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#Tieck
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Mit diesen Reden waren sie an einen Fußsteig gekommen, der einen nähern Weg durchs Korn führte. Rothe Lichter zitterten an den Spitzen der Halme und der Morgenwind rührte sich darin und machte Wellen. Die beiden jungen Mahler unterhielten sich noch von ihren Werken und von ihren Planen für die Zukunft, Franz verließ jetzt Nürnberg seine vaterländische Stadt, um in der Fremde seine Kenntniß zu erweitern und nach einer mühseligen Wanderschaft dann als ein vollendeter Meister zurückzukehren. Sebastian blieb noch bei den wohlverdienten Albrecht Dürer dessen Name im ganzen Lande ausgebreitet war. Die Sonne gieng nun in aller Majestät hervor und Sebastian und Franz sahen abwechselnd nach den Thürmen von Nürnberg zurück, deren Kuppeln und Fenster blendend im Schein der Sonne glänzten.

Die jungen Freunde fühlten stillschweigend den Druck des Abschieds, der ihrer wartete, sie sahen jedem kommenden Augenblicke mit Furcht entgegen, sie wußten, daß sie sich trennen mußten und konnten es doch immer noch nicht glauben.

[As they talked, they came to a footpath that led through the cornfield. Red lights trembled at the tips of the stalks, and the morning breeze stirred them, creating waves. The two young painters continued to talk about their work and their plans for the future. Franz was now leaving Nuremberg, his hometown, to broaden his knowledge abroad and, after a ardous journey, return as a consummate master. Sebastian remained with the honored Albrecht Dürer, whose name was known throughout the land. The sun now rose in all its majesty, and Sebastian and Franz gazed alternately back at the towers of Nuremberg, whose domes and windows brightly shone in the sun's rays.The young friends silently felt the tension of the farewell that awaited them, they looked forward to each next moment with fear, they knew that they had to part and yet still could not believe it.]

Source:
https://www.deutschestextarchiv.de/book/view/tieck_sternbald01_1798/?hl=N%C3%BCrnberg&p=17

Mit diesen Reden waren sie an einen Fußsteig gekommen, der einen nähern Weg durchs Korn führte. Rothe Lichter zitterten an den Spitzen der Halme und der Morgenwind rührte sich darin und machte Wellen. Die beiden jungen Mahler unterhielten sich noch von ihren Werken und von ihren Planen für die Zukunft, Franz verließ jetzt Nürnberg seine vaterländische Stadt, um in der Fremde seine Kenntniß zu erweitern und nach einer mühseligen Wanderschaft dann als ein vollendeter Meister zurückzukehren. Sebastian blieb noch bei den wohlverdienten Albrecht Dürer dessen Name im ganzen Lande ausgebreitet war. Die Sonne gieng nun in aller Majestät hervor und Sebastian und Franz sahen abwechselnd nach den Thürmen von Nürnberg zurück, deren Kuppeln und Fenster blendend im Schein der Sonne glänzten. Die jungen Freunde fühlten stillschweigend den Druck des Abschieds, der ihrer wartete, sie sahen jedem kommenden Augenblicke mit Furcht entgegen, sie wußten, daß sie sich trennen mußten und konnten es doch immer noch nicht glauben. [As they talked, they came to a footpath that led through the cornfield. Red lights trembled at the tips of the stalks, and the morning breeze stirred them, creating waves. The two young painters continued to talk about their work and their plans for the future. Franz was now leaving Nuremberg, his hometown, to broaden his knowledge abroad and, after a ardous journey, return as a consummate master. Sebastian remained with the honored Albrecht Dürer, whose name was known throughout the land. The sun now rose in all its majesty, and Sebastian and Franz gazed alternately back at the towers of Nuremberg, whose domes and windows brightly shone in the sun's rays.The young friends silently felt the tension of the farewell that awaited them, they looked forward to each next moment with fear, they knew that they had to part and yet still could not believe it.] Source: https://www.deutschestextarchiv.de/book/view/tieck_sternbald01_1798/?hl=N%C3%BCrnberg&p=17

View of Nuremberg - etching from Schedelsche Weltchronik, 1493.

Source: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Nuernberg_schedel.JPG

View of Nuremberg - etching from Schedelsche Weltchronik, 1493. Source: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Nuernberg_schedel.JPG

Romantic Landscapes (35.1)
#Nuremberg #Tieck #Sternbald #Atterbom

Atterbom must have known Tieck's _Sternbald_ where in one scene, the hero Franz leaves Nuremberg and his painter colleague Sebastian, both looking back at the city shining in the sun, their farewell taking place outside its walls.

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Lisette: Sie drücken sich sehr angenehm aus. Narr: Ich schüttle die Worte zwischen den Zähnen herum u werfe sie dann dreist u gleichgültig wie Würfel heraus. Glauben Sie mir, es gerät dem Menschen selten, alle Sechse zu werfen, er mag nun besonnen oder unbesonnen spielen.

#Tieck Die verkehrte Welt

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Nicht bloß Taback, auch philosophische Phrasen, Systeme, und manches andre wird heut zu Tage geraucht und beschwert den Nichtrauchenden ebenfalls mit unleidlichem Geruch.

Ludwig #Tieck, Phantasus

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Schwanken wir nicht immerdar an der Grenze des Wahnsinns hin? Arbeit, Pflicht, Scherz und Andacht müssen uns immerdar zerstreuen, um nicht in den stets offenen Abgrund hineinzutaumeln.

Ludwig #Tieck, Vittoria Accorombona

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       Als sich die Sonne zum Untergange neigte, gieng die Mutter hinaus, um aus ihrem kleinen Garten, der etwas entfernt war, Gemüse zu holen zur Abendmahlzeit. Der Alte ließ sich von seinem Sohn mit einem Sessel vor die Hausthür tragen, um sich von den rothen Abendstrahlen bescheinen zu lassen.
      Es stand ein Regenbogen am Himmel, und in Westen regnete der Abend in goldnen Strömen nieder. Schaafe weideten gegenüber, und Birken säuselten, der Vater schien stärker zu seyn. Nun sterb ich gerne, rief er aus, da ich Dich doch noch vor meinem Tode gesehen habe.

Ludwig Tieck
Franz Sternbalds Wanderungen. 
Bd.1 Berlin, 1798,  p.82f

Als sich die Sonne zum Untergange neigte, gieng die Mutter hinaus, um aus ihrem kleinen Garten, der etwas entfernt war, Gemüse zu holen zur Abendmahlzeit. Der Alte ließ sich von seinem Sohn mit einem Sessel vor die Hausthür tragen, um sich von den rothen Abendstrahlen bescheinen zu lassen. Es stand ein Regenbogen am Himmel, und in Westen regnete der Abend in goldnen Strömen nieder. Schaafe weideten gegenüber, und Birken säuselten, der Vater schien stärker zu seyn. Nun sterb ich gerne, rief er aus, da ich Dich doch noch vor meinem Tode gesehen habe. Ludwig Tieck Franz Sternbalds Wanderungen. Bd.1 Berlin, 1798, p.82f

Piet Mondrian,  Bos bij Oele (1908) 
[Forest near Oele]

Oil painting of woodland, marked by strongly vertical, regular sequences of dark tree trunks. Behind it, moon or sun appear as a pale yellow blot. In the foreground, under and behind the trees simplified stripes illustrate wet earth or marshland, some mild hills and a cloudy sky. There is light in the landscape and the sky, but the colors are brown, dark-red, olive-green, dark-blue, and violet-gray reminding evening or even beginning night.

Source:
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Piet_Mondriaan_-_Forest.jpg

Piet Mondrian, Bos bij Oele (1908) [Forest near Oele] Oil painting of woodland, marked by strongly vertical, regular sequences of dark tree trunks. Behind it, moon or sun appear as a pale yellow blot. In the foreground, under and behind the trees simplified stripes illustrate wet earth or marshland, some mild hills and a cloudy sky. There is light in the landscape and the sky, but the colors are brown, dark-red, olive-green, dark-blue, and violet-gray reminding evening or even beginning night. Source: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Piet_Mondriaan_-_Forest.jpg

Romantic Landscapes (13.1/n)
#Tieck #RomanticLandscapes

from 'Franz Sternbalds Wanderungen'.

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Es war noch am Morgen, als er in dem Wäldchen stand, das vor dem Dorfe lag. Hier war sein Spielplatz gewesen, hier war er oft in der stillen Einsamkeit des Abends voll Nachdenken gewandelt, wenn die Schatten immer dichter zusammen-wuchsen und das Roth der sinkenden Sonne tief unten durch die Baumstämme äugelte und mit zuckenden Strahlen um ihn spielte. Hier hatte sich zuerst sein Trieb entzündet, und er betrat den Wald mit einer Empfindung wie man in einen heiligen Tempel tritt. Er hatte vor allen einen Lieblingsbaum gehabt, von dem er sich immer kaum hatte trennen können; diesen suchte er jetzt mit großer Emsigkeit auf. Es war eine dicke Eiche mit vielen weit ausgebreiteten Zweigen, die Kühlung und Schatten gaben. Er fand den Baum und den Rasen am Fuße desselben noch eben so weich und frisch, als ehemals. 

Ludwig Tieck, Franz Sternbalds Wanderungen, Bd.1, Berlin 1798
https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/tieck_sternbald01_1798

Es war noch am Morgen, als er in dem Wäldchen stand, das vor dem Dorfe lag. Hier war sein Spielplatz gewesen, hier war er oft in der stillen Einsamkeit des Abends voll Nachdenken gewandelt, wenn die Schatten immer dichter zusammen-wuchsen und das Roth der sinkenden Sonne tief unten durch die Baumstämme äugelte und mit zuckenden Strahlen um ihn spielte. Hier hatte sich zuerst sein Trieb entzündet, und er betrat den Wald mit einer Empfindung wie man in einen heiligen Tempel tritt. Er hatte vor allen einen Lieblingsbaum gehabt, von dem er sich immer kaum hatte trennen können; diesen suchte er jetzt mit großer Emsigkeit auf. Es war eine dicke Eiche mit vielen weit ausgebreiteten Zweigen, die Kühlung und Schatten gaben. Er fand den Baum und den Rasen am Fuße desselben noch eben so weich und frisch, als ehemals. Ludwig Tieck, Franz Sternbalds Wanderungen, Bd.1, Berlin 1798 https://www.deutschestextarchiv.de/book/show/tieck_sternbald01_1798

Piet Mondrian, The Red Tree, 1908

The painting shows a leafless tree in front of a blue background with some idea of a low horizon. Trunk and bark are sketched by strong orange-red and black stripes. The painting belongs to Mondrian's fauvist period and is still realistic, but very simplified and wild. The exposition of the space-filling tree aims at a three-dimensional representation and achieves some volume,  along with a notion of foreground and background.

Piet Mondrian, The Red Tree, 1908 The painting shows a leafless tree in front of a blue background with some idea of a low horizon. Trunk and bark are sketched by strong orange-red and black stripes. The painting belongs to Mondrian's fauvist period and is still realistic, but very simplified and wild. The exposition of the space-filling tree aims at a three-dimensional representation and achieves some volume, along with a notion of foreground and background.

Romantic Landscapes (13)
#Tieck #RomanticLandscapes

from 'Franz Sternbalds Wanderungen'.
The hero is painter in Dürer's times, the story a coming-of-age of an artist with problems of painting as central theme. Once, abstract painting creating colored light is discussed as a way of visual art.

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"Es ist ein Unglück für den Menschen, daß er seinen Verstand nur darum bekömmt, um die Unschuld seiner Seele zu verlieren." #Tieck Wheeee!

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