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Tagebucheintrag vom 17. März 1933

Letzten Sonntag vormittag bei Frühlingswetter einmal mit Eva zu Fuß von der Weißeritz nach Hohendölzschen hinauf, unser Bauland betrachtet, und zu Fuß herunter. Eine Expedition. Dazwischen ein Weilchen bei Dembers gerastet. Wir fanden sie allein bei Tisch, ihre Kinder laufen in Innsbruck Ski. Man sprach Politik - mit Vorsicht, da die Fenster offenstanden.

Tagebucheintrag vom 17. März 1933 Letzten Sonntag vormittag bei Frühlingswetter einmal mit Eva zu Fuß von der Weißeritz nach Hohendölzschen hinauf, unser Bauland betrachtet, und zu Fuß herunter. Eine Expedition. Dazwischen ein Weilchen bei Dembers gerastet. Wir fanden sie allein bei Tisch, ihre Kinder laufen in Innsbruck Ski. Man sprach Politik - mit Vorsicht, da die Fenster offenstanden.

Diary entry of March 17, 1933

Last Sunday morning in spring weather walked with Eva from the Weisseritz to Hohendolzschen, looked at our plot of land, and back down again. An expedition. In between we rested a little while at the Dembers. We found them alone at table, their children are skiing in Innsbruck. We
talked about politics - cautiously, since the windows were open.

Diary entry of March 17, 1933 Last Sunday morning in spring weather walked with Eva from the Weisseritz to Hohendolzschen, looked at our plot of land, and back down again. An expedition. In between we rested a little while at the Dembers. We found them alone at table, their children are skiing in Innsbruck. We talked about politics - cautiously, since the windows were open.

17. März 1933

#VictorKlemperer #Tagebücher #NS #Nationalsozialismus
#Faschismus #Antisemitismus #Repression #Kontrollstaat #Angst

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19. April 1942

Eine Krankenschwester Annemaries brauchte eine Klemmnadel zum Feststecken ihrer Haube. Gewicht etwa ein Gramm. Sie mußte sich für diesen Einkauf einen Eisenschein beschaffen.

19. April 1942 Eine Krankenschwester Annemaries brauchte eine Klemmnadel zum Feststecken ihrer Haube. Gewicht etwa ein Gramm. Sie mußte sich für diesen Einkauf einen Eisenschein beschaffen.

19. April 1942

#VictorKlemperer #Tagebücher #NS #Nationalsozialismus
#Faschismus #Antisemitismus #Shoah #Holocaust #Mangel #Kriegswirtschaft #Kontrollstaat

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Nach dem Anschlag in Magdeburg: Faeser fordert schnellen Beschluss von Sicherheitsgesetzen Bundesinnenministerin Nancy Faeser kritisiert laut einem Bericht die FDP und Union dafür, offene Gesetzentwürfe zu blockieren. Die Behörden bräuchten mehr Befugnisse.

Ja, is klar.

„Wollt ihr die totale Überwachung?“
„Jaaaa“ 🤯🫥

#Kontrollstaat

www.zeit.de/politik/deutschland/2024...

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23. Juli 1943

Die gefürchtete Kommission kam gestern, wie erwartet, während des Schichtwechsels, um möglichst viele Leute zu sehen. Wir Judäer saßen also in der engen Garderobe um den Tisch und warteten, dass die arische Frauenschicht fertig werde. Auf dem Tisch standen Blumen, und daran lehnten Ansichtskarten für eine arische Arbeiterin, die Geburtstag hatte. (Blumen sind den Juden verboten.) Die Tür ging auf, ein junger Zivilist, Mitte dreißig, schwarz, nicht blond, aber sehr SS-haft militärisch, trat mit erhobenem Arm und lautem »Heil Hitler!« herein. Dann sah er die Sterne, ärgerte sich wohl über seinen Gruß und sagte höhnisch: »Ach, das ist ja die Genossenschaft. Was machen die denn hier? Hat denn ihr Sabbat schon begonnen? Und Blumen, wieso denn Blumen?« Wir waren demütig aufgestanden, der Chef Schlüter, hinter dem Kommissionsmann, gab die nötigen Erklärungen, der Schnösel murmelte noch etwas von »Sabbat«, sah sich die eine Ansichtskarte an und ging.

23. Juli 1943 Die gefürchtete Kommission kam gestern, wie erwartet, während des Schichtwechsels, um möglichst viele Leute zu sehen. Wir Judäer saßen also in der engen Garderobe um den Tisch und warteten, dass die arische Frauenschicht fertig werde. Auf dem Tisch standen Blumen, und daran lehnten Ansichtskarten für eine arische Arbeiterin, die Geburtstag hatte. (Blumen sind den Juden verboten.) Die Tür ging auf, ein junger Zivilist, Mitte dreißig, schwarz, nicht blond, aber sehr SS-haft militärisch, trat mit erhobenem Arm und lautem »Heil Hitler!« herein. Dann sah er die Sterne, ärgerte sich wohl über seinen Gruß und sagte höhnisch: »Ach, das ist ja die Genossenschaft. Was machen die denn hier? Hat denn ihr Sabbat schon begonnen? Und Blumen, wieso denn Blumen?« Wir waren demütig aufgestanden, der Chef Schlüter, hinter dem Kommissionsmann, gab die nötigen Erklärungen, der Schnösel murmelte noch etwas von »Sabbat«, sah sich die eine Ansichtskarte an und ging.

23. Juli 1943

#VictorKlemperer #Tagebücher #NS #Nationalsozialismus #Antisemitismus #Shoah #Kontrollstaat #Rassegesetze

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