27 Minuten Steffen Lüdke Auslandsressort Vertrauliche EU-Analyse: Iranisches Regime wird sich »wahrscheinlich« halten können Analysten des Europäischen Auswärtigen Dienstes gehen derzeit nicht davon aus, dass der Irankrieg zu einem Sturz des Regimes führen wird. Das geht aus dem vertraulichen Protokoll einer Sitzung am Dienstag hervor, das dem SPIEGEL vorliegt. Es erscheine »wahrscheinlich«, dass das Regime in Teheran sich »als Zentralregierung halten werde«. Die Einschätzung ist Teil einer Unterrichtung des sogenannten EU Intelligence Analysis Centre (INTCEN) mit Sitz in Brüssel. Es briefte am Dienstag europäische Diplomaten über die Lage im Nahen Osten.
Demnach verfüge Teheran noch über militärische Kapazitäten und habe vor allem seine »Langstreckenwaffen noch nicht genutzt«. Zudem gebe es bisher keine überzeugende politische Alternative zum Regime: Ungefähr ein Drittel der Bevölkerung unterstütze die aktuellen Herrscher, ein weiteres Drittel den Sohn des gestürzten Shah, Reza Pahlavi. Der Rest sei unentschlossen oder äußere sich nicht. Grundsätzlich bestehe die Gefahr einer »Fragmentierung« des Landes, heißt es in der Unterrichtung weiter. Iran sei ethnisch divers und in den Grenzregionen gebe es lang schwelende interne Konflikte. Die Analyse erwähnt ausdrücklich das Risiko »bürgerkriegsartiger Szenarien«. Zuletzt hatte der US-Sender CNN gemeldet, dass der US-Auslandsgeheimdienst CIA kurdische Kräfte in Iran und im Nordirak aufrüsten möchte, um einen »Volksaufstand« anzuzetteln.
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Exklusiv @spiegel.de: EU-Analysten ( #INTCEN) gehen derzeit nicht davon aus, dass der Irankrieg zu einem Sturz des Regimes führen wird. Es erscheine »wahrscheinlich«, dass das Regime in Teheran sich »als Zentralregierung halten werde«, hieß es in einem Briefing am Dienstag.