»Epochenbrüche werden oft zu schnell ausgerufen.«
»Außenpolitisch ist die Welt komplexer und unberechen-barer geworden. Aber mindestens so dramatische Eingriffe wie in Venezuela oder Grönland gab es auch früher – etwa die In- terventionen der Supermächte im Kalten Krieg. Der Begriff der Epoche ist in der Geschichtswissenschaft sehr, sehr groß gefasst.«
»Ein Epochenbruch ist vor allem eine gewandelte Zeiterfahrung auf drei Ebenen. Die Vergangenheit wird als etwas Abgeschlossenes gesehen. Zugleich wird die Gegenwart als unglaublich schnell und dynamisch empfunden. Und die Zukunft wiederum erscheint offen – einigen als grandioser Neuanfang, anderen als apokalyptischer Niedergang. Beides führt dazu, dass viele Leute die Zukunft gestalten wollen.«
Im Interview mit der "SZ" erläutert ZZF-Direktor Frank Bösch, warum die jüngsten Krisen in der Welt noch keinen #Epochenbruch darstellen. Ob sie zu großen Zäsuren werden, die Gesellschaften langfristig grundlegend verändern, wissen wir erst später.
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