Zweigeteilte Grafik. Oben das Foto einer Zeitungsschlagzeile in Frakturschrift: "Die Boykott-Aktion in Magdeburg." Unten der Text:
1. April 1933. Antisemitische Boykottaktionen I. Auf dem Breiten Weg und vielen anderen Straßen verfolgen Schaulustige den Boykott jüdischer Geschäfte. SA und SS beziehen zur Abschreckung potentieller Kundinnen und Kunden vor den Unternehmen Posten. Schilder von Arztpraxen und Anwaltskanzleien werden mit roten Zetteln beklebt, auf denen “Achtung Jude!” zu lesen ist. Zahlreiche Geschäfte wie das Kaufhaus Barasch und das Schuhhaus Rheingold müssen aufgrund der Boykottaktionen schließen.
Am Nachmittag hält die NSDAP zwei Massenkund-gebungen ab. Auf ihnen entwirft der Parteikreisleiter Krause das Bild einer Bedrohung durch das “Weltjuden-tum“, der mit der ”Nationalen Revolution“ geantwortet werde. Erst am 5. April wird in Magdeburg das Ende der Boykottaktionen verkündet. In den Folgejahren kommt es immer wieder zu Angriffen auf jüdische Geschäfte.
Dreigeteilte Grafik. Oben links das Foto eines jungen Mannes mit Brille im Arztkittel. Oben rechts das Foto eines Zeitungsausschnitt mit einer Schlagzeile in Frakturschrift "Boykott-Aktion in Magdeburg" und dem Bild eines Massenauflaufs in einer Geschäftsstraße. Unten der Text:
1. April 1933. Antisemitische Boykottaktionen II. Der Boykott jüdischer Geschäfte trifft auch den Internisten Dr. Hans Aufrecht, dessen Praxisräume sich seit 1930 in der Otto-von-Guericke-Straße (damals Kaiserstraße) befinden. Die SA überklebt das Praxisschild mit der Drohung “Achtung, Jude! Besuch verboten!” und postiert sich zur Beobachtung im Hauseingang. Einem Patienten, der sich von einem Praxisbesuch nicht abschrecken lässt, wird wenige Tage später vor die Haustür geschmiert: “Pfui, Verräter – geht zum Judenarzt!”.
Demokratie braucht Erinnerung. Erinnerung braucht Verortung und Personalisierung.
Das Gedenkjahr #Magdeburg erinnert an die antisemitischen Boykottaktionen 1933. Es erinnert an die Orte des Boykotts und der Hetze. Es erinnert beispielhaft an das Schicksal des Arztes Dr. Hans Aufrecht.
#WeRemember