Ich bin die Petitionsstarterin gegen das Sonderregister
Ich bin Penelope, die Transfrau hinter der Petition gegen das Sonderregister, die fast 260 000 Menschen unterschrieben haben.
Ich wollte eigentlich ein Video aufnehmen – aber ich hatte keine Kraft. Mich als Transfrau hübsch zu machen, meine Weiblichkeit vor der Kamera zu zeigen – das hätte ich heute nicht geschafft.
Diese Woche war einfach zu viel: Politik, Angst, Gegenwind – und mein Alltag als Transfrau. Ich bin lesbische Transfrau, autistisch und queerfeministische Aktivistin. Und trage diese Petition und Bewegung.
Gleichzeitig kämpfe ich privat darum, erfüllende Frauenfreundschaften aufzubauen. Als lesbische Transfrau werde ich in Beziehungen oft übersehen – das schmerzt. Trotzdem bleibe ich weich. Trotzdem bleibe ich laut.
Ich bin meiner Ortsgruppe Queermany Berlin
unglaublich dankbar für
ihren Support und
ihre Solidarität. 💜
Wer mag, kann auch bei uns aktiv werden –
in Berlin oder bundesweit.
Worum es am Freitag geht
Am Freitag entscheidet der Bundesrat über die Verordnung zum sogenannten Sonderregister.
Zwei Ausschüsse sind sich uneinig – eine 50:50-Chance:
➡️ Der Innenausschuss will sie durchwinken.
➡️ Der Familienausschuss lehnt sie ab.
Dieses ‘Sonderregister’ würde uns bei allen Behörden besonders markieren, wer das Selbstbestimmungsgesetz genutzt hat – also trans, inter oder nicht-binär ist.
Ein solches System schützt niemanden – es markiert uns.
Schon heute sehen wir:
Selbst gut gemeinte Verbote bez. keine Listen erstellen dürfen, können umgangen werden – siehe Migrationspolitik.
Wer beginnt, Daten zu sammeln und queere Menschen sichtbar
zu markieren, legt den Grundstein für das,
was wir schon vor 80 Jahren erlebt haben:
die Verfolgung queerer Menschen –
der einzigen Opfergruppe des Nationalsozialismus,
die bis heute nicht ausdrücklich im Grundgesetz geschützt ist.
Und genau diesen Schutz hat die Bundes-CDU erst vor Kurzem im Bundestag abgelehnt.
In Großbritannien sehen wir, wohin das führt:
Transrechte werden abgeschafft und selbst europäische Menschenrechte greifen dort kaum noch.
Wie sich das anfühlt
Ich danke euch allen, die geteilt, gepostet, Videos gemacht haben –
und Campact, die das Thema groß gemacht haben.
Aber ehrlich: Ich bin erschöpft.
Ich kämpfe auf drei Ebenen:
Queermany als queerfeministische Bewegung aufbauen.
Das Sonderregister stoppen.
Und als lesbische Transfrau mit Einsamkeit leben,
weil Nähe in dieser faschistischen Hetro-Welt
schwer zu finden ist.
Manchmal wünsche ich mir einfach,
mit einer Frau kuscheln zu können –
ein Moment Ruhe, Geborgenheit, Weichheit.
Das gibt mir die Kraft, überhaupt weiterzukämpfen.
Und ich weiß: Wer mir diese Nähe gibt,
schenkt mir mehr als Zärtlichkeit –
sie gibt mir Stärke, um weiter laut zu sein.
Mit dieser Kraft kann ich als Aktivistin so viel mehr erreichen:
mehr Widerstand, mehr Vernetzung,
mehr queerfeministische Proteste und Kampagnen.
Denn Liebe und Zärtlichkeit
sind kein Gegensatz zu Aktivismus –
sie sind der Grund, warum wir ihn überhaupt führen.
Und ich schreibe das,
weil ich nicht nur für euch kämpfe –
sondern mir manchmal eingestehen muss,
dass ich auch für mich kämpfen sollte. 😅
Was jetzt zählt
Danke, dass ihr helft, dass wir nicht vergessen werden. 💜
Bitte teilt weiter, schreibt an eure Landesregierungen und macht sichtbar, warum dieses Register gestoppt werden muss.
Eure Posts, Kommentare und Stimmen sind kein Lärm –
sie sind das, was politische Verantwortung erzwingt.
🕘 Am Freitag ab 9 Uhr tagt der Bundesrat.
Der Punkt steht ganz am Ende –
aber unsere Stimmen dürfen nicht leiser werden.
Und selbst wenn die Verordnung durchgeht:
Ich werde gemeinsam mit weiteren Akteuren
eine Verfassungsklage mittragen.
Diese Petition endet erst, wenn wir gewonnen haben.
Doch selbst darüber hinaus geht unser Kampf weiter.
Denn egal, was in diesem Bundesrat beschlossen wird –
wir werden weiter laut, queerfeministisch und sichtbar sein.
Ich baue weiter mit Mitstreiter*innen Strukturen auf,
organisieren Proteste, schaffen Bündnisse,
und stärken die Bewegung, die niemand mehr ignorieren kann.
Für eine Zukunft, in der queere, trans, inter, nicht-binäre und Frauenleben geschützt, geliebt und gefeiert werden.
Für Queermany, für Berlin, für alle, die sichtbar bleiben –
und für das, was schon bald als neues, gemeinsames, sektorenübergreifendes Bündnis wachsen wird.
Denn es ist Zeit, den Aufbruch in Berlin zu organisieren – vor der kommenden Abgeordnetenhauswahl im Herbst 2026. 🌱
Freitag entscheidet der Bundesrat über das #Sonderregister.
Ich bin Penelope – die Transfrau hinter der Petition mit knapp 260.000 Unterschriften. Dieses Register schützt nicht – es markiert und schafft die Basis für die Verfolgung queerer Menschen, wie vor 80 Jahren. #KeinSonderregister