Ein großes Bild der Sea-Watch 3 mit verschiedenen kleineren Fotos darunter an einer weißen Wand.
Familienportrait zweier Erwachsener mit einem Kind, alle mit medizinischen Masken. Darunter der Text: "Hallo meine Damen und Herren,
mein Name ist Mouliom Souleman und ich komme aus Kamerun.
Am 23. August 2020 habe ich mein Lächeln wiedergefunden, nach mehr als
3 Jahren Folter, Zwangsarbeit und schlaflosen Nächten. Nie werde ich den
23. August 2020 vergessen, denn an diesem Tag wurde ich von dem Rettungsschiff Sea-Watch 4 gerettet und ich danke dieser Organisation und allen anderen, die Tag und Nacht für Migrant innen kämpfen.
Heute wendet sich Europa wieder von Migrant innen ab, die nichts anderes verlangen, als zu leben. Libyen ist für mich die Hölle auf Erden und ich wünsche wirklich niemandem, nach Libyen gehen oder durch Libyen fliehen zu müssen.
In Libyen überlebt man nur gerade so. In Libyen gibt es keine Flüchtlingslager, sondern Höllenlager. Am meisten schmerzt, dass Europa trotz unserer Schreie diese Söldner finanziert, die sich hinter dem Namen der libyschen Küstenwache verstecken. Damit beteiligt sich Europa an all den bösen Taten der Libyer an Menschen schwarzer Hautfarbe.
Deshalb frage ich mich: Black Lives Matter - ist das wirklich so?
Wenn ja, dann muss es nicht nur in den USA, sondern auch im Mittelmeer gelten.
Wenn Black Lives Matter, dann muss Europa die Finanzierung der libyschen Küstenwache einstellen. Wenn Black Lives Matter, dann befreit die Schiffe!
Wenn Black Lives Matter, dann müssen sie auch in Libyen etwas wert sein. [...]
Zwei große Bilder, eins mit tanzenden Frauen und eins mit dem Rettungsschiff Open Arms und einem Helikopter, darunter verschiedene kleinere Bilder.
Bildausschnitt eines Foto-Tableaus mit dem Text: "MATROSIN MARIMUNA
Marimuna war eine der 32 Flüchtenden, die wir am 22.12.2018 an Bord der Sea-Watch 3 nahmen. 19 Tage lang musste auch sie mit uns im winterlich-stürmi-schem Wetter vor den Toren Europas ausharren. Und sie war es, die oftmals die Stimmung an Bord rettete. Dabei verbrachte sie die ersten beiden Tage nach der Rettung noch tief in der Kapuze ihres viel zu großen Pullovers versteckt, ganz still und unauffällig, alles um sie herum beobachtend.
Erst als wir an Heiligabend gemeinsam auf dem Achterdeck kochten uns aßen, begann sie aufzutauen. Das Misstrauen wich aus ihrem Blick. Ihre Mutter flocht ihr an einem der Weihnachtsfeiertage bunte Bänder in die Haare und ab da begab sie sich, zusammen mit ihrem gleichaltrigen Schicksalsgefährten Zizo, auf Entdeckungstouren über das Schiff. Anfang Januar schließlich, eignete sie sich eine meiner Kameras an und begann ihre Eindrücke an Bord festzuhalten.
Dies ist ihre Fotoreportage."
Unsere Fotoausstellung »10 Jahre zivile Flotte«, zur #Seenotrettung im #Mittelmeer, hängt noch 20 Tage im Gewerkschaftshaus #Stuttgart (bevor sie am 4. Mai weiterzieht nach Kirchheim/Teck).
Der Eintritt ist frei, das Thema leider aktuell wie eh und je – schaut mal rein! ⚓ bw.dgb.de/mitmachen/te...