Neue Doku über Steve Jobs und Apple jetzt in der ARD Mediathek
Der Südwestrundfunk blickt mit einer dreiteiligen Doku-Serie auf 50 Jahre Apple zurück. Im Mittelpunkt steht Steve Jobs und die Frage, wie seine Vision unseren Alltag verändert hat.
Von der Garage zum globalen Konzern
Vor 50 Jahren entsteht Apple in einer Garage in Kalifornien. Aus dem kleinen Start-up wird ein Unternehmen, das den Umgang mit Technik grundlegend verändert. Die neue SWR-Doku „Die Apple-Story – Eine Vision verführt die Welt“ zeichnet diesen Weg anlässlich des Gründungsjubiläums am 1. April 1976 nach. Sie zeigt, wie Steve Jobs den Computer als Werkzeug der Befreiung neu definiert und zum Alltagsgegenstand macht.
Die Serie verbindet den Aufstieg vom rebellischen Außenseiter zum globalen Technologiekonzern mit prägenden Momenten der Computergeschichte. Gleichzeitig legt sie einen Schwerpunkt auf persönliche Geschichten und gesellschaftliche Fragen und setzt erstmals deutliche deutsche Akzente. „Die Apple-Story – Eine Vision verführt die Welt“ steht ab sofort in der ARD Mediathek bereit. Die erste Folge läuft am 30. März um 23:30 Uhr im Ersten. Produziert wurde die Reihe vom SWR, NDR und HR in Zusammenarbeit mit Spiegel TV.
„Fahrrad für den Geist“ und digitale Meilensteine
Den Ausgangspunkt bildet das Jahr 1976, als Steve Jobs und Steve Wozniak den ersten Apple-Computer bauen. Für Jobs ist der Rechner mehr als ein Arbeitsgerät; er versteht ihn als Alltagsobjekt wie einen Bleistift oder eine Gitarre. Berühmt wird sein Bild vom Computer als „Fahrrad für den Geist“. Während in Deutschland noch Skepsis gegenüber der neuen Technik herrscht, findet Apple früh eine starke Bildsprache für die eigene Vision.
Der legendäre Werbespot von 1984 inszeniert Apple als rebellische Kraft gegen das „Großer Bruder“-Establishment des damaligen Marktführers IBM. Die Dokuserie begleitet anschließend zentrale Etappen der Unternehmensgeschichte: den erfolgreichen Start des Macintosh, die Entlassung von Steve Jobs, seine Zwischenstationen bei NeXT und Pixar, die Rückkehr an die Apple-Spitze und schließlich die Einführung des iPhone. Zukunftsforscher Tristan Horx bezeichnet diese Entwicklung als fundamental für die Menschheit.
Deutsche Impulse, kritische Blicke und digitale Gegenwart
Anhand umfangreicher Archivaufnahmen zeigt die Doku, wie grundlegend sich der Alltag in den vergangenen fünf Jahrzehnten verändert hat. Interviews mit langjährigen Wegbegleiter:innen von Steve Jobs verdeutlichen, dass auch deutsche Expertise eine Rolle spielt. Der aus dem Schwarzwald stammende Designer Hartmut Esslinger entwirft die prägende „Schneewittchen“-Designsprache, Typograf Erik Spiekermann entwickelt einflussreiche Schriftarten.
Aus den USA berichten unter anderem die frühe Jobs-Vertraute Andy Cunningham, Andy Hertzfeld als Hauptentwickler des ersten Macintosh sowie Daniel Kottke, ehemaliger Mitbewohner und enger Mitarbeiter von Steve Jobs, über die Innenansichten des Teams. Die Serie wechselt zudem in die Gegenwart und zeigt, wie jüngere Menschen die digitale Revolution einordnen. Alicia Joe, die mit Schminktipps auf YouTube begann, thematisiert heute Social-Media-Sucht. Die Politikerin Marina Weisband nutzt digitale Werkzeuge für demokratische Bildungsarbeit, warnt aber vor Suchtgefahren, Dauererreichbarkeit und dem Druck zur ständigen Kommunikation.
Die Doku stellt die Frage, ob aus dem Werkzeug der Befreiung ein Instrument der Kontrolle geworden ist. Tristan Horx zieht einen historischen Vergleich: Die Digitalisierung habe einen ähnlichen Einfluss wie der Buchdruck, der zunächst nicht Aufklärung, sondern religiöse Konflikte verstärkt habe. Heute gehe es darum, neue Kulturtechniken zu entwickeln, um mit dieser Technologie umzugehen. Die Visionen von Steve Jobs, besonders das iPhone, haben unsere Kommunikation und damit das Lebensgefühl vieler Menschen nachhaltig verändert.
Bild und via: https://www.swr.de