Am 28.3.1942 wird das jüdische Ehepaar Berger, von Berlin nach Trawniki bei Lublin deportiert. Sie werden das Lager nicht lebend verlassen, ihre Kinder nie wiedersehen.
1920 übersiedeln Salomon und Hinda Berger mit ihren zwei Kindern von Polen nach Kiel. Am Schülperbaum 14 führen sie über mehrere Jahre ein Textilwarengeschäft. Als polnische Staatsbürger fühlen sie sich in Schleswig-Holstein nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten nicht mehr sicher. 1933 schicken sie Tochter Sofie nach Dänemark. 1935 wanderte diese von dort nach Palästina aus. Sohn Max verlässt die Kieler Oberschule, schließt sich der jüdischen Pionierbewegung Hechaluz an und lebt bis zu seiner Auswanderung nach Palästina 1938 in verschiedenen deutschen Städten.
Salomon und Hinda Berger werden am 10.7.1939 aus Kiel ausgewiesen und flüchten nach Berlin. Sie hoffen in der Großstadt untertauchen zu können. Dort werden sie am 28.3.1942 von der Gestapo verhaftet und deportiert.
Nach dem Krieg stellen Sofie, die nun No'emi Hanor heißt, und ihr Bruder Max, der den Namen Moshe Bartur angenommen hat, Anträge auf Rückerstattung und Entschädigung. Es kommt zu heftigen Auseinandersetzungen mit den Wiedergutmachungsbehörden in Schleswig-Holstein. Die Behörden fordern Nachweise für das konfiszierte Eigentum der Eltern, zweifeln die Enteignung an und verweisen schließlich auf die Verantwortung der Entschädigungsbehörden in Berlin. Als letzter Wohnort der Eltern in Deutschland, seien die Kollegen zuständig. als im Verfahren schließlich doch werden Zeugen vernommenwerden, zweifelt die Kieler Behörde alle Aussagen an, die das Vermögen der Eltern belegen, bis auf die von Albertus Becker, der Geschäft und die Wohnung der Bergers übernommen und daher ein Interesse daran hatte, den Wert besonders niedrig anzugeben. Der Antrag auf Rückerstattung wird im Jahr 1966 abgelehnt.
28.3.1942 Salomon und Hinda Berger von Berlin nach Trawniki bei Lublin deportiert. Sie werden das Lager nicht lebend verlassen, ihre Kinder nie wiedersehen.
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