˙
1.500 Patienten sollen in der Heil- und Pflegeanstalt #Wehnen während der NS-Zeit ermordet worden sein. Sie wurden Opfer des #Euthanasie-Programms der Nazis. Eine Gedenkstätte auf dem Klinikgelände erinnert an sie.
Von Anna Schlieter für den @ndr.de.
.
www.ndr.de/fernsehen/se...
An die Landräte und Oberbürgermeister der neun Gebietskörperschaften im Oldenburger Land: An Herrn Landrat Sven Ambrosy, Landkreis Friesland An Frau Landrätin Daniela Harms, Landkreis Ammerland An Herrn Landrat Stephan Siefken, Landkreis Wesermarsch An Herrn Landrat Dr. Christian Pundt, Landkreis Oldenburg An Herrn Landrat Johann Wimberg, Landkreis Cloppenburg An Herrn Landrat Tobias Gerdesmeyer, Landkreis Vechta An Herrn Oberbürgermeister Jürgen Krogmann, Stadt Oldenburg An Herrn Oberbürgermeister Carsten Feist, Stadt Wilhelmshaven An Frau Oberbürgermeisterin Petra Gerlach, Stadt Delmenhorst Berlin den … Sehr geehrte Damen und Herren, die Gedenkstätte Wehnen ist kein beliebiges Projekt. Sie ist ein Mahnmal gegen das Vergessen. Sie ist ein Ort der Aufklärung und der Begegnung. Die Arbeit des Gedenkkreises Wehnen wurde bereits mit drei Bundesverdienstkreuzen ausgezeichnet – ein deutliches Zeichen für die überregionale Bedeutung dieser Gedenkstätte, die an eines der dunkelsten Kapitel der Oldenburger Geschichte erinnert. In der Heil- und Pflegeanstalt Wehnen kamen zwischen 1936 und 1945 mindestens 1.500 Menschen durch gezielte Vernachlässigung, Unterernährung und medizinische Misshandlungen zu Tode – ein Verbrechen, dessen Aufarbeitung bis heute keine Selbstverständlichkeit ist. Dank der Stadt Oldenburg – vertreten durch Oberbürgermeister Jürgen Krogmann und das Kulturamt – die die Gedenkstätte seit Jahren großzügig unterstützten, konnten bedeutsame Projekte realisiert werden, darunter eine Untersuchung zur Zwangssterilisation im Land Oldenburg, sowie der Aufbau eines digitalen Gedenkstättenarchivs. Doch nun geht es um mehr: Es geht darum, das Überleben der Gedenkstätte langfristig zu sichern. Denn trotz ihrer unbestreitbaren Bedeutung für die historisch-politische Bildung wird die Gedenkstätte Wehnen seit Jahren überwiegend ehrenamtlich betrieben. Die Finanzierung ist prekär, die Arbeit am Rande des Leistbaren.
Die Stiftung niedersächsischer Gedenkstätten hat bereits Fördermittel in Höhe von 370.000 Euro zugesagt – unter der Bedingung, dass die Gebietskörperschaften im Oldenburger Land eine vergleichsweise moderate Co-Finanzierung übernehmen: rund 14.000 Euro pro Kommune, verteilt auf drei Jahre. Leider werden diese Mittel von Ihnen nicht zugesagt. Wir, die Unterzeichnenden – einige von uns Angehörige der Opfer, andere, wie ich, Regisseurin des Films Ich werde nicht schweigen – können nicht nachvollziehen, warum das Oldenburger Land und Sie als politische Vertreterinnen und Vertreter Ihre Verantwortung derart schleifen lassen – und damit den Fortbestand dieser wichtigen Gedenkstätte gefährden. Es braucht Ihre gemeinsame Bereitschaft, sich zur historischen Verantwortung zu bekennen – nicht mit Worten, sondern mit Taten. Wir fordern Sie daher eindringlich auf: • Stellen Sie die erforderlichen Mittel für die Gedenkstätte Wehnen zur Verfügung. • Beteiligen Sie sich paritätisch an der Co-Finanzierung, die zur Sicherung der Bildungsarbeit notwendig ist. • Ergreifen Sie die Initiative im Bezirksverband Oldenburg und setzen Sie ein gemeinsames Zeichen der Erinnerungskultur. Der Erhalt der Gedenkstätte ist eine Frage von historischer Verantwortung, menschlicher Würde und demokratischer Erinnerungskultur. Es geht nicht um große Summen. Es geht um Haltung. Um die Würde der Opfer. Und um die Frage, wie wir als Gesellschaft mit unserer Geschichte umgehen. Mit nachdrücklichen Grüßen Esther Gronenborn, Regisseurin und Autorin Nadja Uhl, Schauspielerin Kerstin Ramcke Produzentin Soenke Lars Neuwöhner, Autor Janina Fautz (Schauspielerin) Katja Riemann (Schauspielerin)
Die #NSEuthanasie #Gedenkstätte #Wehnen wurde 2004 v. Opferangehörigen gegründet. Seitdem leisten d. dort Tätigen überwiegend ehrenamtliche Arbeit unter widrigsten Bedingungen.
Ein offener Brief d. Crew d. Films "Ich werde nicht schweigen" zeigt erneut die Schäbigkeit dt. #Erinnerungskultur auf,
1/2