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🇨🇵 Ma participation au #wat25 #wat2025 ! Thème : Civilisation perdue. Cette année, pas le temps, donc j'ai dessiné en 2h en live! 🤭
🇬🇧 My participation to the french art event "Week and Art" 2025! Theme: Lost civilisation. This year, no time so a one-shot 2h live! 🤭
#weekandart #artcontest #digitalart

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Ça avance bcp trop doucement.... #wat2025 #wat25,

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#WAT25: Diskussionsforum Umgang mit Rechercheanfragen: Wie viel Service muss sein? Wie viel Service darf sein? Unter der Leitung von Constanze Sieger (Hessisches Staatsarchiv Marburg) und Bärbel Sunderbrink (Stadtarchiv Detmold) diskutierten rd. 70 Archivtagsteilnehmerinnen und -teilnehmer über den Umgang mit Anfragen und die Praxis der durch Anfragen entstehenden Recherchen und Rechercheaufwände. Das Diskussionsforum fand wegen des großen Interesses im Großen Saal statt, was die Moderatorinnen geschickt auffingen, indem sie die Teilnehmenden zweimal in kleineren Gruppen zu folgenden Themen diskutieren ließen: * Worin bestehen die größten Herausforderungen/Probleme (großes Rechercheaufkommen, hohe Erwartungen etc.) * Welche Lösungsmöglichkeiten bestehen? Auf diese Weise kamen trotz der Plenumsatmosphäre gute Diskussionen und ein reger Austausch zustande. Die in den Gruppen und dann im Plenum diskutierten Themen berührten fast alle Aspekte, die sich im gut gewählten Titel des Diskussionsforums widerspiegeln: Wie viel Service muss sein? Wie viel Service darf sein? Erwartungsgemäß fand sich eine große Variationsbreite bei der Beantwortung dieser beiden Fragen: In Abhängigkeit von der Größe und der personellen Ausstattung ist zwangsläufig mehr oder weniger Service möglich. Die Standards sind, wie die Diskussion zeigte, durchaus verschieden, wobei grundsätzlich der Anspruch, so viel Service wie möglich bei so wenig Aufwand wie nötig zu realisieren, bei allen Teilnehmenden derselbe ist. Ausgehend von groben Durchschnittszahlen aus der Archivstatistik der Bundeskonferenz der Kommunalarchive beim Deutschen Städtetag (Hinweis: Teilnahme noch bis Ende März 2025 möglich), bei der auch die Nutzungstage/Jahr und die schriftlichen Auskünfte/Jahr erhoben werden, kommentierte Marcus Stumpf den Befund, dass die Anzahl der Nutzungstage und Recherchen – erwartungsgemäß – mit der Größe der Kommunen und ihrer jeweiligen Kommunalarchive korreliert: je größer die Kommune, desto höher die Nutzung in den Leseräumen und umso höher das Anfragenaufkommen. Stumpf wies aber vor allem nachdrücklich darauf hin, dass die ermittelten Durchschnittszahlen der Archivstatistik nur eine grobe Näherung an die realen Verhältnisse darstellten: Die Antworten der kommunalen Archive offenbarten, dass nach wie vor vielerorts Kennzahlen zur Nutzung noch nicht erhoben würden. Stumpf warb nachdrücklich dafür, Kennzahlen für das eigene Archiv zu erheben, auch für die Archivstatistik der BKK, vor allem aber zur Nutzung und als Argumentationshilfe in der eigenen Verwaltung. Nahezu alle Aspekte des Umgangs und der Bewältigung von Nutzungsanfragen und Recherchen für Benutzende in Kommunalarchiven kamen im weiteren Verlauf des Diskussionsforums zur Sprache: * Auf welchen Wegen erreichen Anfragen das Archiv? Schriftlich per Post (abnehmend) oder E-Mail, per Telefon (problematisch) und zunehmend über Onlineformulare, wie es die Onlinezugangsgesetzgebung fordert. * Welche Gruppen von Anfragenden lassen sich ‚clustern‘: von Familienforschenden über Erbenermittler bis hin zur eigenen Verwaltung? Wie geht man mit diesen um? Existieren unterschiedliche Bearbeitungsstandards oder Reaktionsgeschwindigkeiten? * Werden Recherchegebühren erhoben und wenn ja, auf welche Weise, in welcher Höhe und mit welchen Ausnahmetatbeständen? * Wie gehen Archive damit um, dass viele Anfragen letztlich nicht mehr auf Nutzungen im Leseraum hinauslaufen, sondern immer öfter Fortsetzungsanfragen und v.a. Digitalisierungsanträge auslösen? * Damit verbunden: Wie hoch ist in den Archiven die Priorität für die Onlinebereitstellung von Beständeübersichten und Findbüchern? Wie müssen Findmittel beschaffen sein, dass sie eine sinnvolle Onlinerecherche ermöglichen und das Anfragenaufkommen mindern? * Und schließlich: Werden KI-Werkzeuge den Archiven künftig bei der Erstellung neuer oder Veredelung älterer Findmittel helfen, die Bearbeitung von Recherchen erleichtern oder gar abnehmen? Diese und weitere Fragen wurden mit Gewinn diskutiert, zwangsläufig ohne sie abschließend beantworten zu können. Erkennbar ist in jedem Fall das große Bemühen aller Kommunalarchive, einen im Rahmen der bestehenden Möglichkeiten bestmöglichen Service zu bieten, wozu Freundlichkeit im Kontakt mit Anfragenden und – bei den manchmal unvermeidlichen längeren Rückmeldezeiten – auch Zwischennachrichten gehören. Die beiden Leiterinnen des Diskussionsforums Constanze Sieger und Bärbel Sunderbrink beabsichtigen, die Ergebnisse des Diskussionsforums in einem Beitrag für das Herbstheft der Archivpflege in Westfalen-Lippe zu bündeln. Marcus Stumpf, LWL-Archivamt für Westfalen * * * OpenEdition schlägt Ihnen vor, diesen Beitrag wie folgt zu zitieren: Stefan Schröder (18. März 2025). #WAT25: Diskussionsforum Umgang mit Rechercheanfragen: Wie viel Service muss sein? Wie viel Service darf sein? _archivamtblog_. Abgerufen am 18. März 2025 von https://doi.org/10.58079/13i6u * * * * * * * *

"#WAT25: Diskussionsforum Umgang mit Rechercheanfragen: Wie viel Service muss sein? Wie viel Service darf sein?" im Archiv] [https://archivamt.hypotheses.org/27003

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Mein Archivstudium – #WAT25 Guten Tag liebe Lesenden, letzte Woche war ich auf dem 76. Westfälischen Archivtag in Gütersloh und in diesem Artikel möchte ich Ihnen meine Eindrücke mitteilen. Außerdem konnten wir endlich unsere Projektkurse und Wahlpflichtfächer wählen. Aber kommen wir zuerst zu dem #WAT2025. Unter dem Thema „Lücken erkennen und schließen. Strategien für den kommunal-archivischen Arbeitsalltag“ fand er dieses Jahr in Gütersloh statt. Ich habe schon einige Archivtage besucht aber der Westfälische Archivtag ist der auf den ich mich jedes Jahr besonders freue. Durch mein Praktikum beim LWL-Archivamt habe ich dieses Jahr viele bekannte Gesichter gesehen und tolle Gespräche abseits vom Programm geführt. Vielen Dank an dieser Stelle für den großartigen Austausch. Für mich stach die Vorträge mit dem Titel „Archive und Cyberangriffe – Lücken vermeiden durch Vorsorge?“ besonders hervor. Ich hatte mich während des Praktikums schon gefragt, wie man am besten mit dem Thema umgeht und wie man Cyberangriffe in Notfallpläne integrieren kann. Gerade, da wir das Thema Notfallpläne erstellen im 4ten Semester ausführlich besprochen haben, hier aber die Gefahr für digitales Archivgut und unsere Datenbanken keine besonders große Bedeutung hatten bis jetzt. Jetzt durch die Tagung zu erfahren das es bereits ISO-Standards gibt und man auch digitale Notfälle üben kann, hat mir etwas innere Ruhe gegeben. Es ist immer gut, wenn man weiß, wo man Informationen nachlesen kann. Auch wenn abschließend nicht ganz geklärt werden konnte, ob es sinnvoll ist Findbücher auch einmal analog zu „speichern“, um im Notfall mit diesen arbeiten zu können. Besonders spannend fand ich auch dieses Jahr die Diskussionsforen. Neben der Qual der Wahl für welches Thema man sich entscheiden soll, finde ich hier immer interessant, vor welchen Herausforderungen die Archivar:innen stehen und wie sie versuchen Lösungsansätze zu finden. Ich habe mich dieses Jahr für das Thema „Umgang mit Rechercheanfragen: Wie viel Service muss sein? Wie viel Service darf sein?“ entschieden. Hier war es spannend zu sehen, das Nutzer:innen häufig das Problem haben, das sie nicht klar kommunizieren, welche Informationen sie benötigen. Vielleicht wäre hier ein kleiner Hinweis auf der Webseite des Archivs gut, vielleicht ein „in 10 Schritten zur Archivanfrage“, an denen sich Nutzer entlanghangeln können. Auch wurde darüber diskutiert, ob Kontaktformulare sinnvoll wären. Hier kann ich mir vorstellen, dass vielleicht eine Verbindung zwischen der Anleitung und dem Formular entstehen könnte. Mit Beispielen, damit dort nicht nur ein Wort Sätze geschrieben werden. Auch der zweite Tag war mit vielen interessanten Vorträgen gefüllt, in denen ich auch so einige Denkanstöße für meine Bachelorarbeit mitnehmen konnte. Denn im nächsten Semester starten schon die ersten Vorbereitungen und dann geht es in schnellen Schritten zum Abschluss des Studiums. Aber zuerst möchte ich Ihnen noch erzählen für welches Projekt ich mich entschieden habe. Ich habe mich für das Projekt „die DDR-Oppositionsbewegung“ entschieden, hier werden wir mit dem Robert Havemann Gesellschaft ─ Archiv der DDR-Opposition e.V. Berlin kooperieren. Ziel des Seminars ist es, unter anderem eigene Fragestellungen zu entwickeln und im interdisziplinären Diskurs zu erörtern. Hierzu werden wir in verschiedene Themenblöcke eingeteilt, einer dieser Themenblöcke beschäftigt sich mit „Subkulturen“. Auf diesen Teil freue ich mich ganz besonders, da mich Subkulturen und ihre Rolle in der Gesellschaft sowie die Reibung, die sie mit der Gesellschaft haben, sehr fasziniert. Gerade im Bezug auf die DDR stelle ich mir diesen Themenblock sehr spannend vor. Ich würde mich freuen, in diesem Bezug auch Zeitzeugengespräche zu führen. Als Leistungsnachweis soll hier das Konzept für ein Forschungsprojekt erarbeitet werden, welches dann im Wintersemester 2025/26 vorgestellt wird. Bei meinem Wahlpflichtkurs habe ich mich für das Modul „Vertiefung Hilfswissenschaften“ entschieden. Ich bin sehr gespannt auf Diplomatik und Chronologie, freue mich darauf, Handschriften vor 1800 zu lesen und die Grundlagen der kleinen historischen Hilfswissenschaften kennenzulernen. Ich freue mich sehr auf das neue Semester und Sie wieder mitnehmen zu können. Viele Grüße, Ihre Sharon * * * OpenEdition schlägt Ihnen vor, diesen Beitrag wie folgt zu zitieren: shundehege (19. März 2025). Mein Archivstudium – #WAT25. _archivamtblog_. Abgerufen am 19. März 2025 von https://archivamt.hypotheses.org/27060 * * * * * * * *

Mein Archivstudium – #WAT25 https://archivamt.hypotheses.org/27060

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#WAT25: Diskussionsforum Umgang mit Rechercheanfragen: Wie viel Service muss sein? Wie viel Service darf sein? Unter der Leitung von Constanze Sieger (Hessisches Staatsarchiv Marburg) und Bärbel Sunderbrink (Stadtarchiv Detmold) diskutierten rd. 70 Archivtagsteilnehmerinnen und -teilnehmer über den Umgang mit Anfragen und die Praxis der durch Anfragen entstehenden Recherchen und Rechercheaufwände. Das Diskussionsforum fand wegen des großen Interesses im Großen Saal statt, was die Moderatorinnen geschickt auffingen, indem sie die Teilnehmenden zweimal in kleineren Gruppen zu folgenden Themen diskutieren ließen: * Worin bestehen die größten Herausforderungen/Probleme (großes Rechercheaufkommen, hohe Erwartungen etc.) * Welche Lösungsmöglichkeiten bestehen? Auf diese Weise kamen trotz der Plenumsatmosphäre gute Diskussionen und ein reger Austausch zustande. Die in den Gruppen und dann im Plenum diskutierten Themen berührten fast alle Aspekte, die sich im gut gewählten Titel des Diskussionsforums widerspiegeln: Wie viel Service muss sein? Wie viel Service darf sein? Erwartungsgemäß fand sich eine große Variationsbreite bei der Beantwortung dieser beiden Fragen: In Abhängigkeit von der Größe und der personellen Ausstattung ist zwangsläufig mehr oder weniger Service möglich. Die Standards sind, wie die Diskussion zeigte, durchaus verschieden, wobei grundsätzlich der Anspruch, so viel Service wie möglich bei so wenig Aufwand wie nötig zu realisieren, bei allen Teilnehmenden derselbe ist. Ausgehend von groben Durchschnittszahlen aus der Archivstatistik der Bundeskonferenz der Kommunalarchive beim Deutschen Städtetag (Hinweis: Teilnahme noch bis Ende März 2025 möglich), bei der auch die Nutzungstage/Jahr und die schriftlichen Auskünfte/Jahr erhoben werden, kommentierte Marcus Stumpf den Befund, dass die Anzahl der Nutzungstage und Recherchen – erwartungsgemäß – mit der Größe der Kommunen und ihrer jeweiligen Kommunalarchive korreliert: je größer die Kommune, desto höher die Nutzung in den Leseräumen und umso höher das Anfragenaufkommen. Stumpf wies aber vor allem nachdrücklich darauf hin, dass die ermittelten Durchschnittszahlen der Archivstatistik nur eine grobe Näherung an die realen Verhältnisse darstellten: Die Antworten der kommunalen Archive offenbarten, dass nach wie vor vielerorts Kennzahlen zur Nutzung noch nicht erhoben würden. Stumpf warb nachdrücklich dafür, Kennzahlen für das eigene Archiv zu erheben, auch für die Archivstatistik der BKK, vor allem aber zur Nutzung und als Argumentationshilfe in der eigenen Verwaltung. Nahezu alle Aspekte des Umgangs und der Bewältigung von Nutzungsanfragen und Recherchen für Benutzende in Kommunalarchiven kamen im weiteren Verlauf des Diskussionsforums zur Sprache: * Auf welchen Wegen erreichen Anfragen das Archiv? Schriftlich per Post (abnehmend) oder E-Mail, per Telefon (problematisch) und zunehmend über Onlineformulare, wie es die Onlinezugangsgesetzgebung fordert. * Welche Gruppen von Anfragenden lassen sich ‚clustern‘: von Familienforschenden über Erbenermittler bis hin zur eigenen Verwaltung? Wie geht man mit diesen um? Existieren unterschiedliche Bearbeitungsstandards oder Reaktionsgeschwindigkeiten? * Werden Recherchegebühren erhoben und wenn ja, auf welche Weise, in welcher Höhe und mit welchen Ausnahmetatbeständen? * Wie gehen Archive damit um, dass viele Anfragen letztlich nicht mehr auf Nutzungen im Leseraum hinauslaufen, sondern immer öfter Fortsetzungsanfragen und v.a. Digitalisierungsanträge auslösen? * Damit verbunden: Wie hoch ist in den Archiven die Priorität für die Onlinebereitstellung von Beständeübersichten und Findbüchern? Wie müssen Findmittel beschaffen sein, dass sie eine sinnvolle Onlinerecherche ermöglichen und das Anfragenaufkommen mindern? * Und schließlich: Werden KI-Werkzeuge den Archiven künftig bei der Erstellung neuer oder Veredelung älterer Findmittel helfen, die Bearbeitung von Recherchen erleichtern oder gar abnehmen? Diese und weitere Fragen wurden mit Gewinn diskutiert, zwangsläufig ohne sie abschließend beantworten zu können. Erkennbar ist in jedem Fall das große Bemühen aller Kommunalarchive, einen im Rahmen der bestehenden Möglichkeiten bestmöglichen Service zu bieten, wozu Freundlichkeit im Kontakt mit Anfragenden und – bei den manchmal unvermeidlichen längeren Rückmeldezeiten – auch Zwischennachrichten gehören. Die beiden Leiterinnen des Diskussionsforums Constanze Sieger und Bärbel Sunderbrink beabsichtigen, die Ergebnisse des Diskussionsforums in einem Beitrag für das Herbstheft der Archivpflege in Westfalen-Lippe zu bündeln. Marcus Stumpf, LWL-Archivamt für Westfalen * * * OpenEdition schlägt Ihnen vor, diesen Beitrag wie folgt zu zitieren: Stefan Schröder (18. März 2025). #WAT25: Diskussionsforum Umgang mit Rechercheanfragen: Wie viel Service muss sein? Wie viel Service darf sein? _archivamtblog_. Abgerufen am 18. März 2025 von https://doi.org/10.58079/13i6u * * * * * * * *

#WAT25: Diskussionsforum Umgang mit Rechercheanfragen: Wie viel Service muss sein? Wie viel Service darf sein? https://archivamt.hypotheses.org/27003

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#WAT25: Aktuelle Stunde Herr Stumpf eröffnet den zweiten Tag des 76. Westfälischen Archivtages in Gütersloh wie gewohnt mit der aktuellen Stunde. 1. Archivgesetz NRW, Prof. Marcus Stumpf (LWL-Archivamt) Die Novellierung des Archivgesetzes NRW verzögere sich weiter. Die ursprünglich für September 2024 geplante Verbändeanhörung habe noch nicht stattgefunden. Damit erscheine eine Verabschiedung bis zur parlamentarischen Sommerpause nicht mehr möglich. 2. Webarchivierung als Aufgabe der Universitäts- und Landesbibliotheken: Webarchiv.nrw, Prof. Marcus Stumpf (LWL-Archivamt) Herr Stumpf berichtet auf Grundlage von Informationen von Dr. Andrea Ammendola von der ULB Münster. Seit 2013 existiere in Gestalt des Pflichtexemplargesetzes NRW (heute im Kulturgesetzbuch NRW verankert) für die drei Landesbibliotheken in NRW (ULBs Bonn, Düsseldorf, Münster) eine rechtliche Grundlage für das Sammeln von Webseiten. Als sog. „unkörperlichen Medienwerke“ seien neben elektronischen Publikationen grundsätzlich auch Webseiten als sammelpflichtige/-würdige Inhalte miteingeschlossen. Das Webarchiv.NRW werde seit 2024 mit Landesmitteln aus dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft (MKW) gefördert, die ersten Webseiten würden Anfang 2025 gecrawlt. Die Universitäts- und Landesbibliotheken stimmten untereinander die Sammelprofile ab, sie stünden aber auch im Dialog mit dem Landesarchiv NRW, das für die Websites der Landesbehörden und Gerichte zuständig ist. Der Schwerpunkt der Webarchivierung der Bibliotheken liege auf landeskundlich relevanten Webseiten: Webseiten von kreisfreien oder kreisangehörigen Städten und Gemeinden, darüber hinaus von Hochschulen, Bibliotheken, Museen, Archiven, Institutionen, Vereinen, Stiftungen, Parteien, Unternehmen, ferner (als Einzelfallentscheidung) auch von privaten Websites, Blogs oder thematische Foren mit landeskundlicher Relevanz. Vollständigkeit werde indessen nicht angestrebt, d.h. es werden wohl nicht sämtliche kommunalen Websites archiviert. Die Verantwortlichen des Webarchivs.NRW hätten sich aufgrund der insgesamt komplizierten und zurzeit unsicheren Rechtslage vorerst gegen eine öffentlich zugängliche Nutzung entschieden. Im Fokus stehe zunächst die Sicherung. Es werde voraussichtlich nicht möglich sein, das Webarchiv.NRW in jedem Archiv in NRW zur Verfügung zu stellen, sondern die Nutzung werde auf die Räume der Projektpartner (hier aber dann mit Sicht auf das ganze Webarchiv.NRW) beschränkt sein: ULB Bonn, Düsseldorf, Münster sowie ggf. im Landesarchiv NRW. Nutzer müssten im Zweifel auf diese Einrichtungen verwiesen werden. Herr Stumpf ergänzte, dass eine Kontaktaufnahme und ein Dialog mit den Universitäts- und Landesbibliotheken anzustreben sei, um die kommunalarchivischen Erfordernisse in die Diskussion einzubringen. Klärungsbedürftig sei neben der tatsächlichen Auswahl der Websites zudem die vorgesehene ‚Tiefe‘ der Archivierung der ausgewählten Websites. 3. Überlieferung der AOK-Regionaldirektion, Gerhild Dietrich (AOK Rheinland/Hamburg) Frau Dietrich berichtet von der Archivierung der Mitgliederkartei der AOK Rheinland/Hamburg. Die AOK Nordwest hat die Anbietung der Kartei an die zuständigen Stadtarchive beschlossen. Die Mitgliederkarteien wurden von 1920-1970 alphabetisch geführt und enthalten Angaben wie den Namen, das Geburtsdatum und angefallene Krankzeiten. Sie sind somit wichtige sozialgeschichtliche Quellen, welche potentiell eine hohe Nutzeranzahl generieren. 4. Interkommunale Sitzungsprotokolle: Überlieferungsverluste im Verbund auffangen, Lars Sonnenberg (Stadtarchiv Lage) Herr Sonnenberg berichtet, dass sich der Arbeitskreis Lippischer Archive mit der Frage nach Überlieferungslücken bei interkommunalen Sitzungsprotokollen beschäftigt. Da kaum ein Archiv eine vollständige Überlieferung hat, müssen interessierte Nutzer mehrere Archive für eine gesamtheitliche Betrachtung ansteuern. Da es keine Pflicht zur Protokollierung sämtlicher Treffen kommunaler Zweckverbände gibt, ist oft nicht bekannt, welche Protokolle es eigentlich geben müsste. Daher ist ein offener Austausch der Archive untereinander ratsam, um vorhandene Lücken in der Überlieferung zu finden und zu schließen. 5. OA-Publikation „Die GND im Archiv. Handreichung zur Nutzung von Normdaten“, Dr. Stephanie Marra (Universitätsarchiv TU Dortmund) Die GND ist ein bibliothekarisches Instrument, welches seit 2017 auch für Archive und andere Institutionen offen ist. Sie dient als normiertes Vokabular zur Verständigung verschiedener Institutionen. Die Interessengemeinschaft für Archive hat eine Handreichung zur Nutzung der GND für Archive heraus gegeben. Außerdem gibt es weiterreichende Schulungsunterlagen, (1. Schulung , 2. Schulung), welche interessierte Kolleginnen und Kollegen unterstützt. 6. DiPS.kommunal, Drs. Dirk Jan Dolfing (LWL-Archivamt) Auf der Website des LWL-Archivamtes gibt es im Bereich DiPS.kommunal seit kurzem eine Übersicht „Aktuelles & Termine“. Im Laufe des Jahres 2025 werden Tutorials im Bereich der FAQ hinzugefügt. Das DiPS.kommunal-Support-Team bietet einmal im Monat einen offenen Online-Infotermin an und steht für alle Fragen gerne zur Verfügung. 7. Aufruf zur Teilnahme an der laufenden kombinierten Umfrage zum Stand der Digitalisierung in Archiven und kommunalen Fachverfahren/DiPS, Dominic Eickhoff/Kirsten Noetzel (LWL-Archivamt) Momentan läuft eine kombinierte Umfrage des LWL-Archivamtes zum Stand der Digitalisierung in Archiven von Herrn Eickhoff und zu Fachverfahren des DiPS.kommunal Teams. Beide werben für die Teilnahme an den Umfragen, um möglichst viele Ergebnisse zu erhalten. Wer noch teilnehmen möchte, wird gebeten an lwl-archivamt@lwl.org zu schreiben, die Teilnahmelinks werden dann erneut zugeschickt. Herr Stumpf erinnert an die bis zum 31. März laufende Archivstatistik der Bundeskonferenz der Kommunalarchive bezüglich Kennzahlen der Archive und bittet um rege Teilnahme. 8. Verabschiedung Volker Zaib (KSBK Dortmund) Herr Höötmann (LWL-Archivamt) würdigt Herrn Zaib, welcher seit 2006 für den Fachunterricht zur Ausbildung von FaMIs am Karl-Schiller-Berufskolleg Dortmund verantwortlich war und im Sommer 2025 in den Ruhestand geht. Herr Höötmann und nach ihm auch Herr Stumpf formulieren im Namen der Kolleginnen und Kollegen ihren herzlichen Dank für sein herausragendes Engagement. Besonders hervorzuheben seien die jährliche Berlinfahrt, die Mitarbeit der FaMIs während der Archivtage bzw. die im Rahmen der Aktuellen Stunde vorgestellten FaMI-Projekte. Herr Zaib bedankt sich abschließend für die jahrelange gute Zusammenarbeit mit dem LWL-Archivamt und seinen Schülern. 9. FaMIs/LAIAs des LWL-Archivamts stellen sich vor, Katharina Tiemann (LWL-Archivamt) Die neuen FaMIs des LWL-Archivamts Vincent Knoke und Ronja Magdalena Moj und die Inspektorenanwärter:innen Sebastian Bojdo, Julia Hellert und Johanna Kießler stellen sich und ihren individuellen Weg ins Archiv vor. Frau Tiemann wirbt noch einmal für Anwärter:innenausbildung. Sie stellt den Ausbildungsgang erneut vor, da die Auswahlverfahren für den nächsten Durchgang 2026 bereits in Kürze starten (Ausschreibungen im Sommer). Sie hebt dabei noch nochmal die Möglichkeit der Auftragsausbildung hervor und erinnert daran, dass auch in anderen Archiven zu absolvierende Praktika im Rahmen der Ausbildung vorgesehen sind. 10. David Gniffke (LWL-Archivamt) stellt sich vor Herr Gniffke, seit 1. September 2024 als Nachfolger von Herrn Dr. Teske im LWL-Archivamt, stellt kurz seine Zuständigkeiten und seinen bisherigen Werdegang im Archivwesen vor. 11. Antje Diener (LWL-Archivamt) verabschiedet sich Frau Diener-Staeckling übernimmt zum 1. September 2025 die Leitung des Stadtarchivs Ulm. Sie bedankt sich für die jahrelange gute Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen und blickt gespannt auf die kommende Herausforderung. 12. Einladung zum nächsten #WAT 2026, Thomas Jasper (Stadtarchiv Castrop-Rauxel) Herr Jasper lädt zum 77. Westfälischen Archivtag am 17. und 18. März 2026 in Castrop-Rauxel ein und freut sich auf eine hohe Beteiligung. * * * OpenEdition schlägt Ihnen vor, diesen Beitrag wie folgt zu zitieren: pmendisch (17. März 2025). #WAT25: Aktuelle Stunde. _archivamtblog_. Abgerufen am 17. März 2025 von https://archivamt.hypotheses.org/26157 * * * * * * *

#WAT25: Aktuelle Stunde https://archivamt.hypotheses.org/26157

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#WAT25: Lücken schließen! (Teil 1) Unter der Moderation von Claudia Becker ( Leiterin des Stadtarchivs Lippstadt) ging es um einen Themenkomplex, der viele Archive sehr beschäftigt: „Lücken schließen“ – wie man Bestandslücken im Archiv möglichst effizient und zeitnah füllen kann. Dafür wurden in zwei verschiedenen Vorträgen unterschiedliche Vorgehensweisen vorgestellt und erläutert. Der erste Vortrag, gehalten von Knut Langewand (Leiter des Kreisarchivs Warendorf) und Jannik Schröder (Leiter des Kreisarchivs Steinfurt), beschäftigte sich mit der interkommunalen Zusammenarbeit bei der Überlieferungsbildung. Der zweite Vortrag, gehalten von Joana Gelhart (wissenschaftliche Referentin beim LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte) zeigte alternative Quellengruppen auf und erläuterte, wie diese bei der Lückenschließung von Relevanz sein können. Am Ende der jeweiligen Vorträge konnten den Referierenden Fragen im Rahmen einer Podiumsdiskussion gestellt werden. Jannik Schröder und Knut Langewand leiteten das Forum mit einer Darstellung der Problematik ein: Häufig seien verschiedene Zuständigkeiten unübersichtlich oder überschneiden sich, insbesondere wenn die Federführung nicht klar geregelt oder ersichtlich sei. Als Gegenbeispiel stellte Knut Langewand den Kreis Warendorf vor, in dem 13 Kommunalarchive und das Kreisarchiv unter einem Dach zusammenarbeiten. Dies habe die Kooperation in vielen Bereichen gestärkt und die Bestimmung der Federführung erheblich vereinfacht. Den Anwesenden wurde daher geraten, proaktiv bei den abgebenden Stellen nach genauen Angaben über den Abgabebedarf zu fragen und diese eng zu begleiten. Auch Kooperationen in Form von Zweckverbänden oder Gemeinschaftseinrichtungen würden hierbei eine wichtige Rolle spielen. Im nächsten Teil stellte Jannik Schröder den Arbeitskreis der Kommunalarchive im Kreis Steinfurt als Positivbeispiel vor und erläuterte, warum solche Arbeitskreise für die Überlieferungsbildung von Bedeutung sind. Sie bieten unter anderem regionale Austauschplattformen und ermöglichen es, die Federführung an eine zentrale Stelle zu übergeben, welche die Überlieferung effizient steuern würde. Des Weiteren wurde am Beispiel der REGIONALE 2004 – eines Landesprojekts zur Förderung von Struktur- und Kulturprojekten – gezeigt, wie durch kreisübergreifende Zusammenarbeit effektiver gearbeitet werden könne. Obwohl das Projekt mehrere Landkreise betraf, übernahm allein das Kreisarchiv Steinfurt das entstandene Archivgut. Das Kreisarchiv Warendorf unterstützte jedoch bei der Bewertung und Umbettung, wodurch das Kreisarchiv Steinfurt erheblich entlastet werde. Zum Abschluss zogen beide Referenten das Fazit, dass Archive enger miteinander kooperieren sollten, dabei aber auch Kompromisse notwendig seien. Denn „interkommunale Überlieferungsbildung ist ein Geben und Nehmen!“ Im zweiten Teil des Themenkomplexes stellte Joana Gelhart ihre Erfahrungen aus der historischen Städteforschung der Stadt Gütersloh vor. Primär gebe es ein Quellenproblem: Einerseits existiere zu viel graue Literatur, andererseits gebe es große Quellenlücken aufgrund mangelnder Erschließung. Daher sehe sie die Notwendigkeit, mit alternativen Quellen zusammenzuarbeiten. Hier unterschied sie zwei Kategorien: Die erste sind Erfahrungsgeschichten, die beispielsweise durch Oral History – also Interviews mit Zeitzeugen – gewonnen werden konnten. Joana Gelhart wünschte sich, dass Archive hierbei methodische Unterstützung bieten, etwa durch Workshops oder Handreichungen. Die zweite Kategorie sind digitale Quellen wie Filme, Diashows, aber auch aktuelle Medien wie Webseiten und Social Media. Sie beklagte, dass viele Webseiten, insbesondere offizielle Stadt-Webseiten, kaum oder gar nicht archiviert werden. Das einfache Erstellen von Screenshots sei lediglich eine oberflächliche Lösung. Sie forderte vielmehr eine vollständige Archivierung von Webseiten – entweder durch Archive selbst oder durch Crowdsourcing-Projekte, bei denen Menschen freiwillig ihre Sammlungen teilen und dadurch Archivgut erweitern. Als Beispiel nannte sie das „Coronarchiv“ der Universität Hamburg, in dem während der Corona-Pandemie Nutzer:innen ihre Erlebnisse und Gedanken festhalten sowie ihre Mediensammlungen teilen konnten. Als Fazit betonte sie, dass bei der Forschung alle möglichen Quellen berücksichtigt werden sollten. Sie plädierte für eine engere Zusammenarbeit zwischen Archiven, Historikern und der Öffentlichkeit. In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde vor allem diskutiert, wie Social-Media-Beiträge datenschutzrechtlich zu behandeln sind und ob sie mit Leserbriefen in Zeitungen gleichgesetzt werden können. Antje Diener-Staeckling vom LWL-Archivamt merkte an, dass die Archivierung von Social-Media-Plattformen wie Facebook problematisch sei, da die Konzerne wenig Interesse daran haben und es daher weitgehend verhindern. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass beim Füllen von Bestandslücken unbedingt über den eigenen Tellerrand hinausgeschaut werden sollte. Denn von Kooperationen unter Gleichgesinnten profitieren in der Regel alle – nicht nur Archive, sondern auch Historiker:innen und die breite Öffentlichkeit. Vincent Knoke * * * OpenEdition schlägt Ihnen vor, diesen Beitrag wie folgt zu zitieren: Luisa Goldammer (14. März 2025). #WAT25: Lücken schließen! (Teil 1). _archivamtblog_. Abgerufen am 14. März 2025 von https://archivamt.hypotheses.org/26833 * * * * * * *

#WAT25: Lücken schließen! (Teil 1) https://archivamt.hypotheses.org/26833

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#WAT25: Lücken schließen! (Teil 2) Am Donnerstagmorgen folgten nach der Kaffeepause zwei weitere Vorträge unter der Moderation von Claudia Becker (Stadtarchiv Lippstadt), die sich in besonderer Weise der Alltagsarbeit in Archiven widmeten: den allgegenwärtigen Erschließungsrückständen und ihren Auswirkungen auf die Recherche einerseits und die Schwierigkeit, neben der Öffentlichkeitsarbeit auch die archivischen Kernaufgaben nicht zu vernachlässigen andererseits. Zunächst beleuchtete Michael Ruprecht (Stadtarchiv Leipzig) unter dem Titel “Recherchelücken schließen!? Überlegungen für Erschließungsstrategien!” typische Defizite archivischer Erschließung. Nach einer Definition von Recherchelücken (mit den Kategorien „nicht erschlossen“, „nur online recherchierbar“, „nur Findhilfsmittel aus der Registratur vorhanden“, „keine Normdatenverwendung“ und „nur flach erschlossen“) verwies er auf die unterschiedlichen Rechercheansätze von Archivnutzenden. Denn neben von Archivar:innen präferierten systematischen Recherche wird heute üblicherweise auf eine Stichwortsuche gesetzt. Dem stellte Ruprecht noch die „explorative Nutzung“ zur Seite. Wachsenden Nutzerwünschen stünden den begrenzten Ressourcen der Archive gegenüber. Als Beispiel benannte er die nur 40%ige Quote westfälisch-lippischer Archive, die im Archivportal NRW online recherchierbare Bestände vorhalten und ergänzte diesen Befund mit ähnlichen Quoten aus dem Stadtarchiv Leipzig. Als Lösungen stellte er zunächst Altbekanntes und –bewährtes vor: Retrokonversion von Findmitteln (die immer noch von der DFG gefördert werden), Generierung von Metadaten auf Bestandsebene (v.a. eine niedrigschwellige Nutzerführung durch Titelergänzungen mit Schlüsselbegriffen), Nutzung von Themenportalen (wie z.B. auf dem Archivportal D) oder eine konsequente Nutzung von Normdaten wie der GND (Tipp: GND-Explorer testen: https://explore.gnd.network/). Weiterhin brachte er Citizen Science als Erschließungsmöglichkeit ins Gespräch, sowie die weithin bekannte, aber nicht unumstrittene Indexierung im genealogischen Kontext durch Family Search, Ancestry oder MyHeritage. Er wies aber auch mit Verweis auf die Erschließung von Pergamenteinbänden oder Wasserzeichen darauf hin, dass es eine vollständige, allen Bedürfnissen gerecht werdende Schließung von Recherchelücken auch in Zukunft nicht geben wird. Intelligente Recherchesysteme seien aber schon jetzt in der Lage, Stichwortvorschläge zu machen, wie sie beispielsweise im Bibliotheksbereich längst gängig seien. Damit kam er auf den visionären Teil seiner Ausführungen, die sich natürlich um Künstliche Intelligenz drehten, und stellte einige Experimente vor, die er selbst mit KI-Einsatz gemacht hatte, und die unterschiedliche Ergebnisse brachten. Die Erschließung einer digitalisierten frühneuzeitlichen Karte gelang z.B. fehlerfrei in 2 Sekunden, konnte aber noch nicht automatisiert zum Upload bereitgestellt werden. Potenzial sah Michael Ruprecht auch bei der Erschließung von Fotos, da dort eine große Lücke den KI-Einsatz geradezu aufdrängt. Gleichwohl verwies er auch auf die Grenzen und die Notwendigkeit, Künstliche Intelligenz kritisch zu bewerten. Das Potenzial zeige sich aber schon jetzt auf den Seiten des US-amerikanischen Nationalarchivs, das einige Projekte in Arbeit hat. Auch werde KI bereits in einigen Stadtverwaltungen angewendet. Ruprecht plädierte daher abschließend dafür, Überlegungen zu einem geeigneten KI-Einsatz im eigenen Archiv nicht pauschal abzulehnen, sondern die Herausforderung anzunehmen, Künstliche Intelligenz sinnvoll einzusetzen. Die anschließende Diskussion war durch gegensätzliche und kritische Meinungsäußerungen gekennzeichnet, was aber nur ungenügend darauf Bezug nahm, dass Michael Ruprecht seine Ausführungen mehrfach entsprechend kritisch eingeordnet hatte. Neben Kommunen, die den KI-Einsatz (im Moment) kategorisch verbieten, gibt es auch Gegenbeispiele. Hier verwies Ruprecht nochmals darauf, dass ohnehin nur mit freien Unterlagen entsprechend gearbeitet werden könne. Als letzer Vortrag des Archivtages widmete sich anschließend Franziska Rohloff (Stadtarchiv Hamm) der “(un)möglichen Quadratur des Kreises” und untersuchte kommunale Archivarbeit im Spannungsfeld zwischen Pflichtaufgaben und Sichtbarkeit. Einleitend stellte sie dem Podium live und online eine vierteilige Umfrage vor, die direkt ausgewertet präsentiert wurde. So schätzten 45 % des Publikums die Sicht der Verwaltung auf das Archiv als „Altaktenlager“ ein, aber gleich viele stimmten hier für „Historisches Informationszentrum“. Die Sicht der Politik wurde hingegen deutlich anders eingeschätzt, hier votierten 13 % für das Altaktenlager, aber 70 % für das Historische Informationszentrum. Der Wunsch der Archive selbst drückte sich darin aus, dass 69 % als Historisches Informationszentrum, 12 % als Digitales Dienstleistungszentrum und 10 % als Begegnungsort wahrgenommen werden möchten. Die letzte Frage bezog sich auf den Zusammenhang von eigenem Image und dessen Auswirkungen auf den archivischen Arbeitsalltag. Hier votierten 28 % für „Bessere finanzielle und personelle Ausstattung“ und 15 % für „Ruhm und Ehre sowie positive Auswirkungen auf meine Aufgabenerledigung/Ressourcen (Zeit, Anbietungen etc.), immerhin noch 27 % für „Ruhm und Ehre, aber keine Auswirkungen auf meine Aufgabenerledigung“, aber auch 14 % für „schlechtere finanzielle und personelle Ausstattung“ und 13 % für „Ruhm und Ehre, aber negative Auswirkungen auf meine Aufgabenerledigung/Ressourcen (Zeit, Anbietungen etc.)“. Rohloff verwies anschließend darauf, dass Vorurteile und Klischees sich weder leicht noch kurzfristig ändern lassen und riet zu einer Einflußnahme auf das Fremdbild, vor allem das häufig nicht positive Fremdbild, dass die Verwaltungen von ihren Archiven zu haben scheinen. Für die Erläuterung des Beispiels Stadtarchiv Hamm holte sie weit aus und präsentierte die verantwortlichen Stadtarchivare (anfangs männlich) und (später) Stadtarchivarinnen. Der öffentliche Skandal bei der Neubesetzung der Leitungsstelle 2006 zwang die Vorgängerin von Frau Rohloff, einen deutlichen Schwerpunkt bei der Öffentlichkeitsarbeit zu setzen. Daraus resultierend fand Rohloff bei ihrem Dienstantritt 2023 unterschiedliche Rückstände bei den archivischen Kernaufgaben vor und arbeitet seitdem daran, die nötige Verlagerung der Schwerpunktsetzung verwaltungsintern zu erklären. Ihr Vorgehen mit typischen Archivmanagement-Schritten wie der Analyse der Stakeholder und einem Einstieg in die Archiventwicklungsplanung führte zu ersten positiven Ergebnissen, angesichts von städtischen Jubiläen 2025 und 2026 nicht mit historischen Projekten überlastet zu werden, die die Hinwendung zu archivischen Aufgaben konterkariert hätten. Ihr Fazit: Das Aufbrechen eines gefestigten Fremdbildes über ein Archiv ist durchaus mit einiger Anstrengung möglich. Dazu gehöre auch, zu (historischen) Projekten nicht spontan Ja und nach reiflicher Überlegung auch öfter Nein zu sagen. * * * OpenEdition schlägt Ihnen vor, diesen Beitrag wie folgt zu zitieren: Stefan Schröder (14. März 2025). #WAT25: Lücken schließen! (Teil 2). _archivamtblog_. Abgerufen am 14. März 2025 von https://archivamt.hypotheses.org/26108 * * * * * * *

#WAT25: Lücken schließen! (Teil 2) https://archivamt.hypotheses.org/26108

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#WAT25: Eröffnungstalk: Jubiläen als Gegenstand von Erinnerungskultur – Ziele und Erwartungen Im Eröffnungstalk „Jubiläen als Gegenstand von Erinnerungskultur – Ziele und Erwartungen“ diskutierten Matthias Trepper (Bürgermeister der Stadt Gütersloh), Frank M. Bischoff (Präsident Landesarchiv NRW), Barbara Rüschhoff-Parzinger (Landesrätin für Kultur des LWL) und Malte Thießen (Leiter des LWL-Instituts für westfälische Regionalgeschichte); es moderierte Marcus Stumpf (Leiter des LWL-Archivamtes für Westfalen). Das übergeordnete Thema der Diskussionsrunde waren Jubiläen. Diese würden stets an besondere Tage und Ereignisse erinnern, so Marcus Stumpf. Sie seien unbestreitbar ein besonderer Gegenstand der Erinnerungskultur und könnten vielfältige Wirkungen entfalten. Die Anfrage an alle Teilnehmer war daher: Was soll historisches Erinnern heute bedeuten? Die erste Frage richtete Marcus Stumpf an Barbara Rüschhoff-Parzinger. Er fragte, ob der Kampf der Westfalen gegen Karl den Großen ein guter Anlass sei, ein Jubiläum zu feiern und welche Wirkung dieses Jubiläum habe. Sie entgegnete, dass es generell mehrere Möglichkeiten gäbe, ein Jubiläum zu feiern und zu definieren, und selbstverständlich hätte es auch Kritik an der Idee des Westfalen-Jubiläums gegeben. Ganz gleich, welches konkrete Jubiläum gefeiert werde, es solle stets beachtet werden, dass es vorrangig darum gehe, das Geschichtsbewusstsein zu schärfen und Zeitabläufe bzw. Entwicklungen darzustellen. Der LWL wählte für das Westfalen-Jubiläum einen multimedialen und multisensorischen Ansatz. Man nähere sich dem Jubiläum über Kulinarik, Spaß, Kabarett und dem Ursprung westfälischer Stereotypen. Durch diesen vielfältigen Ansatz sei ein großes Netzwerk verschiedener Menschen geschaffen worden, die zusammengebracht durch die Projekte gemeinsam lernen, das Jubiläum inhaltlich zu erschließen und zu vermitteln. Die nächste Frage richtete sich an Matthias Trepper, dem Bürgermeister der Stadt Gütersloh. Der Leiter des LWL-Archivamts fragte ihn nach seinen persönlichen Erinnerungen an das Jubiläum im Jahr 1984, da dieses als das „magische Jahr“ der Stadt bezeichnet werde. Der Bürgermeister antwortete amüsiert, dass er 1984 gerade 16 Jahre alt gewesen sei und sich v.a. für George Orwell und Van Halen interessiert habe. Trotzdem hätte man die historische Relevanz dieses Jahres auch als Schüler deutlich mitbekommen. Als Beispiel nannte er die neueröffnete Mediothek an seinem Gymnasium sowie die Eröffnung der Weberei als soziokulturelles Zentrum und der ersten Gesamtschule in Gütersloh. Ein weiterer Meilenstein für die Stadt Gütersloh sei die Einrichtung des Stadtarchivs mit einem hauptamtlichen Stadtarchivar gewesen. Somit kam der Bürgermeister zum Ergebnis, dass man das Jahr 1984 durchaus als „magisches Jahr“ bezeichnen könnte. Mit Freude schaue er als bekennender Kulturfan und Vorsitzender des Heimatvereins auf dieses Jahr zurück und betonte, wie schön er die Zusammenarbeit der Bürger auch beim aktuellen Jubiläum fände. Seine Stadt und die Stadtgeschichte lägen ihm persönlich sehr am Herzen und er freue sich, dass zur Feier des diesjährigen Jubiläums 200 Veranstaltungen durch die Bürger realisiert werden konnten. Auf die Frage von Marcus Stumpf, was das Jubiläum denn bewirken könne, antwortete Matthias Trepper, dass das aktuelle Jubiläum der Stadt nur durch das gemeinsame Engagement der Bürger gefeiert werden könne, die städtische Finanzlage für Großveranstaltungen sei aktuell zu gering. Dies biete jedoch den Vorteil, dass durch das nötige Engagement, die Menschen und Kulturen noch näher zusammengebracht würden. Das Jubiläum, so die Hoffnung des Bürgermeisters, werde die Menschen in Gütersloh verbinden und vielfältige Erinnerungen prägen. Zum Schluss sagte er, dass das Jahr 2025 vielleicht nicht als „magisches Jahr“ der Stadt Gütersloh in die Geschichte eingehe, aber doch als „freundschaftliches Jahr“. Als nächstes wandte Marcus Stumpf das Wort an Malte Thießen vom LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte. Er frage, wo heute der richtige Ort für eine gelingende und sinnstiftende Erinnerungskultur sei, wenn Traditionen allein als Legitimation nicht mehr ausreichen würden. Der Leiter des LWL-Instituts für westfälische Regionalgeschichte postulierte, dass Traditionen gar nicht verschwunden oder unbedeutend seien, sie hätten sich nur verändert und seien nun vielfältiger und diverser in der Wahrnehmung. Eine angemessene Erinnerungskultur der Gegenwart müsse daher vielfältig sein und verschiedene Menschengruppen zusammenbringen. Als vorbildliches Beispiel gelungener Praxis führte er die Jubiläen der Stadt Gütersloh und Westfalens an, welche die Chance nutzen, ein Jubiläum multiperspektivisch und partizipativ zu begehen, um Erinnerung gemeinsam mit den Bürgern zu gestalten. An dieser Stelle, so Malte Thießen, benötige man Archive, da in ihnen Quellen verwahrt und erschlossen sind. Somit seien Archive Türöffner zur Stadt und ihrer Geschichte und Gesellschaft. Außerdem warnte er, dass Erinnerungskultur leider oft mit negativen Assoziationen verbunden sei, wie z.B. der Zeit der DDR oder des Nationalsozialismus. Gerade die Gefahr der Ritualisierung sei gravierend, da durch Ritualisierung Erinnerung erstarrt und ausgehöhlt werde. Zudem könne die historische Auseinandersetzung von Teilen der Bürgerschaft als lästig empfunden werden, wenn z.B. die Umbenennung von Straßennamen oder die Entfernung von Denkmälern diskutiert werde. Hier sei es wichtig, die Kontroversen zu nutzen, um Diskussionen zu historischen Themen offen und partizipativ zu gestalten. Nur durch dieses Aufgreifen von widersprüchlichen Erinnerungen und Kontroversen könne die Erinnerung fortwährend aktualisiert und lebendig gehalten werden, wodurch die Erinnerung und damit die Geschichte gerettet und belebt werde. Ihm sei bewusst, dass Aufarbeitung schmerzhaft sein könne, daher sei das Projekt in Gütersloh sehr mutig. Nach diesem Plädoyer für eine aktive und lebendige Erinnerungskultur, die partizipativ gemeinsam mit allen Bürgern und Akteuren zu gestalten ist, wandte sich Marcus Stumpf an Frank M. Bischof in seiner Funktion als Mitglied des Beirats des Hauses der Geschichte NRW: Das Haus der Geschichte NRW hätte für sich eine klassische Programmatik aufgebaut und dabei auch Jubiläen in den Blick genommen. Auf diesen Impuls reagierte der Präsident Landesarchiv NRW, indem er erklärte, dass hier dezidiert eine aktive Auseinandersetzung mit der Geschichte gefordert und gefördert werden solle, v.a. auch durch Ausflüge und Exkursionen von Schulklassen, die mehr oder minder „zwangsweise“ dort hinführen. Diese „Zwangslage“ der Schulklassen ergäbe sich aus der gesetzlichen Schulpflicht. Anstatt diesen „Zwang“ negativ zu definieren, solle dieser eher als Chance begriffen werden, da die Schüler hier die wertvolle Gelegenheit erhalten, sich aktiv mit der Materie auseinandersetzen. Einer Materie, mit der sie sich zuvor vielleicht noch gar nicht vertieft auseinandergesetzt haben. Natürlich, so Frank M. Bischoff, sei man im Haus der Geschichte breit aufgestellt und hätte nicht nur Schulklassen im Blick, doch hätte man bei Schulen die besondere Chance, schon sehr früh Geschichte zu vermitteln und eine Auseinandersetzung mit ihr zu fördern. Dies sei eine einmalige Chance, die Leitgedanken des Hauses von Demokratie, Vielfalt und Wandel an die Schüler heranzutragen und dadurch die Ausbildung eines reflektierten Geschichtsbewusstseins zu fördern. Die Rolle des Landesarchivs NRW in der Realisierung des Hauses der Geschichte NRW läge im Bereitstellen der benötigen Quellen. Frank M. Bischoff betonte, dass die besondere Relevanz der Archive in ihrem Ort der Originale, der Quellen läge und diese somit die Hüter des historischen Faktenwissens seien. Auch habe man vor Ort im Museum andere Chancen der Vermittlung. Auf die Frage, welche Herausforderungen es für die Zukunft gäbe, äußerte der Präsident des Landesarchiv NRW, dass die KI den Archivbeschäftigten zwar helfen könne, doch dürfe man ihr nicht die künftige Überlieferungsbildung überlassen. Dafür seien weiterhin fachlich geschulte Archivare als Experten notwendig, um diese Ermessensentscheidungen zu treffen. Im digitalen Zeitalter, stimmte Malte Thießen zu, seien Archive wichtiger denn je. Wenn wir uns den Herausforderungen der Digitalisierung nicht stellten, verlieren wir die Überlieferung der Zukunft. Deshalb bräuchte man Archive, denn in ihnen wisse man, wie Erinnerung organisiert und weitergeführt werde. Die digitale Überlieferung dürfe deshalb nicht aus dem Blick verloren werden, denn das sei die Überlieferung von morgen. Die Diskussion schloss damit ab, dass Kinder eine wichtige Zielgruppe seien: Durch eine frühe Schärfung des Geschichtsbewusstseins könnten hier die richtigen Weichen für eine reflektierte Erinnerungskultur und Wertschätzung von Archiven gestellt werden. Gleichzeitig würden Kinder als Mittler zur Elterngeneration dienen, wodurch auch Eltern als Zielgruppe gewonnen werden könnten. Das Plädoyer lautete also: Wir müssen unsere Archive auch für die „Kleinen“ öffnen. * * * OpenEdition schlägt Ihnen vor, diesen Beitrag wie folgt zu zitieren: Luisa Goldammer (14. März 2025). #WAT25: Eröffnungstalk: Jubiläen als Gegenstand von Erinnerungskultur – Ziele und Erwartungen. _archivamtblog_. Abgerufen am 14. März 2025 von https://archivamt.hypotheses.org/26701 * * * * * * *

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#WAT25: Eröffnungsvortrag von Martin Kroker: 775 Jahre Westfalen. Eine Ausstellung zum Westfalenjubiläum Martin Kroker ist der Leiter des LWL-Museums in der Kaiserpfalz Paderborn und er leitet die Ausstellung zum Jubiläum „1250 Jahre Westfalen“. In der Ausstellung werden vielfältige Exponate aus der Geschichte Westfalens gezeigt, darunter auch Archivgut. Die Ausstellung ist als Rundgang und Wanderweg durch die Geschichte Westfalens gestaltet. Der Vortrag von Martin Kroker war als kleiner Parforce-Ritt durch die Highlights der Ausstellung angelegt. Neben Exponaten stellte er auch wichtige Persönlichkeiten und Ereignisse aus der Geschichte und Genese Westfalens und die mit ihnen korrespondierenden Quellen vor. Die Ausstellung wird am 15. Mai 2025 in Paderborn eröffnet. * * * OpenEdition schlägt Ihnen vor, diesen Beitrag wie folgt zu zitieren: Luisa Goldammer (14. März 2025). #WAT25: Eröffnungsvortrag von Martin Kroker: 775 Jahre Westfalen. Eine Ausstellung zum Westfalenjubiläum. _archivamtblog_. Abgerufen am 14. März 2025 von https://archivamt.hypotheses.org/26729 * * * * * * *

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#WAT25: Eröffnungsreden **Eröffnungsrede: Dr. Georg Lunemann (Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe) ** Der diesjährige Westfälische Archivtag #WAT25 fand in der Stadthalle Gütersloh unter dem Motto „Lücken erkennen und schließen. Strategien für den kommunalarchivischen Arbeitsalltag“ statt. Eröffnet wurde der Archivtag vom Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) Dr. Georg Lunemann. Zu Beginn stellte er die besonderen Gäste vor und dankte ihnen für ihre Anwesenheit. Er führte aus, dass die Stadt Gütersloh schon seit langem als Medien- und Wirtschaftsstandort bekannt sei, doch der Grund, warum der diesjährige Archivtag heute hier stattfindet, läge vielmehr in der Geschichte der Stadt: So feiert die Stadt Gütersloh in diesem Jahr ihr 200jähriges Jubiläum, da am 8. Dezember 1825 der Stadt die Stadtrechte verliehen wurden. Hier fand der Landesdirektor lobende Worte für die Stadt, die anlässlich des 200. Geburtstags Vieles für die Erforschung ihrer Geschichte getan hat. Das Hauptthema seines Eröffnungsvortrags war die interkommunale Kooperation – nicht nur im Archivwesen. Als gutes Beispiel interkommunaler Kooperation nannte er die Archivausbildung durch den LWL, die im Verbund mit den westfälischen Kommunen, dem Fachkräftemangel begegnet. Ebenso könne die Herausforderung der digitalen Langzeitarchivierung nur gemeinsam gestemmt werden, v.a. in Zeiten knapper finanzieller und personeller Ressourcen. Dank der Software DiPS.kommunal sei die Stadt Gütersloh hier gut aufgestellt. Nur gemeinsam in Kooperation, so Dr. Georg Lunemann, könne man den Herausforderungen der Moderne und der Digitalisierung begegnen. In diesem Sinne unterstütze der LWL die Kommunen in Westfalen-Lippe, doch auch das Land NRW hätte sich als tatkräftiger Förderer erwiesen, und so dankte der Landesdirektor der anwesenden Ministerin Ina Brandes, MdL für die Unterstützung durch das Land NRW. Zum Ende seiner Rede stellte Dr. Georg Lunemann das Programm des Archivtags vor, mit besonderem Augenmerkt auf die digitalen Themen, wie z.B. Cyberangriffe. Er verwies auf die digitale Kompetenz der Archive, die durch zunehmend digitale Quellen die Forschung stützen, aber auch digitale Lücken erkennen und Strategien zur Schließung dieser entwickeln. Nur durch digitale Kompetenz und interkommunale Kooperation könne man die Geschichte weiterschreiben. Die Digitalisierung erfordere unser aller Anstrengung, indem wir gemeinsam Synergieeffekte nutzen und Kooperation interkommunal umsetzen. Abschließend betonte Dr. Georg Lunemann, dass nicht nur die Stadt Gütersloh dieses Jahr ihr Jubiläum feiere, sondern auch Westfalen 1250 Jahre alt werde. Die LWL-Kulturstiftung hätte zu diesem Anlass mehr als 40 Projekte in der Region aufgestellt und 3 Millionen Euro in die Hand genommen, um diesen Anlass feierlich zu begehen. Mit diesen Worten eröffnete der LWL-Landesdirektor den 76. Westfälischen Archivtag und gab das Wort an die Ministerin. **Grußwort:** **Ministerin Ina Brandes, MdL (Landesministerin für Kultur und Wissenschaft)** Zu Beginn ihrer Rede führte Ministerin Ina Brandes aus, dass sie überaus gerne die Schirmherrschaft über den WAT25 angenommen habe und dass es ihr eine große Ehre und Freude sei. Vor allem auch, da sie selbst Historikerin sei und dadurch ein gutes und wertschätzendes Verhältnis zur Arbeit und gesamtgesellschaftlichen Verantwortung der Archivare habe. Sie sehe die Archive als Bewahrer des kollektiven Gedächtnisses und Erschließer der kollektiven Identität sowie als Vermittler des historischen Wissens. Als solche halten Archive die unverfälschten Quellen vor, um in Zeiten verzerrter Mediendarstellung und Fakenews eine Korrektivinstanz zu sein. Damit verwies Ministerin Ina Brandes auch auf die veränderten Rahmenbedingungen: Cybersicherheit und Datenschutz seien die aktuellsten Herausforderungen. Hier erweise sich die Novellierung des Archivgesetzes NRW als dringliche Aufgabe, denn es müssen Wege gefunden werden, die Arbeit der Archive zu unterstützen und Rechtssicherheit zu schaffen. Doch auch die Auswirkungen des Klimawandels seien für Archive durch Überflutungen und Starkregenereignisse zu spüren. Hierbei erzählte die Ministerin von einer Notfallübung in Münster, bei der sie von den Notfallcontainern und der engagierten Zusammenarbeit multiprofessioneller Teams beeindruckt war. Abschließend bedankte sich Ministerin Ina Brandes für die Einladung zum Archivtag und dankte dem LWL für die gute Zusammenarbeit und allen Archivbeschäftigten für den tagtäglichen Dienst um die Bewahrung unseres historischen Erbes. * * * OpenEdition schlägt Ihnen vor, diesen Beitrag wie folgt zu zitieren: Luisa Goldammer (14. März 2025). #WAT25: Eröffnungsreden. _archivamtblog_. Abgerufen am 14. März 2025 von https://archivamt.hypotheses.org/26531 * * * * * * *

#WAT25: Eröffnungsreden https://archivamt.hypotheses.org/26531

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Schools Using AI Emulation of Anne Frank That Urges Kids Not to Blame Anyone for Holocaust A Utah-based startup has graced us with an AI-powered Anne Frank chatbot, and it's very eager to forgive and forget.

Hinweis aus dem Plenum auf einen Artikel im Futurism über die Nutzung von Anne Frank als KI-Avatar im Unterricht und dessen Risiken: futurism.com/the-byte/ai-... #KI #AI #WAT25

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Zooniverse The Zooniverse is the world's largest and most popular platform for people-powered research.

Verweis auf das #citizenscience Portal www.zooniverse.org, wo Archive noch zu wenig vertreten sind #WAT25

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Normdaten im Archiv sind noch sehr selten in der Verzeichnung, hier sind die AFIS Hersteller gefragt #WAT25

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Michael Ruprecht auf der Bühne des #WAT25

Michael Ruprecht auf der Bühne des #WAT25

Dr..Michael Ruprecht vom Stadtarchiv Leipzig spricht über Erschließungs- und Recherchelücken in Zeiten von Fachkräftemangel und knappen Kassen. #WAT25

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Forschungsdesiderat bzw Frage in die Runde: Gibt es Handreichungen zu Oral History, speziell in Archiven? #oralhistory #WAT25

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2. Tag des #WAT25 Johanna Gelhart stellt vor, was sich Historiker:innen aus der aktuellen Überlieferung so wünschen. Manchen scheitert am System. Social Media Kanäle gehören meistens Konzernen, die nicht verpflichtet werden können an ein Kommunalarchiv abzugeben.

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Knut Langewand,  Jannik Schröder und Claudia Becker auf der Bühne des WAT25

Knut Langewand, Jannik Schröder und Claudia Becker auf der Bühne des WAT25

Auf der Bühne des 2. Tages des #WAT25 Überlieferung im Verbund, die Kreisarchive Steinfurt und Warendorf sprechen über eine kooperative Überlieferungsbildung, die nur mit Absprache funktioniert.

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Neue Veröffentlichung: “Die GND im Archiv. Handreichung zur Nutzung von Normdaten” Der Einsatz von Normdaten, insbesondere die Gemeinsame Normdatei (GND), ist für Archive perspektivisch von großer Bedeutung. Sie ermöglichen vor allem eine standardisierte Erfassung von Objekten und S...

Hinweis auf den Blogbeitrag des @lwl-archivamt.de über die neue Handreichung "Die GND im Archiv": archivamt.hypotheses.org/25424 #WAT25 #GND

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#WAT25: Archive und Cyberangriffe – Lücken vermeiden durchVorsorge? Moderation: Sarah Rudolf (LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum, Pulheim) ## **Cyberangriff auf die Südwestfalen IT (SIT) – Werkstattberichte aus betroffenen Archiven** Wie verwundbar Archive durch Cyberangriffe sind, mussten die Kreis- und Stadtarchive in Südwestfalen 2023 schmerzlich erfahren. Jörg Endris Behrendt (Kreisarchiv Olpe) und Daniel Schneider (Stadtarchiv Siegen) berichten von dem massiven Ransomware-Angriff auf den IT-Dienstleister Südwestfalen-IT, der über 100 Kommunen lahmlegte. Die wochenlange Betriebsunterbrechung und der Rückgriff auf improvisierte Notlösungen, wie private Endgeräte und kurzfristig eingerichtete Homepages, zeigten drastisch, dass Archive dringend Notfallstrategien für den Totalausfall ihrer digitalen Infrastruktur benötigen. Beide Referenten heben hervor, dass Archive angesichts eines solchen Angriffs auf eine umfassende Vorsorge angewiesen sind, um handlungsfähig zu bleiben. **Jörg Endris Behrendt** schilderte, wie das Kreisarchiv Olpe nur durch glückliche Umstände handlungsfähig blieb: Zufällig lagen Excel-Exporte aller Findbücher vor, sodass trotz der komplett ausgefallenen Archivsoftware ACTApro zumindest grundlegende Rechercheanfragen beantwortet werden konnten. Die Archivarbeit war dennoch stark eingeschränkt, da zentrale digitale Funktionen erst Monate später wieder voll zur Verfügung standen. Die zwischenzeitliche Umstellung auf improvisierte Lösungen wie private Endgeräte und manuell koordinierte Arbeitsprozesse war für die Mitarbeitenden enorm belastend. **Daniel Schneider** vom Stadtarchiv Siegen ergänzte diesen Erfahrungsbericht mit weiteren drastischen Schilderungen aus der eigenen Praxis. Durch den Angriff waren digitale Findmittel lokal zunächst nicht mehr erreichbar. Die Mitarbeitenden des Archivs mussten teilweise auf die gedruckte Post als Kommunikationskanal für Anfragen zurückgreifen, was die Arbeitsabläufe erheblich verlangsamte. Schneider erwähnte eindrucksvoll, wie die Redaktion der stadtgeschichtlichen Jubiläumspublikation dank einer zufälligen privaten Cloud-Sicherung eines Mitarbeiters ihre Arbeit fortsetzen konnte. Archivinterne Systeme wie ACTApro wurden von der Kommune erst sehr spät wieder in Betrieb genommen. Die unfreiwillig freigesetzte Arbeitszeit wurde jedoch äußerst produktiv für die Erschließung von Rückständen genutzt – mit Karteikasten, Zettel, Stift und nach einiger Zeit auch wieder mit Exceltabellen. Die Beauskunftung von Nutzenden wurde hauptsächlich über die intakten, weil durch das LAV NRW gehosteten, Findmittel im Archivportal NRW aufrechterhalten. Im Dezember 2024 startete schließlich eine umfassende Sensibilisierungskampagne der Südwestfalen-IT, die über Online-Schulungen (SoSafe) die Mitarbeitenden verpflichtend für Sicherheitsfragen sensibilisierte und das Bewusstsein für digitale Bedrohungen stärken sollte. Ergänzung des Autors: Es gibt einen hörenswerten fünfteiligen Deutschlandfunk-Podcast, der die Ereignisse aus der Sicht verschiedener Dienststellen schildert. Hier geht es zum Forensik-Bericht der SIT. * * * ## **Who you gonna call?! – Brauchen wir einen digitalen Notfallplan?** Kirsten Noetzel vom LWL-Archivamt für Westfalen (DiPS-Support) ergänzte das Thema aus einer übergeordneten Perspektive und machte deutlich, dass Archive keineswegs nur zufälliger „Beifang“ bei Angriffen sind, sondern zunehmend gezielt ins Visier genommen werden könnten. In ihrem Vortrag unterstrich sie, dass die Notfallvorsorge, bislang oft nur auf analoges Archivgut bezogen, dringend auf digitale Archivbestände ausgeweitet werden muss. Noetzel verwies auf eine Vielzahl realistischer Bedrohungsszenarien, die deutlich machen, warum Archive sich intensiver mit digitaler Notfallplanung beschäftigen müssen: Noetzel verdeutlichte mit konkreten Beispielen die Realität der digitalen Bedrohungen für Archive, die weit über Cyberattacken hinausgehen. Darunter ein Brand im Straßburger OVHcloud-Rechenzentrum (März 2021, Autor: heise online), ein Wassereinbruch im Nürnberger Rechenzentrum im August 2023 (Autor: heise online), ein Brand im Uni-Rechenzentrum Bonn (Oktober 2023, Autor: Newsroom Uni Bonn), oder oder die vielleicht politisch motivierte Entlassung der Direktorin des US-Nationalarchivs, Colleen Joy Shogan. Ein gezielter Angriff, der unbedingt hervorgehoben werden muss, erfolgte im August 2024 auf das Berliner Archiv der DDR-Opposition (Autor: Tagesspiegel Checkpoint). Hier sorgte ein Verschlüsselungstrojaner nicht nur für eine temporäre Unverfügbarkeit wichtiger Archivmaterialien, sondern es wird auch weiterhin ein Abfluss personenbezogener Daten vermutet. Ein Exkurs führte zum Internet Archive mit der „Waybeck Machine“. Dieses gemeinnützige Projekt archiviert seit 1996 Webseiten und steht zunehmend unter wirtschaftlichem Druck, etwa durch Klagen und Schadensersatzforderungen, die letztlich das Fortbestehen gefährden könnten. Dies unterstreicht die Verletzlichkeit auch größerer digitaler Archivierungsprojekte. Noetzel betonte die erheblichen Folgen solcher Notfälle: Zeitverluste, hoher Personal- und Arbeitsaufwand bei der Krisenbewältigung sowie erhebliche finanzielle Schäden. Dazu kommen der drohende Imageschaden und Vertrauensverlust, insbesondere im Bereich sensibler Bestände wie Vor- und Nachlässe. Als essenziell für die Prävention hob Noetzel die Bedeutung von Aufmerksamkeit und Disziplin hervor. Archive müssten die in den meisten Fällen bereits klar vorgegebenen IT-Regeln ernst nehmen, etwa bei der Nutzung von Links in E-Mails oder beim Umgang mit Datenträgern. Ein bewusster Umgang mit Speicherorten, idealerweise auf zentralen Servern statt lokal, sei ebenso unerlässlich. Für die praktische Umsetzung empfahl sie ein mehrstufiges Vorgehen: Durchführung regelmäßiger Risikobewertungen, intensive Einbindung der Führungsebene und klare Kommunikationswege sowohl intern als auch extern. Archive sollten stets aktuelle Notfallpläne oder Notfallkarten mit relevanten Ansprechpartnern und Rufnummern bereithalten und regelmäßig aktualisieren. Ebenso sei es wichtig, organisatorische Strukturen wie Notfallbeauftragte, Notfallteams und gegebenenfalls Notfallverbünde aufzubauen und regelmäßig in Übungen und Schulungen zu trainieren. Im Ernstfall gelte es, keine Zeit zu verlieren und proaktiv sowie offen zu kommunizieren, um die Arbeitsfähigkeit schnellstmöglich wiederherzustellen. Fragen wie „Welche Daten sind unverzichtbar und müssen zuerst gesichert werden?“ sollten bereits im Vorfeld beantwortet und entsprechende Priorisierungen vorgenommen werden. * * * ## **Einblicke in die Welt der IT-Expert:innen: Informationssicherheit und Notfallmanagement bei Cyberangriffen** Jannes Riffert und Marc Malwitz von der LWL.IT Service-Abteilung rundeten das Panel mit einem organisatorischen und technischen Überblick über Mechanismen und Strategien der Informationssicherheit bei digitalen Archivsystemen wie DiPS.kommunal ab. Die beiden betonten, dass Archive ihre digitale Resilienz durch gezielte Sicherheitsstrategien erhöhen müssen. Anhand des elektronischen Langzeitarchivsystems DiPS.kommunal erläuterten sie, wie detaillierte Risikoanalysen nach BSI-Standard durchgeführt werden und welche konkreten Verteidigungsstrategien in der Praxis relevant sind. Besonders die Bedeutung des „Zero Trust“-Prinzips zur Begrenzung von Zugriffsmöglichkeiten bei Cyberattacken sowie der Einsatz vielfältiger technischer Maßnahmen wie segmentierte Netzwerke und Schutzmechanismen gegen DDoS-Angriffe wurden anschaulich dargestellt. Dazu sind Ansätze zu nennen zu nennen, wie die Identifikation von Schwachstellen, systematische Risikoanalysen und konsequente Sicherheitsmaßnahmen. Die praktische Umsetzung bei DiPS.kommunal zeigt, wie effektiv ein integriertes Informationssicherheits-Managementsystem Risiken minimieren kann. Dennoch verweisen sie darauf, dass auch die Kund:innenseite – sprich die Archive selbst – aktiv werden und ihre internen Prozesse entsprechend anpassen müssen. [Anmerkung Kirsten Noetzel]: Denn letztendlich ist DiPS.kommunal nur verantwortlich für die Primärdaten, die archiviert wurden, nicht aber für alle weiteren Komponenten, die von lokalen IT-ABteilungen betrieben und gesichert werden müssen (s. Grafik zu ihrem Vortrag im Titelbild). ## Reaktionen aus dem Publikum zu allen drei Vorträgen **Dominic Eickhoff (LWL-Archivamt für Westfalen, Autor) eröffnete die Diksussionsrunde mit einer kritischen Nachfrage zur Nachhaltigkeit von ausgedruckten Findmitteln, was Schneider am Ende seines Vortrages als mögliche Sicherheitsmaßnahme angedeutet hatte.** **Daniel Schneider** ordnete daraufhin seine Aussage ein: Die ausgedruckten Findmittel, entweder auf Papier oder sogar als PDF-Exporte, sollten lediglich als temporäre Überbrückungslösung bei einem kompletten Ausfall digitaler Infrastrukturen dienen, nicht als dauerhafte Rekonstruktion der Archivsysteme. So könnte das Archiv weiterhin Nutzende beraten. **Kirsten Noetzel** ergänzte, dass gedruckte Findmittel, wenn überhaupt, nur sinnhaftig sein, wenn sie regelmäßig neu ausgedruckt würden und bezweifelte die Nachhaltigkeit davon. **Marc Malwitz** erläuterte technisch, dass Ausdrucke nur als „letzter Notanker“ dienen könnten. Entscheidend sei vielmehr eine regelmäßige Sicherung der Findmittel in Form von AFIS-Datenbanken selbst, idealerweise durch API oder andere Schnittstellen abgesichert, um die Zugriffsprozesse zu überwachen und Missbrauch zu vermeiden. Hierbei sollte man auf die AFIS-Hersteller zugehen und sich über deren Sicherheitsarchitektur genau informieren lassen. **Bettina Joergens (Landesarchiv NRW) betont die Attraktivität digitaler Notfallverbünde**. **Bettina** **Joergens** betonte die Attraktivität digitaler Notfallverbünde aus Noetzels Vortrag nach analogem Vorbild, verwies aber zugleich darauf, dass digitale Notfallverbünde andere organisatorische Voraussetzungen erfordern. **Sarah Rudolf** ergänzte hierzu, dass digitale und analoge Notfallverbünde aufgrund der unterschiedlichen technischen Anforderungen und Kompetenzen nicht deckungsgleich organisiert werden könnten, da man sich stark an kommunalen IT-Dienstleistern und -Verbünden orientieren müsste. **Katharina Thiemann (LWL-Archivamt für Westfalen) bemängelt die teilweise nachrangige Stellung der Archive in der digitalen Sicherheitsinfrastruktur der Kommunen** **Marc Malwitz** reagiert darauf mit der ähnlichen Feststellung, dass es bzgl. Archiven häufig einen fatalen Fehlschluss geben: Dadurch, dass Archive oft nur dem Kulturbereich zugeordnet werden, sinke auch deren Priorisierung der Wiederherstellung digitaler Dienste nach Sicherheitskrisen – und das obwohl Archive eigentlich höchste Ansprüche an die IT-Sicherheit haben sollten. Er forderte, Archive müssten in den Kommunen als zentrale Informationsressourcen wahrgenommen und entsprechend priorisiert werden. **Bärbel Sunderbrink (Stadtarchiv Detmold) kommentiert die potentiellen Herausforderungen digitaler Notfallverbünde** Als ehemalige Notfallverbundsprecherin des spartenübergreifenden (analogen) Notfallverbunds Detmolds äußerte sie Verständnis für den Vorschlag digitaler Notfallverbünde. Sie teilte jedoch Bettina Joergens Einwand, dass in der Praxis spürbar andere organisatorische Herangehensweisen erforderlich seien als bei analogen Verbünden und fragte, ob man deswegen in dieser Sache nicht besser mit anderen Kultureinrichtungen zusammenarbeiten solle. **Kirsten Noetzel** stimmte zu, grenzte die Ansprüche an die Sicherheit in Archiven jedoch aufgrund der Einzigartigkeit digitaler Archivalien von anderen Kulturbereichen ab, äußerte aber gleichzeitig Offenheit für neue organisatorische Vorschläge aus der Fachgemeinschaft. **Jochen Thesmann (Stadtarchiv Hamm) fragt nach internationalen Vergleichen und technologische Herausforderungen** , **verglichen bspw. mit den stärker digitalisierten baltischen Staaten oder der Ukraine.** **Marc Malwitz** verwies auf die Probleme, die sich aus der föderalen Struktur Deutschlands und der damit verbundenen Vielzahl verschiedener IT-Dienstleister ergeben. Diese Fragmentierung sei ein signifikanter Schwachpunkt, der es erschwere, einheitliche und effiziente Schutzstrategien gegen Cyberangriffe zu implementieren. Malwitz empfahl dringend, Warnungen des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam zu verfolgen und Sicherheitsrichtlinien konsequent umzusetzen. Ein Beispiel sei der Verzicht auf HTML-formatierte E-Mails, die erhebliche Sicherheitsrisiken bergen – E-Mails sollten lieber in Plaintext empfangen und gesendet werden, so seien auch schädliche Links frühzeitig als solche zu erkennen. Sarah Rudolf ergänzt, dass sich das BSI regelmäßig auf der Ebene der EU mit anderen Staaten koordiniere und, sowohl regelmäßige Berichte als auch Ad-hoc-Warnungen herausgebe. **Matthias Senk (LVR-AFZ) fragt nach Möglichkeiten für Archive bei Notfallübungen im digitalen Kontext mitzuwirken, so wie es für den analogen Bereich bereits etablierte Routine sei.** **Kirsten Noetzel** empfahl ausdrücklich regelmäßige Übungen mit klaren Eskalationswegen und definierten Verantwortlichkeiten, alles in Kooperation mit den IT-Abteilungen. Diese Übungen sollten sowohl auf technischer Ebene (Backup-Restore-Prozesse) als auch auf organisatorischer Ebene (Krisenkommunikation, Priorisierung der Datenrettung) durchgeführt werden, um Schwachstellen frühzeitig zu erkennen und zu beheben. Marc Malwitz verwies auf das Business Continuity Management, das in anderen Branchen bereits etabliert ist und auch abstrahierbare Vorlagen für Archive liefern könnte. **Daniel Schneider zur Transparenz der Südwestfalen-IT** Auf eine Frage, inwiefern die SIT geholfen hätte, die Findmittel wiederherzustellen, verneinte Schneider und kritisierte die mangelnde Transparenz der Südwestfalen-IT bei der Rekonstruktion der Infrastrukturen nach dem Cyberangriff. Er berichtete, dass weiterhin Forensiker das Darknet nach Datenabflüssen überwachten, um eventuelle Veröffentlichungen gestohlener Daten durch die Hackergruppe „Akira“ aus Russland frühzeitig zu erkennen. Dabei verwies er auf die ausgenutzte Citrix-Lücke (VPN), die den initialen Zugang ermöglichte, und betonte die Wichtigkeit, solche Sicherheitslücken umgehend zu schließen. **Claudia Becker (Stadtarchiv Lippstadt) greift die Risiken zentralisierter IT-Infrastrukturen erneut auf.** Claudia Becker äußerte ihre Bedenken gegenüber einer zu starken Zentralisierung der IT-Infrastruktur auf wenige Anbieter, da dies im Fall eines Cyberangriffs erhebliche Risiken birgt. Sie berichtete, dass in Lippstadt in der Vergangenheit zwar zentrale Dienste wie Outlook betroffen waren, lokal gehostete Archivsysteme und Telefonsysteme hingegen funktionstüchtig blieben, da diese durch andere Stellen betrieben wurden. Becker plädierte deshalb für eine stärkere dezentrale Sicherung kritischer Archivsysteme. **Die Diskussion schloss mit dem Konsens, dass Archive sich noch stärker proaktiv auf digitale Krisenszenarien vorbereiten und durch intensiven Austausch sowie realitätsnahe Übungen ihre Resilienz stärken sollten.** * * * OpenEdition schlägt Ihnen vor, diesen Beitrag wie folgt zu zitieren: Dominic Eickhoff (13. März 2025). #WAT25: Archive und Cyberangriffe – Lücken vermeiden durchVorsorge? _archivamtblog_. Abgerufen am 13. März 2025 von https://archivamt.hypotheses.org/26178 * * * * * * * ## Autor: Dominic Eickhoff Fachberater für Digitalisierung im LWL-Archivamt für Westfalen Alle Beiträge von Dominic Eickhoff anzeigen

#WAT25: Archive und Cyberangriffe – Lücken vermeiden durch Vorsorge? https://archivamt.hypotheses.org/26178

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#WAT25: Forum Bestandserhaltung und Digitalisierung in Zeiten knapper Kassen Archive, so betont Wilhelm Grabe in seinem Inputvortrag, seien Erinnerungsinstitutionen, bildlich gesprochen: das begehbare Gedächtnis einer Stadt, einer Region und einer Gesellschaft. Um so größere Bedeutung kommt der Bestandserhaltung als einer der Kernaufgaben des Archivs zu, um seinem gesetzlichen Auftrag nachzukommen. In engem Zusammenhang damit ist die Digitalisierung analogen Schriftguts zu betrachten – die nachträgliche Digitalisierung ist nicht nur benutzerfreundlich und erleichtert die Recherche in nie gekanntem Umfang, sie ist darüber hinaus bei vielen Archivalien auf lange Sicht oft der angesagte Weg, Bestandserhalt dauerhaft sicherzustellen, indem die Originale nicht mehr zur Benutzung vorgelegt werden müssen und damit weiterer Verfall verlangsamt wird. Seit den beginnenden 2000er Jahren wurden deshalb umfassende Anstrengungen in diese Richtung unternommen. Gleichwohl: Das Wünschenswerte erkennen und das Machbare tun (können) ist nicht immer deckungsgleich und personell wie finanziell schon unter normalen Haushaltsbedingungen gerade für kleinere Archive eine Herausforderung. Um so mehr in Zeiten knapper Kassen. Auch wenn das Thema somit längst nicht mehr neu ist und sich die Archive inzwischen darüber hinaus auch mit der Archivierung von “digital born” Dokumenten konfrontiert sehen, bleibt es unverändert aktuell, sich über das wie, wo und mit wem der Digitalisierung analoger Dokumente im Kontext des Bestandserhalts Gedanken zu machen – die meisten der anwesenden Archivar:innen sind in dieser Hinsicht aktiv. In der Diskussion bestand Einigkeit, dass mit Blick auf den Bestandserhalt ein Schadenskataster, mindestens aber ein darauf aufbauendes Handlungskonzept, und mit Blick auf die Digitalisierung eine genaue Planung erforderlich ist, weil dies die Durchführung der Maßnahme, aber auch die Mitteleinwerbung beim Träger des Archivs erleichtert, bzw. die Beantragung von Fördermitteln überhaupt erst ermöglicht. Ziel ist u.a., auch beim Träger ein Bewusstsein zu wecken, dass die Digitalisierung eine Daueraufgabe ist, die neben dem Bestandserhalt auch veränderten Benutzererwartungen entgegenkommt. Ebenso bestand Einigkeit darüber, dass die Digitalisierung analogen Schriftguts dem Kämmerer weder Geld noch Platz spart: Die Originale werden nicht kassiert und die Kosten für Ausrüstung und Durchführung sind beträchtlich. Auch deshalb sind Planung und Priorisierung nötig, wobei der Aktionsradius durch personelle und finanzielle Ressourcen vorgegeben wird. In der Praxis zeigte sich, dass bezüglich der Priorisierung weniger nach Gesichtspunkten der Verwaltungsgliederung – z.B. Top down von den Verwaltungspitze abwärts – digitalisiert wird, sondern überwiegend nutzungsorientiert. Im Extrem kann das eine On-Demand Digitalisierung bedeuten, bei der die von den Nutzern angeforderten Akten digitalisiert werden; dieses Prinzip fand in Reinform wegen seiner Lückenhaftigkeit erst verhaltene Zustimmung. Verbreiteter ist es in den Westfälischen Archiven, die von den Nutzern am stärksten nachgefragten (und damit auch erhöhtem Verschleiß ausgesetzten) vollständigen Bestände prioritär zu digitalisieren: Personenstandsakten, Adressbücher, Meldekarteien, Ortschroniken, Zeitungen… Quellen, die nicht nur der örtlichen Familien- und Heimatforschung dienen, sondern sich beim Einwerben von Drittmitteln auch gut zu Projekten schnüren lassen. Wenn nötig gehen in den Archiven – von den Archivberatungen auch empfohlen – mit der Digitalisierung auch eine vorherige Reinigung, ggf. z.B. auch Neueinbindung als Maßnahmen zum Bestandserhalt einher. Hinsichtlich der Förderung wurde eine hohe Dynamik der Förderungsmöglichkeiten festgestellt, die auch weithin bereits genutzt werden. Neben langlaufenden Projekten (z.B. der DFG, der Landesinitiative Substanzerhalt “LISE”, der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts “KEK” wurden und werden immer wieder auch zeitlich begrenzte Projekte aufgelegt, als Beispiel hierfür wurde der Förderaufruf Wissenswandel von 2021-2023 genannt. Ohne Förderung, auch hierüber bestand Einigkeit, seien die meisten Archive kaum in der Lage, Bestandserhalt und Digitalisierung in bisherigem Umfang zu realisieren. Um so relevanter ist es, die Förderlandschaft im Blick zu behalten und sich im Zweifel bei den Archivämtern beraten zu lassen. Als Herausforderung bei der Beantragung von Fördermitteln wurde der z.T. beträchtliche Eigenanteil, die langen Bewilligungszeiten, aber auch der zur Aufnahme in manche Förderprogramme erforderliche Begründungsaufwand genannt, der aber als lösbar empfunden wurde. Gerade für kleinere Archive wurde von der Möglichkeit verwaltungsinterner Kooperation, der Zusammenarbeit mit Vereinen und Ehrenamtlichen berichtet. Grundsätzlich bestätigte die Diskussion bekannte Positionen und zeigte, dass in den Archiven Westfalens das nötige Bewusstsein für das Thema und seine Herausforderungen vorhanden ist, und dass sich die Archive – entsprechend ihrer finanziellen und personellen Möglichkeiten- auf einen soliden Weg gemacht haben. Lutz Engelskirchen * * * OpenEdition schlägt Ihnen vor, diesen Beitrag wie folgt zu zitieren: lengelskirchen (12. März 2025). #WAT25: Forum Bestandserhaltung und Digitalisierung in Zeiten knapper Kassen. _archivamtblog_. Abgerufen am 12. März 2025 von https://archivamt.hypotheses.org/26237 * * * * * * *

#WAT25: Forum Bestandserhaltung und Digitalisierung in Zeiten knapper Kassen https://archivamt.hypotheses.org/26237

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#wat25 @lwl-archivamt.de #archive #nachkassation #bewertung

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Was ist Nachkassation?

#wat25 #archive @lwl-archivamt.de

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Frau Rüschhoff-Parzinger in der Eingansgsdiskussiinsrunde

Frau Rüschhoff-Parzinger in der Eingansgsdiskussiinsrunde

Barbara Rüschhoff-Parzinger betont in der Eingangsdiskussion zum 76. Westfälischen Archivtag die Bedeutung der Archive als Pflichtaufgabe und als Hüter der authentischen Quellen. #WAT25

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Podiumsdiskussion zum Beginn des WAT25 Marcus Stumpf, Barbara Rüschhoff-Parzinger, BM Mathias Trepper, Frank Bischof und Malte Thiessen

Podiumsdiskussion zum Beginn des WAT25 Marcus Stumpf, Barbara Rüschhoff-Parzinger, BM Mathias Trepper, Frank Bischof und Malte Thiessen

Der Westfälische Archivtag in Gütersloh beginnt, #WAT25

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Freue mich heute auf den Westfälischen #Archivtag mit spannenden Vorträgen zur Arbeit in Kommunalarchiven

#WAT25

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Gruppe von Leuten vor einem Fahrtafdtämder, der wie eine Bushaltestelle aussieht

Gruppe von Leuten vor einem Fahrtafdtämder, der wie eine Bushaltestelle aussieht

Um 08:45h kommt der Bus 😉 , auf dem Weg zum #WAT25 nach Gütersloh

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