1 day ago
Brigitte Fassbaender inszeniert am Staatstheater Nürnberg die „finta giardiniera“ von Wolfgang Amadeus Mozart in einer äußerst witzigen Form. Sie bezeichnete das Stück in einem Interview als ein Jugendmonsterwerk, was es in ungekürzter Fassung zweifellos ist. Das Original erstreckt sich auf 3 Cds über 3. Akte und 4h, da sage noch einer, nur Wagneropern sind lange. Das will man in Nürnberg dem Publikum nicht zumuten und hat das Werk intelligent gestrafft. Mit 2 ½ Stunden inklusive Pause ist man hier dabei. In der Vorbesprechung meinte Brigitte Fassbaender, dass der Stoff heutzutage nur noch schwer darstellbar ist, da er mit einem quasi Femizit an der Hauptperson beginnt. Belfiore hatte seine Geliebte Violante vermeintlich getötet und ist geflohen. In der Folge der Oper finden die beiden aber wieder zueinander, was für die Regisseurin schwer erklärbar ist. Zudem ist die Handlung wunderbar verworren und ebenfalls in der Einführung fiel der Satz, dass in Mozart Opern immer darum geht: wer liebt wen, warum und vor allem wie lange. Schon allein diese heikle Vorgeschichte auf die Bühne zu bringen ist eine Leistung und dann noch im zweiten Teil eine logische Erklärung für die Verliebtheit zu liefern, ist einfach großartig gelöst. Neben den sieben Hauptpersonen gibt es noch ein älteres Ehepaar in dem Gemüsegarten des Bürgermeisters Don Anchise. Die beiden Personen ähneln sehr dem Ehepaar auf dem Ölgemälde „American Gothic“ von Grant Wood.
www.stephan-grysczyk.de/wordpress/20... #fintagiardinera #stnbg #oper #mozart
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