Advertisement · 728 × 90
#
Hashtag
#Gewaltherrschaft
Advertisement · 728 × 90
Zeitgeschichte: 3. April 1945
Himmlers „Flaggenbefehl“

Himmler befiehlt die Erschießung aller männlichen Bewohner in Häusern, an denen weiße Kapitulationsflaggen gezeigt werden.

Zeitgeschichte: 3. April 1945 Himmlers „Flaggenbefehl“ Himmler befiehlt die Erschießung aller männlichen Bewohner in Häusern, an denen weiße Kapitulationsflaggen gezeigt werden.

Historic event on April 3, 1945
Himmler's "Flag Order"

Himmler orders the shooting of all male residents in houses displaying white surrender flags.

Historic event on April 3, 1945 Himmler's "Flag Order" Himmler orders the shooting of all male residents in houses displaying white surrender flags.

3. April 1945

#Nationalsozialismus #NS #Himmler #Kriegsende #Gewaltherrschaft

27 12 1 1
Zeitgeschichte: 1. April 1933
Boykott jüdischer Geschäfte

In Deutschland beginnt ein Boykott jüdischer Geschäfte, Ärzte und Rechtsanwälte.

SA-Angehörige gehen gewalttätig gegen Juden und gegen solche Personen vor, die den Boykott ablehnen.

Zeitgeschichte: 1. April 1933 Boykott jüdischer Geschäfte In Deutschland beginnt ein Boykott jüdischer Geschäfte, Ärzte und Rechtsanwälte. SA-Angehörige gehen gewalttätig gegen Juden und gegen solche Personen vor, die den Boykott ablehnen.

Historic event on April 1, 1933
Boycott of Jewish businesses

In Germany, a boycott of Jewish businesses, doctors, and lawyers begins.

SA members violently attack Jews and those who oppose the boycott.

Historic event on April 1, 1933 Boycott of Jewish businesses In Germany, a boycott of Jewish businesses, doctors, and lawyers begins. SA members violently attack Jews and those who oppose the boycott.

1. April 1933

#Antisemitismus #Pogrom #Boykott #SA #Gewaltherrschaft

15 7 1 0
Original post on mastodon.social

#DerRestIstGeschichte - Dlf:

#Rechtsruck in #Chile - Der Präsident und seine Schwäche für einen Diktator

Der ultra-rechte Hardliner #JoséAntonioKast ist neuer Präsident von Chile. „Auch #Pinochet hätte mich gewählt“, sagt Kast über den früheren #Diktator des Landes. Pinochets #Gewaltherrschaft […]

1 1 0 0
Tagebucheintrag vom 2. März 1943

Eva holte auch Nachrichten aus der Gemeinde. Lewinsky, anfangs mit seiner Stellung als Hilfsarbeiter dort zufrieden, hat sich bereits zur Fabrik zurückgemeldet. Es sei zu gräßlich. Er musste beim Ausladen des Erfurter Judentransports mithelfen. Ein blinder Achtzigjähriger wurde zum Auto herübergetragen, das am Gestapogebäude hielt. Ein paar alte Frauen klammerten sich an das Abteil und mußten gewaltsam herausgeholt werden. Ein Gestapomann fuhr Lewinsky an, warum er keinen Stern trage. »Ich bin privilegiert.« Der Mann spuckte ihn ins Gesicht.

Inzwischen ist eine neue Bestimmung erlassen worden: Wer den zur Evakuierung bestimmten Juden irgend etwas zustelle, werde »polizeilich erschossen«.

Tagebucheintrag vom 2. März 1943 Eva holte auch Nachrichten aus der Gemeinde. Lewinsky, anfangs mit seiner Stellung als Hilfsarbeiter dort zufrieden, hat sich bereits zur Fabrik zurückgemeldet. Es sei zu gräßlich. Er musste beim Ausladen des Erfurter Judentransports mithelfen. Ein blinder Achtzigjähriger wurde zum Auto herübergetragen, das am Gestapogebäude hielt. Ein paar alte Frauen klammerten sich an das Abteil und mußten gewaltsam herausgeholt werden. Ein Gestapomann fuhr Lewinsky an, warum er keinen Stern trage. »Ich bin privilegiert.« Der Mann spuckte ihn ins Gesicht. Inzwischen ist eine neue Bestimmung erlassen worden: Wer den zur Evakuierung bestimmten Juden irgend etwas zustelle, werde »polizeilich erschossen«.

Diary entry of March 2, 1943

Eva also brought news from the Community. Lewinsky, at first satisfied with his post there as an assistant, has already reported back to the factory. It was too dreadful. He had to help unload the transport of Jews from Erfurt. A blind eighty year-old man was carried over to a car waiting at the Gestapo building. A couple of old women clung to the compartment and had to be pulled out by force. A Gestapo man snapped
at Lewinsky why was he not wearing the star. "I am privileged." The man spat in his face.

Meanwhile a new order has been issued: Anyone who passes something on to Jews awaiting evacuation will be "shot by the police."

Diary entry of March 2, 1943 Eva also brought news from the Community. Lewinsky, at first satisfied with his post there as an assistant, has already reported back to the factory. It was too dreadful. He had to help unload the transport of Jews from Erfurt. A blind eighty year-old man was carried over to a car waiting at the Gestapo building. A couple of old women clung to the compartment and had to be pulled out by force. A Gestapo man snapped at Lewinsky why was he not wearing the star. "I am privileged." The man spat in his face. Meanwhile a new order has been issued: Anyone who passes something on to Jews awaiting evacuation will be "shot by the police."

2. März 1943

#VictorKlemperer #Tagebücher #NS #Nationalsozialismus
#Faschismus #Antisemitismus #Deportation #Gewaltherrschaft #Polizei #Polizeigewalt #Gestapo

14 12 0 0

#Irans Segen...?

Sein #Vater hat das #Land #beklaut und er lebt von diesem geklauten #Reichtümern. #Gewaltherrschaft wurde schon von seinem Vater brutal ausgeübt...

0 0 0 0
Post image

#Irans Segen...?

Sein #Vater hat das #Land #beklaut und er lebt von diesem geklauten #Reichtümern. #Gewaltherrschaft wurde schon von seinem Vater brutal ausgeübt...

0 0 0 0
Bautzen - Weigangstraße - Gedenkstätte Sonderhaftanstalt des MfS Bautzen II - Eingangsbereich

Bautzen - Weigangstraße - Gedenkstätte Sonderhaftanstalt des MfS Bautzen II - Eingangsbereich

Die #DDR war eine #Diktatur auf Kremls Gnaden und ein
#Unrechtstaat nach 1945 Punkt
Millionen haben gelitten, nicht nur in der DDR, sondern im ganzen Machtbereich der Sowjetunion.
Heute wird diese #Gewaltherrschaft, missbraucht, um Millionen zu machen.
#Geschichte #Verharmlosung #Indoktrination

2 0 0 0
Preview
Tödliche Schüsse in Minneapolis: Forderungen nach Abschaffung von ICE werden lauter Die Schüsse von Minneapolis rücken die US-Einwanderungsbehörde erneut ins Rampenlicht. Die Demokraten fordern Konsequenzen.

#Vance lügt: Im demokrat. #Rechtsstaat gibt es keine "absolute Immunität" für bewaffnete Einsatzkräfte, auch nicht in den #USA. Das unterscheidet ihn von einer #Gewaltherrschaft, die Gewalt losgelöst von gesetzl. Begrenzung für den Machterhalt des eigenen Regimes einsetzt. t1p.de/d7ksf #Minneapolis

9 1 0 0
Preview
Farm der Tiere – Wikipedia

Die Tiere einer Farm erheben sich gegen die #Herrschaft ihres Besitzers, der sie ausbeutet. Nach anfänglichen Erfolgen übernehmen die Schweine die #Führung und errichten eine #Gewaltherrschaft, die schlimmer ist als diejenige, welche die Tiere abschütteln wollten.

de.m.wikipedia.org/wiki/Farm_de...

1 0 0 0
Demoschild »Keine Bühne der AFD«. Dahinter die von ihren NSDAP-Vorbildern zerstörten Ruine der St. Nikolai Kirche.

Demoschild »Keine Bühne der AFD«. Dahinter die von ihren NSDAP-Vorbildern zerstörten Ruine der St. Nikolai Kirche.

#HH2202

Demonstration gegen Rechte und Nazis.

Keine Bühne der #noAFD, die ihren Vorbildern der #NSDAP nacheifert.

Die Ruine der Hauptkirche St. Nikolai ist als #Mahnmal St. Nikolai „den #Opfern von #Krieg und #Gewaltherrschaft zwischen 1933 und 1945“ gewidmet.

4 0 0 0

#MerzDarfNieKanzlerWerden #frauengegenmerz #frauen #vergewaltigung #rapeculture #merz #cdu #queer #progressive #klima #manner #Gewaltherrschaft #Soder #BTW25 #afd #steigbugelmerz
www.instagram.com/reel/DGU81wdIPqO/

0 0 0 0
Unternehmen kaufen sich Medien und dann macht man TABULARASA mit allem ?

Macht u.a. .. Archiv
Nutzniesser
Man verdient damit GELD ECK

Unternehmen kaufen sich Medien und dann macht man TABULARASA mit allem ? Macht u.a. .. Archiv Nutzniesser Man verdient damit GELD ECK

TXT Archiv Nutznießer

Und irgendwie fällt gleich auf
man ist schnell bei #Gewaltherrschaft + Allmachtphantasien - die einfach ALLES aushebeln wollen?
-> Gruppen
-> Unternehmen
-> Lobbyisten
..
?
Beispiel
Wem nützt GEWALT u.a. in Medien?
Den Kleinkindern - die da vielleicht nicht abschalten können ?

0 0 0 0

Bei einer #Demo liefen fünf #Kinder und die riefen:
" #Faschismus und #Gewaltherrschaft wollen wir nie wieder!"
Da kam die #Polizei und knüppelte sie nieder.

#Quelle: vermutlich vom #Känguru gesehen auf #TikTok

0 0 0 0
Die Gestapo

Die Gestapo (kurz für Geheime Staatspolizei) war die berüchtigte politische Polizei des NS-Regimes. Während der Dauer der NS-Zeit erweiterte und veränderte sich die Gestapo als Institution. Die von
der Gestapo ins Visier genommenen Gruppen wechselten je nach Politik und Prioritäten des Regimes. Eines blieb jedoch immer gleich: Die Gestapo war stets ein brutales Werkzeug zur Durchsetzung der radikalsten Aspekte der NS-Politik.

Die Gestapo Die Gestapo (kurz für Geheime Staatspolizei) war die berüchtigte politische Polizei des NS-Regimes. Während der Dauer der NS-Zeit erweiterte und veränderte sich die Gestapo als Institution. Die von der Gestapo ins Visier genommenen Gruppen wechselten je nach Politik und Prioritäten des Regimes. Eines blieb jedoch immer gleich: Die Gestapo war stets ein brutales Werkzeug zur Durchsetzung der radikalsten Aspekte der NS-Politik.

Als politische Polizei des NS-Staats war die Gestapo dafür zuständig, das Regime vor seinen angeblichen rassischen und politischen Feinden zu bewahren.

Die Gestapo setzte Informanten ein, überwachte Zielpersonen, führte Hausdurchsuchungen durch und setzte bei ihren Untersuchungen regelmäßig brutale Verhörmethoden und Folter ein.

Zu den Hauptaufgaben der Gestapo gehörte die Koordination der Judendeportationen in Ghettos, Konzentrationslager, Tötungsstätten und Vernichtungslager.

Als politische Polizei des NS-Staats war die Gestapo dafür zuständig, das Regime vor seinen angeblichen rassischen und politischen Feinden zu bewahren. Die Gestapo setzte Informanten ein, überwachte Zielpersonen, führte Hausdurchsuchungen durch und setzte bei ihren Untersuchungen regelmäßig brutale Verhörmethoden und Folter ein. Zu den Hauptaufgaben der Gestapo gehörte die Koordination der Judendeportationen in Ghettos, Konzentrationslager, Tötungsstätten und Vernichtungslager.

#Gestapo #Nationalsozialismus #NS #Geheimpolizei #Terrorstaat #Gewaltherrschaft #Konzentrationslager #KZ

Ausführlicher werden Organisation, Aufgaben und Vorgehensweise der Gestapo hier beschrieben 👇
encyclopedia.ushmm.org/content/de/a...

9 4 0 0
10. April 1933

Die entsetzliche Stimmung des »Hurra, ich lebe«. Das neue Beamten-»Gesetz« läßt mich als Frontkämpfer im Amt - wahrscheinlich wenigstens und vorläufig (übrigens bleiben auch Dember und Blumenfeld verschont - wahrscheinlich wenigstens). Aber ringsum Hetze, Elend, zitternde Angst. Ein Vetter Dembers, Arzt in Berlin, aus der Sprechstunde geholt, im Hemd und schwer mißhandelt ins Humboldtkrankenhaus gebracht, dort, 45 Jahre alt, gestorben. Frau Dember erzählt es uns flüsternd bei geschlossener Tür. Sie verbreitet damit ja »Greuelnachrichten«, unwahre natürlich.

10. April 1933 Die entsetzliche Stimmung des »Hurra, ich lebe«. Das neue Beamten-»Gesetz« läßt mich als Frontkämpfer im Amt - wahrscheinlich wenigstens und vorläufig (übrigens bleiben auch Dember und Blumenfeld verschont - wahrscheinlich wenigstens). Aber ringsum Hetze, Elend, zitternde Angst. Ein Vetter Dembers, Arzt in Berlin, aus der Sprechstunde geholt, im Hemd und schwer mißhandelt ins Humboldtkrankenhaus gebracht, dort, 45 Jahre alt, gestorben. Frau Dember erzählt es uns flüsternd bei geschlossener Tür. Sie verbreitet damit ja »Greuelnachrichten«, unwahre natürlich.

Vor zwei Tagen kam das Statthaltergesetz heraus. Kurz vor dem 5. März hieß es noch in Bayern: »Einen Reichskommissar würden wir an der Grenze verhaften.« Und jetzt schweigt alles. Und Hitler spricht im Rundfunk vor allen im Appell angetretenen SA-Leuten, vor »über
500 000« Soldaten des »braunen Heeres«.

Annemarie Köhler war gestern abend bei uns. Erfüllt von äußerster Erbitterung. Sie erzählt, wie fanatisiert die Schwestern und Wärter ihres Krankenhauses sind. Sie sitzen um den Lautsprecher. Wenn das Horst-Wessel-Lied gesungen wird (jeden Abend und auch sonst), stehen sie auf und erheben den Arm zum NS-Gruß.

Vor zwei Tagen kam das Statthaltergesetz heraus. Kurz vor dem 5. März hieß es noch in Bayern: »Einen Reichskommissar würden wir an der Grenze verhaften.« Und jetzt schweigt alles. Und Hitler spricht im Rundfunk vor allen im Appell angetretenen SA-Leuten, vor »über 500 000« Soldaten des »braunen Heeres«. Annemarie Köhler war gestern abend bei uns. Erfüllt von äußerster Erbitterung. Sie erzählt, wie fanatisiert die Schwestern und Wärter ihres Krankenhauses sind. Sie sitzen um den Lautsprecher. Wenn das Horst-Wessel-Lied gesungen wird (jeden Abend und auch sonst), stehen sie auf und erheben den Arm zum NS-Gruß.

10. April 1933

#VictorKlemperer #Tagebücher #NS #Nationalsozialismus #Antisemitismus #Shoah #Beamtengesetz #Berufsverbot #Gewaltherrschaft #Mord #Propaganda #Statthaltergesetz #Gleichschaltung #Bayern #VolkesStimme #Fanatismus

7 5 1 0
1. April 1933
Boykott jüdischer Geschäfte

In Deutschland beginnt ein Boykott jüdischer Geschäfte, Ärzte und Rechtsanwälte.

SA-Angehörige gehen gewalttätig gegen Juden und gegen solche Personen vor, die den Boykott ablehnen.

1. April 1933 Boykott jüdischer Geschäfte In Deutschland beginnt ein Boykott jüdischer Geschäfte, Ärzte und Rechtsanwälte. SA-Angehörige gehen gewalttätig gegen Juden und gegen solche Personen vor, die den Boykott ablehnen.

1. April 1933

#Antisemitismus #Pogrom #Boykott #SA #Gewaltherrschaft

37 23 1 1
20. März 1938

Die letzten Wochen sind die bisher trostlosesten unseres Lebens. Der ungeheure Gewaltakt der Österreichannexion, der ungeheure Machtzuwachs nach außen und innen, die wehrlos zitternde Angst
Englands, Frankreichs usw. Wir werden das Ende des dritten Reichs nicht erleben. 
Seit acht Tagen wehen die Fahnen, seit gestern klebt an jedem Pfeiler unseres Zauns ein breiter gelber Zettel mit Davidstern: Jude. Warnung vor der fahnenlosen Pestbaracke. 
»Der Stürmer« hat seinen üblichen Ritualmord ausgegraben; ich würde mich wahrhaftig nicht wundern, wenn ich nächstens eine Kinderleiche im Garten fände.

20. März 1938 Die letzten Wochen sind die bisher trostlosesten unseres Lebens. Der ungeheure Gewaltakt der Österreichannexion, der ungeheure Machtzuwachs nach außen und innen, die wehrlos zitternde Angst Englands, Frankreichs usw. Wir werden das Ende des dritten Reichs nicht erleben. Seit acht Tagen wehen die Fahnen, seit gestern klebt an jedem Pfeiler unseres Zauns ein breiter gelber Zettel mit Davidstern: Jude. Warnung vor der fahnenlosen Pestbaracke. »Der Stürmer« hat seinen üblichen Ritualmord ausgegraben; ich würde mich wahrhaftig nicht wundern, wenn ich nächstens eine Kinderleiche im Garten fände.

20. März 1938

#VictorKlemperer #Tagebücher #NS #Nationalsozialismus #Antisemitismus #Shoah #Österreich #Annexion #Ausgrenzung #Staatsgewalt #Gewaltherrschaft

9 3 0 0
16. März 1942

Fräulein Ludwig schickte für Muschel [Anm.: der Kater Klemperers] einen Fischkopf - sie hatte den Fisch als Arierin von Freunden bekommen. Fisch ist ungemein selten und dem jüdischen Haushalt ganz verboten. Anweisung: den Kopf sofort auskochen, die Gräten verbrennen! Die Angst vor der Gestapo. 
90 Prozent aller Gespräche der Juden kreisen um die Haussuchungen. Jeder weiß von neuen Grausamkeiten und Räubereien. - Der neulich verhaftete Friedmann - man soll ein größeres Quantum Wein und Obstkonserven bei ihm gefunden haben - ist jetzt im KZ.

16. März 1942 Fräulein Ludwig schickte für Muschel [Anm.: der Kater Klemperers] einen Fischkopf - sie hatte den Fisch als Arierin von Freunden bekommen. Fisch ist ungemein selten und dem jüdischen Haushalt ganz verboten. Anweisung: den Kopf sofort auskochen, die Gräten verbrennen! Die Angst vor der Gestapo. 90 Prozent aller Gespräche der Juden kreisen um die Haussuchungen. Jeder weiß von neuen Grausamkeiten und Räubereien. - Der neulich verhaftete Friedmann - man soll ein größeres Quantum Wein und Obstkonserven bei ihm gefunden haben - ist jetzt im KZ.

16. März 1942

##VictorKlemperer #Tagebücher #NS #Nationalsozialismus #Antisemitismus #Shoah #Mangel #Krieg #Gewaltherrschaft #Angstherrschaft #Gestapo #Haussuchungen #KZ

14 6 0 1
14. März 1943

Auf dem Friedhof zeigte mir Steinitz eine Frau: Sie sei täglich hier, schmücke eine Urnenstelle mit immer neuen Blumen und gedruckten 
Sprüchen. Eine Frau Bein, Arierin. 

Man hat ihren jüdischen Mann und ihren als »jüdischen Mischling« deklarierten Sohn aus unbekannten Gründen verhaftet und ein paar 
Wochen später »bei Fluchtversuch« erschossen.

14. März 1943 Auf dem Friedhof zeigte mir Steinitz eine Frau: Sie sei täglich hier, schmücke eine Urnenstelle mit immer neuen Blumen und gedruckten Sprüchen. Eine Frau Bein, Arierin. Man hat ihren jüdischen Mann und ihren als »jüdischen Mischling« deklarierten Sohn aus unbekannten Gründen verhaftet und ein paar Wochen später »bei Fluchtversuch« erschossen.

14. März 1943

#VictorKlemperer #Tagebücher #NS #Nationalsozialismus #Antisemitismus #Shoah #Gewaltherrschaft #Staatsterror

18 5 0 2
12. März 1944

Eben war Frau Winde hier: eine kleine Tüte Kartoffeln, an denen allgemeine große Not herrscht, ein Päckchen Trockengemüse, eine Dose Tomaten. Sie fragte besorgt, wie schon oft, ob ich nicht wüßte, wo mich verstecken, wenn es soweit wäre. Auch ihr Mann wolle in den kritischen Tagen unsichtbar sein. Ich: Ich wüßte niemanden, sei auch 
zum Fliehen ungeeignet, überließe mich meinem Schicksal. Eva: Ich sollte nach Kipsdorf, mich ein, zwei Nächte im Walde  aufhalten, mit arischen Marken in Restaurants essen. Frau Winde: »Das kann er nicht. Er darf nicht unter Menschen, er fiele sofort auf. Es tut immer so weh. Ich habe zu meinem Mann gesagt: ›Durch die vielen Jahre der Verfolgung sieht der Herr Professor aus wie ein verprügelter Hund‹«. Sie wiederholte das zweimal, und es war mir gräßlich. Ich habe nie viel 
Haltung gehabt, jetzt aber gehe ich gebückt, meine Hände zittern, und der Atem versagt bei der geringsten Erregung.

12. März 1944 Eben war Frau Winde hier: eine kleine Tüte Kartoffeln, an denen allgemeine große Not herrscht, ein Päckchen Trockengemüse, eine Dose Tomaten. Sie fragte besorgt, wie schon oft, ob ich nicht wüßte, wo mich verstecken, wenn es soweit wäre. Auch ihr Mann wolle in den kritischen Tagen unsichtbar sein. Ich: Ich wüßte niemanden, sei auch zum Fliehen ungeeignet, überließe mich meinem Schicksal. Eva: Ich sollte nach Kipsdorf, mich ein, zwei Nächte im Walde aufhalten, mit arischen Marken in Restaurants essen. Frau Winde: »Das kann er nicht. Er darf nicht unter Menschen, er fiele sofort auf. Es tut immer so weh. Ich habe zu meinem Mann gesagt: ›Durch die vielen Jahre der Verfolgung sieht der Herr Professor aus wie ein verprügelter Hund‹«. Sie wiederholte das zweimal, und es war mir gräßlich. Ich habe nie viel Haltung gehabt, jetzt aber gehe ich gebückt, meine Hände zittern, und der Atem versagt bei der geringsten Erregung.

12. März 1944

#VictorKlemperer #Tagebücher #NS #Nationalsozialismus #Antisemitismus #Shoah #Gewaltherrschaft

7 2 0 1
Was ich bis zum Wahlsonntag Terror nannte, war mildes Prélude. Erstaunlich, wie wehrlos alles zusammenbricht. Wo ist Bayern, wo ist das Reichsbanner? Acht Tage vor der Wahl die plumpe Sache des Reichstagsbrandes - ich kann mir nicht denken, daß irgend jemand wirklich an kommunistische Täter glaubt statt an bezahlte Nazi-Arbeit. Dann die wilden Verbote und Gewaltsamkeiten. Und dazu durch Straße, Radio die grenzenlose Propaganda. Am Samstag hörte ich ein Stück der Hitlerrede aus Königsberg. Eine Hotelfront am Bahnhof, erleuchtet, Fackelzug davor, Fackelträger und Hakenkreuz-Fahnen auf den Balkons und Lautsprecher. Ich verstand nur einzelne Worte. Aber der Ton! Das salbungsvolle Gebrüll eines Geistlichen. Dann der ungeheure Wahlsieg der Nationalsozialisten. Die Verdoppelung in Bayern. Entrüstete Zurückweisung, loyalen Juden werde nichts geschehen. gleich darauf Verbot des Zentralvereins jüdischer Bürger in Thüringen, weil er die Regierung "talmudisch" kritisiert und herabgesetzt habe.

Was ich bis zum Wahlsonntag Terror nannte, war mildes Prélude. Erstaunlich, wie wehrlos alles zusammenbricht. Wo ist Bayern, wo ist das Reichsbanner? Acht Tage vor der Wahl die plumpe Sache des Reichstagsbrandes - ich kann mir nicht denken, daß irgend jemand wirklich an kommunistische Täter glaubt statt an bezahlte Nazi-Arbeit. Dann die wilden Verbote und Gewaltsamkeiten. Und dazu durch Straße, Radio die grenzenlose Propaganda. Am Samstag hörte ich ein Stück der Hitlerrede aus Königsberg. Eine Hotelfront am Bahnhof, erleuchtet, Fackelzug davor, Fackelträger und Hakenkreuz-Fahnen auf den Balkons und Lautsprecher. Ich verstand nur einzelne Worte. Aber der Ton! Das salbungsvolle Gebrüll eines Geistlichen. Dann der ungeheure Wahlsieg der Nationalsozialisten. Die Verdoppelung in Bayern. Entrüstete Zurückweisung, loyalen Juden werde nichts geschehen. gleich darauf Verbot des Zentralvereins jüdischer Bürger in Thüringen, weil er die Regierung "talmudisch" kritisiert und herabgesetzt habe.

Seitdem Tag um Tag Kommissare, zertretene Regierungen, gehißte Hakenkreuz-Fahnen, besetzte Häuser, erschossene Leute, Verbote. Gestern »im Auftrag der NS-Partei« - nicht einmal mehr dem Namen nach im Regierungsauftrag - der Dramaturg Karl Wollf entlassen, heute das ganze sächsische Ministerium usw. usw. Vollkommene Revolution und Parteidiktatur. Und alle Gegenkräfte wie vom Erdboden verschwunden. Dieser völlige Zusammenbruch einer eben noch vorhandenen Macht, nein, ihr gänzliches Fortsein ist mir so erschütternd. Am Montagabend bei Frau Schaps zusammen mit Gerstles. Niemand wagt mehr, etwas zu sagen, alles ist in Angst. Nur
ganz unter uns sagte Gerstle: »Der Brandstifter im Reichstag war nur mit Hose und kommunistischem Parteibuch bekleidet und hat nachweislich bei einem NS-Mann gewohnt.«

Seitdem Tag um Tag Kommissare, zertretene Regierungen, gehißte Hakenkreuz-Fahnen, besetzte Häuser, erschossene Leute, Verbote. Gestern »im Auftrag der NS-Partei« - nicht einmal mehr dem Namen nach im Regierungsauftrag - der Dramaturg Karl Wollf entlassen, heute das ganze sächsische Ministerium usw. usw. Vollkommene Revolution und Parteidiktatur. Und alle Gegenkräfte wie vom Erdboden verschwunden. Dieser völlige Zusammenbruch einer eben noch vorhandenen Macht, nein, ihr gänzliches Fortsein ist mir so erschütternd. Am Montagabend bei Frau Schaps zusammen mit Gerstles. Niemand wagt mehr, etwas zu sagen, alles ist in Angst. Nur ganz unter uns sagte Gerstle: »Der Brandstifter im Reichstag war nur mit Hose und kommunistischem Parteibuch bekleidet und hat nachweislich bei einem NS-Mann gewohnt.«

10. März 1933

#VictorKlemperer #Tagebücher #NS #Nationalsozialismus
#Antisemitismus #Shoah #Gewaltherrschaft #Machtübergabe #Propaganda #Gleichschaltung #Enddemokratisierung #Reichstagswahl #Reichstag

9 8 0 0
8. März 1942

Ida Kreidl erzählte gestern: »Bei meinem Schwager waren ›sie‹ am Sonntag vormittag halb elf. Er hatte einen Friseur bei sich und wurde deshalb geohrfeigt.« Hochgemuth hat gestern Eva zehn Zigarillos für mich zugesteckt. »Wie viele Ohrfeigen feigen, wenn man mich rauchend überrascht?« Eva lachend: »Man wird sich so hübsch jung fühlen, wenn man eine geklebt kriegt.« Ich fand im Schreibtisch sieben unangebrochene Bleistifte. Wie viele Ohrfeigen?

8. März 1942 Ida Kreidl erzählte gestern: »Bei meinem Schwager waren ›sie‹ am Sonntag vormittag halb elf. Er hatte einen Friseur bei sich und wurde deshalb geohrfeigt.« Hochgemuth hat gestern Eva zehn Zigarillos für mich zugesteckt. »Wie viele Ohrfeigen feigen, wenn man mich rauchend überrascht?« Eva lachend: »Man wird sich so hübsch jung fühlen, wenn man eine geklebt kriegt.« Ich fand im Schreibtisch sieben unangebrochene Bleistifte. Wie viele Ohrfeigen?

8. März 1942

#VictorKlemperer #Tagebücher #NS #Nationalsozialismus #Antisemitismus #Shoah #Gewaltherrschaft #Gestapo #Haussuchungen

4 0 0 0
24. Februar 1943

Heute nachmittag will Eva nach Pirna, Manuskripte in Sicherheit zu bringen - ich wünschte, sie wäre erst wieder zurück. - Geld braucht sie nicht auszuleihen: Ich überwies heute »360 M Maklergebühr für Umschuldung der Hypothek« an Richter. »Außerhalb Freigrenze.« Wieso eigentlich hat der Mann damals dieses Geld nicht von mir gefordert? Sympathie von Anbeginn? - Jeder fürchtet jetzt jeden. Richter hat eine freundliche junge Sekretärin. Als er mich neulich in einem Nebenraum die Kartoffeln verstauen ließ: »Gehen Sie dann
bitte direkt durch den Korridor fort; die junge Frau im Bureau ist ja ganz zuverlässig - aber sie braucht nicht alles zu wissen.«

Die Guillotine auf dem Münchner Platz bedroht mich, sie bedroht auch Richter.

24. Februar 1943 Heute nachmittag will Eva nach Pirna, Manuskripte in Sicherheit zu bringen - ich wünschte, sie wäre erst wieder zurück. - Geld braucht sie nicht auszuleihen: Ich überwies heute »360 M Maklergebühr für Umschuldung der Hypothek« an Richter. »Außerhalb Freigrenze.« Wieso eigentlich hat der Mann damals dieses Geld nicht von mir gefordert? Sympathie von Anbeginn? - Jeder fürchtet jetzt jeden. Richter hat eine freundliche junge Sekretärin. Als er mich neulich in einem Nebenraum die Kartoffeln verstauen ließ: »Gehen Sie dann bitte direkt durch den Korridor fort; die junge Frau im Bureau ist ja ganz zuverlässig - aber sie braucht nicht alles zu wissen.« Die Guillotine auf dem Münchner Platz bedroht mich, sie bedroht auch Richter.

Ein Eigenheim am Bahnhof, sagte Richter, ich könnte es zu Fuß erreichen. (Etliche zwanzig Kilometer von hier.) Eine Wanderung mit Todesrisiko - aber mit demselben Risiko wäre erst recht mein Hierbleiben verknüpft. Wenn er mir einmal eine Postkarte schreibe: »Rufen Sie mich in Ihrer Grundstückssache an«, dann wäre es soweit. 

Der Gedanke an die Guillotine verfolgt mich.

[Bemerkung: Sein Verwalter Richter hatte Klemperer angeboten,
ihn und seine Frau Eva im Notfall zu verstecken.]

Ein Eigenheim am Bahnhof, sagte Richter, ich könnte es zu Fuß erreichen. (Etliche zwanzig Kilometer von hier.) Eine Wanderung mit Todesrisiko - aber mit demselben Risiko wäre erst recht mein Hierbleiben verknüpft. Wenn er mir einmal eine Postkarte schreibe: »Rufen Sie mich in Ihrer Grundstückssache an«, dann wäre es soweit. Der Gedanke an die Guillotine verfolgt mich. [Bemerkung: Sein Verwalter Richter hatte Klemperer angeboten, ihn und seine Frau Eva im Notfall zu verstecken.]

24. Februar 1943

#VictorKlemperer #Tagebücher #NS #Nationalsozialismus #Antisemitismus #Shoah #Staatsterror #Hinrichtungen #Angstherrschaft #Gewaltherrschaft #Widerstand #Solidarität #Menschlichkeit

7 2 0 0
17. Februar 1942

Erneute Angst nach Erzählung von Haussuchungen, wo man Papiere zerriß.

17. Februar 1942 Erneute Angst nach Erzählung von Haussuchungen, wo man Papiere zerriß.

17. Februar 1942

#VictorKlemperer #Tagebücher #NS #Nationalsozialismus #Antisemitismus #Shoah #Staatsterror #Gewaltherrschaft #Privatsphäre #Zerstörung #Angst #Terror

16 7 0 1
8. Februar 1942

Seit gestern besonders deprimiert. Eva erschöpft; so war ich allein bei Neumanns. Die ganze Zeit von der namenlosen Haussuchung bei ihnen (wie bei andern) gesprochen. »Rollkommando« von 8 Mann. »Da setzt euch auf die Bundeslade« (1 Truhe), gemeinste Beschimpfungen, Stöße, Schläge, Frau Neumann erhielt 5 Ohrfeigen. Alles durchwühlt, wahlloser Raub: Lichte, Seife, 1 Heizsonne, Koffer, Bücher, Margarine (legitim gekauft), Schreibpapier, Tabak, Schirm, die Militärorden (»Du kannst sie ja doch nicht mehr brauchen«). »Wo läßt du waschen?« - »Zu Haus.« - »Daß du dich nicht unterstehst, deine Wäsche außerhalb waschen zu lassen!« - »Warum werdet ihr alle so alt? Hängt euch doch auf, macht doch den Gashahn auf« Leider auch Briefe, Adressen, Schriftstücke überhaupt mitgenommen. Zum Schluß unterschreibt man, alles freiwillig dem Deutschen Roten Kreuz zur Verfügung gestellt zu haben. Zur Verhaftung genügt, daß Beziehung zu Ariern. Eine Dame in den 70er verhaftet. Kein Lichtblick.

8. Februar 1942 Seit gestern besonders deprimiert. Eva erschöpft; so war ich allein bei Neumanns. Die ganze Zeit von der namenlosen Haussuchung bei ihnen (wie bei andern) gesprochen. »Rollkommando« von 8 Mann. »Da setzt euch auf die Bundeslade« (1 Truhe), gemeinste Beschimpfungen, Stöße, Schläge, Frau Neumann erhielt 5 Ohrfeigen. Alles durchwühlt, wahlloser Raub: Lichte, Seife, 1 Heizsonne, Koffer, Bücher, Margarine (legitim gekauft), Schreibpapier, Tabak, Schirm, die Militärorden (»Du kannst sie ja doch nicht mehr brauchen«). »Wo läßt du waschen?« - »Zu Haus.« - »Daß du dich nicht unterstehst, deine Wäsche außerhalb waschen zu lassen!« - »Warum werdet ihr alle so alt? Hängt euch doch auf, macht doch den Gashahn auf« Leider auch Briefe, Adressen, Schriftstücke überhaupt mitgenommen. Zum Schluß unterschreibt man, alles freiwillig dem Deutschen Roten Kreuz zur Verfügung gestellt zu haben. Zur Verhaftung genügt, daß Beziehung zu Ariern. Eine Dame in den 70er verhaftet. Kein Lichtblick.

8. Februar 1942

#VictorKlemperer #Tagebücher #NS #Nationalsozialismus #Geschichte #Holocaust #Shoah #Staatsterror #Gestapo #Willkür #Gewaltherrschaft #Haft #Verhaftung #Terror #Psychoterror

23 14 0 1
4. Februar 1933
Presse-, Versammlungsrecht
Gewaltsame Auflösung gewählter Gremien

Mit der „Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze des Deutschen Volkes“ wird die Presse- und Versammlungsfreiheit weitgehend abgeschafft. 

Göring ordnet als kommissarischer preußischer Innenminister die zwangsweise Auflösung sämtlicher Gemeindevertretungen Preußens zum 8. Februar und Neuwahlen für den 12. Marz an, gleichzeitig werden Gemeindeorgane wie Räte und Bürgermeister reichsweit unter Gewaltandrohung aufgelöst bzw. Personen inhaftiert.

4. Februar 1933 Presse-, Versammlungsrecht Gewaltsame Auflösung gewählter Gremien Mit der „Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze des Deutschen Volkes“ wird die Presse- und Versammlungsfreiheit weitgehend abgeschafft. Göring ordnet als kommissarischer preußischer Innenminister die zwangsweise Auflösung sämtlicher Gemeindevertretungen Preußens zum 8. Februar und Neuwahlen für den 12. Marz an, gleichzeitig werden Gemeindeorgane wie Räte und Bürgermeister reichsweit unter Gewaltandrohung aufgelöst bzw. Personen inhaftiert.

4. Februar 1933

#NSDAP #Nationalsozialismus #Hitler #Pressefreiheit #Versammlungsfreiheit #Bürgerrechte #Totalitarismus #Diktatur #Überwachungsstaat #Propaganda #Rechtsstaat #Demokratieabbau #Entmachtung #Kommunen #Gewaltherrschaft #Justizwillkür

24 13 1 5
30. Januar 1943

Den Handwagen lieh ich mir auf dem jüdischen Friedhof vom Verwalter Jacobi; der ist mir sehr gewogen [ ... ]. Er erzählte, am nächsten Mittwoch gebe es sieben Beisetzungen, wovon sechs geheim zu halten seien. Die Leichen zum Tode verurteilter Protektoratsjuden. Sie würden nach Dresden geschafft zur Hinrichtung. Im Landgericht am Münchner Platz arbeite eine Guillotine mit elektrischem Antrieb, alle zwei Minuten ein Kopf, nicht nur jüdische; Hauptschlachtzeit sei achtzehn Uhr, oft fielen bis zu
fünfundzwanzig Köpfe hintereinander. Ich nehme ohne weiteres an, daß das »oft« und die Zahl Übertreibungen bedeuten, aber wenn nur die Halfte davon wahr ist ...

30. Januar 1943 Den Handwagen lieh ich mir auf dem jüdischen Friedhof vom Verwalter Jacobi; der ist mir sehr gewogen [ ... ]. Er erzählte, am nächsten Mittwoch gebe es sieben Beisetzungen, wovon sechs geheim zu halten seien. Die Leichen zum Tode verurteilter Protektoratsjuden. Sie würden nach Dresden geschafft zur Hinrichtung. Im Landgericht am Münchner Platz arbeite eine Guillotine mit elektrischem Antrieb, alle zwei Minuten ein Kopf, nicht nur jüdische; Hauptschlachtzeit sei achtzehn Uhr, oft fielen bis zu fünfundzwanzig Köpfe hintereinander. Ich nehme ohne weiteres an, daß das »oft« und die Zahl Übertreibungen bedeuten, aber wenn nur die Halfte davon wahr ist ...

30. Januar 1943

#VictorKlemperer #Tagebücher #NS #Nationalsozialismus #Geschichte #WegInDenFaschismus #Holocaust #Shoah #Antisemitismus #Staatsterror #Genozid #Mord #politischeJustiz #Justizmord #Gleichschaltung #Willkürherrschaft #Gewaltherrschaft #Köpfung #Hinrichtung #Todesstrafe

18 10 0 0