bild.de/bild-plus/regional/stuttgart/stuttgart-aktuell/ekel-sprache-in-ba-wue-schulbuch-quillt-vor-scheisse-ueber-78666410.bild.html
Leos Vater Oliver Scheppner (56) wehrt sich gegen solchen Deutschunterricht Foto: Andreas Rosar Der Musik-Veranstalter: „Die Rektorin sagte mir, dass diese Sprache inzwischen normal sei. Ich will aber nicht, dass derart Abstoßendes als normal angesehen wird." Das Kultusministerium verteidigt das Buch. Sprecher Benedikt Reinhard (33): „Auch klassische Literatur wie der Götz von Berlichingen bedient sich vulgärer Sprache als Stilmittel." Es sei Aufgabe der Lehrkraft, den Text einzuordnen. Leos Vater überzeugt diese Auffassung nicht: „Ständig wird beklagt, dass die Sprache auf unseren Schulhöfen verroht, dass das Internet von Hasssprache überflutet wird. Und nun machen unsere Schulbücher diese niveaulose Sprache noch salonfähig." Leo muss das Buch nicht lesen, die Aufgaben dazu nicht bearbeiten. Sollte er deshalb Note 6 bekommen, will sein Vater dagegen vorgehen.
Keiner zwischen uns Für Nelson geht die Welt unter. Als Marie in seine Klasse kommt, verliebt er sich sofort in sie - und sieht dann seinen besten Freund Hamza in enger Umarmung mit ihr. Die Klassenfahrt in die neuen Bundesländer bringt die Konflikte der Klasse erst richtig an die Oberfläche. Rassismus bedroht die Schüler von außen und die typischen Sprüche gegen Homosexuelle vergiften das Klassenklima von innen. Als Hamza seine eigene Homosexualität seinem Freund Nelson offenbart, eskaliert der Konflikt, bis alle erkennen, wie dumm solche Vorurteile sind. Gut gelungen ist, wie Marie und Nelson ihre Sicht der Vorkommnisse in verschiedener Jugendsprache erzählen. Wenn die Geschichte auch ziemlich konstruiert wirkt, kann sie Jugendliche dazu ermutigen, gegen Vorurteile und für Toleranz einzustehen.
Oliver #Scheppner, #RockDeinLeben #Laichingen ist der Vater von Leo. Sein Schulbuch widert ihn an:
„Der Roman „Keiner zwischen uns“ von Autorin Carolin Hristev (41) konfrontiert Schüler mit #Rassismus, #Homosexualität und #Vielfalt, soll sie für gesellschaftliche Entwicklungen sensibilisieren.“