1. Einleitung: Schutzräume unter Druck
Mit Beginn der CSD-Saison wächst auch die Aufmerksamkeit für Schutzräume, in denen queere
Menschen sicher leben und sich frei entfalten können. Es ist richtig und wichtig, dass sich viele
Menschen gegen rechte Übergriffe und Gewalt organisieren. Doch während diese Bedrohungen
offen sichtbar sind, tritt ein anderer, weniger offensichtlicher „Elefant im Raum“ auf: Autoritäre
Gruppen, die sich unter dem Deckmantel des Schutzes und der Solidarität in queere Räume drängen
– und diese für ihre ideologischen Zwecke instrumentalisieren.
Diese Gruppen präsentieren sich oft als Verbündete, nutzen das Bedürfnis nach Sicherheit und
Zusammenhalt aus, um ihre politische Agenda zu verbreiten. Dabei tragen sie nicht nur zur
Spaltung der queeren Community bei, sondern gefährden auch die Grundlagen queerer Befreiung –
insbesondere durch die Verbreitung antisemitischer und islamistischer Positionen. Diesen Vorgang
zu benennen und kritisch zu reflektieren, ist unerlässlich.
2. Die Kampagne „CSD verteidigen“: Kollektive Organisierung mit Hintertür
Im Frühjahr 2024 tauchte an mehreren Orten nahezu gleichzeitig die Kampagne „CSD verteidigen“
auf. Mit Aufrufen zu gemeinsamen Treffen, Demonstrationen und Schutzbündnissen erweckte sie
den Eindruck eines solidarischen, inklusiven Bündnisses für queere Rechte und gegen
Diskriminierung. Auf den ersten Blick schien es eine breit angelegte und demokratische Bewegung
zu sein, die Schutzräume stärkt und gegen rechte Gewalt Stellung bezieht.
Doch dieser Schein trügt. Hinter der vermeintlichen Breite verbirgt sich eine gezielte und
koordinierte Mobilisierung autoritärer Gruppen, die ihre eigenen politischen Ziele verfolgen. Die
Kampagne nutzt den Schutzgedanken strategisch, um sich in queere Räume einzuschleichen, dort
ihre Ideologien zu verbreiten und die queere Bewegung für eigene Zwecke zu instrumentalisieren.
3. Wer steckt dahinter? – Ein Blick auf die Akteur*innen
a) Young Struggle
Die Gruppe „Young Struggle“ ist eine zentrale Akteurin innerhalb der Kampagne. Bereits am 7.
Oktober 2023, als Hamas-Terroristinnen in Israel wahllos Zivilistinnen ermordeten, verbreitete
„Young Struggle“ die Parole „From the River to the Sea“, die von vielen als Aufruf zur Vernichtung
Israels verstanden wird. Sie bezeichneten diese Angriffe als „Befreiung“ und stellten sich offen auf
die Seite der Hamas.
In Zusammenarbeit mit der Gruppe Samidoun, die als Unterstützerin terroristischer Gruppen wie
der PFLP gilt, rechtfertigten sie islamistische Gewalt. Dies ist nicht nur eine Verharmlosung,
sondern eine klare Unterstützung einer Organisation, die für antisemitischen Terror verantwortlich
ist. Solche Positionen sind nicht vereinbar mit einem Schutz- und Solidaritätsgedanken, sondern
zementieren Gewalt und Ausgrenzung.
Besonders sichtbar wird das in der Kampagne #CSDverteidigen – die sich als solidarisches Bündnis inszeniert, in Wahrheit aber gefährliche Allianzen schmiedet: (2/4)
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