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Zitat:

»Literatur ist, wenn ein Gedachtes zugleich ein Gesehenes und ein Gehörtes ist. Sie wird mit Aug und Ohr geschrieben. Aber Literatur muß gelesen sein, wenn ihre Elemente sich binden sollen. Nur dem Leser (und nur dem, der ein Leser ist) bleibt sie in der Hand. Er denkt, sieht und hört und empfängt das Erlebnis in derselben Dreieinigkeit, in der der Künstler das Werk gegeben hat. Man muß lesen, nicht hören, was geschrieben steht. Zum Nachdenken des Gedachten hat der Hörer nicht Zeit, auch nicht, dem Gesehenen nachzusehen. Wohl aber könnte er das Gehörte überhören. Gewiß, der Leser hört auch besser als der Hörer. Diesem bleibt ein Schall. Möge der stark genug sein, ihn als Leser zu werben, damit er nachhole, was er als Hörer versäumt hat.«

– Karl Kraus: Aphorismen. – Frankfurt am Main : Suhrkamp, 1986. – 531 S. – ISBN 978-3-518-37818-2. – Seite 240.

Zitiert nach: Karl Kraus: Die letzten Tage der Menschheit : Bühnenfassung des Autors. – Frankfurt am Main : Büchergilde Gutenberg, 1994. – 407 S. – ISBN 978-3-7632-4280-1. – Seite 343f.

Zitat: »Literatur ist, wenn ein Gedachtes zugleich ein Gesehenes und ein Gehörtes ist. Sie wird mit Aug und Ohr geschrieben. Aber Literatur muß gelesen sein, wenn ihre Elemente sich binden sollen. Nur dem Leser (und nur dem, der ein Leser ist) bleibt sie in der Hand. Er denkt, sieht und hört und empfängt das Erlebnis in derselben Dreieinigkeit, in der der Künstler das Werk gegeben hat. Man muß lesen, nicht hören, was geschrieben steht. Zum Nachdenken des Gedachten hat der Hörer nicht Zeit, auch nicht, dem Gesehenen nachzusehen. Wohl aber könnte er das Gehörte überhören. Gewiß, der Leser hört auch besser als der Hörer. Diesem bleibt ein Schall. Möge der stark genug sein, ihn als Leser zu werben, damit er nachhole, was er als Hörer versäumt hat.« – Karl Kraus: Aphorismen. – Frankfurt am Main : Suhrkamp, 1986. – 531 S. – ISBN 978-3-518-37818-2. – Seite 240. Zitiert nach: Karl Kraus: Die letzten Tage der Menschheit : Bühnenfassung des Autors. – Frankfurt am Main : Büchergilde Gutenberg, 1994. – 407 S. – ISBN 978-3-7632-4280-1. – Seite 343f.

»Literatur ist, wenn ein Gedachtes zugleich ein Gesehenes und ein Gehörtes ist.« – Karl Kraus: Aphorismen.

Begleitlektüre zu »Z Ypsilon X« von Peter Waterhouse.

#currentlyreading #peterwaterhouse #karlkraus

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Zitat aus Peter Waterhouse »Z Ypsilon X«

»Wir waren drei Leser; der General an der Grenze und Front zwischen Österreich und Italien eine Depesche lesend; mein Großvater in Troppau oder in Graz die Worte des Lesers der Depesche lesend; ich ein Jahrhundert später die Worte des Lesers der Depesche lesend und die Anzeichnung des Lesers des Lesers. Ich war der Leser des Lesers des Lesers.«

Zitat aus Peter Waterhouse »Z Ypsilon X« »Wir waren drei Leser; der General an der Grenze und Front zwischen Österreich und Italien eine Depesche lesend; mein Großvater in Troppau oder in Graz die Worte des Lesers der Depesche lesend; ich ein Jahrhundert später die Worte des Lesers der Depesche lesend und die Anzeichnung des Lesers des Lesers. Ich war der Leser des Lesers des Lesers.«

»Ich war der Leser des Lesers des Lesers.«

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Zitat aus Peter Waterhouse: Z Ypsilon X.

»Liebte ich das Lesen, weil es leise war und ich mich erinnerte an meine Mutter? Konnte ich Bücher hören? Hörte ich in den Büchern mehr als in den Stimmen? Meine Mutter las nicht, sie las nicht gerne. Sie war keine Leserin, auch keine Vorleserin. Konnte sie darum den leisen Vater nicht hören? Bloß den lautstarken, der auch zuletzt in der Lautstärke war, im Gefechtslärm auf einem Feld vor der Häuserzeile von Latanzy, und dort starb und liegen gelassen wurde als einer von vielen Sterbenden und Liegengelassenen – hörte sie nur den Lautstarken, nur Lautstärke, also nicht?«

– Peter Waterhouse: Z Ypsilon X. – Berlin : Matthes & Seitz, 2025. – 1554 S. (3 Bände) – ISBN 978-3-7518-0040-1. – Band 1: Z, S. 58-59

Zitat aus Peter Waterhouse: Z Ypsilon X. »Liebte ich das Lesen, weil es leise war und ich mich erinnerte an meine Mutter? Konnte ich Bücher hören? Hörte ich in den Büchern mehr als in den Stimmen? Meine Mutter las nicht, sie las nicht gerne. Sie war keine Leserin, auch keine Vorleserin. Konnte sie darum den leisen Vater nicht hören? Bloß den lautstarken, der auch zuletzt in der Lautstärke war, im Gefechtslärm auf einem Feld vor der Häuserzeile von Latanzy, und dort starb und liegen gelassen wurde als einer von vielen Sterbenden und Liegengelassenen – hörte sie nur den Lautstarken, nur Lautstärke, also nicht?« – Peter Waterhouse: Z Ypsilon X. – Berlin : Matthes & Seitz, 2025. – 1554 S. (3 Bände) – ISBN 978-3-7518-0040-1. – Band 1: Z, S. 58-59

»Liebte ich das Lesen, weil es leise war?«

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